Wednesday, 20. august 2014 3 20 /08 /Aug. /2014 17:36

34 - Abstraktes 0762Der letzte Urlaubstag. Und es ist Abend. Verdammt! Und bis auf heute hat es nur geregnet und war fies, seit wir zurück sind. Das ist nicht fair.

Nicht fair ist auch, dass ich morgen wieder ins Büro muss. Wo steht eigentlich, dass es erlaubt ist, dass ein Urlaub so schnell vorüber geht. Das macht für mich jedenfalls einen verdammt illegalen Eindruck. Urlaubspolizei! Mein Urlaub ist weg! Haltet den Dieb!!!

Jetzt kann man natürlich sagen, dass das nach dreieinhalb Wochen Freizeit Gejammer auf höchstem Niveau sei, aber egal. Mag ja sein. Ich jammere trotzdem. Muss halt so.

Um mich ein wenig zu trösten, habe ich Schokoladeneis nach diesem Rezept gemacht und war beim Friseur. Hat sich gestern so ergeben. Also der Friseurtermin. Ich gehe ja eigentlich gerne, aber meistens schaffe ich es erst, einen Termin zu vereinbaren, wenn ich wieder eins von diesen Haargummis brauche, um halbwegs menschlich auszusehen. War dann jetzt soweit...

muskatkürbis 2014Das Eis war eine gute Idee. Schokolade tröstet ja irgendwie immer. Blöd nur, dass es gerade noch im Gefrierschrank vor sich hin friert, bis es Betriebstemperatur haben wird.

Die Kürbisse legen gerade wieder los, nachdem sie die Zucchini-Attacke der Nachbarin verkraftet haben. Ich verspreche, sie jetzt nicht gleich mit Hackfleisch zu füllen, sondern erstmal ein wenig wachsen zu lassen.

Auch die Zucchini sehen gut aus. Sollten sie auch, wo sie gerade den Grünkohl überwuchern. Grrrr! Sollte es jetzt noch ein wenig warm bleiben, sehe ich auch für eine exzessive Tomatenernte gute Chancen. Die werden eingekocht für schlechte Zeiten.

Wenn man es schafft, das immer noch überall sprießende Unkraut zu ignorieren ("Lalalala... Ich sehe nix..."), sieht der Garten eigentlich super aus. malve 2014Die Malven vom vorvorigen Jahr haben sich zum zweiten Mal selbst ausgesät und blühen gerade ganz toll. Da kann man sich die ganze Vorzieherei doch locker sparen. Sage ich mal so. Fast so schlimm wie Ringelblumen. Wobei man sagen muss, dass immerhin überall, wo eine Ringelblume steht, keine Brennnessel hin kann. Und kein Schessmell. Und auch keine Distel. Ist doch super!

Gleich gibt es möglicherweise ein lustiges Abendessen. Habe als Beilage aus den Risottoresten unter Beimischung von etwas Paprikapaste Reisküchlein geformt. Mal gespannt, ob sie den Ausbackprozess überleben. Falls ja habe ich demnächst ein geniales Reisküchleinrezept zu bieten. Falls nein gibt's ja noch das Schokoladeneis.

 

von MrsFlax - veröffentlicht in: Im Garten
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Monday, 18. august 2014 1 18 /08 /Aug. /2014 19:20

229/365 20140817Und auch mitten im Abfeiern von Überstunden, die ich an meinen Urlaub angehängt habe. Sehr klug von mir. So kann ich noch bis morgen zu Hause bleiben.

Mittlerweile sind die Fotos bearbeitet, die Koffer ausgepackt, die Wäsche gewaschen, getrocknet und weggeräumt.

Es gab Bratwurst zum Abendessen, die mir irgendwie nach knapp drei Wochen mit Fisch irgendwie gefehlt hat. Es wurde Nudelteig geknetet - auch das gab es in den letzten Wochen nicht. Daraus wurden Ravioli und Bandnudeln hergestellt.

Und dann entdeckte ich (ich erhielt bei unserer Rückkehr einen heißen Tipp!), dass die Paprika gerade so wahnsinnig günstig sind. Da war doch was. Genau! Die Paprikapaste vom letzten Jahr ist fast aufgebraucht. Nachschub muss her. Dreieinhalb Kilo landeten im ersten Einkaufswagen, den ich wieder durch einen deutschen Supermarkt schob.

230/365 20140818Und gestern wanderte dann alles mit Zwiebeln, Tomaten und Gewürzen in den Topf. Sechsundzwanzig Gläschen sind gefüllt. Das sollte erstmal wieder reichen.

Wie nervig genau das Schnippeln war, verdrängt man perfekt während eines Jahres. Erst nachdem ich etwa ein Drittel der Paprika in winzige Würfelchen gehäckselt hatte, fiel es mir wieder ein. Aber da war es für Reue sowieso zu spät.

Apropos "Reue": Jetzt wird mir auch endlich klar, woher der grässliche Muskelkater in Schultern und Oberarmen rührt. Noch fünf Kilo Paprika und ich mache wahrscheinlich Popeye Konkurrenz.

Meine eigenen Paprika haben während unserer Abwesenheit keine großen Fortschritte gemacht. Die entwickeln sich leider sehr enttäuschend. Die Peperoni dagegen machen einen recht guten Eindruck. Desgleichen die Tomaten, von denen die mit Gießaufgaben betraute Nachbarin bereits geerntet hat.

paprikapaste - in gläsernAuch Zucchini konnten bereits verarbeitet werden. Leider wurden auch die Ansätze der ersten Muskatkürbisse bei dieser Gelegenheit vernichtet, da die Lieblingsnachbarin sie für runde Zucchini hielt und mit Hackfleisch füllte. Kann passieren...

Da die Kürbisse aber geradezu explodieren, mache ich mir um Nachschub keine Sorgen. Einer rankt gar in den Pflaumenbaum. Azoranische Verhältnisse sozusagen.

