Saturday, 19. july 2014 6 19 /07 /Juli /2014 21:09

35b - Netteres 9260Irgendwie habe ich noch eine Nachkocherei auf Lager, die perfekt zum heutigen Eis passt. Zumindest, was die Hauptzutat angeht. Und bei Käse kann ich einfach nicht nein sagen. Egal, in welcher Variante. Gehen wir mal chronologisch vor.

Da war ich doch vor gar nicht allzu langer Zeit beim Carmelo-Greco-Kochkurs in Frankfurt. Und anschließend hatte ich mich maßlos geärgert, mir nicht - wie gewohnt - Notizen gemacht zu haben. Die versprochenen Rezepte landeten einfach nicht in meinem Maileingang.

Ich nervte den Chef so lange mit meinem ständigen "Verdammt! Immer noch nicht!", dass er hinter meinem Rücken eine Anfrage verschickte - und plötzlich waren sie doch da! Juhuuu! Der erste Testlauf wurde sofort vollzogen. Und zwar mit etwas, von dem ich wusste, dass mein Herr und Meister es mögen würde. Und er mochte es. Sogar sehr.

Wer das nicht mag, mit dem stimmt was nicht. Sorry, Max, alter Käsehasser. Das ist hier nicht deine Abteilung heute. Die Kombination ist so einfach wie genial. Man kann es perfekt vorbereiten, es besteht insgesamt aus sieben Zutaten, schmeckt göttlich und wird sicher den ein oder anderen zukünftigen Gast beeindrucken. Hier isses:
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Royale vom Parmesan mit Espresso-Orangen-Reduktion
196/365 20140715Zutaten (für sechs Personen als Vorspeise):
... für die Royale:
210 g Parmesan, frisch gerieben
310 ml Sahne
3 Eier
Salz
... für die Reduktion:
200 ml Espresso
125 ml frisch gefresster Orangensaft
40 g Zucker
Zubereitung:
Den fein geriebenen Parmesan mit den Eiern, der Sahne und dem Salz verrühren. In einer gefetteten Kastenform (der Meister empfiehlt Silikon) im Wasserbad bei 140°C im vorgeheizten Ofen 45 Minuten garen (Anmerkung: Bei mir dauerte es deutlich länger, ich hatte allerdings auch eine Glasform benutzt).
Auskühlen lassen (am besten über Nacht). Dann aus der Form stürzen, portionieren und wieder kurz bei 80°C in den Ofen geben.
Vor dem Servieren den frisch gebrühten Espresso, den Orangensaft und den Zucker in eine Pfanne geben, kräftig einkochen lassen, bis alles etwas auf ein Drittel einreduziert ist. Es sollte eine sirupartige Konsistenz haben und schön glänzen. Etwas abkühlen lassen und alles lauwarm servieren.
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Ohne Übertreibung: ein Geschmackshammer! Die Royale kann auch einen oder zwei Tage vorher zubereitet und im Kühlschrank gelagert werden. Die Reduktion lässt sich einfach kurz vor dem Servieren zubereiten.

35b - Netteres 2055 Apropos Reduktion: Die kann man sich auch zu anderen Sachen vorstellen. Oder zu anderen Käsesorten. Oder zu Süßem.

Vom lauwarmen zum eiskalten Käse, vom Parmesan zum Gorgonzola. Jeder, dem ich in letzter Zeit erzählt hatte, dass ich dieses Rezept ausprobieren wollte, schüttelte sich vor Ekel. Naja... Fast jedenfalls. Aber es klang irgendwie so verlockend... Ich musste es ausprobieren.

Obwohl ich immer ein ausgesprochener Käsefreund war, war mir Schimmelkäse bis zu meinem zwanzigsten Lebensjahr absolut suspekt. Eklig irgendwie. Fand ich in meiner kindlichen Naivität. Doch dann probierte ich irgendwann todesmutig während meines Studiums ein Schimmelkäsebrot. Und damit war ich für immer verloren.

Die nächsten Wochen ernährte ich mich fast ausschließlich von warmem Toast mit diesen Aldi-Halbkreis-Blauschimmelkäse-Dingern. Meine Dampfnudelphase - aus der studentischen Logik "Kostet wenig und macht total satt" entstanden - gehörte damit von einem Tag auf den anderen der Vergangenheit an. Feiern war halt ohnehin wichtiger als essen.

