Mit der 42 – der Antwort auf alle Fragen – begann gestern das Elend. Eigentlich hatte ich sie als gutes Zeichen gedeutet – und sogar fotografiert. 42 von mir nicht beantwortete Anrufe – auf eine Sammelnummer weitergeleitet. Gefiel mir. Da war die Welt aber auch noch in Ordnung. weiterlesen

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O.k. – es hat ein wenig gedauert, bis ich es verstanden habe. Ich habe es gelesen, mit ins Haus genommen, nochmals gelesen. Und dann dauerte es noch etwa zwei Stunden, bis ich die wahre Schönheit – und den Inhalt – der Nachricht verstand. Als ich es verstanden hatte, gefiel es mir irgendwie. Also wirklich richtig gut. weiterlesen

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Nur kurz. Ich bin nämlich gerade etwas zu aggressiv für ein nettes, ausführliches Posting. Schließlich bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln gereist. So einfach steckt man das nicht weg. Vor allem heute nicht.

16:13 Uhr ab Mainz in der RB75 saß ich neben einem Menschen in Max‘ Alter, vielleicht etwas darunter. In den popeligen zwölf Minuten bis Wiesbaden hat er mich soweit gebracht, dass ich ihn töten wollte. Ernsthaft. „Buffy“-mäßig. Mit Fußtritt und Handkantenschlag an den Kehlkopf und so…

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Ich weiß. Wenn ich es jetzt beschreibe, klingt es harmlos. Aber er hat mich mit einer Tüte Würzerdnüsse, einem Apfel und einem kohlensäurehaltigen Getränk komplett in den Wahnsinn getrieben.

Stinkende Erdnusstüte auf -> Nüsschen in die Hand gekippt, in den Mund geschnickt, gekaut -> stinkende Erdnusstüte raschelnd geschlossen -> kohlensäuehaltige Getränkeflasche unter Rascheln aus dem Rucksack gezerrt, geöffnet („Zisch!“) und getrunken -> Flasche unter lautstarkem Geraschel wieder eingepackt -> Nüsschen wieder ausgepackt, Tüte raschelnd geöffnet, Nüsse lautstark gekaut…

Als ich gerade dachte, das war’s jetzt, kam der Todesstoß: ein Apfel! Ab da wurden abwechselnd Nüsschen und Apfel gekaut und die „Zisch!“-Flasche geöffnet und getrunken. Zwischendurch alles natürlich immer wieder ein- und ausgepackt.

Als die Nüsschen endlich alle waren (Danke, Drecks-Nüsschen!), wurde der Apfelkrotz kubikmillimetergenau niedergekaut und zwischendurch immer mal wieder getrunken. „Zisch!“

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Überflüssig zu erwähnen, dass mir dann in der Linie 6 zum Nordfriedhof Wiesbaden ein Mensch mit Kopfhörern und voll aufgedrehtem Scheißmusikgeschmack gegenüber saß, der in einer Endlosschleife dieses Lied hörte, das mich im Büro aus dem Radio schon in den Wahnsinn getrieben hatte. Irgendwas Instrumentales mit ständigen Wiederholungen einer nervigen Melodie. Melodie?! Ich lasse das mal so stehen…

Und als ich endlich zu Hause war, war klar, dass nicht nur die Brücke weiterhin gesperrt bleibt, sondern dass auch ein weiterer Bahnstreik unmittelbar bevorsteht. Ich bin ja nun echt ein großer Freund von Streiks, aber momentan wird das jetzt schon irgendwie blöd. Ach, egal! Keine Bahn – keine Nüsschen!

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Der süße Kuschelbus oben steht auf der Fensterbank in unserem Büro. Seit Jahr und Tag. Das Maskottchen der MVG. Und die hatten heute – unter anderem – einen rabenschwarzen Tag.

Tag 2 nach dem Schiersteiner „Brückengeddon“ erwies sich als äußerst unglücklich. Bereits bei meiner Ankunft am Wiesbadener Hauptbahnhof musste ich feststellen, dass sämtliche „Zugzielanzeiger“ an den Bahnsteigen außer Betrieb waren. In Frankfurt auch. Eventuell hessenweit? Jedenfalls irrten nun ausgerechnet heute unzählige ÖPNV-Analphabeten durch die Bahnhöfe und dieses Problem verstärkte ihr eigenes deutlich.

Ich glaube, bis zum Einsteigen in die RB75 wurde ich etwa zehnmal gefragt, ob das Ding nach Mainz fahre. „Das Ding“ war dann auch brechend voll. Wen wundert’s?! Zudem hielten sich die ahnungslosen Neu-Pendler nicht an die drei Goldenen Regeln des Pendlertums: Hinsetzen! Schnauze halten! Warten, bis es vorbei ist!