Azoranisch ist auch die Unkrautsituation. Bloß mit dem kleinen Unterschied, dass "Unkraut" hier nicht aus Hortensien und Montbretien besteht. Die würde ich sogar wuchern lassen. Und wenn es mal irgendwann für eine längere Zeit nicht regnen würde, könnte man auch mal Schessmell (Melde...?), Disteln und Konsorten auf die Pelle rücken. Aber das tut es ja nicht...

von MrsFlax - veröffentlicht in: Nebenbaustellen
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Wednesday, 13. august 2014 3 13 /08 /Aug. /2014 19:01

teil-2 9977Pico - das klang für mich nach einer kleinen Insel. In der Tat ist Pico die zweitgrößte der Azoreninseln. "Pico" klingt so nach piccolo oder piccolino. Deshalb vielleicht. Jedenfalls war das die Vermutung des männlichen Teils des sehr netten französischen Ehepaars, mit dem wir den letzten Abend auf Pico verbrachten.

Am Ende ist Pico einfach nur nach dem Berg benannt, der es beherrscht. Der Pico Alto ist mit 2352 Metern auch gleich der höchste Berg Portugals. Und von São Jorge aus ist der Pico im Prinzip eine Art running gag, weil man ihn zwar immer sieht, aber eben nie ganz. Irgendwelche Wolken sind eigentlich stets im Weg.

Selbst auf Pico sieht man den Pico nie so richtig. Dazu braucht es gutes Wetter und ein gutes Timing. Am letzten Tag hatten wir das. Dazu kommen wir aber noch.

CAM00847Nach Pico nimmt man von São Jorge aus eine Fähre. Da unser Mietwagenverleih keine Niederlassung am Hafen hatte, fuhren wir von dort mit dem Taxi zum Flughafen, um unser Gefährt entgegen zu nehmen. Man ahnt es bereits. Es handelte sich um einen Peugeot. No comment.

Immerhin bekamen wir einen 207 statt des uns vertragsgemäß zustehenden 206. Dafür war dieser aber ungewaschen und unbetankt. Was soll's. Immerhin eine "2" vorne. Das Ding war dann auch wirklich brauchbar. Wir waren erleichtert. Noch einen 107 hätten wir kaum verkraftet.

Was zu verkraften wir allerdings in der Lage waren, war unser neues Quartier. Da stimmte einfach alles. Nennen wir also wieder einmal Namen: "O Zimbreiro" in Piedade. Tolles Gelände, supernette Gastgeber, hübsches Häuschen - und am letzten Abend ein vom Hausherren gekochtes, absolut köstliches Essen. Mehr geht wirklich nicht.

azoren 7250Bevor wir dort eintrafen - wir waren deutlich vor dem Check-in-Termin in Piedade - sah die Planung des vorausschauenden Gatten wieder einmal eine "Küstenwanderung" vor. Das kann etwas Angenehmes und etwas Erschreckendes bedeuten. Man weiß es vorher nicht. In diesem Fall endete es für mich in der totalen Erschöpfung, aber daran war letzten Endes das Wetter schuld. Es war nicht nur heiß. Es war unerträglich heiß. Und selbst das eiskalte Wasser und der Kaffee auf dem Blaskapellenfest in Manhenha konnten mich nicht retten. Egal. Ich schaffte es trotzdem zum Auto.

Lustig übrigens am Fest: Es tauchte der erste Uniformierte auf und besorgte sich ein Sagres. Der zweite tat es ihm gleich. Der dritte kaufte gleich zwei. Ich begann mich zu wundern. Uniform... Bier... Ein deutscher Polizist im Dienst würde sicher kein Bier trinken, oder? Als dann ein Bus voller Uniformierter auftauchte, dessen Insassen sich allesamt unmittelbar nach ihrer Ankunft mit Sagres versorgten, wurde es mir klar: Das waren gar keine Polizisten! Das waren die Mitglieder einer der örtlichen Blaskapellen!

azoren 9602Dazu muss man anmerken, dass Blaskapellen sehr beliebt auf den Azoren sind. In die Clubheime von Blaskapellen werden auch etliche tausend Euro an EU-Geldern investiert. Böse Zungen behaupten, dass man zwar kein gescheites Krankenhaus auf Pico finden würde, wenn Not am Mann sei, aber dass mann dann wenigstens ordentliche Blasmusik bei seiner Beerdingung habe. So ist das.

Bevor es am Ende wieder zum Äußersten - also zu "Ein bißchen Frieden" - kommen würde verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg zum Auto. Und bei unserer Ankunft in Piedade war es dann auch wirklich Zeit, unser neues und letztes Quartier zu beziehen.

Uns wurde für das Abendessen - die Alternative hatte sonntags geschlossen - das "Estrela do Mar" direkt am Hafen von Calhau empfohlen. Ein guter Tipp. Wir bekamen frischen Fisch (Tintenfisch und Thunfisch) serviert. Die Beilagen schmeckten nach etwas, die Bedienung bzw. Köchin in einer Person war wirklich bemüht und konnte auch was.

CAM00857Nach dem Essen saßen wir noch eine ganze Weile mit einem netten amerikanischen Ehepaar zusammen, dessen weiblicher Teil mit 15 Jahren in die USA ausgewandert war. Ihre Familie stammte von Pico, und die beiden besuchten etwa alle zwei Jahre die Insel. Ein gutes Essen, eine nette Unterhaltung - Pico mochten wir auf Anhieb.

Als uns zum Frühstück Käse und Schokocroissants serviert wurden, mochten wir es noch mehr. Und das Beste stand uns ja noch bevor: Whale Watching!

