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Habe praktisch kurzentschlossen den Drachen gehießt. Glamorgan Sausages gabe es. Mit Tomatensalat. Und gleich folgt noch ein Rhabarberkuchen nach walisischem Rezept.

Selbst schuld, Belgier! Hätte ich irgend etwas Attraktiveres als Pommes, Schmorgerichte mit Bier und / oder schon wieder Waffeln gefunden, wäre die Sache klar gewesen. So wird das leider nix.

Falls Wales wider jede Vernunft gewinnen sollte, wird es morgen lustig. Falls ich Pizza mache, steinigen mich am Montag die Kolleginnen, weil sie Jogi nicht mehr anschmachten können. Verliert Wales, bin ich wieder frei wie der Wind. Und kann zwanglos aufkochen.

Nur soviel: Ich habe gestern gelogen. Es gibt heute keine Rezepte. Ich bin ja keine Blogmaschine. Harhar! Könnte morgen dann etwas stressig bei der Aufarbeitung werden, aber ich bemühe mich. Die Sachen der letzten beiden Tage lohnen sich nämlich wirklich.

So. Zurück zu Bales und Wales. Und zum Sahne schlagen für den Rhabarberkuchen in der Halbzeit.

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Also zumindest für meine übersinnlichen, fußballergebnisindokrinierenden Kräfte. Heute lege ich es drauf an! Typisch portugiesisch wären zwar gegrillter Fisch, salzlose Salzkartoffeln und gegrilltes Gemüse, das haarscharf am Pfefferstreuer vorbeigelaufen ist, gewesen, aber ich dachte, ich würze mal ein bißchen. Ich hoffe, das kostet Ronaldo und Konsorten am Ende nicht den Sieg.

Sicherheitshalber legte ich als Dessert die Pastéis de Nata nach. Das sollte selbst für das Schicksal unmissverständlich sein. Wird aber jetzt alles aber ziemlich knapp. Das Essen – Zitronenkartoffeln, Gemüse, Kabeljau aus der Grillpfanne – ist soweit bereit, aber die Pastéis müssen noch vorbereitet werden. Bis zum Spiel sind es noch etwa 40 Minuten.

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Ich speichere das jetzt mal ab, bringe das Essen zu Ende und schreibe dann weiter. Und auch wenn dieser Beitrag erst in der Halbzeit online geht: Bisher habe ich alles vor 20:21 Uhr geschrieben. Und daran ändere ich auch nichts mehr. Ehrlich!

20:53 Uhr: Aufgegessen! Lecker! Portugal MUSS gewinnen!

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Jetzt flott ab mit den Törtchen in den Ofen!

22:09 Uhr: Püntlich zur zweiten Halbzeit bei gottlob noch offenem Ausgang ein schnelles Foto von den Pastéis de Nata:

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Der erste Versuch ist wirklich geglückt – obwohl ich nach meinem späten Feierabend auf fertigen Blätterteig zurückgreifen musste. Niemals in meinem Leben habe ich einen leckereren Pudding gegessen. Echt jetzt.

Die Rezepte gibt es morgen. Jetzt muss sich erstmal CR7 sein Törtchen verdienen!

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Oh! Mein!! Gott!!! Ich habe den Ausgang der letzten fünf Achtelfinals manipuliert! Durch Kochen! Vielleicht sollte ich ins Wettgeschäft einsteigen, Millionen vedienen und endlich diese emotional und kreativ einengende Büroarbeit sein lassen?!

Morgen werde ich den ultimativen Test durchführen. Ich habe mich für Portugal entschieden. Erstens mag ich die Portugiesen, zweitens fällt mir zu Polen nicht mehr wirklich etwas Kochbares ein, und drittens könnte ich endlich mal „Pastéis de Nata“ machen. Die stehen schon lange auf dem Plan. Eine klassische Win-win-Situation also eigentlich.

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Gestern gab es vorab einen Salat aus allem, was sich an erntefähigem Grünzeug im Garten fand. Dazu essbare Blüten und Ziegenkäse, der unter Holunderblütenhonig und reichlich Thymian im Ofen landete. Wenn wir eine Ziege hätten, wäre praktisch alles aus eigener Produktion gewesen. Nur – wohin mit der Ziege?! Am besten unter die Pinie, die wir nicht haben. Ich merke nämlich gerade, dass wir auch bei Pinienkernen noch nicht wirklich autark sind.

