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Ja. Nämlich der Grünkohl, der noch einsam im Beet stand. Und da es, sobald das Holz geliefert wird, mit dem Bau der Hochbeete losgehen soll, musste der da noch weg. Die Kohlsaison ist ja nun angesichts des gerade eintreffenden Frühlings zwar irgendwie vorbei, aber der gute Grünkohl sollte ja nun nicht verkommen.

Über des Gatten Vorschlag „Mach doch ein Grünkohlpesto!“ amüsierte ich mich zuerst, fand ihn dann aber doch irgendwie realisierbar. Sollte doch wohl klappen, sowas.   

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Nicht roh natürlich, aber kurz blanchiert ließe sich das bestimmt machen. Gesagt, getan. Grünkohl geerntet, gewaschen, gezupft und losgelegt!

Ich entschied mich angesichts des noch im Vorrat vorhandenen Beutels ungeschälter Mandeln, der da mal dringend weg musste, dafür, die Dinger geschält und angeröstet zu verwenden.

Fertig war der Pesto-Plan. 

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Grünkohlpesto
Zutaten (für zwei Gläser à 400 ml):
540 g Grünkohl (Bruttogewicht nach der Ernte)
bzw. 320 g blanchierter und gut ausgedrückter Grünkohl (entspricht wahrscheinlich in etwa dem von TK-Ware)
200 g Mandeln
3 confierte Knoblauchzehen
40 g Parmesan
Olivenoel
Zubereitung:
Grünkohl blanchieren, eiskalt abschrecken, abtropfen lassen. Mandeln kurz in kochendem Wasser köcheln lassen, abgießen, aus der Schale drücken. In einer Pfanne mit etwas Olivenoel kurz anrösten.
Den Grünkohl derweile kräftig ausdrücken und in einen Pürierbecher geben. Alle anderen Zuaten ebenfalls zugeben und fein pürieren. Die Olivenoelmenge nach Gefühl regulieren.
Reste in ein Schraubglas füllen, festdrücken und mit Oel bedecken. Im Kühlschrank lagern.
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Bei uns gab es Spätzle dazu. Und obendrauf je eine durch Karamell gezogene Kirschtomate. Heute bekommt der Besuch das als Vorspeise, allerdings mit selbstgemachten Nudeln. Ich gehe dann jetzt mal kurbeln…

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Bevor ich zur genialsten Erfindung aller Zeiten komme, hier noch kurz ein Rückblick auf die Gemüseabfall-Abteilung. Ein weiterer Versuch mit Fenchel läuft gerade gut. Wie es ausschaut, braucht man den Boden nicht mal in einer Schüssel Wasser vorzuziehen, sondern kann ihn gleich in Blumenerde pflanzen.

Es scheinen übrigens pro Fenchelknollenboden zwei neue Fenchel auszutreiben. Zumindest bei mir sieht es momentan nach „Aus zwei mach vier“ aus. Stay tuned.

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Ausgesät und explodiert: die Kürbisse. Einzig der grüne Hokkaido will nicht so recht. Notfalls habe ich noch Ersatzkerne. Zuerst lag deutlich der Muskatkürbis vorne. Mittlerweile wurde er vom Hokkaido überflügelt. Mehr als drei oder vier Pflanzen werden hier ohnehin keinen Platz finden. Es läuft also perfekt.

Lustig auch das Bamberger Hörnchen, das gerade alles gibt.Es hat Wurzeln gezogen und entwickelt fleißig Blattwerk. Die Vitelotte hängt etwas hinterher, ist aber sichtlich bemüht.

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Jetzt zu der Erfindungssache. Es handelt sich natürlich um meine eigene Erfindung. Ich fühle mich heute abend fast ein wenig genial. Ein wenig! Wir wollen ja mal nicht die Bodenhaftung verlieren…

Nachdem ich bei vorangegangenen Pasta-Aktionen bereits mehrfach versucht war, mir einen dieser Pastaständer zum Trocknen zu kaufen, fand ich im Netz vor einiger Zeit die Idee, Pasta auf Kleiderbügeln zu trocknen. Die Idee war jetzt nicht so schlecht, aber mir graute irgendwie davor, im gesamten Haus verteilt Kleiderbügel mit halbtrockener Pasta vorzufinden.

Der Kleiderbügel ging mir allerdings nicht mehr aus dem Kopf. Und so erwarb ich vor einigen Wochen zwei sogenannte „Raumsparbügel“ beim Kaffeeröster. Daraus musste sich doch etwas basteln lassen.

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Und es ließ sich etwas daraus basteln. Nachdem die Dinger mir seit dem Kauf ständig im Weg rum liegen, kam mir gestern abend die zündende Idee. Ich zurrte sie mit zwei Kabelbindern fest zusammen, hakte in die Haken einen weiteren Kleiderbügel aus Metall ein und starrte fasziniert auf meine Konstruktion.

Jetzt noch ein Schraubhaken in die Küchendecke, ein Stückchen Band – und fertig war der perfekte Pastatrockner. Mit sieben Stangen auf kleinstem Raum! Ja. Ich gebe es zu: Ich muss irgendwie schon genial sein. Zumindest ein bißchen. Harhar…

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Nun hing also seit dem Nachmittag das Ding an der Küchendecke. Zeit es zu testen! Da heute die neue Ökokiste eintraf, beschloss ich, am Abend Bandnudeln mit Bärlauchpesto zu kredenzen.

Die Bandnudeln nach erprobtem Rezept (mit Ei!), das Pesto unter Verwendung eines Rests gemahlener Mandeln, der weg musste. Dazu ein paar geröstete Pinienkerne und einige glacierte Kirschtomaten. Fertig war das Abendessen.

