Eingeschnappt, oder wie?!

Der Bundeshorst – da isser weg! Schnippisch wie eine Diva,  weinerlich wie ich beim Zwiebelschneiden, albern wie ein eingeschnappter Teenie, dem die Eltern Samstag abends Ausgehverbot erteilt haben. Wer hätte das gedacht? Das Schlimmste daran: Jetzt kommt er nur noch im Jahresrückblick 2010 von Urban Priol vor – und dann nimmermehr. Verdammt!

„Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen.“ Erstens: Wieso sagt er nicht – wie sonst – „… meine Frau und ich finden, dass sie den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen lässt“? Und zweitens: Hat nicht er selbst den notwendigen Respekt für das Bundespräsidenten-Amt vermissen lassen, als er sich am 01.07.2004 vereidigen ließ?

Ich zuckte heute jedenfalls nur einmal zusammen, nämlich als ich nach Bekanntwerden seines Rücktritts im Büro eine Anwendung schloss und las: „Sie sind noch immer mit dem Horst verbunden. Soll die Verbindung beendet werden?“ Da stand natürlich „Host“ statt „Horst“. Aber mein Lesefehler machte mir das Bestätigen der Meldung heute besonders leicht. Natürlich soll diese unselige Verbindung beendet werden! So schnell wie möglich! Ich bitte darum!

Ansonsten war es heute vor dem Bürofenster wesentlich interessanter als am Schreibtisch. Eine Meisenmutter führte uns ihre drei Jungen vor. Sie saßen alle im Baum vor dem Fenster und veranstalteten einen Höllenlärm. Mutter versuchte derweil, Futter zu verteilen. Blöderweise hatte ich die Kamera nicht dabei. Morgen nehme ich sie mit. Hoffentlich spielt sich das gleiche nochmals ab. Die waren echt süüüüß. Fast so süüüß wie Meerschweinchen.

Die Meerschweinchen-News erspare ich heute dem (noch) geneigten Leser ausnahmsweise einmal und ersetze sie stattdessen durch ein Crêpes-Rezept. DAS Crêpes-Rezept. Quelle: „Nur das Beste“ von Michel Roux. Ich zitiere dann mal den Meister:

Kräuter-Crêpes

Gericht: Grundrezepte

Zutaten

  • 60 gram Mehl
  • 150 ml Milch
  • 2 Eier
  • 1 tbsp frische, gehackte Kräuter
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
  • 0.5 kleine, neue Kartoffel
  • 30 gram geklärte * Butter

Anleitung

  • Das Mehl in eine Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde bilden. Ein Drittel der Milch, die Eier, eine Prise Salz und etwas Pfeffer zugeben. Behutsam zu einem glatten Teig verrühren; dann de restliche Milch unterrühren. Den Crêpeteig mit Frischhaltefolie bedecken und mindestens 30 Minuten ruhen lassen. Die Kräuter erst unmittelbar vor dem Backen unter den Teig ziehen.
  • Zum Backen der Crêpes eine 26 bis 30 Zentimeter große Pfanne heiß werden lassen. Die halbe Kartoffel an der runden Seite mit einer Gabel aufspießen, in die geklärte Butter tauchen und mit der flachen Seite über den Pfannenboden streichen, um ihn zu fetten.
  • Den Teig kurz durchrühren und soviel Teig in die Pfanne schöpfen, dass der Boden eben bedeckt ist. Etwa eine Minute rasch garen, die Crêpe wenden und von der anderen Seite eine knappe Minute backen. Alle Crêpes auf diese Weise ausbacken und auf einem Teller stapeln. Dazwischen gefettetes Pergamentpapier legen, damit sie nicht zusammenkleben.
  • * Butter klären: Die Butter ganz langsam schmelzen lassen. Mit einer Kelle das klare Butterfett abschöpfen und durch ein Tuch passieren. Den milchig-weißen Bodensatz zurücklassen.

Ich werde in den nächsten Tagen mal Fotos hinzufügen, wenn ich das Menue von Joaquin-Muttis Geburtstag nachgekocht habe. Ich könnte nämlich schon wieder über Lachs und Spargel herfallen – und so ist es wenibgstens nicht das gleiche Essen wie seit zwei Tagen. Wenn mir jetzt noch ‚Jemand‘ freundlicherweise das „Erdbeer-Mandel-Irgendwas“ näher beschreiben könnte…

Was es wohl heute im Schloss Bellevue zu Abend gibt? Oder darf er da schon gar nicht mehr essen, unser Bundeshorst? Gemein… Ich weiß… Und man muss es ja auch einmal – der Fairness halber –  aus seiner Sicht sehen: Wann wurde ein Bundespräsident jemals von seiner eigenen Partei derart – nennen wir es einmal – desavouiert? O.k. – jetzt tut er mir schon fast wieder leid… Mit Roland Koch und Horst Köhler wird es deutlich: Angie rennen die Kerle weg. Und jetzt?

5 Kommentare

    1. ich vermutete eigentlich schon einen küchentechnischen sinn dahinter – so von wegen „stärke…“, finde aber keinerlei logische erklärung dafür. wahrscheinlich kann man auch einfach die pfanne
      auspinseln. Ich bleibe dran und versuche den grund zu finden. notfalls teste ich beide varianten und versuche, einen unterschied festzustellen 😀

  1. Stärke ist nicht fettlöslich, sagt das Chemieverständnis. Ziemlich witzig zudem, die mühselig entwässerte Butter wieder mit der Kartoffel zu verpanschen. :rolleyes:

    Ganz klar jedoch, ein simples Rezept wird – muss – besser schmecken, wenn es mit einem Maximum an Aufwand und Mühe zubereitet wird. ^^

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