Sagen wir es so: Wir hatten den perfekten Tag dafür erwischt. Sonnig, nicht zu stürmisch auf dem Meer - und eine Portion Glück war auch noch dabei. Der erste Anbieter im Hafen - also der, der allüberall empfohlen wurde - hatte für diesen Tag keinen Platz im Boot mehr frei. Wir waren ein wenig entmutigt.

Allerdings fanden wir nach kurzer Suche einen zweiten Anbieter, der in einem größeren Boot für 14:00 Uhr noch zwei Plätze zu vergeben hatte. Her damit! Jetzt mussten wir nur noch eine Apotheke finden, um für den Chef Tabletten gegen Seekrankheit zu besorgen. Sicher ist sicher!

CAM00860Bevor es losgehen sollte, fuhren wir noch ein wenig herum. Dabei fiel mir plötzlich auf, dass ich vergessen hatte, meine Kameraakkus zu laden! Verdammt! Ausgerechnet jetzt. Wir fanden ein gemütliches Straßencafé, bestellten zwei Kaffee und bettelten die Besitzerin um ein wenig Strom an. Ausgenommen freundlich wurde uns sofort eine Steckdose angeboten. Wir lungerten rum, tranken noch zwei Kaffee, lungerten noch ein wenig rum, bis ich nach etwa einer Stunde befand, dass die Ladung nun zumindest für nächsten Stunden ausreichend sein müsste.

Sofort ging es zurück in den Hafen. Wir kamen rechtzeitig. So rechtzeitig, dass wir vor Entgegennahme der Regenjacken und der Schwimmwesten noch ein Eis essen konnte. Und ich hatte noch Zeit festzustellen, dass der Regenüberzieher der Kamera zwar für das 70-200-Objektiv, nicht aber für das größere 100-400er passte. Leichte Panik! Die Kamera! In Verbindung mit Wasser! Am Ende siegte der "So schlimm wird es schon nicht werden..."-Gedanke, der sich allerdings kurz darauf als vollkommen bodenlos und hoffnungslos naiv herausstellte.

teil-2 0381Der Chef ließ sich trotz der Tabletteneinnahme noch einen Kotzbeutel in die Hand drücken. Das war mein Glück. Als das Boot beschleunigte, bot er ihn mir an und ich schlug zu. Ohne die Plastiktüte wäre die Kamera definitiv an diesem Tag gestorben. Und selbst mit dem Beutel ist mir nicht klar, wie sie das überleben konnte.

Beim zweiten Beschleunigen des Boots verpasste ich den Moment, sie in die Tüte zu stecken, drückte sie unter die Regenjacke und war wie ein Kuhhund bereit, sie mit meinem Leben zu verteidigen. Ich war sicher, dass sie tot sein würde, wenn das Boot beim nächsten Mal stoppte, aber sie lebte noch. Und sie lebt immer noch. Reines Glück würde ich sagen.

teil-2 0153Das war echt ein wilder Ritt, der an Achterbahnfahrten erinnerte. Aber wie gut war die Idee mit dem Whale Watching doch gewesen! Am Ende waren wir nass bis auf die Knochen und hatten Entenwale, Pottwale, Tümmler und Fleckendelphine gesichtet. Ich hätte meine Regenjacke ja gerne vorne geschlossen, aber ich brauchte sie ja offen, um jederzeit die Kamera verzweifelt zwischen mich und den Jackenstoff zu pressen.

Die Delphine kamen echt zu zweit oder dritt direkt am Boot vorbei, tauchten unter dem Boot durch und auf der anderen Seite wieder auf. Es war herrlich! Ein ganz tolles Erlebnis.

Anschließend war der mit Medikamenten gegen Seekrankheit vollgepumpte Gatte total müde ("Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker..."), hatte aber gottlob den Kotzbeutel nicht benötigt, und ich war komplett versalzen. Nach dem Entfernen der Krusten unter der Dusche fühlte ich mich wie nach einem Peeling.

teil-2 0251Und damit war er auch schon angebrochen, unser letzter Pico-Abend. Menno!

Und der letzte Abend war nochmal richtig nett. Wir hatten uns bei unseren Gastgebern zum Abendessen eingebucht. Mit uns aßen ein französisches Ehepaar und zwei frischverheiratete Schotten auf Honeymoon - alle außerordentlich sympathisch. Da verging die Zeit wie im Fluge.

Hinzu kam das tolle Essen. Vorab gab es einen selbstgemachten Aperitif und eine Gurkengazpacho mit Curry, gefolgt von einem Tomatenbasilikumflan mit kleinem Salat. Als Hauptgang gab es Pigfish à la Saltimbocca mit Kartoffelpurree und einer Gartengemüseauswahl. Die Crème brulée zum Dessert - wahlweise mit Kaffee oder Schnaps im Anschluss - war perfekt. Der gute Jérémy könnte gerne jeden Abend für uns kochen. Und das Rezept für den Tomatenflan kam auch mittlerweile per Mail an.

teil-2 0406Am nächsten Tag wollten wir nochmal ein paar Pico-Fotos (vom Pico-Berg) machen und die kleine Badebucht in Terra do Pão besuchen, bevor es auf dem Heimweg gehen würde.

Gesagt, getan. Das Wetter war perfekt für beide Unternehmungen. Blöd nur, dass von unseren letzten drei Sagres mini, die der kluge Gatte in der Badebucht zum Kühlen "geparkt" hatte, eins von der Flut ins Meer hinaus gezogen wurde. Die letzten beiden wurden vernichtet. Das dritte treibt jetzt vermutlich irgendwo lustig im Atlantik. 