Jedenfalls habe ich seither keinen Edelpilzkäse passiert. ohne ihn zu probieren. Und ich liebe sie alle. Und auch in Eis macht er wirklich Sinn. Und Lust auf mehr. David Lebovitz empfiehlt dazu warme, ofengebackene Birnen. Ich sehe karamellisierte Walnüsse vor meinem inneren Auge. Und warme Rotweinpflaumen. Und Weinbergpfirsiche. Und Blätterteig. Und so vieles mehr, mit dem sich das hier kombinieren lässt:
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Roquefort-Honey Ice Cream
roquefort-honey ice cream mit karamellisierten kirschtomatenZutaten (für etwa einen Liter Eis):
90 bis 125 ml geschmacklich kräftiger Honig
115 g Roquefort oder jeder andere Blauschimmelkäse
250 ml Vollmilch
4 große Eigelbe
250 ml Sahne
Zubereitung:
Honig erwärmen und beiseite stellen. Käse zerbröseln oder mit dem Messer zerkleinern, in eine Schüssel geben und ein Sieb (Btw: Ein wieviel schöneres Wort ist eigentlich "mesh strainer"?!) darauf platzieren.
Milch erwärmen. In einer Schüssel Eigelbe aufschlagen, langsam die warme Milch unterrühren. Alles zusammen den Milchtopf zurück geben und bei mittlerer Hitze erwärmen. Dabei ständig mit einem hitzefesten Spatel über den Boden kratzen und rühren. Wenn die Mischung zu stocken beginnt, vom Herd nehmen und durch das Sieb zum Käse geben.
Kräftig rühren, bis der Großteil des Käses geschmolzen ist. Kurz stehen lassen, dann Honig und Sahne einrühren. In einem Wasserbad abschlagen und im Kühlschrank durchkühlen lassen.
Anschließend in die Eismaschine geben und rühren lassen, bis die Masse cremig ist. In einem verschließbaren Behälter im Gefrierschrank nochmals durchfrieren lassen.
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194/365 20140713Ich mag es. Und ich stellte sogar extra fürs Rezeptfoto Karamell her und wälzte ein paar Kirschtomaten darin. Auch eine gute Kombination übrigens mit dem käsigen Eis.

Und für die, die noch zögern, zitiere ich mal David Lebovitz" Einleitungstext aus "The Perfect Scoop":

"This curious combination of flavours will surprise you, as it did the unsuspecting friends I invited over to taste test it. One was so enarmored of it that she kept digging her spoon in until the container was scraped clean!"

Und das Beste: Man kann es sowohl als Vorspeise, als auch als Dessert kombinieren. Was will man mehr? Nach dem überraschenden Oliveneis aus dem "Kronenschlösschen"-Kochbuch ist das hier wieder mal ein wirklich gelungener Versuch mit etwas, das sich erstmal seltsam anhört. Andererseits: Was kann an Käse schon schlecht sein?!

von MrsFlax - veröffentlicht in: In der Küche
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Saturday, 19. july 2014 6 19 /07 /Juli /2014 13:59

Nach dem besten Schokoladeneis der Welt aus "The Perfect Scoop" ging gestern ein weiteres in Produktion und in die Probierschüsselchen. "Dunkles Schokoladeneis" nach Jeni Britton Bauer. Und es fällt mir schwer, es zuzugeben, aber das war nicht wirklich schlechter als das bisher vermeintlich beste.

Es ist schokoladig, angenehm bitter und wirklich von hervorragender Konsistenz - durchgefroren und angetaut. Vielleicht mag wer einen Feldversuch starten. Die beiden Kontrahenten brauchen sich - trotz völlig unterschiedlicher Rezeptur - nicht voreinander zu verstecken. Und ich habe noch nicht die "Icecreamists"-Variante getestet. So viel Eis, so wenig Zeit...