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Bandnudeln mit Bärlauch-Pesto
Zutaten…
… für den Nudelteig:

150 g Weizenmehl Type 405
100 g Hartweizengrieß
2 Eigelb
1 Ei
1 EL Olivenoel
1 Prise Salz
2 EL Wasser (aufwärts – je nach Teigbeschaffenheit)
… für das Pesto:
100 g Bärlauch
150 ml Olivenoel
120 g gemahlene Mandeln
Salz, Pfeffer
50 g Parmesan
… für noch so dazu dann:
Pinienkerne, geröstet
100 g Kirschtomaten
Olivenoel
Salz, Zucker
200 ml dunkler Balsamico
Basilikum
Zubereitung:
Für den Nudelteig Mehl und Grieß in einer Schüssel vermengen, eine Mulde bilden, die Eigelbe und das Ei hineingeben. Salz, Oel und Wasser zugeben. Achtung! Jetzt folgt ein Workout! Teig so lange kneten (kann gefühlt Stunden dauern), bis er fest, aber nicht bröselig ist. Sollte er bröselig sein, Wassermenge erhöhen.
Teig zu einem Klumpen formen und in Frischhaltefolie in den Kühlschrank geben. Etwa eine halbe Stunde einfach mal so vergessen.
Derweil das Pesto zubereiten: Einige Bärlauchblättchen für die Dekoration beiseite legen (die kleinen, hübschen), den Rest der Pestozutaten in einem Pürierbecher vermixen. Pesto fertig!
Pinienkerne rösten. Kirschtomaten waschen und halbieren. In etwas Olivenoel kurz anbraten, salzen und zuckern und mit dem Balsamico ablöschen. Basilikum fein hacken und zuletzt zugeben.
Nudeln kochen und abseihen. Pesto unterrühren. Pinienkerne darüber streuen und Kirschtomaten verteilen. Bärlauchblättchen zum Anrichten darauf geben.
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Vom Pesto bleibt natürlich noch ein ordentlicher Rest übrig. Kein Problem! Ab damit in ein Glas mit Schraubverschluss, platt drücken, Olivenoel drauf und ab in den Kühlschrank. Hält sich locker ein paar Tage, falls es nicht vorher vernichtet wird.

Und: Das war eins der leckersten Pestogerichte aller Zeiten. Es gewann extrem durch die Süße der glacierten Kirschtomaten. Das war stimmig, geschmacklich ausgewogen und einfach nur köstlich. 

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Zumindest die Kartoffeln aus der Donnerstags-Ökokiste. Die habe ich gestern Abend zu Gnocchi verarbeitet. Und das klappte hervorragend. Als Soße gab es dazu die Gorgonzolasoße nach diesem Rezept. Allerdings ohne den Schinken. Den brauchte es hier nämlich wirklich nicht.

Dazu ein Pesto aus Mandeln und Feldsalat. Fertig war ein wirklich sehr leckeres, fleischloses Essen. Und Gnocchi-Reste lassen sich wunderbar einfrieren, das restliche Pesto wanderte mit Oel bedeckt im Schraubglas in den Kühlschrank. Das ist schon für Sonntag verplant. 

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Kommen wir mal zu den Rezepten:

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Süßkartoffelgnocchi
Zutaten (für vier Portionen oder acht Vorspeisen):
500 g (hier: 2 mittlere) Süßkartoffeln
1 Eigelb
100 g Mehl
50 g Kartoffelstärke
1/2 TL Salz
etwas Muskatblüte
Zubereitung:
Süßkartoffeln waschen, in Alufolie wickeln und im Ofen bei 180°C Umluft etwa 45 Minuten garen. Aufschneiden, mit einem Löffel ausschaben und durch eine Kartoffelpresse drücken. Masse etwas abkühlen lassen.
Anschließend mit allen übrigen Zutaten verkneten. Ich brauchte beim Kneten auf der Arbeitsplatte noch reichlich Mehl. Wann die Konsistenz gut ist, merkt man eigentlich. Nicht zuviel Mehl, damit man nachher keine zähen Gummibärchen hat. So lange kneten, bis sich der Teig gut formen lässt.
Vierteln, rollen und in Stückchen schneiden. Ich habe aus Zeitgründen diesmal auf aufwendige Ziselierarbeiten mit der Gabel verzichtet. Sieht natürlich hübscher aus, schmeckt aber auch nicht besser.
Salzwasser aufkochen, Hitze reduzieren und Gnocchi darin gar ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen.
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Bleibt noch das Pesto. Hier isses:

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Feldsalatpesto
Zutaten:
4 EL Mandelblättchen (hier: 3 EL gemahlene Mandeln)
100 g Feldsalat
100 ml Olivenoel
40 g Parmesan
Salz
etwas Zitronensaft
Zubereitung:
Mandelblättchen in der Pfanne anrösten. Ich hatte noch eine angefangene Tüte gemahlene Mandeln, bei denen ich darauf verzichtete. Leckerer isses wahrscheinlich aber schon.
Feldsalat kurz blanchieren und in Eiswasser tauchen. Abtropfen lassen.
Alle Zutaten in einen hohen Pürierbecher geben und gründlich mit dem Pürierstab bearbeiten. Abschmecken. Fertig. Pesto halt.
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Ich fand, das war ein perfektes Unter-der-Woche-Abendessen. Und wenn man die Gnocchi bereits fertig hat, geht es auch noch wirklich flott. Und das Beste: Es schmeckt sogar! 😀