IMG_5195

Da muss heute natürlich etwas Grünes her. St. Patrick’s Day! Im Prinzip müsste ich den eigentlich alljährlich frenetisch feiern. Immerhin habe ich den schrecklichen Anstieg zum Croagh Patrick – Irlands heiligem Berg – schon mal geschafft: Wie ich einmal den Croagh Patrick überlebte.

Ziemlich fieser Berg – aber dank Paddy schlangenfrei.

Irland-9018

Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, dass es heute nicht mal etwas Grünes zu essen gab. Eigentlich gab es nämlich gar nichts zu essen. Wenn der St. Patrick’s Day auf Donnerstag fällt, wird das nämlich nichts. Da arbeite ich zu lange. Aber immerhin kann ich etwas Grünes von gestern bieten:

IMG_5170

Selbstgemachte Tagliatelle mit selbstgemachtem Bärlauchpesto. Wirklich köstlich. Memo to myself: Das Pastamehl vom Kasteler Celpro gehört unbedingt beim nächsten Besuch wieder in den Wagen! Besteht aus 00-Mehl und Hartweizengrieß („Duo in une!“). Schneller und einfacher geht das nach späten Feierabenden nicht.

Auch ein netter Moment am heutigen Tag: die Entdeckung einer zweiten Nachricht auf dem doofen Zettel in der Kundentoilette:

IMG_20160317_103214

Über den Rest des (Arbeits-)Tages breiten wir mal den (Bischofs-)Mantel des Schweigens. Schrecklicher Tag. Ohne Übertreibung. Eigentlich sogar katastrophal. Und dabei habe ich nicht mal berücksichtigt, dass heute morgen ein doofes und überaus nerviges Lämpchen im Puntili aufleuchtete, das mich darauf aufmerksam machen wollte, dass mit meinem Bremslicht etwas nicht stimmt.

Ein Kontrollcheck am Abend (ich am Bremspedal, der Gatte hinter dem Auto) ergab, dass von drei Bremsleuchten eine den Geist aufgegeben hat. Kein Grund also, in Tränen (wahlweise: Panik) auszubrechen und überstürzt Vertragswerkstätten ein Monatsgehalt für den Wechsel eines Birnchens in den Rachen zu werfen. Die Kiste muss eh im kommenden Monat über den TÜV. Bis dahin kriege ich das schon irgendwie hin.

Irland-9043

Am Ende bot der Tag auch nichts, das man nicht mit einer kleinen Pilgerreise hätte korrigieren können. Ein paar hundert Vater-Unser, mehrere tausend Gegrüßet-Seist-Du-Maria und obendrauf noch ein paar Glaubensbekenntnisse. Schwupp. Läuft…

Irland-8951

IMG_5665f

… und dann wieder „on“. Wie seltsam es doch ist, plötzlich ohne Internet, Telefon, Wlan zu sein. Man hat sich so daran gewöhnt irgendwie. Von Sonntag auf Montag gingen bei uns in der Nacht jedenfalls die Online-Lichter aus. Seit heute Nachmittag sind wir wieder „da“. Zumindest in der virtuellen Welt. Aber das ist ja mittlerweile auch alles eins. Gulp.

Gerade wollte ich dazu ansetzen, den Zeiten hinterher zu heulen, in denen man auf den Briefträger gewartet hat, weil es keine Mails gab. Oder der Zeit, die man vor dem Telefon verbracht hat, weil man auf WhatsApp noch nicht sehen konnte, ob der Angebetete überhaupt noch am Leben war. Aber das ist im Prinzip Unsinn.

Und ich bin sicher, dass es weiterhin so sein wird wie „früher“ – bloß, dass Frauen nicht mehr auf Briefe und Anrufe warten, sondern auf Mails oder WhatsApps. Ich sag’s mal so: Weiterhin unfair! Die Kommunikationswege haben sich geändert, aber das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nicht. Wir warten immer noch. Nur anders. Toll…

Und – wenn ich so weiter darüber nachdenke: „Früher“ war es ja viel einfacher zu warten. Er meldet sich nicht. Schlussfolgerung: Wahrscheinlich ist ihm etwas Schreckliches zugestoßen, dass ihn daran hindert. Heute muss man erstmal damit klar kommen, dass er sich nicht meldet, obwohl er bei WhatsApp etwa zwanzigmal online war – und trotzdem nicht die heißersehnte Antwort abgesetzt hat. Verdammt!  

Was hinzu kommt: Unsere Eltern konnten uns nicht voll gutgemeinter – oder wahlweise „brutalstmöglicher“ – elterlicher Sorge beim Feiern verfolgen, anrufen und fragen, weshalb wir noch nicht zu Hause sind. Wir kamen einfach später und hörten uns dann nerviges Geschimpfe an. Zugegebenermaßen meist relativ unberührt und im Warten darauf, dass das jetzt endlich mal wieder aufhören möge.

Heute würde man zwischendurch wahrscheinlich 200mal angesimst, angewhatsappt oder angerufen. Wer hätte früher schon allen Ernstes versucht, seine Tochter über Festnetz in einer Dorfdisco aufzustöbern?! Oder gar in der verrufenen Eifeldisco in Kaisersesch?! Eben. Gut für uns. War eben einfacher. Und dauerte alles gottlob etwas länger. Auch wenn es manchmal weh tat.

Ach. Egal. Jetzt nerve ich erstmal Max auf dem Handy. Harhar!