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VIVE LA RÉDUCTION!

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Als ich einmal...

... im Kühlschrank einen abgelaufenen Hefewürfel fand, der aber noch gut war. Das "einmal" war heute morgen. Und eigentlich bin ich jetzt auch total krank, aber dieser Hefewürfel. Nein. Den konnte ich da nicht einfach so seinem Schicksal überlassen. Wirklich nicht.

Zumal mir das irgendwann mal passiert war, und ich dann hinterher diese klebrige, schleimige Masse aus dem oberen Fach der Kühlschranktür kratzen und wischeln musste. Nein, danke. Nicht nochmal.

Und wegwerfen? Wäre vielleicht die erträglichste Lösung gewesen, kam aber irgendwie nicht in Frage. Weshalb auch immer. Am Ende wurde aus dem Hefewürfel eine perfekte Resteverwertung für noch ein paar Dinge, die dringend weg mussten. Der Kühlschrank bedankte sich.

Als ich einmal...

Ich beschloss, eine Art pikante Hefeschnecken daraus herzustellen. Schinkenwürfel, geriebener Käse und ein verlassenes Stück Greyerzer wären damit auch gleich vernichtet. Und das Spinatpesto ebenfalls.

Der Plan war gut. Und: Die Dinger schmeckten auch - jedenfalls soweit ich das mit meiner Rüsselpest beurteilen kann. Der noch grippegeschwächte Gatte, dessen Nase allerdings weniger in Mitleidenschaft gezogen ist, stimmte dem großzügig zu. Vielleicht wollte er mich in meinem desolaten Zustand allerdings auch einfach nicht aufregen. Oder war zu schwach für Diskussionen.

Wie auch immer - hier die Bastelanleitung:

Als ich einmal...

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Hefeschnecken mit Pesto, Schinken & Käse
Zutaten...
... für den Teig:

500 g Dinkelmehl, Type 603
1 Würfel Hefe
200 ml Milch
100 ml Wasser
1 TL Zucker
Olivenoel
Kräuter (frisch gehackt oder wie hier selbst eingelegte Gartenkräuter)
Salz
... für die Füllung:
1 Glas Pesto
Schinkenwürfel
geriebener Käse
Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken. Milch und Wasser zusammen erwärmen. Einen Schuss davon in die Mulde geben. Hefe hineinbröseln. Zucker darüber streuen. Mit einem Küchenhandtuch abdecken und warten, bis sich de Hefe ausgelöst hat.
Restliche Zutaten alle gleichzeitig zugeben, Teig kräftig verkneten, zu einer Kugel formen und erneut in der abgedeckten Schüssel gehen lassen. Bei mir sah er nach ungefähr zwei Stunden so aus, als fände er es super, wenn ich ihn jetzt nochmals kneten würde.
Gesagt, getan. Also weiter: Auf der bemehlten Arbeitsplatte kräftig durchkneten. Arbeitsplatte wieder mehlen und Teig mit einem Nudelholz zu einem großen Rechteck ausrollen.
Pesto flächendeckend darauf verstreichen, Schinken und Käse nacheinander darüber streuen. Teig etwa bis zur Hälfte einrollen, abschneiden, den Rest ebenfalls einrollen. Die Rollen jetzt in Scheiben schneiden und die Scheiben nebeneinander auf zwei mit Backpapier ausgelegten Blechen verteilen.
Bei 175°C Umluft abbacken, bis die Schnecken knusprig und gebräunt sind.   
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So. Bin platt und wanke Richtung Sofa. Verdammt! Dreckswinter, Dreckswetter, Dreckserkältung! Grrrr...

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Published by MrsFlax - - In der Küche

It's me. I'll kill you.

Nur kurz. Ich bin nämlich gerade etwas zu aggressiv für ein nettes, ausführliches Posting. Schließlich bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln gereist. So einfach steckt man das nicht weg. Vor allem heute nicht.