Hier erstmal das Originalrezept:
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Dunkles Schokoladeneis
200/365 20140719Zutaten:
450 ml Vollmilch
1 EL und 1 TL Speisestärke
40 g Frischkäse (Zimmertemperatur)
1 Prise Meersalz
230 g Sahne
110 g Zucker
2 EL Glukosesirup
... für den Schokoladensirup:
50 g dunkler Kakao
120 ml frisch gebrühter Kaffee
110 g Zucker
40 g Zartbitterschokolade (55-70%), feingehackt
Zubereitung:
Für den Schokoladensirup Kakao, Kaffee und Zucker in einem Topf bei mittlerer Hitze aufkochen. Den Zucker unter Rühren auflösen, dann 30 Sekunden kochen lassen. Vom Herd nehmen, Schokolade zugeben und fünf Minuten stehen lassen, dann glatt rühren und beiseite stellen.
In einer kleinen Schüssel etwa 2 EL der Milch mit der Speisestärke glatt rühren. Den Frischkäse im warmen Schokoladensirup mit dem Salz in einer mittelgroßen Schüssel verrühren. Eine große Schüssel mit Eiswürfeln und Wasser füllen.
Die übrige Milch mit Sahne, Zucker und Glukosesirup in einem Vier-Liter-Topf bei mittlerer Hitze aufkochen und vier Minuten sprudelnd kochen lassen. Vom Herd nehmen und langsam die Stärkemischung einrühren. Wieder aufkochen und mit einem hitzefesten Spatel etwa eine Minute rühren, bis die Mischung andickt. Vom Herd nehmen.
Die heiße Eiscremebasis langsam mit der Schokoladenmischung glatt rühren. In einen großen, wiederverschließbaren Gefrierbeutel füllen und in das Eisbad legen. Etwa 30 Minuten kühlen, wenn nötig, Eis nachfüllen.
Die Eiscremebasis in die Eismaschne geben und gefrieren, bis das Eis dick und cremig ist.
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Mahlzeit!

von MrsFlax - veröffentlicht in: In der Küche
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Thursday, 17. july 2014 4 17 /07 /Juli /2014 20:21

43---Ratselhaftes-6237.JPGNicht direkt die ganze Katze, denn die hatten wir ja am vergangenen Samstag bereits auf dem Grill, aber immerhin Katzenpfötchen. Und denen wurde gestern ganz schön eingeheizt.

Zum Geburtstag hatte ich u.a. einen Amazon-Gutschein bekommen. Und den habe ich mittlerweile sinnvoll eingesetzt. Und zwar in "The Icecreamists - Exklusive Eiscreme und andere Laster" von Matt O'Connor. Dessen Familie lebt witzigerweise in Killarney, Ireland, was wieder den Kreis zum Samstagsgrillen schließt.

Und da ich ja nicht nur einen Gutschein, sondern auch eine Kindheitserinnerung zum Geburtstag bekam, beschäftigte mich der Gedanke an Lakritze, die ich einst heiß und innig geliebt hatte, schon die ganze Zeit über.

Hinzu kommt die Erinnerung an Lakritzeis, das ich in einem meiner Kindheitsurlaube in Bibione entdeckt und irgendwie nie vergessen hatte. Und was fand sich im neuen Eisbuch? Richtig! Lakritzeis!

Die Herstellung gestaltete sich etwas zeitaufwendiger als angegeben, aber ich zog es durch. Zu groß war die Gier.

Vorab: Mein Versuch mit meinen Lieblingslakritzen - Katzenpfötchen von Katjes - schmeckte genial. Allerdings dauerte das Auflösen der Dinger auf dem Herd statt der angegeben 15 Minuten etwa zwei Stunden. Grmpf...

Den "extrafeinen Zucker" interpretierte ich als Puderzucker. Die schwarze Lebensmittelfarbe ließ ich ganz weg. In Bibione war das Lakritzeis auch nicht schwarz, sondern hellbraun gewesen. Farbe hin, Farbe her - das Ergebnis war super. Und es kann auch etwas mehr Lakritze vertragen als im Rezept angegeben ist. Zumindest für Lakritzmaniacs wie mich. Hier das Originalrezept:
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Black Ice - Lakritze-Eiscreme    
197/365 20140716Zutaten:
75 g Lakritztaler oder schwarze Lakritzstangen, leicht zerstoßen
250 ml Vollmilch
125 ml Crème double
2 Eigelbe
88 g extrafeiner Zucker
1 TL Vanilleextrakt
schwarze Lebensmittelfarbe
Zubereitung:
Lakritze mit 00 ml Wasser in einen Topf geben und unter gelegentlichem Rühren 15 Minuten lang bei schwacher Hitze erwärmen, bis die Lakritze geschmolzen ist.
Milch und Crème double in einen großen Topf geben und unter gelegentlichem Rühren leicht erhitzen, bis die Masse dampft, ohne jedoch zu kochen.
198/365 20140717In der Zwischenzeit die Eigelbe in einer hitzebeständigen Schüssel glatt rühren. Zucker und Vanille hinzufügen und rühren, bis die Masse blass und leicht luftig ist. Nach und nach langsam die heiße Milch zu der Eiischung geben, dabei ständig rühren, damit die Eier nicht stocken.
Die Mischung zurück in den Topf geben, die geschmolzene Lakritze einrühren und bei schwacher Hitze erwärmen, bis die Crème auf der Rückseite eines Holzlöffels einen leichten Film bildet. Nicht kochen lassen. Bis zum Errreichen des gewünschten Farbeffekts schwarze Lebensmittelfarbe einrühren.
Die Mischung zurück in die Schüssel geben und ca. 30 Minuten lang zur Seite stellen, gelegentlich umrühren, bis die Masse auf Raumtemperatur abgekühlt ist.
Die abgekühlte Mischung abdecken und in den Kühlschrank stellen, möglichst über Nacht, jedoch mindestens sechs Stunden lang, bis die Mischung gut durchgekühlt ist (mindestens 4°C). Die gekühlte Mischung in die Eismaschine geben und gemäß der Herstelleranweisung rühren lassen.
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Wer Lakritze mag, wird dieses Eis lieben! Es ist cremig, von toller Konsistenz und schmeckt einfach super. Das wird wohl unweigerlich ein Standard werden. Mjam!

