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Was für ein Abendessen! Schnell, unkompliziert – und sowas von lecker. An diesem Rezept klebt schon seit geraumer Zeit ein „Muss ich mal machen“-Zettel im Buch. Und da klebte er bislang ganz gut.

Bis heute Abend. Ausgelöst wurde die Zubereitung durch eine Anregung des Gatten, der für Ende des Monats nette Gäste eingeladen hat, die in ihrem – sich in sehr viel wärmeren Gefilden befindlichen Garten – gerade unter einer akuten Süßkartoffelschwemme in die Knie gehen.

Ich möge mir doch mal ein paar Sachen mit Süßkartoffeln ausdenken lautete die „Anweisung“. Jetzt hatte ich ja bereits ein paar zaghafte Versuche in diese Richtung unternommen, aber so richtig der Knaller war da jetzt irgendwie nicht dabei.

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Dank Yotam Ottolenghi hat sich dies eben schlagartig geändert. Ein Süßkartoffelparadies hat sich aufgetan. Bereits der erste Happen war so derartig köstlich, dass ich praktisch das Kunststück vollbrachte, trotz vor Staunen weit aufgerissenem Mund die komplette Portion in Rekordtempo zu verdrücken.

Die Kombination ist aber auch einfach genial. Kommt hinzu, dass ich heute nicht geizig zu mir selbst war, und den Rest der ersten der beiden gozitanischen Olivenoelflaschen opferte. Und das gute Mr.-Cini-Salz.

Ich habe mich im Prinzip sklavisch ans Rezept gehalten. Nur bei der Balsamicoreduktion habe ich dann einfach meine eigene genommen. Die Süßkartoffeln fanden das o.k. Wir sind jetzt Freunde.

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Gebackene Süßkartoffeln & frische Feigen
(aus: „Jerusalem“ von Yotam Ottolenghi & Sami Tamimi)
Zutaten (für vier Portionen):
4 kleine Süßkartoffeln (1 kg)
5 EL Olivenoel
40 ml dunkler Balsamico
20 g Zucker
12 Frühlingszwiebeln (der Länge nach halbiert und in vier Zentimeter lange Stücke geschnitten)
1 rote Chilischote (in feine Ringe geschnitten)
6 frische, reife Feigen (240 g), geviertelt
150 g weicher Ziegenkäse, zerkrümelt
Maldon Sea Salt oder Fleur de Sel und schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
Den Backofen auf 240°C vorheizen.
Die Süßkartoffeln waschen, der Länge nach halbieren und die Hälften in jeweils drei Spalten schneiden. In einer Schüssel mit drei Esslöffeln Olivenoel, zwei Teelöffeln Salz und etwas Pfeffer vermischen. Die Spalten mit der Schale nach unten auf einem Backblech verteilen und 25 Minuten im Ofen rösten, bis sie weich sind (sie dürfen aber nicht zerfallen). Anschließend herausnehmen und abkühlen lassen.
Den Balsamico in einem kleinen Topf mit dem Zucker aufkochen.Die Wärmezufuhr verringern und die Mischung zwei bis vier Minuten köcheln lassen, bis sie eindickt. Sobald der Essig die Konsistenz von sehr flüssigem Honig hat, den Topf vom Herd nehmen. Die Reduktion dickt beim Abkühlen noch weiter ein. Wird sie zu dick, mit etwas Wasser verdünnen, bevor sie über das Gericht geträufelt wird.
Die Kartoffeln auf einer Servierplatte anrichten. Das restliche Oel in einem kleinen Topf erhitzen. Frühlingszwiebeln und Chilischote hineingeben und bei mittlerer Hitze vier bis fünf Minuten unter Rühren anbraten, dann mit dem Oel auf den Süßkartoffeln verteilen. Die Feigen zwischen den Kartoffelspalten anordnen, das Ganze mit der Balsamicoreduktion beträufeln, nach Belieben den Käse darüberstreuen. Das Gericht lauwarm servieren.
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Zumindest die Kartoffeln aus der Donnerstags-Ökokiste. Die habe ich gestern Abend zu Gnocchi verarbeitet. Und das klappte hervorragend. Als Soße gab es dazu die Gorgonzolasoße nach diesem Rezept. Allerdings ohne den Schinken. Den brauchte es hier nämlich wirklich nicht.