16:13 Uhr ab Mainz in der RB75 saß ich neben einem Menschen in Max' Alter, vielleicht etwas darunter. In den popeligen zwölf Minuten bis Wiesbaden hat er mich soweit gebracht, dass ich ihn töten wollte. Ernsthaft. "Buffy"-mäßig. Mit Fußtritt und Handkantenschlag an den Kehlkopf und so...

It's me. I'll kill you.

Ich weiß. Wenn ich es jetzt beschreibe, klingt es harmlos. Aber er hat mich mit einer Tüte Würzerdnüsse, einem Apfel und einem kohlensäurehaltigen Getränk komplett in den Wahnsinn getrieben.

Stinkende Erdnusstüte auf -> Nüsschen in die Hand gekippt, in den Mund geschnickt, gekaut -> stinkende Erdnusstüte raschelnd geschlossen -> kohlensäuehaltige Getränkeflasche unter Rascheln aus dem Rucksack gezerrt, geöffnet ("Zisch!") und getrunken -> Flasche unter lautstarkem Geraschel wieder eingepackt -> Nüsschen wieder ausgepackt, Tüte raschelnd geöffnet, Nüsse lautstark gekaut...

Als ich gerade dachte, das war's jetzt, kam der Todesstoß: ein Apfel! Ab da wurden abwechselnd Nüsschen und Apfel gekaut und die "Zisch!"-Flasche geöffnet und getrunken. Zwischendurch alles natürlich immer wieder ein- und ausgepackt.

Als die Nüsschen endlich alle waren (Danke, Drecks-Nüsschen!), wurde der Apfelkrotz kubikmillimetergenau niedergekaut und zwischendurch immer mal wieder getrunken. "Zisch!"

It's me. I'll kill you.

Überflüssig zu erwähnen, dass mir dann in der Linie 6 zum Nordfriedhof Wiesbaden ein Mensch mit Kopfhörern und voll aufgedrehtem Scheißmusikgeschmack gegenüber saß, der in einer Endlosschleife dieses Lied hörte, das mich im Büro aus dem Radio schon in den Wahnsinn getrieben hatte. Irgendwas Instrumentales mit ständigen Wiederholungen einer nervigen Melodie. Melodie?! Ich lasse das mal so stehen...

Und als ich endlich zu Hause war, war klar, dass nicht nur die Brücke weiterhin gesperrt bleibt, sondern dass auch ein weiterer Bahnstreik unmittelbar bevorsteht. Ich bin ja nun echt ein großer Freund von Streiks, aber momentan wird das jetzt schon irgendwie blöd. Ach, egal! Keine Bahn - keine Nüsschen!

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Published by MrsFlax - - Nebenbaustellen

Buntes aus dem Lazarett

Bei uns sehen sogar die Eier irgendwie krank aus. Vom Gatten ganz zu schweigen, den die Grippe voll erwischt hat. Reichlich Zeit für aufwendige Spielchen an der Küchenarbeitsplatte also.

Was ich die ganze Zeit schon ausprobieren wollte, waren Ravioli aus Roter Bete. Aber der Nudelteig sollte auch nach dem Kochen intensiv rot bleiben. Und das scheint gar nicht so einfach zu sein. Das Netz steckt voller Fotos von schweinchenrosa Nudeln. 

Nach längeren Recherchen fand ich, dass eierlose Nudelteige die Farbe am besten halten. Das verknitterte Ei oben kam also nicht zum Einsatz. Ich stellte den Teig dann nur aus Rote-Bete-Direktsaft, Hartweizengrieß und Olivenoel her. Als Backup hatte ich noch Rote-Bete-Pulver bestellt, das aber am Ende gar nicht gebraucht wurde.

Buntes aus dem Lazarett

Wobei die Teigverarbeitung eine ziemliche Schinderei war, obwohl ich mehrfach nachjustiert hatte. An den Rest, der noch im Kühlschrank lagert, werde ich nochmal ein wenig Saft geben, bevor er weiterverarbeitet wird.