Das führte zu einem unangenehmen Geräuschpegel, den man um diese Uhrzeit nur schwer ertragen kann. All diese aufgeregten Menschen, die sich benahmen wie auf Klassenfahrt, eben noch in Schlangen die Fahrscheinautomaten blockiert hatten, und die sich nun gegenseitig wild schnatternd der Wichtigkeit dieses aufregenden Erlebnisses vergewissern mussten. Grmpf!

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Zwei Stunden später musste ich feststellen, dass das allerdings noch echt so richtig gut gelaufen war. Zu diesem Zeitpunkt erzählte mir nämlich eine nette Frau. dass der Mainzer Hauptbahnhof etwa eine Stunde lang komplett blockiert gewesen war, weil es an Gleis 5 zu einem „Personenschaden“ gekommen war.

Etwa zeitgleich wurde die B455 nach Kastel komplett gesperrt, da ein Lkw auf das dort wahrscheinlich seit gestern befindliche Stauende aufgefahren war. Nicht gut. Gar nicht gut. Zwischendurch machten lustige Polizeimeldungen die Runde: „Schlägerei im Stau“ etwa. Ja, da können schon mal die Nerven blank liegen…

Um die Mittagszeit stolperte dann auf der wichtigsten Mainzer Bus- und Straßenbahnspur direkt vor der Hauptpost ein stark alkoholisierter Minderjähriger (es war von 2,37 Promille die Rede…) vor einen Stadtbus. Damit waren alle Fahrten vom Hauptbahnhof zum Schillerplatz (respektive Fastnachtsbrunnen!) erstmal Geschichte.

Wenn läuft, dann läuft’s halt! 😀 

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Aus der Mittagspause kehrte die Kollegin mit dem „Mainzigartig-mobil“-Kuscheltier mit einer batteriebetriebenen, blinkenden und sich um ihre eigene Achse drehenden Zugente (s.o.) zurück. Etwa um die gleiche Zeit trafen dann unsere traditionellen Weiberfassenacht-Vorstands-Kreppel ein. Die Stimmung war jetzt wahrhaftig am Siedepunkt.

Mein Heimweg verlief dagegen dann enttäuschenderweise relativ unspektakulär: RB75 nach Wiesbaden -> Linie 3 zum Nordfriedhof -> Puntili. Wobei noch erwähnt werden muss, dass das Fahrrad- und Kinderwagenabteil der Bahn mit nichtsahnenden Neubahnfahrern besetzt war, sodass sämtliche Gänge mit Rädern und Kinderwagen zugestellt werden mussten. Der mitreisende Bahnangestellte ließ die Fahrkartenkontrolle schulterzuckend gleich ganz sein. Hätte eh keinen Sinn gehabt.

In Wiesbaden dann war von Linie 6 keine Spur. Die noch ausstehenden etwa zwanzig Busse standen wahrscheinlich alle auf der Theodor-Heuss-Brücke im Stau. Wie schön, dass es die Linie 3 gibt. Die traf dann irgendwann ein und verfrachtete mich zum Auto. Und damit auch endlich nach Hause. 

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Dort wartete bereits meine Donnerstags-Öko-Kiste mit Topinambur (Jedes Gemüse hat eine zweite Chance verdient!), Lauch, Mangold und Postelein. Das wären dann die Aufgaben für die kommenden drei Tage. Ich freue mich schon.

Blöderweise hatte ich morgens vergessen, die Leergutkiste rauszustellen. Meine Güte, in dem ganzen Chaos sollte das nicht wirklich lebensentscheidend gewesen sein.

Übrigens auch lustig: Nachdem die Brücke sozusagen „weg“ ist, scheint DHL noch keine Idee gehabt zu haben, wie man Pakete von Saulheim nach Hessen ausliefert. Mal gespannt, ob da vielleicht mal irgendwann eine Nachtfahrt o.ä. geplant ist. Laut Sendungsverfolgung liegt eins meiner anreisenden Päckchen seit jetzt fast 48 Stunden in einem Lkw.

Und was zwingend auch noch Erwähnung finden muss, ist die Tatsache, dass offensichtlich die Mombacher „Bohnebeitel“ schuld an der ganzen Misere sind. Deren Sitzung wurde nämlich am Vorabend des BrückenGAUs beim SWR ausgestrahlt. Und das hier war eins der Highlights: Nick Benjamin – „Der Brigg geht’s nedd gut!“

Da hat sie es dann wohl selbst gemerkt, die Brigg. Und dann hat sie aufgegeben. Und ich fürchte – ganz ehrlich – dass es das jetzt auch mit „de Schiersteiner“ war. Ich glaube nicht, dass ich da nochmal – zumindest nicht mit dem Auto – drüber fahren werde. Schon traurig irgendwie. Seufz!  

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Mal wieder ganz vorne dabei, wenn es darum geht, Missstände aufzuzeigen. Nachdem das Stellwerkchaos – völlig unbegreiflicherweise – schon nicht für eine Revolution gesorgt hat, geht man jetzt das Thema „Schwarze Null“ an. Schön zu sehen, dass das Totsparen von Infrastruktur endlich einmal Ergebnisse zeigt. Das Schließen von Schwimmbädern sorgt halt einfach nicht für genug öffentliche Aufregung.