Themenwechsel: Ständig sterben irgendwelche „Promis“. Nicht, dass mich das nun wirklich ernsthaft aus der Bahn werfen würde – immerhin hat Michael Jackson an meinem Geburtstag den Abgang gemacht. Was mich aber tatsächlich aus der Bahn warf, war die GMX-Startseite gestern:

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Erstmal das total erschreckende Substantiv in der Headline. Fehlt da nicht ein bestimmter Artikel?! Dann die Werbung: Aktien, BHs, die wie Hosen aussehen, und Flatrates… Und dann schweifte mein Blick nach unten links! Hat sich Sensenmann Schimanski etwa den Passagieren einer Boeing 777 der Singapore Airline gezeigt?! Damit muss ich jetzt erstmal fertig werden.

Dagegen ist die Sensationsmeldung zu Jogi Löw, der seinen Körper nicht im Griff hat, praktisch ein Scherz. Der GMX-Newsticker von gestern vermeldete nämlich: „07:13 Uhr: Jogi Löw versucht Schnüffeleien zu erklären
Bundestrainer Joachim Löw hat sich gegenüber dem Magazin ‚Goal‘ für seine aufsehenerregenden Momente rechtfertigt. Beim ersten deutschen Spiel der EM griff er sich in die Hose und roch anschließend an seiner Hand und beim Viertelfinaleinzug schließlich in die Achsel.
‚Wir Trainer leiden mit. Wenn Conte oder ich nachher Bilder sehen, fragen wir uns: Sind wir das wirklich?‘, erklärt Löw im Interview. ‚Das sind Emotionen. Wir sind bei der Arbeit, da wird es manchmal hitzig. Wenn wir zwei Chancen vergeben, könnte ich mir auch in die Faust beißen“‚

Ja, Jogi, dann beiß‘ dir doch verdammt nochmal in die Faust! Von mir aus auch in den Knöchel! Oder Andi Köpke ins Ohr. Alles besser als dieses Gekraule und Geschnüffel. Und zieh bitte Conte nicht mit rein. Oder sonst wen Unbeteiligten…

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Waah… Themenwechsel! Die erste Himbeere ist reif. Offiziell! Und ich muss sagen, ich habe selten eine so perfekte und absolut bezaubernde Himbeere gesehen. Der Gatte meinte, sie habe sogar richtig gut geschmeckt. Wahnsinn!

Und die Johannisbeeren bekennen endlich auch Farbe. Die roten liegen vorne, die schwarzen zögern noch etwas.

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Morgen geht es dann mit Fußball weiter. Es ist immer das gleiche: Wenn die Gruppenspiele durch sind, kommt plötzlich an den spielfreien Tagen diese innere Leere auf. Wieso eigentlich? Während der Gruppenphase hat man sich doch praktisch über drei von vier Spielen geärgert oder sich gelangweilt. Seltsam…

Egal! Heute habe ich die ersten Einkäufe für Sonntag getätigt. Da wird nämlich gegrillt. Das alljährliche Geburtstagsgrillen. Praktisch unser einziges Grillen im Jahr, vor und nach dem jedesmal der Grill gereinigt wird. An den übrigen 364 Tagen hat er Pause. An- und Abgrillen an einem Tag! Wahrscheinlich sind wir irgendwie krank. Das scheint mir hier der unbegrillteste Haushalt Deutschlands zu sein. Europas?! Der Welt?!

Sonntag spielt jedenfalls Frankreich gegen Island. Isländische Speisen vom Grill fallen mir da jetzt irgendwie nicht ein. Für die Franzosen böte sich Charolais vom Ahrtalhof an. Ich werde die Sache nochmals meditieren.

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Warum Italien Spanien geschlagen hat?! Ganz einfach! Ich bin schuld. Nachdem ich mich auf dem Zahnfleisch durch die acht Arbeitsstunden dieses Tages geschleppt hatte, war irgendwann endlich Feierabend. Eigentlich wollte ich früher gehen – zum Besten für mich und meine Umgebung. Dummerweise beschloss ich irgendwann, bis zum Ende durchzuhalten. Fehler! Riesenfehler!

Für meinen Heimweg von üblicherweise 50 Minuten brauchte ich dann nämlich fast exakt zwei Stunden, weil durch unzählige Polizeieinsatzfahrzeuge und ihre bis an die Zähne bewaffneten Insassen die Auffahrt zur Platte wegen einer „Polizeikontrolle“ abgesperrt war. Der Rückstau ging bis ins Westend. Na, danke!