Die Kürbisfüllung habe ich bei Lea Linster geklaut: "Ravioli mit Kürbis". Die Füllung war echt perfekt. Ich hatte allerdings nur einen Hokkaido da. Mit Muskatkürbis ist es sicher noch leckerer.   

Buntes aus dem Lazarett

Dazu gab es den Postelein, den ich wie Blattspinat in der Pfanne angeschwitzt hatte, und ein Sektsößchen mit Ziegenfrischkäse.

Dann legen wir also mal los. Die Mengenangaben für den Teig sind allerdings ziemlich pi-mal-daumig. Bei trockenem Teig einfach nochmal Saft dazu, bei klebrigem Teig mehr Grieß.        

Buntes aus dem Lazarett

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Rote-Bete-Ravioli mit Kürbisfüllung und Postelein
Zutaten
... für den Teig:

200 g Hartweizengrieß
75 g Rote-Bete-Direktsaft
2 EL Olivenoel
1 Prise Salz
... für die Füllung:
350 g Kürbisfleisch, gewürfelt
(mein Kürbislein hatte ein Bruttogewicht von etwa 600 g)
1 guter Stich Butter
1 Schalotte
Salz, Pfeffer
60 g geriebener Parmesan
1 Eigelb
Muskat

Buntes aus dem Lazarett

... für das Grüne auf dem Teller:
150 g Postelein
Olivenoel
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
... für das Sößchen:
80 ml Geflügelfond
80 ml trockener Sekt (oder Weißwein)
25 g Butter
80 g Ziegenfrischkäse

Buntes aus dem Lazarett

Zubereitung:
Nudelteigzutaten in einer Schüssel vermischen und sehr lange und ausdauernd verkneten. Auf der Arbeitsplatte weiterkneten. Die Unterarme sollten schon ein wenig schmerzen...
Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens eine halbe Stunde kühl deponieren.
Derweil die Butter in einem Topf auslassen und die fein gewürfelte Schlotte darin anschwitzen. Wenn sie glasig ist, Kürbiswürfel, Salz und Pfeffer dazu geben und ebenfalls anschwitzen, bis sie gar sind.
Alles mit dem Kartoffelstampfer zerstampfen, ein wenig auskühlen lassen, mit Parmesan und dem Eigelb vermischen und kalt stellen.
Jetzt erstmal an die Soße und dabei parallel zur Endfertigung der Ravioli. Nur eine Sache gleichzeitig kann ja jeder. Pah!
Geflügelfond und Sekt / Wein zusammen aufkochen und auf etwa ein Drittel einköcheln lassen. Hitze reduzieren, Ziegenfrischkäse einrühren und darin schmelzen lassen. Zuletzt mit der kalten Butter montieren und mit dem Pürierstab aufschäumen.
Parallel den Nudelteig mit der Maschine auswalzen und mittels eines Raviolibretts (oder jeder anderen Form oder auch mit was auch immer...) Nudelteig füllen und Ravioli herstellen. Salzwasser zum Kochen bringen, Ravioli hineingeben, Hitze abschalten und Nudeln ziehen lassen.
Ich habe, um eventuellem Verblassen des Teig beim Kochen entgegenzuwirken, auch nochmal Rote-Bete-Saft ins Kochwasser gekippt. War aber meines Erachtens überflüssig. Die Nudeln wären auch so nicht ausgeblichen.
Letzter Teil: Olivenoel in einer hohen Pfanne erhitzen, in Würfelchen geschnittene Schalotten und Knoblauch darin andünsten, schließlich Postelein (oder ersatzweise z.B. Mangold oder Spinat) zugeben und ebenfalls andünsten, bis er zusammenfällt.
Und jetzt zackig: Anrichten!    
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Buntes aus dem Lazarett

Den Postelein bestelle ich gleich für diese Woche nochmal. Den fand ich superlecker. Da das Zeugs zudem auch noch winterhart ist, erwäge ich, es in diesem Jahr mal in ein oder zwei Reihen in den Garten zu setzen. Versuchsweise.