Dazu ein Pesto aus Mandeln und Feldsalat. Fertig war ein wirklich sehr leckeres, fleischloses Essen. Und Gnocchi-Reste lassen sich wunderbar einfrieren, das restliche Pesto wanderte mit Oel bedeckt im Schraubglas in den Kühlschrank. Das ist schon für Sonntag verplant. 

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Kommen wir mal zu den Rezepten:

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Süßkartoffelgnocchi
Zutaten (für vier Portionen oder acht Vorspeisen):
500 g (hier: 2 mittlere) Süßkartoffeln
1 Eigelb
100 g Mehl
50 g Kartoffelstärke
1/2 TL Salz
etwas Muskatblüte
Zubereitung:
Süßkartoffeln waschen, in Alufolie wickeln und im Ofen bei 180°C Umluft etwa 45 Minuten garen. Aufschneiden, mit einem Löffel ausschaben und durch eine Kartoffelpresse drücken. Masse etwas abkühlen lassen.
Anschließend mit allen übrigen Zutaten verkneten. Ich brauchte beim Kneten auf der Arbeitsplatte noch reichlich Mehl. Wann die Konsistenz gut ist, merkt man eigentlich. Nicht zuviel Mehl, damit man nachher keine zähen Gummibärchen hat. So lange kneten, bis sich der Teig gut formen lässt.
Vierteln, rollen und in Stückchen schneiden. Ich habe aus Zeitgründen diesmal auf aufwendige Ziselierarbeiten mit der Gabel verzichtet. Sieht natürlich hübscher aus, schmeckt aber auch nicht besser.
Salzwasser aufkochen, Hitze reduzieren und Gnocchi darin gar ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen.
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Bleibt noch das Pesto. Hier isses:

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Feldsalatpesto
Zutaten:
4 EL Mandelblättchen (hier: 3 EL gemahlene Mandeln)
100 g Feldsalat
100 ml Olivenoel
40 g Parmesan
Salz
etwas Zitronensaft
Zubereitung:
Mandelblättchen in der Pfanne anrösten. Ich hatte noch eine angefangene Tüte gemahlene Mandeln, bei denen ich darauf verzichtete. Leckerer isses wahrscheinlich aber schon.
Feldsalat kurz blanchieren und in Eiswasser tauchen. Abtropfen lassen.
Alle Zutaten in einen hohen Pürierbecher geben und gründlich mit dem Pürierstab bearbeiten. Abschmecken. Fertig. Pesto halt.
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Ich fand, das war ein perfektes Unter-der-Woche-Abendessen. Und wenn man die Gnocchi bereits fertig hat, geht es auch noch wirklich flott. Und das Beste: Es schmeckt sogar! 😀

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I’m walking on cloud nine today
I’m over that line today
Happiness is finally mine today…“

Irgendwie blieb ich am Donnerstag an Ray Charles hängen. Die ersten Süßkartoffeln meines Lebens lagen vor mir auf der Arbeitsfläche. Was tun damit? Mmmmhhh…

Am Ende bastelte ich aus drei großen Kartoffeln zwei Gänge. Jaaa… Ich weiß… Keine Wiederholungen, aber wir sind ja hier unter uns. Da isses ja irgendwie egal.

Vorab gab es Süßkartoffelpüree mit auf der Hautseite gebratenem Zander. Es folgte eine Ofensüßkartoffel. Oder Süßofenkartoffel? Oder Kartoffelofensüß?

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Und am Ende waren beide Esser erstaunt, wie lecker das war. Ich fürchte, für kommende Woche muss ich wieder neue Süßkartoffeln bestellen.

„… I’m walking on cloud nine today
I’m over that line today
Happiness is finally mine today…“

Ich garte die beiden Ofenkartoffeln à la Kumpir. In Alufolie waren sie innerhalb einer Stunde gar. Das Innere wurde mit der Gabel gequetscht, mit etwas Butter und geriebenem Bergkäse durchgeknetet – und dann getoppt mit einer Masse aus Saurem Rahm, angebratenen Schinken-, Champignonwürfeln und Frühlingszwiebeln, angeröstetem Staudensellerie und am Ende mit ein wenig übrig gebliebenem Bergkäse obenauf.

Ab damit unter den Grill. Und es war echt köstlich. Eine Wiederholung ist definitiv geplant.  

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Was noch zu erwähnen wäre: Der Dienstagabend war – wie der Meenzer sagt – „vor die Fieß“. Mehr ist dazu auch nicht zu sagen. Irgendwie… Egal…

„…I’m walking on cloud nine today
I’m over that line today
Happiness is finally mine today…“

Wochenende!