Anschließend ging es zum Hafen von Madalena, wo wir fast wahnsinnig wurden, weil die Fähre bereits angelegt, aber immer noch niemand von der Mietwagenfirma unser Auto abgeholt hatte. Am Ende drückten wir den Schlüssel einem etwas seltsam aussehenden jungen Mann in die Hand, der auf uns zukam und etwas von "Car" und "Keys" murmelte, und rannten an Bord. Da sich bisher noch niemand gemeldet hat, scheint er wohl doch ein Angestellter der betreffenden Firma gewesen zu sein.

teil-2 0558In Horta gingen wir von Bord, snackten in einer Snackbar, enterten ein zufällig am Straßenrand stehendes Taxi und ließen uns zum Flughafen bringen. Den letzten Abend würden wir, bevor am nächsten Morgen um 7:10 Uhr unser Flug nach Frankfurt ging, in Ponta Delgada verbringen.

Vorher kamen wir aber tatsächlich in Horta noch zu unserem Peter-Café-Sport-Gin-Tonic. Es gab nämlich eine Niederlassung im Flughafen mit Terrasse. Der Gin Tonic vertrieb letzte Ängste vor dem interazoranischen Propellerflug. Zudem wurden wir beim Gepäckeinchecken gefragt, ob die Koffer gleich bis FRA gehen sollten. Wir überlegten kurz, ob wir eine Nacht ohne Zahnbürsten dem endlosen Kofferschleppen durch Ponta Delgada vorziehen würden. Ja. Würden wir. Weg mit den Koffern! Gin Tonic ist ja fast wie Zähneputzen.

teil-2 0605Als wir schließlich gepäcklos nach einer weiteren Taxifahrt vor unserem B&B für eine Nacht eintrafen, öffnete niemand die Tür. Ein kurzer Anruf lockte dann unsere Vermieterin vom Strand weg.

Währenddessen organisierten wir einen Tisch für unser Abendessen und schauten uns die Altstadt von Ponta Delgada an.

Nach zweieinhalb Wochen "auf dem Land" war das direkt wieder städtisch. Und wirklich sehr nett. Unbedingt zu empfehlen sei an dieser Stelle das Restaurant, das wir in unmittelbarer Nähe fanden: das "Tasca".

Vollbesetzt bis auf den letzten Platz, aber man versprach uns einen Tisch für zwei Personen in einer Stunde. Und das Warten lohnte sich. Klasse Tapas, netter Service, frischer Fisch und der laut dem meeresfrüchtefreudigen Gatten beste Tintenfischsalat auf vier Inseln. Und erst das Knoblauchbrot...

teil-2 0550Mit "Tasca" kam in diesem Falle nicht die Zärtlichkeit, aber dafür die nötige Bettschwere, um am nächsten Morgen halbwegs frisch am Flughafen zu stehen. Unsere Vermieterin hatte uns versprochen, ein Taxi zu organisieren. Wir waren etwas im Zweifel, aber sie hielt Wort. Dank der Tatsache, dass wir kein Gepäck einzuchecken und das Online-Boarding genutzt hatten (klappt übrigens super bei SATA!), blieb noch Zeit für jeweils zwei Kaffee vor dem Abflug. 

Und ab da wurde es doof: Partybuskassette und ekliges Rührei an Bord. Als Film lief "Practi.com", ein öder, sinnfreier, auf Spielfilmlänge aufgeblasener Werbespot für Google mit Owen Wilson und Vince Vaughn. Da war man froh, müde zu sein. Und dann landeten wir im strömenden Regen in Frankfurt, reisten im strömenden Regen nach Hause, und sitzen seitdem bei fiesem Wetter hinter der Scheibe. Und erkältet bin ich auch schon wieder. Grrrrr... Ich will zurück!

von MrsFlax - veröffentlicht in: Weit weg
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Saturday, 9. august 2014 6 09 /08 /Aug. /2014 14:14

azoren 8326Horta machte uns den Abschied nicht wirklich leicht. Im Hafen, übrigens DER legendäre Anlaufpunkt für Segler und sonstige Atlantiküberquerer, fand ein Fest statt. Bereits in aller Frühe war fast das gesamte Areal abgesperrt. Und dabei waren wir ohnehin knapp dran.

Wir quetschten uns bzw. den 107 ohne Rücksicht auf Verluste an Absperrungen vorbei durch eigentlich gesperrte Straßen und schafften es gerade so, das Auto abzugeben und die Fähre zu erwischen.

Die Überfahrt verlief dann recht regnerisch und teilweise auch unruhig. Der etwas seekranke Gatte wurde skeptisch, was unseren Whale-Watching-Plan für Pico anging. Alleine würde ich das jedenfalls nicht machen.

Als die Sonne aufgegangen war, gingen wir in São Jorge - um genau zu sein: im Hafen von Velas - von Bord.

azoren 8836Den Hafen konnte man aber eigentlich nicht erkennen, da just im Moment des Anlegens ein extremer Starkregen auf uns niederging. Klatschnass rollten wir die Koffer vom Schiff. Klatschnass empfing uns die sehr nette Dame der ortsansässigen Autovermietung, und klatschnass erkannten wir, was sie uns da übergab: einen Peugeot 107! Waaaah!

Der war allerdings deutlich besser in Schuss als sein Vorgänger, den wir fast zu Tode gequält hatten. Man konnte sogar mancherorts im zweiten (!) Gang bergauf fahren. Sensationell! Trotzdem... Wieder ein Peugeot... Verdammt!

Er brachte uns am Ende zuerst zu einem Supermercado und schließlich zu unserem neuen Quartier. Wir packten wieder einmal aus und richteten uns ein.

azoren 9017Extremes Manko: kein Kühlschrank im Haus. Die Wasser- und Bierkühlung wurde schwierig. Erst des Biertesters kategorisches "Das ist kein Bidet! Das ist ein Sagres-mini-Kühler!" löste das Problem, wenn auch nur ansatzweise. Richtig kalt bekamen wir die Getränke nie.

Praktisch, wenn man abends zur Entspannung nach eines langen Tages Müh' Rotwein vorzieht. Der ist auch ohne Kühlung immer auf Betriebstemperatur. Und auch auf São Jorge fand sich wieder der gute "Basalto" im Supermercado.