Am Ende durfte ich passieren. Ein bißchen Schiss hatte ich dabei schon. Man fühlt sich fast, als ob man einen flüchtigen Schwerstverbrecher im Kofferraum durch die Gegend gondelt. Ich fürchte, genau so sah ich auch aus. Schuldbewusstsein – ob echt oder eingebildet – sieht man mir nämlich leider meist problemlos an…

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Zu Hause war dann nur Zeit für ein schnelles Essen. Lange hatte es das hier nicht mehr gegeben. Und im Garten standen Massen erntefähigen Rucolas. Also dann das. Zu spät fiel mit auf, dass das eindeutig in die italienische Richtung ging. Und das, nachdem gestern jeweils die Mannschaft auf dem Teller gesiegt hatte.

Verdammt! Spaghetti in dieser Form als spanisch zu verkaufen, war praktisch aussichtslos. Und prinzipiell reißt ja auch die längste Serie mal ab. Leider nicht vor dem Italien-Spanien-Spiel. Ich Depp!

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Ich habe diesmal den Parmesan durch Pecorino ersetzt. Und den Frischkäse durch Ziegenfrischkäse. Und ein Stich Butter war auch gut. Wichtig: nicht am schwarzen Pfeffer sparen!

Als das 18-Uhr-Spiel endete verfluchte ich mich und meine Nachkommen bis ins zehnte Glied! Ich hatte den Italienern zum Sieg verholfen!!! Wie konnte das passieren?!

Um den Tag halbwegs anständig zu Ende zu bringen, verzichtete ich auf ein englisches Dessert, taute das Lakritzeis auf, um die Isländer zu unterstützen, und warf während des England-Elfers zwei Kugeln in eine Schüssel. Keine Zeit für ausdekorierte Fotos. Jetzt gilt’s! Ich fand, dass die Isländer meine Unterstützung dringender brauchten als Rooney & Co. Falls sie tatsächlich gewinnen sollten – was ich prinzipiell für nahezu unmöglich halte – bewerbe ich mich bei der Springer-Presse als EM-Orakel.

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Oder aber wir alle hier halten meine übersinnlichen Kräfte total geheim und versuchen die Viertel- und Halbfinals und das Finale nach unseren Wünschen zu gestalten. Jemand Präferenzen?

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… wir doch sind! Gestern haben wir es zum wiederholten Male bewiesen. Dem Morgen Der Morgen graute es bereits, als ich mich auf den Heimweg machte. Aber mal von Anfang an:

Es war eine etwa zweistündige Wanderung angesetzt. Nachdem ich bereits auf der A3 in ein veritables Unwetter geraten war, das höhere Geschwindigkeiten als 60 km/h nicht erlaubte, traf ich schon verspätet bei der Schwester ein. Dort stellte ich dann fest, dass ich den Abmarschtermin irgendwie als 15:30 Uhr im Kopf hatte. Tatsächlich sollte es bereits um 15:00 Uhr losgehen. Es regnete in Strömen. Ich ging erstmal davon aus, das der geplante Außentermin so ohnehin nicht würde stattfinden können.

Weit gefehlt! Die ganz Harten waren tatsächlich im Regen aufgebrochen, hatten in einer Regenpause die Schutzhütte erreicht – nur um auf dem Rückweg erneut aufgeweicht zu werden. Aber sie hatten es durchgezogen! Da ich ohnehin zu spät dran war, fuhr ich ein wenig in der Gegend herum, um die Zeit bis zum Begrüßungssekt zu überbrücken.

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Mit dem Handy und bei gruseligstem Wetter brachte ich zumindest ein Foto vom Schloss Bürresheim zustande. Dazu muss man sagen, dass sich zwischen dem Schloss und dem Stadteingangsschild von Mayen ein riesiges Funkloch befindet, indem wir den kompletten Abend bis zu seinem erschütternd abrupten Ende verbrachten. Ich gondelte also nochmals nach Mayen zurück, um ein paar Gratulationen aus der Zivilisation entgegenzunehmen und den Gatten über meine unbeschadete Anreise zu informieren. So langsam rückte dann auch der Aperitif-Zeitpunkt näher.

Es stellte sich heraus, dass die Wanderer es allesamt heil überstanden hatten. Der Rest der Weichlinge und Drückeberger rückte etwa zeitgleich mit mir an.

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Als endlich alle anwesend waren, sollte noch ein Gruppenfoto gemacht werden. Das nahm aufgrund unserer nach wie vor auffallenden Undiszipliniertheit derartig viel Zeit in Anspruch, dass man – also das Personal der Restauration – sichtlich nervös wurde.

