Lauchtorte, Kleinkriminelle und andere Schweinereien

Erst die Highlights des Tages: Unseren Nachbarn wurden letzte Nacht die beiden Deutschland-Autofähnchen geklaut. Heute morgen waren wohl nur noch die Plastikfahnenstangen an den Scheiben. Die Flaggen selbst waren verschwunden. Unglaublich angesichts der Tatsache, dass man ansonsten die Kronjuwelen vor der Haustür liegen lassen kann und sie morgens unberührt vorfindet. Die Empörung war groß.

Der Bauherr gestaltete seinen Tag heute als Palettenhändler. Ein größerer finanzieller Erfolg wurde das Unternehmen zwar nicht, aber immerhin sind von den 17 Europaletten jetzt nur noch fünf Stück übrig. Und die Terrasse ist wieder komplett benutzbar. Obwohl wir daduch nun doch nicht reich geworden sind, können wir uns immerhin wieder ungehemmt im Freien ausbreiten. Sehr schön, Bauherr!

Die „Schweinerei“ in der Überschrift ereignete sich schließlich im Büro. Hugo, der eigentlich zu Hause bleiben wollte, um Fußball zu schauen, hatte es sich morgens dann doch anders überlegt und bettelte darum, mitkommen zu dürfen. Am Ende war ihm dann stundenlang langweilig („Mir is‘ laaaaangweilisch…“) und er hing lustlos auf meinem Locher herum. Gar nicht mehr langweilig war ihm offensichtlich, als ich gegen Nachmittag vom Kaffee holen im OG zurückkehrte. Da wurde ich dann Zeuge folgender abscheulicher Szene:

In meiner Abwesenheit hatte er sich offensichtlich von der Magnetmaus meiner Kollegin bespringen lassen. Man beachte deren Gesichtsausdruck! Nach dem Post wegbringen fand ich dann schließlich eine billige Imitation der Bremer Stadtmusikanten vor. Und das alles auf meinem Locher! Was solls?! Wenigstens nörgelte er nicht mehr laufend rum, ihm sei „laaaaaangweilisch“.

Zu Hause wurden dann die Reste der Lauchtorte von gestern aufgewärmt. Es gibt Gerichte, die am zweiten Tag definitiv noch leckerer sind als am ersten. Dieses gehörte dazu. Und deshalb – und weil es auch gestern bereits sehr gut geschmeckt hatte – hier das Rezept:

Lauchtorte

Gericht: Auflaufform, Rustikaler Teller
Keyword: quiche
Autor: MrsFlax

Zutaten

  • 250 g Mehl
  • 125 g Butter
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 2 EL Wasser
  • 1 Ei
  • Fett und Semmelbrösel für die Springform
  • 300 g roher Schinken
  • Oel zum Anbraten
  • 1 ,5 kg Lauch
  • 200 ml Sahne
  • 2 EL Crème fraîche mit Kräutern
  • 200 g Bergkäse
  • 3 Eier
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Anleitung

  • Mehl, Butter, Salz, Zucker, Wasser und das Ei zu einem Knetteig verarbeiten, eine Kugel formen und diese für etwa 30 Minuten im Kühlschrank deponieren. Zeit, die gut genutzt werden kann, um die restlichen Zutaten einer gründlichen Weiterverarbeitung zu unterziehen: Schinken in kleine Würfelchen schneiden, Lauch in Ringe, den Bergkäse in klitzekleine Streifen (natürlich kann man ihn auch mit einer groben Reibe bearbeiten). Oel erhitzen, Schinken zugeben und schwach bräunen, Lauch ebenfalls zugeben und bei schwacher Hitze und geschlossenem Deckel eine Weile dünsten lassen. Anschließend zum Abtropfen in ein Sieb geben. Der Boden der Lauchtorte soll ja nachher nicht fies matschig werden.
  • Derweil den Teigklumpen aus dem Kühlschrank befreien, durchkneten, platt walzen und in eine gefettete und panierbemehlte Springform geben. Boden und Rand (der mindestens zur Hälfte) sollten bedeckt sein. Abgetropfte Lauchmasse hineingeben und für zehn Minuten bei 190° C Umluft in den Ofen schieben. Die erste Ofenphase des Elaborats kann dann hervorragend genutzt werden, um die restlichen Zutaten (Sahne, Crème fraîche, Käse, Eier und Gewürze) gründlich zu verquirlen. Das Ganze dann in die Form gießen und alles nochmals für 30 Minuten im Ofen seiner Fertigstellung entgegenfiebern lassen.

Leider war ich nach Abschluss der Kocherei nicht mehr in der Lage noch ein Foto des fertigen Kuchens zu machen, da ich sehr, sehr hungrig war, und da das Werk sehr, sehr lecker aussah. Da war nur noch an Anschneiden und Einverleiben zu denken. Gibt es aber demnächst sicher nochmals. Dann hole ich das nach. Versprochen.

Und jetzt nix wie ab aufs Sofa bzw. zum iberischen Bruderkampf.

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