Und um mich an Rosenmontag abseits von Mainz - und ohne Brücke - bei Laune zu halten, habe ich mich daran gemacht, aus dem restlichen Nudelteig Tortellini herzustellen. Füllung war auch noch übrig. Dazu wird es Mangold geben. Der wird aber der Einfachheit halber gleich in einem Topf mit der Soße landen.

Aaaaachhhh... Und bevor ich es schon wieder vergesse: Tine! Ich hätte jetzt hier fünf Flaschen trinkfertigen Lakritzlikörs. Reicht das für einen Abend?! Blöd nur, dass gerade die dämliche Brücke unpassierbar ist. Wollen wir es auf nach 2019 verschieben oder nimmst du die Fähre? Über Koblenz (weit, aber schnell) oder Weisenau (kurz, aber Stau) ist ja irgendwie auch ätzend... Es waren zwei Königskinder... :D

Buntes aus dem Lazarett

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Published by MrsFlax -

Nix mit "Helau!" & "Be my Valentine"

Eigentlich war das ein wenig anders gedacht heute. Ich hatte mich auf das Super-Valentinstag-Menue eingestellt, geplant und eingekauft. Und als dann gestern auch noch der Gatte vom Frankfurter Markt Lammlachse vom "Hof Berbalk"-Stand mitbrachte, war ich praktisch top vorbereitet.

Blöd nur, dass eben dieser Gatte kurz nach dem grandiosen Einkauf zu husten begann. Und jetzt komplett flach liegt. Nase zu = null Genuss. Mist! Eine von diesen arbeitgeberfreundlichen Langes-Wochenende-Krankheiten. Die schönen freien Tage mit Tee und Löwenzahnhonig zu verbringen, war genau nicht der Plan. Grrrr... 

Nix mit "Helau!" & "Be my Valentine"

Ich habe dann gegen Mittag innerlich mit dem Supermenue abgeschlossen und mich auf sättigendes und wärmendes Kuschelessen eingestellt. Da wir allerdings gerade erst eine Hühnersuppe hatten, kommt Erkältungsessen Nr. 1 diesmal nicht in Frage. Also wird etwas aus dem Gemüse gebastelt, dass uns die Ökokiste beschert hat.

Das gäbe mir jetzt die perfekte Gelegenheit, die kleinen Flammkuchen, das überaus köstliche Wirsinggemüse und das Schwarzwurzelragout von letzter Woche nachzubloggen, statt neue Sachen zu produzieren. Man beachte das "gäbe". Konjunktiv! Böse!

Ich habe mir nämlich eben die Fotos angeschaut und festgestellt, dass ich absolut keine Ahnung mehr habe, wie ich das genau gemacht habe.

Nix mit "Helau!" & "Be my Valentine"

Bei den Flammkuchen geht's ja noch. Das ist der einzige Lichtblick. Ich versuch's mal:

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Kleine Flammkuchen mit Roter Bete und Ziegenfrischkäse
Zutaten (für zwei Vorspeisenportionen):
... für den Teig:
125 g Mehl Type 405
1 EL Rapsoel
60 ml Wasser
1 Prise Salz
... für den Belag:
100 g Saure Sahne
Salz, Pfeffer
4 kleine Knollen Rote Bete (hier: 2 bunte und 2 rote)
etwa 80 g Ziegenfrischkäse
Kresse
Zubereitung:
Teigzutaten verkneten, sechsteln und jeweils dünn ausrollen. Mit der Sauren Sahne bestreichen, salzen und pfeffern.
Rote Bete in dünne Scheiben schneiden und auflegen. Ziegenkäse zerbröseln und Flammkuchen damit bestreuen. Bei 220°C Umluft abbacken, bis der Käse Farbe annimmt und der Teig knusprig ist.
Mit der Kresse bestreuen und servieren.
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Nix mit "Helau!" & "Be my Valentine"

Am Wirsing war Orange - Saft und Schale - und er war vorher blanchiert und dann mit Schalotten in Butter angeschwitzt worden. Dann kam etwas Geflügelfond dazu. Und etwas Saure Sahne. Und Gewürze - aber außer Salz, Pfeffer und Muskat fällt mir da jetzt gerade nichts ein. Und ich weiß, da war noch was. Etwas Wichtiges. Ich teste es bei Gelegenheit nochmals. Vielleicht fällt es mir beim Kochen wieder ein.

