Schreckliche Woche überlebt. Zeit für Dinge, die Spaß machen.

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Die Woche begann ja irgendwie schon seltsam. Nach etwa einer Stunde Arbeitszeit erklangen die lieblichen Töne des Feueralarms. Also alle raus! Feuerwehr rückte an. Polizei rückte an. Krankenwagen rückte an. Arbeiter traten seelenruhig aus dem vermeintlich brennenden Gebäude: Fehlalarm!

Leider wurde das recht schnell aufgeklärt. Draußen war es echt nett. Sonnenschein. Blauer Himmel. Richtig frühlingshaft. Also zurück an die Schreibtische. Mist!

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Auch nett: Diese Woche konnte ich das Wasser nicht mehr halten und gönnte mir den ersten Tulpenstrauß der Saison. Das war irgendwie fällig. Und es sorgt immer noch für gute Stimmung. Schön.

Zum Verhängnis wurde mir dann am Mittwoch Abend der oben abgebildete Terrassenboden. Erst hagelte es leicht. Dann schneite es. Dann hörte ich das Auto des Gatten vor dem Haus. Voller Begeisterung – so etwa in der Manier eines schwanzwedelnden Hundes, der für drei Wochen im Tierheim abgegeben worden war – hechelte ich auf die Terrasse und wollte hocherfreut winkend den Chef darauf aufmerksam machen, dass sein Timing perfekt war. Das Essen war exakt in diesem Augenblick fertig geworden.

Statt der geplanten freudigen Begrüßung schlitterte ich über die Terrasse, hob ab und landete seitwärts mit der Hüfte im Rasen. Das muss exakt das gleiche Gefühl gewesen sein, das Max damals verspürte, als er – von mir mit einer Mark ausgestattet die Erlaubnis erhielt, sich am Schillerplatz beim Bäcker eine Brezel zu holen. Er raste los – und hing Sekunden später wie eine Fliege an der Schaufensterscheibe. Aua…

Der Chef sah mich praktisch kurz hinter der Würfelecke auftauchen und anschließend winkend hinter der Hecke verschwinden. Ich nehme an, es wirkte wie die Fehlzündung eines Feuerwerkskörpers. Und es tat weh. Sehr weh.

Es sorgte dafür, dass ich den Donnerstag stark hinkend und hüftlahm mühsam über die Runden brachte. Ich verpasste zwei Busse und eine S-Bahn. Und das nur weil ich nicht so flott wie gewohnt war. Die hätte ich alle noch gekriegt. Ich bin sicher. Grrrr…

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Trotzdem schaffte ich es am Mittwoch Abend noch, Bratkartoffeln aus Bamberger Hörnchen herzustellen, die der Gatte super fand. Blöderweise ist er eigentlich kein Liebhaber gepflegter Bratkartoffeln. Und das, wo ich bereits 1993 in Mombach als Bratkartoffelkönigin galt.

Dazu gab es ein Charolaiswürstchen und Kräuterseitlinge mit Mangold. War super, linderte den Schmerz aber nicht wirklich. Donnerstags gab es dann kein Abendessen, weil der Gatte aushäusig beschäftigt war.

Nach einem ausgedehnten Vollbad („tetesept Meersalz Entspannung“) war ich praktisch ein neuer Mensch. Und ich verzichtete auch darauf, ihn bei seiner Rückkehr jauchzend auf der Terrasse zu begrüßen. Ich blieb einfach auf dem Sofa liegen. Weil’s gesünder ist. Zumindest in fortgeschrittenem Alter.

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Die Ökokiste, die gestern angeliefert wurde, enthält – natürlich nur dank meiner weisen und vorausschauenden Auswahl – ganz hervorragende Dinge: Fenchel, Schwarzwurzeln, Postelein, Sauerkraut, Äpfel, Möhren und Wirsing. 

Die werden also am Wochenende und in der kommenden Woche verarbeitet werden. Ich bin schon ein wenig aufgeregt. Die Äpfel und das Sauerkraut werden zu einem Champagnerkraut. Aus dem Postelein wollte ich mal ein Postelein-Risotto machen. Der Fenchel wird wahrscheinlich unter einem Fisch landen.

Und dann mal sehen. Schwarzwurzeln und Wirsing müssen unbedingt noch gegessen werden, bevor die Saison vorbei ist. Und bevor kein Mensch mehr Lust darauf hat. Und dann dauert es wieder ewig, bis man sie wieder bekommt.

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Ich glaube, heute Abend reizt mich der Postelein schon wieder vorrangig. Das Risotto würde vielleicht zu Lachs passen? Der wäre noch da…

Was ich übrigens auch noch getestet habe in den vergangenen zwei Wochen ist folgendes: „Never buy celery again“.

Einen Versuch war es ja mal wert. Und bei der Gelegenheit landete auch gleich eine abgearbeitete Lauchstange mit im Fußbad. Beide sehen mittlerweile recht vielversprechend aus. Finde ich zumindest. Ich werde sie kommende Woche in Anzuchterde umpflanzen und weiter berichten, ob das Experiment funktioniert.

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