von MrsFlax - veröffentlicht in: In der Küche
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Saturday, 12. july 2014 6 12 /07 /Juli /2014 13:50

189/365 20140708Zumindest hatte man in den letzten Tagen mehrfach beim Blick aus dem Fenster R.E.M.s "It's the end of the world as we know it..." auf den Lippen. Sonnenschein und tiefe Dunkelheit wechselten einander ab. Und es gab Regen. Sehr viel Regen. Der ausgetrocknete Gartenboden schmatzt und gluckst vor Begeisterung.

Ach, und dann war da ja auch noch das Halbfinale gegen Brasilien. Erschütternd. Mit einem Gesichtsausdruck meinerseits nahe am "Schrei" von Edvard Munch sozusagen. Verdammter Jogi. Zieht auf so billige Art und Weise im letzten Augenblick seinen Kopf aus der Schlinge. Grrrr...

Und wenn ich jetzt noch ein einziges Mal Béla Réthys entmenscht-dämliches Geschrei aus dem Büroradio hören muss, werde ich wahnsinnig. Vermutlich wird das aber am Montag entweder vorbei sein - oder ein anderes entmenscht-dämliches Geschrei wird mich in den Wahnsinn treiben. Gulp!

192/365 20140711Dank des neuen Fernsehgerätes werde ich jedenfalls am Sonntag in der Lage sein, das Merkel und den Gauck, wie sie unbeholfen, aber frenetisch jubeln, absolut streifenlos zu fotografieren. Irgendein deutsches Tor wird es ja wohl geben. Vielleicht kann der Herr Pfarrer dann aber auch am Ende noch seelsorgerisch tätig werden, während das Merkel enttäuscht aufstampft und die deutsche Version der Airforce One besteigt.

Was mir wichtiger wäre: Dass die Niederlande mit ihrem Proll-Ersatztorwart und ihrem irren Trainer heute sang- und klanglos untergehen. Ich hoffe, das bleibt kein schöner Traum...

Kommen wir aber mal zu Netterem. Nämlich zu den niedlichen Johannisbeertörtchen vom vergangenen Wochenende. Die habe ich gestern nochmal nachgebastelt, um ein Rezept anbieten zu können. Das sollte übrigens auch mit roten Johannesbeeren funktionieren, ich kann es nur leider nicht testen, weil unser roter Strauch erbärmlich trägt in diesem Jahr.

