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Arbeitswoche vorbei – und das ohne nennenswerte Auf- oder Entgleisungen. Mein Gesprächstermin wurde kurzfristig auf nach dem Urlaub verschoben. Perfekt! Bis dahin ist mein Nervenkostüm sicher in deutlich besserer Verfassung als momentan. Und das ist dann für alle Beteiligten sicher wesentlich angenehmer. weiterlesen

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Eigentlich war für heute etwas ganz anderes geplant. Als Vorspeise. Hauptgang war schließlich die Hühnersuppe, die ich gestern bereits angesetzt hatte. Hühnersuppe ist super. Das ganze Haus riecht tagelang danach.

Prinzipiell wollte ich den ersten Süßkartoffeln zu Leibe rücken, aber dann stellte ich fest, dass der Grünkohl zuerst weg musste. Also was mit Grünkohl. Alles blanchieren. Rest einfrieren. Gut, der Plan.

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Die Kochaktion wurde allerdings erstmal auf „nach dem Sonntagsmarsch“ verschoben. Das Wetter war zu verlockend. Das bedeutet: Es schneite gerade mal nicht, die Sonne war schon wieder weg, aber wie gesagt: Es schneite gerade mal nicht. Grund genug das Haus zu verlassen.

„Übers schneebedeck-heckte-he Feld“ wanderten wir. Stellenweise war es ziemlich matschig, aber es ging irgendwie. Und am Ende waren meine Schuhe deutlich sauberer als beim Abmarsch. Danke, Schnee!

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Direkt nach der Rückkehr ging es ans Abendessen. Es kam zum Showdown: Frau gegen Huhn! Frau siegte. Das Fleisch wurde von den Knochen getrennt – nicht gerade meine liebste Beschäftigung – und gehäckselt.

Ich begab mich an den Grünkohl. Ich glaube, wir werden nochmal echte Freunde – der Grünkohl und ich. Ich blanchiere ihn mittlerweile mit einem Löffel Natron – ein Tipp des Gatten – vor der Weiterverarbeitung. Irgendwie bleibt er dann anschließend grüner.

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Kleine Grünkohl-Champignon-Quiches
Zutaten (für vier kleine Quiche-Förmchen):
225 g Mehl
1 Prise Salz
100 g kalte Butter in Flöckchen
1 Ei
2 EL Milch
250 g Grünkohl, blanchiert
150 g Champignons
2 Schalotten
Olivenoel
50 g roher Schinken
150 g Crème fraîche
100 g Sahne
2 Eier
100 g frisch gehobelten Bergkäse
Muskat, Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Aus Mehl, Salz, Butter, Ei und Milch einen Knetteig herstellen, zu einer Kugel rollen und für eine halbe Stunde in Frischhaltefolie im Kühlschrank deponieren.
Blanchierten Grünkohl mit dem Messer zerkleinern. Champignons in Scheiben schneiden und in etwas Oel anbraten. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Schinken und Schalotten fein würfeln und in der Champignonpfanne anbraten. Ebenfalls beiseite stellen.
Crème fraîche, Sahne und Eier aufschlagen. Salz, Pfeffer, Muskat und etwa drei Viertel des Käses unterrühren.
Den Teig vierteln und in die gefetteten Förmchen geben. Blind backen.
Grünkohl in die Förmchen drücken, Eimasse darüber geben. Champignons auflegen, Schinken-Zwiebel-Mischung auf die Förmchen verteilen. Restlichen Bergkäse darüberstreuen. Bei 185°C Umluft abbacken, bis die Oberfläche gebräunt ist.
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Das letzte Foto ist doof, aber da waren wir zu hungrig für gute Ausleuchtung und weitere Verzögerungen. Schmeckte super. Sogar im Vergleich mit der folgenden Hühnersuppe. Das Huhn von gestern hatte sich übrigens selbst übertroffen. Braaaaves Huhn! Bwark!

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… Abendessen auf die Schnelle!