Doch zwischen den Vinho tinto und mich hatte auch diesmal der Herr eine Wanderung gestellt. Mein Herr und Gebieter hatte zu diesem Behülfe den Weg zur Fajã dos Vimes ausgesucht. Er lockte mich mit dem Café Nunes und dessen selbst angebautem Kaffee. Wer könnte da schon Nein sagen?!

azoren 8900Das Wetter hielt, der Weg war schön. Wir starteten in Portal, von wo aus es erstmal bergab zur Fajã da Fragueira ging. An dieser Stelle sagt der Wanderführer: "Gut 40 Minuten geht es nun etwas mühsam am Meer entlang vor zur Fajã dos Vimes, deren erste Häuser wir schon links vorne erkennen." Was relativ harmlos nach Strandspaziergang klingt, war in Wirklichkeit - zumindest in meiner - ziemlich anstrengend.

Aber da war ja der Kaffee, der lockte. Als wir endlich im Cafè Nunes eintrafen, war ich in Schweiß gebadet. Das Wetter war eine Mischung aus "Danke, Sonne, es reicht jetzt!" und Tropenhaus im Palmengarten. Als Kaffeepflanze hätte mir das auch gefallen. Aber auch nur als Kaffeepflanze.

azoren 8971Der Kaffee schmeckte himmlich und aktivierte letzte Kräfte. Die waren auch nötig für den Rückweg. Es ging extrem steil bergauf. Die Wirkung des Kaffees reichte nicht bis zum Auto. Ich schaffte noch den Aufstieg und ein Stück des Weges an der Straße entlang.

In einer Kurve ließ ich mich mit einer Flasche Wasser nieder, überließ den treusorgenden Gatten für die letzten knapp drei Kilometer sich selbst und beschäftigte mich bis zu seiner Rückkehr mit dem Auto damit, sorgenvoll aussehenden, vorbeifahrenden Azoranern eine lustige kleine Pause vorzuspielen. Prinzipiell waren sie alle bereit, mich zu retten, falls ich eine Rettung nötig gehabt hätte. Man hat ja aber irgendwie auch noch Stolz im Leib.

azoren 9033Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft kamen wir an meiner Thunfischkonservenfabrik vorbei! Das musste ich mir unbedingt anschauen. Leider war das Ganze recht unspektakulär. Außer dem Schild an der Straße gab es keinerlei Firmenschild an den Gebäuden. Und der Laster mit Gefahrenhinweisaufkleber mutete angesichts von Fischkonserven auch etwas seltsam an...

Der Abend endete mit der Trocknung unserer durchnässten Sachen und einem bidetgekühlten Sagres bzw. einem Rotwein auf der Terrasse. Übrigens auch in diesem Fall wieder mit Meerblick. Ich habe mich derartig an Meerblicke gewöhnt, dass es mich fast verwundert, wenn ich jetzt auf unserer Terrasse nirgendwo einen blauen Horizont entdecken kann.

azoren 9066Beim Frühstück tauschten wir uns mit den Nachbarn aus, die für diesen Tag den gleichen Plan wie wir hatten. Der Plan lautete: von der Serra do Topo über Fajã da Caldeira de Cima und Fajã da Caldeira do Santo Cristo zur Fajã dos Cubres. Im Wanderführer heißt sie "die meistbegangene Wanderung auf São Jorge", was kein Wunder ist, das es im Prinzip immer nur bergab geht. Selbst Luschen wie ich schaffen sie.

Da es sich hier nicht um eine Rundwanderung handelt, ist natürlich klar, dass man irgendwie vom Endpunkt wieder zurück zum Ausgangspunkt gelangen muss. Dazu empfiehlt sich prinzipiell ein Taxi. An dieser Stelle kam vom Inhaber der Unterkunft der Tipp, sich zusammen zu tun, ein Auto im Ziel abzustellen, zu viert mit dem anderen Auto zum Beginn der Wanderung zu fahren und sich dann am Ende wieder zu treffen. Seine Bemerkung, dass wir das aber keinesfalls die Taxifahrer wissen lassen sollten, warf bereits ein seltsames Licht auf diese Berufsgruppe.

azoren 9038Wir konnten uns nicht so recht einigen, die beiden Anderen schienen von der Idee am Ende des Weges aufeinander warten zu müssen, nicht so recht angetan. So fuhren wir getrennt los, beherzigten aber den zweiten Tipp, die Autos am Ziel abzustellen und dann ein Taxi zur Serra do Topo zu nehmen. Im Café der Fajã dos Cubres trafen wir uns wieder. Wir hatten gerade das Taxi bestellt und beschlossen, es zu viert zu nutzen. Jetzt musste es nur noch kommen.

Und das war nicht so einfach. Am Ende fällt die ganze Sache in die Kategorie "Als wir einmal einen Krieg unter Taxifahrern anzettelten". Wir hatten die wirklich sehr nette Frau in der Bar gebeten, das Taxi zu rufen. Sie telefonierte etliche Taxifahrer ab, die aber offensichtlich gerade keine Zeit / Lust / etwas Besseres zu tun hatten. Etwa beim siebten Versuch, erklärte sich jemand freundlicherweise bereit, uns abzuholen. In etwa zehn Minuten.

azoren 9198Da es sich um zehn azoranische Minuten handelte, gingen wir erstmal von einer halben Stunde aus. Nach einer halben Stunde war allerdings immer noch kein Taxi da. Gut... Der Kaffee schmeckte ausgezeichnet, und prinzipiell litt man während der Warterei ja auch nicht gerade Höllenqualen, aber irgendwann sollte das Taxi nun doch einmal kommen.

