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Solange noch Schmorwetter ist, muss das ausgenutzt werden. Zumal ich beim letzten Besuch im Hofladen des Aartalhofs das Glück hatte, vier Schweinebäckchen zu erbeuten. Da wurde nicht lange gefackelt. Ab in den Korb!

Und heute wurde dann geschmurgelt. Mit Portwein. Stundenlang durften die Bäckchen es sich in der Schmortopfwanne bequem machen.

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Währenddessen machte ich mich daran, etwas Leckeres aus dem Lemon Curd zu basteln, das ich letzthin aus den mallorquinischen Zitronen hergestellt hatte. Ein Sonntag ohne Dessert ist ein verlorener Sonntag. Erst recht, wenn man mittendrin im Schneesturm zum Kumulieren und Panaschieren aufbrechen muss.

Und bevor wir unser Wahlrecht ausübten und brav unsere Kreuzchen setzten, wurde noch ein Zitronentörtchen probiert. Das gab Kraft für den Weg und das Falten des riesigen Wahlzettels. Das hatte was von „Die Zeit“ in der vollbesetzten S-Bahn lesen. Derweil kühlten die Törtchen ab und die Bäckchen blubberten weiter leise vor sich hin. Sehr friedlich und wohlriechend heute in der Küche.

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Das Törtchenrezept stammt aus der aktuellen „Sweet Dreams“ und heißt eigentlich Limetten-Curd-Minis auf Keksboden“. Ich kürzte es auf etwa zwei Drittel zusammen, tauschte Limetten Curd gegen Lemon Curd und Buttermilch gegen griechischen Joghurt. Für den Boden nahm ich Digestives. Hier meine Variante:

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LEMON-CURD-TÖRTCHEN
Zutaten…
… für die Böden:
50 g Butter
90 g Digestives, fein zerbröselt
20 g Zucker
… für die Muffinmasse:
80 g weiche Butter
160 g Zucker
Zesten einer Zitrone
1 Ei, Größe L oder XL
120 g Mehl
1 geh. TL Backpulver
1 Prise Salz
150 g griechischer Joghurt
… für den Rest:
1 Glas Lemon Curd
100 ml Sahne
Puderzucker
Zubereitung…
… der Böden:
12er Muffinblech bereitstellen. In jede Mulde ein Papierförmchen geben. Butter auslassen und mit den Keksbröseln und dem Zucker mischen. Auf die Förmchen verteilen und als dünne Böden fest andrücken.
… der Muffinmasse:
Die weiche Butter mit dem Zucker und den Zesten cremig aufschlagen. Ei unterrühren. Mehl, Backpulver und Salz mischen und abwechselnd mit dem Joghurt ebenfalls unterrühren. Teig auf die Förmchen verteilen. Im vorgeheizten Ofen bei 180°C Ober-/Unterhitze gut zwanzig Minuten abbacken. Auskühlen lassen.
Endmontage:
Aus der Mitte jedes Muffins mit einem Teelöffel etwas Teig entfernen (Im Originalrezept steht an dieser Stelle „… anderweitig verwenden, z.B. für ein Trifle…“. Unsinn! Rein damit! Der Gatte und ich hatten null Schwierigkeiten, zwölf Löffelchen leckersten Teigs in Sekunden zu inhalieren. Sch*** auf das Trifle! :D)
Lemon Curd in die Vertiefungen füllen. Sahne steif schlagen, dabei etwas Puderzucker nach Geschmack einrieseln lassen. Geschlagene Sahne in einen Spritzbeutel mit kleiner Sterntülle füllen und Törtchen rundum ringförmig mit kleinen Tuffs verzieren. Mit ein paar Zesten garnieren.
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Der Teig ist genial. Total luftig und fluffig und zitronig-frisch. Ich weiß jetzt schon, was mit dem restlichen Lemon Curd passieren wird.

Anschließend galt die Aufmerksamkeit dann wieder voll den Bäckchen. Im Zuge der Resteverwertung sollte es dazu eine Ofensüßkartoffel (in Spalten mariniert in Gozo-Olivenoel, Salz und Szechuanpfeffer) und einen Testlauf der letztes Wochenende eingelegten Balsamicozwiebeln geben. Und damit der Teller nicht monochrom wird, und weil er da seit Wochen einsam und verlassen im Hochbeet steht, darf der letzte Grünkohl der Saison ran.

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Blanchiert, mit Schalotten in Olivenoel angeschwitzt und mit etwas trockenem Weißwein und Sahne abgelöscht. Und auf die Teller damit, solange er noch grün ist.

Die Schweinebäckchen werden sich in guter Gesellschaft befinden. Apropos: Die müssen jetzt mal raus aus ihrem kuscheligen Bad. Wir wollen ja schließlich noch ein Sößchen einköcheln. Foto folgt.

Nachtrag, Schweinebacke!