Das Gleiche mit den Schwarzwurzeln. Geschält, geschnippelt - und dann in Butter mit Schalottenwürfelchen angeschwitzt. Abgelöscht mit trockenem Weißwein. Eingeköchelt. Und ab da fehlt mir jegliche Erinnerung. Auch an dieser Stelle werde ich noch mal in mich gehen müssen. Die Schwarzwurzeln waren nämlich super. Genau wie der Wirsing. Verdammt!

Nix mit "Helau!" & "Be my Valentine"

Zum Wirsing gesellte sich ein Lachs. Und Hasselbacks aus Bamberger Hörnchen und Blauem Schweden. Auf den Schwarzwurzeln landete ein Zander und für den Knusper kamen fritierte Champignon-Kartoffel-Croutons dazu.

Immerhin weiß ich, was es gleich geben wird: Reibekuchen aus Kartoffeln und Steckrüben, dazu drei verschiedene Toppings. Räucherlachs mit Kräuter-Crème-fraîche, Rahm-Champignons und Rote-Bete-Ragout. Vielleicht schaffe ich es dann ja auch, ein präsentables Foto zu machen. Gestern siegte definitiv der Hunger über die Ästhetik. 

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"Mainzigartig mobil"

Der süße Kuschelbus oben steht auf der Fensterbank in unserem Büro. Seit Jahr und Tag. Das Maskottchen der MVG. Und die hatten heute - unter anderem - einen rabenschwarzen Tag.

Tag 2 nach dem Schiersteiner "Brückengeddon" erwies sich als äußerst unglücklich. Bereits bei meiner Ankunft am Wiesbadener Hauptbahnhof musste ich feststellen, dass sämtliche "Zugzielanzeiger" an den Bahnsteigen außer Betrieb waren. In Frankfurt auch. Eventuell hessenweit? Jedenfalls irrten nun ausgerechnet heute unzählige ÖPNV-Analphabeten durch die Bahnhöfe und dieses Problem verstärkte ihr eigenes deutlich.

Ich glaube, bis zum Einsteigen in die RB75 wurde ich etwa zehnmal gefragt, ob das Ding nach Mainz fahre. "Das Ding" war dann auch brechend voll. Wen wundert's?! Zudem hielten sich die ahnungslosen Neu-Pendler nicht an die drei Goldenen Regeln des Pendlertums: Hinsetzen! Schnauze halten! Warten, bis es vorbei ist!

Das führte zu einem unangenehmen Geräuschpegel, den man um diese Uhrzeit nur schwer ertragen kann. All diese aufgeregten Menschen, die sich benahmen wie auf Klassenfahrt, eben noch in Schlangen die Fahrscheinautomaten blockiert hatten, und die sich nun gegenseitig wild schnatternd der Wichtigkeit dieses aufregenden Erlebnisses vergewissern mussten. Grmpf!

"Mainzigartig mobil"

Zwei Stunden später musste ich feststellen, dass das allerdings noch echt so richtig gut gelaufen war. Zu diesem Zeitpunkt erzählte mir nämlich eine nette Frau. dass der Mainzer Hauptbahnhof etwa eine Stunde lang komplett blockiert gewesen war, weil es an Gleis 5 zu einem "Personenschaden" gekommen war.

