… aber Hallo, 2011!

Einen perfekteren Jahresanfang hätte es nicht geben können. Der heutige Tag war ein Tag, an dem alles funktioniert hat. Wir bestellt traf unser Rufbus an der Haltestelle ein und brachte uns nach Hahn zum Busbahnhof. Von dort ging es über Wiesbaden nach Eltville-Hattenheim, wo der Bauherr für uns einen Tisch in der „Adlerwirtschaft“ reserviert hatte. Das Neujahrsmenue las sich schon auf der Karte sehr gut, auf dem Teller ließ es am Ende jedoch keine Wünsche offen.

Wir hatten den Plan gefasst, durch maximale Streuung der einzelnen Gänge möglichst viele verschiedene Sachen zu probieren. So suchten wir jeweils unterschiedliche Gerichte aus und probierten wechselseitig. Ein absolut genialer Plan!

Die „Grüße aus der Küche“ – ein Tellerchen mit hausgemachtem Presskopf, Bentheimer Schinken-Spargelröllchen und Blätterteig-Sardellen-Häppchen und jeweils ein Tellerchen mit Gänseleberterrine und ein wenig Salat mit einer gar köstlichen Vinaigrette – und das Brotkörbchen (Da war es wieder – das Hammer-Kartoffelbrot!) mit Schmalz waren äußerst vielversprechend. Wir mussten uns bereits hier stark einbremsen, um uns nicht den Appetit auf das eigentliche Menue zu verderben.

Als ersten Vorspeisengang hatten wir „Feldsalat mit geschmolzenem Gruyère-Crouton“ und „Blattsalate mit Schafskäsepralinen, getrockneten Tomaten & Balsamico-Honig-Vinaigrette“ gewählt. Bereits für das Gruyère-Crouton hätte ich morden können. Der Bauherr war von seiner Wahl gleichermaßen begeistert. Es folgten „Schwarzwurzelragout mit gebratenem Saibling & Rotweinbutter“ und „Hausgemachte Blutwurst auf Apfelkompott“. Lecker, lecker, lecker. Der Fisch war so derartig perfekt, dass man fast die Schwarzwurzeln nicht mehr ausreichend würdigen konnte. Das wird mit Sicherheit demnächst am heimischen Herd ausprobiert.

Als Hauptgang folgten für mich „Gebratener Rücken vom hauseigenen Charolais, Sauce Bernaise, Rosmarinkartoffeln & geschmorte Schalotten“ und für den Bauherrn „Gebratener Rücken vom Müritz-Lamm mit Kräuterkruste, Speckkartoffelpuffer & glaciertem Gemüse“. Der Hammer war die Sauce Bernaise, die mit Estragon und Koriander zubereitet war. Die verlangt definitiv auch nach Tests in der Flax-Versuchsküche.

Den Todesstoß verpassten wir uns dann mit den Desserts. Auf „Schoko-Quark-Nocken mit Frauensteiner Kirschen“ für mich und „Manjari Schokoladenkissen mit Vanillesauce & Mango-Koriander-Ingwer-Sorbet“ für den Bauherrn folgten „Fourme d’Ambert Käsetarte mit Williamsbirne und eingelegten schwarzen Nüssen“ (ich!) und „Rumtopf mit Lebkuchenparfait“ (Chef!). Hier war das geschmackliche Highlight die Kugel Mango-Koriander-Ingwer-Sorbet. Ich werde an diesem Geschmackserlebnis arbeiten, bis ich es entweder hinbekomme oder zwangseingewiesen werde. Das war zu gut. Fast schon gemein gut. Der Bauherr streckte dann beim Rumtopf endgültig die Waffen, während ich unter Auferbietung meiner letzten Kräfte im Genuss des köstlichen, kleinen Käsetörtchens schwelgte. Geschafft! Puh! Jetzt einen Kaffee!

Doch mit dem Kaffee kam er um die Ecke: der Tod durch „Crème brulée mit Schoko-Rum-Mousse“ in den Händen der überaus sympathischen, und freundlich lächelnden Bedienung. Jeweils eine Portion landete vor Jedem von uns. Was soll’s?! Das musste auch noch rein. Und es lohnte sich in der Tat. Der Schoko-Geschmack war so intensiv, dass ich hinterher noch wohlig seufzend im Zug saß und mit offenen Augen von der Fluffigkeit dieses kleinen Schokobällchens und der knackenden Karamelschicht auf der Crème brulée träumte.

Das war wirklich ein ausgezeichneter Jahresbeginn, der am Ende dadurch gekrönt wurde, dass der Rufbus von Idstein aus pünktlich eintraf und uns wohlbehalten nach Hause brachte. Wenn keiner der folgenden 364 Tage qualitativ zu diesem wesentlich abfällt, kann ich jetzt schon prophezeihen, dass das aktuelle mein Lieblingsjahr werden wird. Weiter so, 2011! Bravo!

6 Kommentare

  1. Hört sich ja superlecker an!

    Mit mir bist du höchstens mal zum Kentucky gefahren ( jetzt habe ich dich
    geoutet!) Und du bist nie – aber wirklich nie – Bus gefahren!

    Passieren diese Veränderungen, wenn man Baueherren liebt?

    Liebe Grüße
    Tine

    1. psssst! nicht das böse k-wort erwähnen! sonst setze ich mich gleich statt auf den ergo ins auto und kralle mir am kfc-drivethru zwei big-daddy-boxen 😀

      i.ü. war busfahren ja in mainz eigentlich nie das thema. ins „brando“ und zurück kam man schließlich auch zu fuß.

      wenn deine bauherren-these korrekt wäre, würde das ja im prinzip heißen, dass er es ist, der mich gemästet hat, oder? bin ich unschuldig? ^^

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