Das reicht nicht für einen „Schwimmbaduntergang“-Hashtag. Der lockt keinen mehr hinterm Ofen hervor. Mainz hat sich dagegen nach #stellwerk jetzt auch #brückengau unter den Nagel gerissen. Respekt! Dazu muss man natürlich wissen, dass der Schaden auf der Mainzer Seite entstanden ist. Das heruntergestürzte Metallteil hat in Mombach immerhin fast einen tapferen Mainzer Brückenbauarbeiter (hoffentlich kein Pendler!) getroffen.

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Die arme, kleine Theodor-Heuss-Brücke konnte heute natürlich die 80.000 Autos, die über Rheinallee und Amöneburg auszuweichen versuchten, nicht aufnehmen. Das Ergebnis: ein völliges Chaos. In Mainz und in den Vororten auf der „schepp‘ Seit'“.

So kommt nun aber witzigerweise auch der eher leise und unaufgeregte Pendler vielleicht mal auf die Idee, vorsichtig zu hinterfragen, weshalb Steuermillionen in den Nürburgring und den Flughafen Hahn geflossen sind, die besser in die seit 2003 spätestens bekanntermaßen marode Brücke geflossen wären. Da wurde nämlich nach teuren Sanierungsarbeiten das Verfallsdatum von – offensichtlich äußerst genialen Gutachtern – auf 2015 festgelegt. Schwupp! Abgelaufen!

Der Deutsche – und auch der Meenzer – versteht ja vielleicht in vielen Dingen Spaß, aber wenn er nicht pünktlich zur Arbeit kommt – dann ist aber echt Schluss mit lustisch!

Dann wird er sauer. Momentan scheint sich die Wut noch hauptsächlich gegen „die Griene“ und sonstigen „Ökos“ zu richten, die über längere Zeit hinweg gegen den sechsspurigen Ausbau waren, weil eventuell seltene Eidechsenarten im ‚Großen Sand‘ gefährdet werden könnten.

Jetzt steht der Meenzer da mit null statt sechs Spuren. Also deutlich weniger großspurig. Und vielleicht kommt der ein oder andere ja doch noch auf die Idee, dass letztendlich nicht die Eidechsen schuld sind, dass die Brücke zerbröselt. Das ist nicht die Brücke, die einen Riss hat. Nicht nur! Der Riss fängt viel weiter „oben“ an. Ganz oben sozusagen. Ein Systemriss!

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Ich fürchte nur, meine geliebte „Ascheberscher“ RB75, die zeitweise ohnehin überfüllt bis an die Grenze des Ausbruchs von Kannibalismus ist, wird jetzt leider in den nächsten Wochen in die Knie gehen. Und die S8 wird auch keine Lösung sein. Hält das eigentlich die Mombacher Eisenbahnbrücke auf Dauer aus?! Die Bahn ist ja auch nicht gerade bekannt dafür, großangelegte Streckensanierungen mit überbordendem Enthusiasmus voranzutreiben…

Was natürlich weh tut: Ich werde die Meenzer Fassenacht in diesem Jahr auslassen müssen. Es ist wirklich hart. Nach so vielen Jahren Neustadt mit nahezu täglichem „närrischem Lindwurm“ fällt mir das natürlich unglaublich schwer. Kleiner Scherz.

Was wirklich schlimm ist, ist, dass die Laufrunden im Gonsenheimer Wald mit Heike dran glauben werden. Ich möchte mich wirklich nicht schweißgetränkt mit mindestens drei Umstiegen in öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause quälen. Das tut schon ein bißchen weh, zumal Heike gerade erst aus dem Urlaub zurück ist, und wir eigentlich übermorgen wieder durchstarten wollten.

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Vergessen wir aber mal die Einzelschicksale. Die schlimmsten Scherze zur aktuellen Lage habe ich durch Vermeidung der Worte „RheinGAU“ und „Brückentag“ ohnehin geschickt umgangen – Geschenke dafür bitte in den ab morgen dafür eigens vor dem Haus aufgestellten Container.

An einem Tag wie heute, der nicht nur meine Anfahrt zur Arbeit an Freitagen, sondern noch einiges Unerwähnte versaut hat, brauche ich jetzt genau das, was gerade auf dem Herd steht: eine Hühnersuppe! Als ob ich gestern schon gewusst hätte, wie heute verläuft.

Lustig übrigens auch – das nur am Rande -, dass der Kloakengeruch unserer firmeninternen Großbaustelle, der seit den späten Vormittagsstunden das Haus durchwehte (Rohrkrepierer?!), kurz vor Feierabend von intensiven Lösungsmitteldämpfen abgelöst wurde. Zweimal auf dem Flur tief durchgeatmet – und die Brücke ist dein Freund!