Ende Juni: Heiße Tage, kalte Küche

Ende Juni ging nicht viel. Ich schleppte mich den ganzen Tag zwischen den beiden Ventilatoren im Haus hin und her. Den in meinem Homeoffice schleifte ich abends mit letzter Kraft ins Schlafzimmer, richtete ihn aufs Bett aus und machte den Seestern. Wessen hirnrissige Idee war es denn nur, mir den heißesten Geburtstag seit ich denken kann, zu bescheren?!

Die beiden Tage vor meinem Geburtstag hatte ich in Mainz auf zwei Großveranstaltungen verbracht. Beide Male gab es hinterher noch ein Kaltgetränk. Man soll ja reichlich trinken bei der Hitze. Beim zweiten Mal wurde unser kompletter Tisch Opfer eines Vogels, der mit Verdauungsproblemen im Baum über uns zu kämpfen hatte. Alle mit hellen Oberteilen sahen wirklich schlimm aus. Ich war in Schwarz unterwegs – aber mich erwischte dafür dann beim Gang über das Johannisfest am linken Arm eine Taube. Insgesamt ein ziemlich beschissener Abschluss… Und die Phishingmails passen sich perfiderweise auch den Temperaturen an.

Eigentlich hatte ich das Essen für meinen Geburtstag bereits durchgeplant und die Zutaten eingekauft. Am Ende beschlossen wir, dass eine Erwärmung unseres Wohnbereichs um auch nur ein einziges Grad nicht zu verantworten wäre, und liefen bergab in den alten Ortskern, setzten uns im Schatten vor die dort befindliche Pizzeria und bestellten erstmal zwei große Biere – und und zwar Faust aus Miltenberg vom Fass! Und ich musste gerade beim Schreiben feststellen, dass ich diese eine Weihnachtsflucht tatsächlich nicht verbloggt habe. Im Dezember 2024 hatten wir uns nach Miltenberg abgesetzt und bei dieser Gelegenheit auch das entsprechende Bier im Gasthaus zum Riesen verköstigt.

Aber zurück in den Juni 2026: Diesmal gab es Pizza zum Faust. Das Mitleid mit dem Menschen am Pizzaofen war zwar groß, aber die Alternative – den eigenen Herd oder Ofen anzuwerfen – war keine Option. Am Ende schleppten wir uns den Berg wieder hoch. Bei immer noch deutlich über 30° C und ohne Schatten auf dem Weg. Das Fußballspiel anschließend überlebten wir beide nicht bis zum Ende. War aber auch nicht weiter schlimm.

„Ein schnell eingeführter Auswurf“

Das war mein bisheriges verbales WM-Highlight. Es stammt von Claudia Neumann aus der 82. Minute des Vorrundenspiels zwischen Portugal und dem Kongo am 17.06.2026. Sie korrigierte sich hastig, aber es war klar, was sie sagen wollte. Was aber viel schlimmer als dieser Versprecher ist: Wer hat ihr nur gesagt, dass man Fußballspiele mit tiefer Stimme auf diese seltsam aggressive Art kommentieren muss?! Will sie Männern beweisen, dass sie der männlichere Mann ist? Schwer erträglich. Schalt‘ mal bitte einen Gang runter, Claudia… Und das ist jetzt keine Kritik an ihr als (Fach-)Frau oder gar ein „perfides Ritual“. Mich macht einfach nur dieser gebellte Kommandoton über 90 Minuten komplett wahnsinnig.

Sehr strange auch der vor der Übertragung des Spiels Deutschland – Paraguay eingespielte und vermutlich von einer auf bizarre Weise lustigen KI zusammengestellte Trailer, der mit den Worten schloss: „Wahnsinn hält uns auch die Tür offen, an etwas Großes zu glauben.“ Ja nun… Offensichtlich…

Leicht vorhersehbar, was die BILD bereits kurz nach dem Spiel vehement forderte…

Den Rest der Woche blieb die heimische Küche ebenfalls kalt. Ein „Peinlich-Aus“ für den Herd! Wir wollten „schnell eingeführte Auswürfe“ vermeiden. Was es gab, war zum Beispiel Wassermelone mit Feta und Minze. Sehr erfrischend und vollkommen ausreichend. Und direkt vorm Ventilator konnte man das auch mit Genuss essen.

Und während der ersten Halbzeit des letzten Spiels der deutschen Nationalmannschaft konnte ich bereits wieder völlig ohne Kernschmelze Red Onion Marmalade nach schottischem Rezept einkochen. Aus den wunderbaren kalabrischen Tropea-Zwiebeln, die mir beim Einkauf vor der Hitzewelle in die Hände gefallen waren.

Currywurst – das geht schnell an heißen Tagen

Vor allem, wenn man die Sauce bereits vorgekocht im Vorrat hat. Und ich wollte mein Rezept sowieso unbedingt hier unterbringen – bevor ich es beim nächsten Einsatz wieder stundenlang suchen muss. Das nervt und ist schweißtreibend. Vor allem im Sommer.

Currywurst-Sauce

Gericht: Sauciere
Küche: Heimatlich
Keyword: currywurst, sauce
Calories:
Author: MrsFlax

Zutaten

  • 1 Zwiebel
  • neutrales Öl zum Anschwitzen
  • 1 EL Curry hier: halb Goldelefant / halb Madras
  • 2 TL Tomatenmark
  • 100 ml Orangensaft
  • 400 g passierte Tomaten
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Paprikapulver hier: süß & geräuchert
  • 0,5 TL Chilipulver
  • Salz & Pfeffer

Anleitung

  • Zwiebel würfeln und im Öl anschwitzen. Currypulver und Tomatenmark zugeben und ebenfalls mit anschwitzen.
  • Mit dem Orangensaft ablöschen.
  • Tomaten, Zucker, Paprika und Chili zugeben und einköcheln lassen.
  • Wenn die Konsistenz passt, durch ein Sieb streichen und abschmecken.

In diesem Fall gab es ein paar schnelle Patatas bravas aus dem Ofen dazu. Ich konnte und wollte mir nicht vorstellen, wie heiß es beim Frittieren werden würde.

Und noch ein Tipp: Die Sauce lässt sich auch hervorragend einkochen und dann – „Tadaaaaaahhhh!“ – nach einem langen Arbeitstag aus dem Hut zaubern.

Anmerkungen & Ideen? Lob & Tadel? Her damit!

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