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Und ich habe es vergangene Woche in Angriff genommen: Artischocken zubereiten. Im Prinzip hat am Ende die Artischocke mehr mich zerlegt als ich sie. Und zwar in eine Mischung aus YouTube-Videos, Foto-Anleitungen und Ratlosigkeit.

Schließlich nahm ich beherzt das Messer in die Hand un schnippelte und zupfte drauflos. War gar nicht soooo schlimm – wenn man mal weiß, was da alles weg muss. Blöd nur, dass am Ende von meinen vier Artischocken nur ein kleines Häuflein übrig blieb. Der Großteil landete im Komposter.

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Aus dem Rest wurde ein Risotto. Eine Artischocke pro Person, d.h. wir aßen zwei Tage davon. Es war köstlich. Deshalb war das auch nicht weiter schlimm. Mittwoch und Donnerstag. So musste ich am langen Arbeitstag nur das Regenerationsprogramm des Dampfgarers anwerfen. Perfekt!

Das Risotto wurde hergestellt, wie man halt ein Risotto herstellt. Ich habe eben gesucht und dabei festgestellt, dass ich niemals ein Risotto-Grundrezept verbloggt habe. Das werde ich beim nächsten Mal nachholen. Versprochen.

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Was allerdings so einfach wie lecker ist und sofort hierher gehört, ist folgendes:

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Heidelbeer-Pastetchen mit Blätterteig
Zutaten (für zwei Törtchen):
Blätterteig aus dem Kühlschrank
2 Handvoll Heidelbeeren aus dem Garten
Zucker
1 Eigelb
Zubereitung:
Förmchen auswählen. Ich nahm Tarteletteförmchen aus Porzellan. Aus dem Blätterteig viermal den Grundriss eines Förmchens ausstechen. Förmchen fetten. Je eine Lage Teig hineindrücken. Rand hochziehen.
Heidelbeeren waschen und auf die Förmchen verteilen. Zuckern – Menge nach Geschmack. Aus den beiden restlichen Teigkreisen mit einem kleinen Ausstechförmchen (oder auch Apfelausstecher o.ä.) nach Belieben Löcher ausstechen. Teig auf die Förmchen geben. Ausgestochene Teigreste evtl. ebenfalls darauf verteilen. Mit dem Eigelb einpinseln und zuckern.
Bei 170°C Umluft in den Ofen geben und backen, bis die Kruste schön knusprig braun ist. Eis oder Schlagsahne dazu. Viel leckerer geht es nicht.
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Meine Heidelbeeren von heute reichten für eine erneute Herstellung nicht ganz aus. Ich gab noch die am Strauch hängengebliebenen schwarzen Johannisbeeren dazu. Noch leckerer als nur mit Heidelbeeren. Dazu gab es Holunderblüten- und Erdbeereis. Zum Reinlegen!

Und das geht wirklich flott, wenn man Blätterteig im Haus hat. Auch für überraschenden Besuch zum Beispiel. Könnte ja jemand vorbeikommen, mit dem man gerade mal nicht rechnet. Ist mir vor einer Woche passiert – aber da war ich zu matschig, um der lieben Tine irgendwas zu kredenzen. Ich gelobe Besserung!

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Letztes Wochenende gab es ja schon Rhabarbertörtchen mit dem Rhabarber aus der Ökokisten. Heute konnte ich unseren eigenen ernten. Und er sieht super aus. Daraus wird gleich nochmal eine weitere Ladung Törtchen.

Und damit ich niemals – also nicht bis zur nächsten Saison – vergessen kann, wie ich das gemacht habe, hier das Rezept. Wer gerade auch Rhabarber hat, sollte es unbedingt ausprobieren.      

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Rhabarber-Törtchen
Zutaten (für sechs Törtchen):
1 Packung Blätterteig
600 g geschälten und fein geschnippelten Rhabarber
60 g Zucker
Mark einer halben Vanilleschote
1 ordentlicher Schuss Erdbeersirup (ersatzweise die Zuckermenge erhöhen)
2 Blatt Gelatine
200 ml Sahne
200 g Crème fraîche
etwas Zitronensaft
2 Blatt Gelatine
für die Deko etwas Zitronenmelisse und aus Blätterteigresten ausgestochene und vor dem Backen überzuckerte „Plätzchen“
Zubereitung:
Blätterteig mit Dessertringen ausstechen und abbacken. In die Ringe legen.
Aus dem Rhabarber ein Kompott kochen: Rhabarber, Zucker, Vanillemark und Erdbeersirup kurz aufkochen und dann leise weiterköcheln lassen, bis der Rhabarber weich ist. Währenddessen Gelatine einweichen, mit zwei Löffeln der Rhabarbermassen glatt rühren und unterheben. Rhabarberkompott auf den Blätterteig geben und kalt stellen.
Sahne aufschlagen, Crème fraîche cremig rühren. Beides verrühren. Gelatine einweichen und mit dem Zitronensaft kurz erwärmen. Zwei Löffel Sahnemasse darunterrühren. Alles in die Sahne geben und kräftig verrühren.
Masse auf die abgekühlte Rhabarberschicht geben. Glatt streichen und wieder in den Kühlschrank stellen. Nach etwa drei Stunden sollten die Törtchen ihre Form halten.
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Und wo wir gerade beim Essen sind: Gestern haben wir bei einem weiteren Besuch des Fischhofs eine riesige Lachsforelle und einen Saibling erbeutet. Den Saibling gab es bereits zu einem mediterranen Ofengemüse. Und mehr brauchte es auch nicht.