Und irgendwann kam es. Wir waren begeistert und stiegen ein. Als wir etwa zwei Serpentinen oberhalb der Fajã waren, kam uns ein anderes Taxi entgegen. Nicht weiter verwunderlich eigentlich. Weitere vier Serpentinen später klingelte das Handy unseres Taxifahrers. Es kam zu einem lautstarken "Gespräch" auf portugiesisch. Offensichtlich war der Anrufer ziemlich erregt. Irgendwann war das Gespräch beendet und unser Taxifahrer erklärte uns, dass der andere Taxifahrer unterwegs gewesen sei, um uns abzuholen.

azoren 8247Wie jetzt?! Wir saßen gar nicht in DEM Taxi, das wir hatten rufen lassen?! Fassen wir es kurz zusammen: "Unser" Taxifahrer sprach sehr gut englisch, aber wir waren bis zum Ende der Fahrt, während der noch zweimal das Handy klingelte, um Verwünschungen über uns und "unseren" Taxifahrer zu ergießen, nicht sicher, was sich nun tatsächlich zugetragen hatte. Im Nachhinein vermuteten wir, dass das Taxi, das wir genommen hatten, nicht für uns bestimmt gewesen war.

Es hatte uns dem anderen Fahrer weggeschnappt. Und der war sauer. Richtig sauer. Familienfehde-bis-ins-zehnte-Glied-sauer. Da würde auch keine Flasche Basalto mehr helfen können. Wir waren am Ende echt froh, am Miradouro abgeladen zu werden. Das Taxi mit dem Handy fuhr ab. Der hasserfüllte Kollege würde uns niemals identifizieren können. Juhuuu!

azoren 9139Jeweils zu zweit marschierten wir los. Unsere neuen Freunde bevorzugten ein gemächlicheres Tempo, sodass ich mir recht flott vorkam.

Unterwegs trafen wir auf eine etwas absurde Gruppe von Menschen in Taucheranzügen (?), die in einer Reihe über eine Wiese marschierten. Um eine Raftinggruppe konnte es sich nicht handeln. Der nächste Bach war zu flach. Abgeseilt konnten sie sich auch nirgendwo haben. Dazu war der nächste Berg zu weit. Wir hakten es schließlich schulterzuckend als deutsche Bankmanager beim Teambuilding ab.

Als wir in der Fajã da Caldeira do Santo Cristo ankamen, lockte das "Café O Borges". Der Gatte fand im Besitzer recht schnell einen Freund fürs Leben. Am Ende wurde er gar ob seines nahezu perfekten Portugiesischs gelobt. Die beiden hatten sich einfach gefunden. Schön, so eine Männerfreundschaft!

azoren 7229Der Rest des Weges zurück zur Fajã dos Cubres ging ein wenig auf und ab, war aber wirklich sehr schön. In der Fajã selbst schauten wir uns die beiden Seen an, die diversen Vögeln als Brutgebiet dienen. Anschließend ging es zurück zum Auto. Gottlob wartete der wütende Taxifahrer im Café nicht auf uns. Wir bestiegen unbehelligt unseren Peugeot und brausten von dannen. 

Zum Abendessen gab es ein Buffet im "Restaurante Urzelina" in Urzelina. Eine Bestellung à la carte war - aus welchen unerfindlichen, auf portugiesisch heruntergeratterten Gründen leider nicht möglich. Aber wir hatten Hunger. Und so war das Buffet eigentlich ganz nett. Besonders die nach Maronen schmeckenden Süßkartoffeln. Und der Fisch war auch lecker. Und am Ende kostete der ganze Spaß für zwei Personen EUR 25,- inkl. Getränken. Empfehlenswert, wenn man regionales Essen zu einem absolut angemessenen Preis testen möchte. Viele Einheimische aßen an diesem Abend dort.

azoren 9259Für den folgenden Tag plante der wanderfreudigste Gatte der Welt eine Tour von der Fajã dos Vimes (die mit dem Kaffee!) zur Fajã do São João. Ich klinkte mich aus. Man muss Männer ja auch mal sich selbst überlassen. Zudem war das ganz praktisch, da ich ihn erst absetzen und hinterher wieder einsammeln konnte. Der Plan, die Zwischenzeit für Fotos zu nutzen, scheiterte am wechselhaften Wetter.

Als mich der "Du kannst mich jetzt abholen"-Anruf erreichte, machte ich mich auf den Weg, wurde aber durch dichten Nebel auf der Straße über das Hochland aufgehalten. "Aufgehalten" bedeutet in diesem Fall, dass ich fast blind im Schneckentempo unterwegs war, und trotzdem beinahe eine Kuhherde, ein Quad und einen unbeleuchtet auf der Straße abgestellten Jeep gerammt hätte. Das muss mir erstmal jemand nachmachen!

azoren 9527In der Fajã São João tranken wir in einem sehr kleinen Café mit einer sehr netten Bedienung einen sehr guten Kaffee und wanderten noch ein wenig am Meer entlang. Am Ende schauten wir uns noch die Häfen von Urzelina und Terreiros an.

Für den Abend war ein Besuch im "Os Amigos" in Calheta geplant. Diesen Plan setzten wir dummerweise auch in die Tat um. Und das war wirklich der einzige brutale Fehlgriff des ganzen Urlaubs - obwohl uns am Morgen u.a. dieses Restaurant empfohlen worden war. Es war grauenvoll.

Das einzig Gute, das man über dieses Etablissement sagen kann, ist, dass das Bier gut gekühlt war, und dass der Rotwein einigermaßen erträglich schmeckte. Ansonsten stimmte da gar nichts. Dreckige Scheiben, dreckige Glastüren, hauchdünn geschnittene Lachssteaks, überteuerte Lapas, geschmackloser Salat, liebloses Essen at it's best! Wir verzichteten am Ende sogar auf den Kaffee und einen Blick in die Dessertkarte - und zahlten trotzdem mehr als am Vorabend. Nix wie raus hier! Das war das mit weitem Abstand fieseste Essen auf allen von uns besuchten Azoreninseln. Gulp!