Etwa zeitgleich wurde die B455 nach Kastel komplett gesperrt, da ein Lkw auf das dort wahrscheinlich seit gestern befindliche Stauende aufgefahren war. Nicht gut. Gar nicht gut. Zwischendurch machten lustige Polizeimeldungen die Runde: "Schlägerei im Stau" etwa. Ja, da können schon mal die Nerven blank liegen...

Um die Mittagszeit stolperte dann auf der wichtigsten Mainzer Bus- und Straßenbahnspur direkt vor der Hauptpost ein stark alkoholisierter Minderjähriger (es war von 2,37 Promille die Rede...) vor einen Stadtbus. Damit waren alle Fahrten vom Hauptbahnhof zum Schillerplatz (respektive Fastnachtsbrunnen!) erstmal Geschichte.

Wenn läuft, dann läuft's halt! :D 

"Mainzigartig mobil"

Aus der Mittagspause kehrte die Kollegin mit dem "Mainzigartig-mobil"-Kuscheltier mit einer batteriebetriebenen, blinkenden und sich um ihre eigene Achse drehenden Zugente (s.o.) zurück. Etwa um die gleiche Zeit trafen dann unsere traditionellen Weiberfassenacht-Vorstands-Kreppel ein. Die Stimmung war jetzt wahrhaftig am Siedepunkt.

Mein Heimweg verlief dagegen dann enttäuschenderweise relativ unspektakulär: RB75 nach Wiesbaden -> Linie 3 zum Nordfriedhof -> Puntili. Wobei noch erwähnt werden muss, dass das Fahrrad- und Kinderwagenabteil der Bahn mit nichtsahnenden Neubahnfahrern besetzt war, sodass sämtliche Gänge mit Rädern und Kinderwagen zugestellt werden mussten. Der mitreisende Bahnangestellte ließ die Fahrkartenkontrolle schulterzuckend gleich ganz sein. Hätte eh keinen Sinn gehabt.

In Wiesbaden dann war von Linie 6 keine Spur. Die noch ausstehenden etwa zwanzig Busse standen wahrscheinlich alle auf der Theodor-Heuss-Brücke im Stau. Wie schön, dass es die Linie 3 gibt. Die traf dann irgendwann ein und verfrachtete mich zum Auto. Und damit auch endlich nach Hause. 

"Mainzigartig mobil"

Dort wartete bereits meine Donnerstags-Öko-Kiste mit Topinambur (Jedes Gemüse hat eine zweite Chance verdient!), Lauch, Mangold und Postelein. Das wären dann die Aufgaben für die kommenden drei Tage. Ich freue mich schon.

Blöderweise hatte ich morgens vergessen, die Leergutkiste rauszustellen. Meine Güte, in dem ganzen Chaos sollte das nicht wirklich lebensentscheidend gewesen sein.

Übrigens auch lustig: Nachdem die Brücke sozusagen "weg" ist, scheint DHL noch keine Idee gehabt zu haben, wie man Pakete von Saulheim nach Hessen ausliefert. Mal gespannt, ob da vielleicht mal irgendwann eine Nachtfahrt o.ä. geplant ist. Laut Sendungsverfolgung liegt eins meiner anreisenden Päckchen seit jetzt fast 48 Stunden in einem Lkw.

Und was zwingend auch noch Erwähnung finden muss, ist die Tatsache, dass offensichtlich die Mombacher "Bohnebeitel" schuld an der ganzen Misere sind. Deren Sitzung wurde nämlich am Vorabend des BrückenGAUs beim SWR ausgestrahlt. Und das hier war eins der Highlights: Nick Benjamin - "Der Brigg geht's nedd gut!"

Da hat sie es dann wohl selbst gemerkt, die Brigg. Und dann hat sie aufgegeben. Und ich fürchte - ganz ehrlich - dass es das jetzt auch mit "de Schiersteiner" war. Ich glaube nicht, dass ich da nochmal - zumindest nicht mit dem Auto - drüber fahren werde. Schon traurig irgendwie. Seufz!  

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