Der Saibling war nach Vincent-Klink-Rezept pochiert worden und ein absoluter Hochgenuss. Ähnliches werde ich heute Abend an der Forelle testen – allerdings im Ofen als Niedrigtemperaturversion. Ich hätte sie sous-vide-gegart, wenn sie nicht zu groß für unseren größten Vakuumierbeutel gewesen wäre.

Die eingefrorenen Fischkarkassen und -köpfe von den vergangenen Fischessen habe ich dann gestern noch unter Zugabe von Gemüseresten im Saiblingssud aufgekocht und daraus knapp zwei Liter Fischfond produziert.

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Das Gemüse (Tomaten, gelbe Paprika, Möhren, Zucchini, Zwiebeln) landete fein gewürfelt im Ofen. Olivenoel, Salz, Pfeffer und reichlich Kräuter (Rosmarin, Thymian, Basilikum) drüber – und dann im zuerst geschlossenen und später offenen Bräter eine gute Stunde gegart. Passte hervorragend.

Die Reste gibt es heute mit pfannengebratenem grünem Spargel zur Lachsforelle. Ein echtes Sonntagsessen! An der Vorspeise arbeite ich derzeit noch rein theoretisch. Falls es was wird, gibt es Fotos und ein Rezept.

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Ansonsten haben wir gestern und heute das zweite Hochbeet befüllt und bepflanzt. Bei einer Baustelle in der Nähe wurde uns erlaubt, uns übrig gebliebenen Erdaushub unter den Nagel zu reißen. Das taten wir dann auch gestern. Der Aushub landete auf Heckenschnitt. Und heute kam noch eine Schicht Kompost und reichlich Pflanzerde drauf. Fertig.

Darin stehen jetzt die Minzen, der Sauerampfer und die winterharte Kresse (jeweils mit brutalstmöglicher Wurzelsperre), die aus Küchenabfällen nachgezogenen Sellerie-, Knoblauch- und Lauchpflanzen und drei kurze Reihen Möhren, die hoffentlich demnächst aufgehen werden.     

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Zudem wanderten die Tomatenpflanzen an ihre Standorte – jeweils mit einer Basilikumpflanze dazwischen. Soll ja gut passen so. Wir werden es sehen.

Zuletzt gruben wir noch den neu gekauften Himbeerrhabarber ein, der dann ab kommendem Jahr unserem „Holsteiner Blut“ von den Fotos oben Gesellschaft leisten darf. Die beiden machen sich unter dem Pfirsichbäumchen an der Hecke breit. Umgeben von Walderdbeeren, die sich epidemieartig ausgebreitet haben und fetter aussehen als es je eine handelsübliche Erdbeerpflanze in unserem Garten tat.

Was vorbei ist, ist die Bärlauchsaison. Unserer blüht jetzt. Ab damit in die Küche. Und alles Gute fürs kommende Jahr, Bärlauch!

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Ach. Und was ich fast vergessen hätte… An alle Mütter, die – nicht nur heute – ihre Kinder mit Mißbilligung und Stirnrunzeln betrachten: „Sauer macht lustig“ heißt das. Nicht „Lustig macht sauer“. Jedes Kind, das heute den blöden Muttertag vergessen hat, hatte hoffentlich Spaß.

Mein „Kind“ hat es witzigerweise nicht vergessen, obwohl ich jetzt nicht so die Mutter bin, die total auf Huldigungen zum Muttertag abfährt. Und ich hoffe, mein „Kind“ hatte heute auch Spaß. Keine Angst, Max. Die Riesen-Lachsforelle schaffen wir auch alleine! Harhar!

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Also erstmal löste natürlich das explosionsartige Auftauchen des Bärlauchs große Freude aus. An dieser Stelle nochmal „Danke!“ an die La-Palma-Auswanderer, die uns etwas von ihrem Bärlauch abgestochen hatten. Und der wächst sensationell. Wie kein anderer gekaufter oder ausgegrabener vor ihm! weiterlesen

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So sah das gestern bei  meiner Heimkehr vor der Haustür aus. Und das waren zwei solche Paletten. Hintereinander. Wir hatten schon ein wenig Schiss, dass da morgens vier stehen. Vorsichtshalber haben wir sie mit dem zweiten Auto von vorne zugeparkt, sodass ein Abtransport mit dem Stapler unmöglich war. Man weiß ja nie… weiterlesen