Und wo ich gerade dabei war, habe ich noch Johannisbeereis hergestellt. Und am Ende den kompletten Trester mit Zucker in Wodka eingelegt. Ich erhoffe ein Cassis-artiges Ergebnis. Den brauche ich nämlich häufig für Desserts und auch für die Balsamicoreduktion. Wir werden sehen.
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Johannisbeer-Joghurt-Törtchen
johannisbeer-joghurt-törtchen - törtchenZutaten (für acht 8-cm-Dessertringe):
... für den Boden:
200 g Mürbeteigplätzchen
110 g Butter
1 Schuss Cognac
... für die Johannisbeermasse:
500 g schwarze Johannisbeeren
100 ml Wasser
150 g Zucker
100 ml Crème fraîche
200 ml Sahne
6 Blatt Gelatine
... für die Joghurtcrème:
300 g griechischer Joghurt
250 g Crème double
3 TL Zucker
Saft einer Zitrone
4 Blatt Gelatine
johannisbeer-joghurt-törtchen - johannisbeermousseZubereitung:
Vorab: Zwischen den drei Schritten sollte immer etwas Kühlzeit gelassen werden. Die Böden müssen fest sein, wenn die Johannisbeermasse eingefüllt wird. Bis zum Einfüllen mit der Joghurtcrème mindestens vier Stunden anziehen lassen. Und alles Zusammen am besten über Nacht durchkühlen vor dem Servieren. Also: Etwas Zeit einplanen!
Das Ganze kann natürlich auch in Gläschen hergestellt werden. Dann braucht es nicht so ausgedehnte Kühlzeiten.
Für die Boden Kekse fein zerkleinern, Butter auslassen. Kekskrümel mit der Butter mischen und eventuell einen Schluck Cognac mit unterrühren. Auf die Ringe verteilen und fest andrücken. Im Kühlschrank fest werden lassen.
Direkt im Anschluss kann mit der Johannisbeermasse begonnen werden. Die braucht nämlich ein wenig. Johannisbeeren verlesen und von den Stielen zupfen. Mit Wasser und Zucker auf dem Herd aufsetzen, wallend aufkochen und anschließend etwa 15 Minuten bei mittlerer Hitze einköcheln lassen. johannisbeer-joghurt-törtchen - fluffigkeitDurch ein Haarsieb oder ein Passiertuch geben, um die Kerne zu entfernen. Gut ausdrücken.
Eingeweichte Gelatine direkt in die heißen Johannisberen geben und unter Rühren auflösen. Bei Zimmertemperatur abkühlen lassen, bis die Masse beginnt anzuziehen. Dann Sahne schlagen und mit der Crème fraîche zusammen unterheben. Nochmals etwas abwarten, bis alles beginnt, fest zu werden. Masse auf die Ringe verteilen und glatt streichen. Ab in den Kühlschrank!
An dieser Stelle kann man sich erstmal mit spülen und aufräumen und sonstigen Arbeiten beschäftigen. Das dauert jetzt ein wenig, bis die Masse fest genug ist, um die zweite Schicht aufzufüllen.
Dazu wieder Gelatine einweichen und ausdrücken. Zitronensaft erwärmen und Gelatine darin unter Rühren auflösen. Joghurt und Crème double mit dem Zucker verrühren, bis dieser sich aufgelöst hat. Zwei Löffel der Crème zur Zitrone-Gelatine-Mischung geben und einrühren. Alles in die Crème geben und zügig verrühren. Masse auf die Ringe verteilen und wieder glatt streichen.
Jetzt ist die Arbeit der Hausfrau getan. Der Kühlschrank übernimmt an dieser Stelle. Nochmals kühlen, bis auch die Joghurtcrème steif ist. Mit Johannisbeeren und z. B. Zitronenmelisse- oder Pfefferminzblättchen garnieren. Fertisch!
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Bei meinem Testlauf hatte ich etwas zuviel Johannisbeermasse hergestellt. Die verteilte ich auf Gläschen. Schmeckt auch ohne Boden und Joghurtcrème gut. Auch beim Weltuntergang.

von MrsFlax - veröffentlicht in: In der Küche
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Sunday, 6. july 2014 7 06 /07 /Juli /2014 18:21

johannisbeeren 2014... Foodbloggerin. Eine von den stylischen, jungen natürlich. Meine Küche wäre klinisch rein, meine Kinder und ich ebenso, während ich lässig mit der einen Hand einen gar köstlichen Pudding anrühe und mit der anderen Hand das Rezept in die Tasten klimpere.

Ach... Und das - natürlich ebenso perfekte - Foto knipse ich derweil mit dem rechten Ellbogen. Leider funktioniert es so nicht. Und im Prinzip hat mich mit diesem "Alles super, ich habe alles im Griff!" bereits in den 80ern Hera Lind in den Wahnsinn getrieben. Was habe ich die gehasst! Und jetzt stolpere ich bei der Rezeptsuche permanent über diese kleinen Hera Linds in ihren getupften und frisch gestärkten Schürzchen zu den farblich passenden Pumps. Verdammt!

Ach, vielleicht bin ich auch nur genervt, weil meine Küche gerade aussieht, als ob die minderjährigen Kinder aller tollen Foodbloggerinnen darin unbeaufsichtigt ihren Geburtstag gefeiert hätten. Dabei habe ich nur selbst einige Stunden darin verbracht. Kochenderweise. Seltsam...