Es machte einem immerhin den Abschied von São Jorge leicht. Am nächsten Morgen ging es nämlich mit der Fähre weiter nach Pico. 

von MrsFlax - veröffentlicht in: Weit weg
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Wednesday, 6. august 2014 3 06 /08 /Aug. /2014 11:48

azoren 7654Am Sonntag packten wir dann nach einer Woche São Miguel die Koffer, verließen unsere traumhafte Unterkunft, beluden "unseren" Peugeot und begaben uns - mit kurzem Zwischenstopp in Rocha da Relva - zum Flughafen in Ponta Delgada.

Nach Rocha da Relva, einer Fajã, führt ein alter Eselspfad steil hinab. Man hat schöne Ausblicke aufs Meer, auch wenn der Weg etwas beschwerlich ist - natürlich nur der Rückweg, nicht der Hinweg.

Am Flughafen gaben wir den Leihwagen ab und seufzten erleichtert über das Ende unserer Peugeotfahrer-Karrieren. Da wussten wir ja noch nicht, dass wir nach der Landung in Horta vom dortigen Autoverleih mit einem ausgelutschten Peugeot 107 beglückt werden würden. Shit happens.

Der Flug mit der Propellermaschine verlief störungsfrei. Kaum an Bord durften wir uns wieder an den Klängen der Partybus-Kassette erfreuen. Die SATA weiß, wie man Fluggäste zufriedenstellt. Immerhin hatten wir bei der Landung herrlichstes Wetter. Faial machte einen sehr erfreulichen Eindruck.

azoren 7740Mit dem ausgelutschten 107 ging es gar frohgemut Richtung neuer Unterkunft. Als wir ankamen, waren wir nicht wirklich sicher, ob der asthmatische Motor die extrem steile Auffahrt zum Haus schaffen würde. Er schaffte sie. Aber insgesamt nur zweimal. Nach dem zweiten Versuch, bei dem er giftige Rauchwolken ausstieß, parkten wir ihn fortan lieber unten an der Straße.

Vorräte hatten wir keine mehr, nicht mal mehr Wasser. Also marschierten wir erstmal los in den Ort, Praia do Norte, um etwas Essbares aufzutreiben. Die Bar mit angeschlossenem Minimercado verwehrte uns den Zutritt. Bei einer zweiten Bar konnten wir zumindest etwas zu trinken bekommen. Hunger!

Wir mussten also noch in den Nachbarort aufbrechen. Dort sollte es ein Restaurant geben, das bei "Trip Advisor" hochgelobt wurde. Zwei ausgewanderte Allgäuer sollten es betreiben, und es wurde dringend empfohlen zu reservieren. Reserviert hatten wir nicht, wollten es aber trotzdem versuchen.

azoren 7775Der Versuch gelang. Und Hans - der verbliebene der beiden Allgäuer - hatte auch noch ein schattiges Plätzchen für uns auf seiner lauschigen Veranda. Kurz gesagt: Die Vorspeise im "O Esconderijo" war bis zum Ende eins der kulinarischen Highlights des Urlaubs.

Es handelte sich um einen warmen Ziegenkäse mit Honig-Knoblauch-Soße. Das war so einfach wie genial. Werde ich definitiv nachbasteln.

Vorab beglückte uns Hans mit Brot und Olivenpaste, die auch so richtig lecker war. Der Gatte nahm als Vorspeise Gamba-Möhren-Kuchen mit Salätchen. Es folgten ein Triggerfish für den Herrn und eine Hühnerbrust für die Dame - beides auch sehr gut.

Alles mit Liebe zubereitet und auch optisch sehr ansprechend. Nach den Desserts - Schoko-Orangen-Profiteroles und Tamarilloeis, beides hausgemacht - waren wir satt und glücklich. Am Ende waren wir die letzten Gäste und hatten bei Schnaps und Kaffee noch ein nettes Gespräch mit Hans, der sich irgendwann zu uns gesellte. Das war ein sehr schöner Abschluss für den ersten Tag auf Faial.

azoren 7732Da es nun leider keinen Brötchenservice mehr gab, übernahm ich diese Aufgabe. Allmorgendlich düste ich mit dem 107 nach Cedros zum örtlichen Supermercado "Aldina", stellte das Auto ab, grüßte die vor der Bar beim ersten Sagres des Tages sitzenden Bauern und erledigte die Einkäufe. Zwei Flaschen Basalto gab es noch in dem Laden. Gekauft! Und auch die letzten Santa-Catarina-Atum-Dosen landeten in meinem Körbchen. 

Zum Frühstücken - und auch für ein Glas Wein des Abends - gab es einen traumhaften Terrassenplatz hinter dem Haus. Mit Meerblick! Und mit Blick auf den Kuhhund der Nachbarn, der Tag und Nacht an einem Strick, der gerade so lang war, dass er aufstehen und sich einmal um die eigene Achse drehen konnte, vor deren Haus angebunden war. Kein Wunder, dass die Biester irgendwann bösartig wurden.

azoren 7849Da das Wetter einen recht guten Eindruck machte, stand für den Montag die Rundwanderung um die Caldeira an. Immerhin versprach der Wanderführer "Keine Wanderung kann einen besseren Überblick über die Insel Faial geben als diese. Von einem traumhaften Aussichtspunkt am Rand des Riesenkraters steigen wir auf zum höchsten Gipfel der Insel. Unser Blick reicht herunter bis zu den kleinen Küstengemeinden und auch die Nachbarinseln Pico, São Jorge und Graciosa sind zu sehen (...)".