Alle rein, Vorspeise! Hopp-hopp! Anschließend Buffet für Hauptgang und Dessert. Ich glaube, für Ortskundige muss ich nicht erwähnen, wo wir waren. Zwischen Mayen und dem Schloss gibt es nicht so wahnsinnig viele Restaurants… Ich habe lange überlegt, ob ich den Namen nennen soll, mich dann aber dagegen entschieden.

Kurz zusammengefasst: Wenn der – an sich nette – Service sich etwas mehr mit Gläser füllen als mit ununterbrochenem und nervigem Gläser wegschleppen beschäftigt hätte, wären am Ende des Tages alle glücklicher gewesen: wir, der Spüler, die Kasse und das Personal mit dem Trinkgeld.

Als man uns dann um 00:00 Uhr mehr oder weniger freundlich, aber bestimmt (eigentlich mehr bestimmt als freundlich…) hinauskomplimentierte („Wir sind ein Restaurant, keine Bar!“), waren wir entsetzt, einige gar renitent. Wir sind halt ein 1986er Abijahrgang. Da durfte man noch renitent sein. Es gehörte praktisch zum guten Ton. Insgesamt gut 60 Gäste einer geschlossenen Veranstaltung fanden sich plötzlich auf dem Parkplatz wieder. Wenigstens regnete es gerade mal nicht.

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Zwei Drittel der Anwesenden begaben sich daraufhin nach Hause, das letzte Drittel fuhr im Konvoi nach Mayen. Ins „Emil’s“ in der ehemaligen Markt-Apotheke. Da mochte man uns. Das war noch sehr nett – auch wenn mir hinterher ein ganz klein wenig schlecht wurde von zuviel alkoholfreiem Bier. Aber was tut man nicht alles, um lebendig nach Hause zu kommen…

Und als ich mich schließlich um kurz nach vier Uhr in der Früh‘ auf den Heimweg machte, hatte ich einen sehr lustigen, sehr lauten und einfach rundum herrlichen Abend hinter mir.

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Dementsprechend angeknockt schleppe ich mich jetzt allerdings durch den heutigen Tag. Nach gut drei Stunden Schlaf war irgendwie die Nacht vorbei. Senile Bettflucht?! Isses jetzt so weit?!

Zwischenzeitlich dämmerte ich mal kurz auf dem Sofa weg. Längere Bewusstlosigkeiten verbot ich mir allerdings strengstens angesichts des hervorragenden Wetters. Und angesichts der Tatsache, dass der Gatte heute dann auch mal wieder etwas anderes als belegte Brötchen zu Abend kredenzt bekommen sollte.

Und dann sollte es ja auch noch Fußball geben. Für Deutschland schickte ich den allerletzten (jetzt wirklich ultimativ allerallerletzten!) Ingelheimer Spargel ins Rennen. Dazu einen Rest Lachs, der nur zwei Optionen hatte: zubereitet oder eingefroren zu werden. Ich hätte ihn „Salmon“ nennen und für Frankreich ins Rennen schicken können, gab dem ganzen aber zur Sicherheit noch ein Estragonsößchen mit auf den Weg.

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Und dann kam noch Belgien ins Spiel. Erneut mit Waffeln, weil die Erdbeeren etwas zum Ankuscheln brauchten. Und weil ich das letzte – äußerst gelungene – Rezept noch nicht verbloggt habe:

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BELGISCHE WAFFELN
Zutaten:
Mark einer Vanilleschote
150 g weiche Butter
120 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei
5 EL Milch
200 g Mehl
1 TL Backpulver
Zubereitung:
Butter, Zucker, Vanillemark und Salz schaumig aufschlagen. Ei und Milch dazugeben und unterrühren. Anschließend Mehl und Backpulver in den Teig einarbeiten. 30 Minuten ruhen lassen.
Waffeleisen vorheizen. Waffeln nacheinander abbacken.
Wenn man belgischen Perlzucker im Haus hat, kann man statt der 120 g Zucker etwa 50 g Haushaltszucker und 100 g Perlzucker verwenden. Den Perlzucker dann zuletzt unterrühren. Den ultimativen Authentizitätsgegenvergleich kann ich leider erst durchführen, wenn ich in zwei Wochen den Perlzucker aus Belgien mitgebracht bekomme 😀
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Das Waffel-mit-Erdbeeren-und-Sahne-Foto ist so dermaßen abgrundtief hässlich, dass es hier nicht zu sehen sein wird. Niemals! Ich habe es gelöscht und mich anschließend geblitzdingst, kann mich also gottlob nicht mal mehr daran erinnern. Als der Teller da stand und nach den frischgebackenenen Waffeln und den Erdbeeren roch, siegte einfach die Gier.

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