186/365 20140705Aber beginnen wir gestern, als die Welt noch in Ordnung war. Nachmittags überkam mich das Gefühl, unbedingt einmal in die bunte Welt der Popover einsteigen zu müssen. Die Anleitung in der Aktuellen "Lecker Bakery" schob mich in die entsprechende Richung. Sah gut aus. Und da lag im Kühlschrank noch der Rest des Räucherlaches von der Gefüllte-Eier-Dekoration vom vergangenen Wochenende.

Eine leichte Entscheidung. Und ich sage es mal, wie es ist - und das sage ich als Equipmentfanatikerin: "Popoverbackformen braucht kein Mensch". Ich schränke es etwas ein: Kein Mensch, der Muffinförmchen hat. Und ich habe sogar Minimuffinförmchen. Die erschienen mir perfekt. Und sie waren es am Ende auch. Hier das Rezept:
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Popover-Teig
popovers mit lachs und dillZutaten (für etwa 20 Minimuffinförmchen):
Öl für die Form (hier: Trennfett)
15 g Butter
2 Eier (Größe M)
1/4 l Milch
Salz
125 g Mehl
Zubereitung:
Backofen vorheizen (Umluft 200°C / Ober-/Unterhitze 225°C). Mulden des Blechs mit Öl fetten. Mindestens fünf Minuten im Ofen aufheizen. Butter schmelzen, etwas abkühlen lassen. Eier, Milch und 1/2 TL Salz mit einem Schneebesen kurz verrühren. Butter unterrühren.
Mehl auf einmal zugeben und zügig unterrühren, bis der Teig gerade so eben klümpchenfrei ist. Dann den Teig in einen Behälter mit Gießtülle (z.B. Messbecher) füllen.
Heißes Blech aus dem Ofen nehmen. Sofort den Teig in die Mulden gießen, dabei die Mulden nicht komplett füllen.
Im heißen Ofen ca- 15 Minuten backen, Temperatur herunterschalten (Ober-/Unterhitze 175°C bzw. Umluft 150°C). Weitere zehn bis zwölf Minuten backen.
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Für meine Lachs-Popovers nahm ich einfach die Lachsreste, schnitt sie in kleine Stückchen, häckselte ein wenig Dill dazu, verrührte das Ganze und füllte es ebenfalls in die Fömchen ein. Hierbei erste eine Lage Teig, dann die Füllung, dann noch eine Lage Teig einfüllen. 

lavendelzucker - holzSuperlecker sicher auch mit allen möglichen anderen Füllungen, die sich aus Kühlschrankresten ergeben. So stylisch der Name dieses Gebäcks klingt, so genial ist das Ergebnis. Ausprobieren!

Heute Vormittag kam mir dann die Idee, den gerade abgeblühten Lavendel am Hanf irgendwie noch zu verwerten. Lavendelzucker! Sicher so simpel wie Vanillezucker. Und das ist er tatsächlich. Ich schnippelte mit meiner kleinen Küchenschere daran herum und breitete den Kram zum Trocknen aus. Dazu dann bei Gelegenheit mehr.

Und als ich gerade den gemütlichen Teil des Sonntags einleiten wollte, teilte mir der Chef mit, dass die Johannisbeeren nun wohl reif seien. Ein Test ergab: Verdammt! Die sind reif!

Und: Verdammt! So große Johannisbeeren habe ich noch nie geerntet! Und: Soviele Johannisberen habe ich auch noch nie geerntet. Zumindest nicht auf meinem eigenen Grund und Boden. Die beiden Sträucher - und das ist prinzipiell fast ausschließlich dem älteren (Sorte: Titania) der beiden zu verdanken - erbrachten fünf Pfund schwarze Johannisbeeren! Gulp!

tian de legumes usw... - vierter versuchUnd das, wo ich doch gerade mit einem erneuten Tian-de-légumes"-Versuch durchstarten wollte. Grrrrr... Am Ende war es fünf Stunden später, ein dreistöckiges Dessert kühlte im Kühlschrank vor sich und der Gemüseauflauf stand im Ofen. Und ich hatte jede Scheibe des Gemüses einzeln angebraten, bevor sie in die Form wanderte. Das war nämlich der Plan hinter dem erneuten Versuch.

Zu den Ergebnissen der Schinderei kommen wir dann morgen. Oder übermogen. Ich trage gerade meine coole Schürze nicht fürs Selfie. Und die Küche ist auch unfotografierbar. 

Egal. Ich gehe dann mal aufräumen...   

von MrsFlax - veröffentlicht in: In der Küche
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