Der Wanderführer hatte - wie immer - recht. Diesen Rundweg sollte man keinesfalls verpassen, wenn man mal zufällig in der Gegend sein sollte. Oder auch absichtlich.

azoren 7864Im Prinzip läuft man immer am Kraterrand des Vulkans entlang, der fast komplett von Hortensienhecken gesäumt ist. Zwischendurch war ich wirklich völlig hin und weg. Zu diesem Zeitpunkt waren wir ja auch noch nicht im Botanischen Garten von Faial gewesen und wussten nicht, dass Hortensien "das Böse" sind.

Aber wahrscheinlich hätte das der Begeisterung auch nicht wirklich Abbruch getan. Zu schön der Blick aufs Meer, zu faszinierend der Blick auf der anderen Seite in den Krater.

Noch ganz begeistert von den Eindrücken der letzten Stunden kehrten wir zum Auto zurück, als der Gatte die Frage stellte: "Hat die Radkappe an der Beifahrerseite vorne eigentlich immer schon gefehlt?!" Keine Ahnung, aber jetzt fehlte sie. Wir fuhren langsam und suchend zurück nach Praia do Norte. Keine Radkappe weit und breit. Mist!

azoren 8118Ich begann bereits, nach an uneinsehbaren Stellen geparkten Wagen des gleichen Modells Ausschau zu halten, um vielleicht wenigstens widerrechtlich in den Besitz einer passenden Radkappe zu kommen, als ein Blick in die Übergabepapiere klar machte: Da war nie eine Radkappe gewesen! Puh!

In diesem Wissen ließ sich dann auch gleich der schönste Sonnenuntergang des Urlaubs vom Terrassenplätzchen aus viel unbeschwerter genießen. Der Gatte gönnte sich ein Sagres Zero. Er hatte bei Hans die alkoholfreie Variante in den sympathischen 0,25er Großflaschen für sich entdeckt und dann gleich bei Aldina auf Vorrat erworben.

Am nächsten Morgen ging es dann zum Botanischen Garten. Unterwegs trafen wir einen Bauern, der mit seiner Kuh einen kleinen Ausflug machte. Nette Idee. 

azoren 8255Im Jardim Botanico lernten wir dann, welche Pflanzen auf den Azoren "endemisch" sind, und welche eingeschleppt wurden. Blöderweise wurden nahezu alle hübschen Pflanzen eingeschleppt und breiten sich seitdem derartig aggressiv aus, dass sie den Bestand der eigentlich hier beheimateten Flora gefährden. 

Vor allem die Girlandenblume und die Hortensie benehmen sich dabei wirklich unverschämt und sind deshalb besonders verhasst. Und dabei wirken sie doch auf Fotos so unglaublich nett. Wie man sich doch täuschen kann.

Anschließend schauten wir uns noch den Hafen von Horta an, von dem aus wir Tage später zu unchristlicher Zeit per Fähre weiterzureisen gedachten. Da informiert man sich lieber rechtzeitig, wo das Auto abgestellt werden muss, und wie man an Tickets kommt. 

azoren 8309In einer Bar am Hafen, die wir dämlicherweise für einen Pingado und ein Wasser ausgewählt hatten, verfluchten wir uns dann, nicht doch im Peter Café Sport auf einen Gin Tonic eingekehrt zu sein. Zu spät. Das Wasser war lauwarm, der Laden dreckig - und der Kellner belohnte sich dafür selbst, indem er großzügig Trinkgeld auf die Preise draufrechnete, es gleich mit abzog und in ein dafür bereit stehendes Gefäß warf. Grmpf!

Zu unserem Peter-Gin-Tonic kamen wir dann allerdings sehr viel später doch noch. Jetzt stand erstmal eine Wanderung zur Ponta dos Capelinhos. Das war ziemlich beeindruckend, zumal der halb versunkene Leuchtturm einfach irgendwo mitten in einer Mondlanschaft steht, die erst nach dem Ausbruch des Vulcão dos Capelinhos 1957/58 entstanden ist. Vorher stand der Leuchtturm nämlich, wie es sich für einen Leuchtturm gehört, direkt an der Küste.

azoren 8442Während der selbstquälerisch veranlagte Gatte sich noch an den Aufstieg zum Capelinhos machte (Zitat Wanderführer: "Nach einem kräftezehrenden Aufstieg oben zunächst rechts halten..."), beschränkte ich mich aufs Fotografieren. Da sich während der Wartezeit das Wetter deutlich verbesserte, kam ich dann doch noch zu einigen präsentablen Fotos.

Für den folgenden Mittwoch war eine Küstenwanderung in der Nähe unserer Unterkunft - rund um Cedros - geplant. Wir trafen massenhaft Kühe, gottlob ohne dazugehörige Kuhhunde, gerieten in einen Regenschauer, trockneten wieder und bestiegen einen alten Walausguck. Dazu gab es obendrauf noch eine nette Bucht mit schwarzem Sand.

azoren 8791Abends aßen wir in Sãlao im "Pasquinha". Mein Vorspeisenziegenkäse war derartig riesig, dass ich heimlich ein Stück fürs Frühstück einpackte. Auf dem Teller gegenüber lagen wieder Lapas.

Als Hauptgang orderten wir beide den Thunfisch mit Garnelensoße, ein äußerst interessantes Gericht. Der Thunfisch schmeckte fast wie Fleisch und war offensichtlich geschmort worden. Köstlich!

Und das war dann auch schon das Abschiedsmahl auf Faial. Für den nächsten Morgen stand der Wecker auf 5:00 Uhr. Die Fähre nach São Jorge würde nicht auf uns warten. 

Eine halbe Flasche ekelhaften Rotweins, den ich eigentlich als "Basalto"-Alternative testen wollte, landete im Ausguss unserer Unterkunft. Das verkürzte die Terrassenzeit enorm, und sorgte dafür, dass wir ausgeruht am folgenden Morgen an der Fähre standen.  

von MrsFlax - veröffentlicht in: Weit weg
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