So ungefähr war das heute Abend. Dummerweise muss ich ja nun seit achtzehn Jahren immer „zwischen den Jahren“ und an den perfekten Brückentagen in dieser Zeit arbeiten. Immerhin habe ich heute todesmutig am Chef rumgenölt, damit sich das in absehbarer Zukunft ändert. Volle Besetzung war noch vor Jahren sinnvoll, ist aber mittlerweile nicht mehr zwingend erforderlich. Mein Genöle scheint auf einem guten Weg zu sein.

Heute jedenfalls war nochmal voller Büroeinsatz gefragt. Und so bastelte ich anschließend auf die Schnelle eine nette Tarte aus den Vorräten. Drei Räucherforellen von vier waren noch übrig. Jetzt fristet ein einsames Exemplar ein trauriges Dasein im Kühlschrank. Sind das eigentlich Schwarmfische? Dumme Frage vermutlich, aber ich habe wirklich null Ahnung.

Ich muss gestehen, dass auch die Tüte, in der die Forellen bei uns strandeten, Fragen aufwarf. Vermutlich arbeitet aber auch einfach nur die Frau des Angelclub-Präsidenten in einer Apotheke.

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Tarte mit Räucherforelle
Zutaten für den Teig:
200 g Dinkelmehl Type 1050
125 g kalte Butter in Stückchen
125 g Ziegenfrischkäse
1/2 TL Salz
ggf. ein Schluck Wasser
Zutaten für den Belag:
1 Stück Butter
2 Stangen Lauch, in Ringe geschnitten
2 EL Mehl
100 g Ziegenkäse
200 g Sahne
1 Schuss trockener Weißwein
3 Eier, Größe M
Salz, Pfeffer, Szechuanpfeffer
250 g Räucherforelle
Zubereitung:
Aus dem Mehl, der Butter, dem Ziegenkäse und dem Salz zügig von Hand einen Mürbeteig kneten. Falls nötig etwas kaltes Wasser zugeben und mit einarbeiten. Teig für eine halbe Stunde im Kühlschrank deponieren.
Forellen filetieren (bei mir waren es zwei mittelgroße Exemplare). Filets gründlich entgräten und in Stückchen zupfen. Beiseite stellen.
Butter in einem Topf erhitzen, Lauchringe zugeben und kurz mit andünsten. Mit dem Mehl bestäuben, rühren, Ziegenkäse, Sahne und Wein zugeben und kurz aufköcheln lassen, bis die Masse etwas andickt. Abkühlen lassen.
Den kalten Teig ausrollen und in die Formen geben. Bei mir langte es für eine rechteckige und eine kleinere, runde Tarteform. Formen buttern, Teig hineingeben und am Rand hochziehen. Mit einer Gabel einstechen und für etwa 30 Min bei 175°C Umluft abbacken.
Währenddessen verquirlte Eier in die abgekühlte Lauchmasse geben, salzen, pfeffern und käftig verrühren. Masse gleichmäßig auf den abgebackenen Böden verteilen. Zuletzt Forelenstücke auflegen, etwas andrücken und alles bei 175°C Umluft nochmals für etwa 40 Minuten abbacken – bis die Lauchmasse eine goldgelbe Farbe angenommen hat und gestockt ist.

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Das war wirklich ziemlich lecker. Und für morgen gibt es noch Reste. Wobei ich erwäge, morgen etwas zu tun, das ich noch nie getan habe, aber dazu kommen wir dann.

Für alle, die noch Zweifel haben: Das wird ein gutes Jahr. Der erste Mürbeteig war perfekt, auf einen Tag Arbeit folgt bereits ein Wochenende – und ich stecke irgendwie voller Tatendrang. Das kann natürlich auch daran liegen, dass meine Sturzbeschwerden deutlich nachgelassen haben.

Und am Ende stand es auch gestern auf meinem Badezusatz – ein Geschenk der Lieblingskollegin: „Alles wird gut!“ Auch ohne Nina Ruge