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Gibt es eigentlich Ochsenbäckchen-Duftbäume?! Da fällt mir nämlich wenig ein, das besser riecht. So wie oben sahen die Dinger nach dem Anbraten und vor dem Ofengang aus. Jetzt schmurgeln sie seit über drei Stunden. Das ganze Haus riecht saulecker – und ich sollte langsam mal über die Beilagen nachdenken.

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Nachdem es die letzten Tage in diesem Haushalt ziemlich fleischlos zugegangen war, sieht das seit gestern wieder gaaaanz anders aus. Nachdem ich diesen Beitrag von Arturs Tochter gelesen hatte, hatte ich Salsicce im Hinterkopf. Das war Dienstag Abend. Mittwochs fiel mein Blick im Büro auf den Kalender. Synapsengeschnacksel!!! Celpro – Salsiccia – Mittwoch – letzter Mittwoch im Monat 20% auf alles. Tadaaah!

Mein Gehirn hatte praktisch ohne mein Zutun bestimmt, dass ich nach dem Büro noch hurtig einen Abstecher in abtrünnige Mainzer Vororte unternehmen würde. Vortorte mit „WI“-Autokennzeichen. Ich sach‘ ma‘ nix…

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Wie die Fotos bereits erahnen (aber nur ganz dezent…) lassen, schleppte ich fette Beute nach Hause. Für alle, die Ähnliches (Celpro-Besuch am letzten Mittwoch des Monats) planen: Kann dauern!

Allein schon die Suche nach einem Abstellplatz für das Puntili in Einkaufswagenreichweite kostete mich wertvolle Lebenszeit, die mir nur ein gutes Abendessen würde vergelten können. Lustig übrigens, dass die Fiat-Punto-Dichte um den Celpro herum zu diesem Zeitpunkt höher war als im Berufsverkehr um Mailand. Getoppt wurde sie nur von der Italiener-Dichte vor der Fleischtheke.

Ich passte einen günstigen Moment für meine Bestellung ab. Die Zeit ließ sich hervorragend mit der Sichtung des Sortiments, Risottoreis-Auswahl, Betasten und Beäugen diverser sonstiger schwer erhältlicher Zutaten und Freundlich-aussehen beim Ausweichen mit dem Einkaufswagen überbrücken. Toller Laden! Jetzt muss ich nicht mehr um den Pronto in Wiesbaden trauern, dessen Schließung wirklich kein schöner Moment war, an den man sich gern erinnert.

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Das oben verlinkte Rezept wandelte ich etwas ab. Fenchel war noch im Haus, sodass ich reichlich reinschnippelte. Den Blumenkohl ersetzte ich kurzerhand durch Artischockenböden – ebenfalls angeröstet im Ofen. Und das Sößchen kochte und kochte und kochte – wie im Original. Am Ende gab ich die letzten ofengetrockneten Tomaten vom Wochenende dazu. Himmlisch!

Und das Beste: Da lagern noch üppige Salsiccia-Bestände im Gefrierfach. Ich hätte doch lieber Hamster werden sollen. Augen auf bei der Berufswahl!

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Das da oben ist eine Metzgertüte voller Ochsenbacken. Die habe ich heute in der Mittagspause auf dem Markt in der Mainzer Neustadt abgeholt. Der Gatte hatte sie dort hin bestellt. Da er für die Logistik zuständig ist, war seine Aufgabe damit erfüllt. Abholung und Zubereitung fallen in mein Ressort.

Kurz vor Toresschluss lief ich ein. Den glücklichen Blick der Metzgersfrau, als ich meinen Namen nannte, werde ich nie vergessen. Sie versuchte nämlich bereits den ganzen Vormittag über, uns zu erreichen. Die Backen wurden erst kurz vor Feierabend geliefert, und sie wollte wissen, ob ich sie lieber in der Filiale abholen würde. Ungeachtet der knappen Mittagspausenzeit und des Tempos, das ich anschließend für den Rückweg aufnehmen würde müssen, unterhielten wir uns sehr nett über die Zubereitung der „Bäckchen“ (vier Stück = 2,3 Kilo), während sie daran herumschnippelte. abwog und einpackte.

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Der Marktstand auf dem Frauenlobplatz gehört zur Landmetzgerei Harth aus Stadecken-Elsheim mit Filiale in der Lotharstraße. Das nur mal so am Rande. Ochsenbacken können nach vorheriger Absprache beschafft werden. Das nur, falls noch wer auf der Suche ist, der in Rheinhessen oder Mainz wohnt.

Meine fette Beute wurde eben hübsch pariert, zum Teil eingefroren, zum Teil mariniert. Ochsenblut floss in Strömen. Also nicht ganz so in Strömen wie bei den Italienurlauben meiner Eltern in den 70er Jahren. Wenn ich an dieses Getränk denke, dessen Verkostung allabendlich ungehemmt und fern der Heimat vor uns unschuldigen Kindern zelebriert wurde (und das war jeweils kurz bevor meine Mutter unter der Dusche inbrünstig „Azzurro…“ sang…), stellen sich mir heute noch die Nackenhaare hoch. Lambrusco mit Orangensaft. Eltern mit Schwips. Under-water-Adriano. Brrrrr…

Um die Ochsendinger kümmere ich mich dann morgen weiter. Da habe ich mich ja schon zweimal dran versucht. Einmal hier. Und einmal bei Mimmo Nicoli in Ingelheim. An dieser Stelle: Warum?! Warum hat das „Millennium“ geschlossen?! Wir sind traurig. Verdammt.