Mühsam ernährt sich das Baumkuchenhörnchen

Das tut es wirklich. Der Plan mit den Baumkuchenspitzen war zwar gut, aber extrem zeitaufwendig. Zwei Portionen haben mich gestern den halben Tag gekostet. Aber das war es dann am Ende auch wert.

Eigentlich wollte ich das bereits mehrfach herstellen, aber irgendwie kam immer etwas – im Zweifelsfall die Unwilligkeit der Bäckerin – dazwischen. Nun. Diesmal verlegte ich die Dinger klugerweise auf den zweiten Backtag. Da ist man ja noch deutlich motivierter als gegen Ende.

Ich habe den Teig einmal mit Rum und einmal mit Orangenlikör aromatisiert. Der Gatte konnte auf Anhieb keinen großen Unterschied feststellen. Aber warten wir mal ein wenig. Angeblich sollten die Baumkuchenspitzen ja erstmal mindestens zwei Tage durchziehen, bevor sie ihren vollen Geschmack entfalten.

Das Rezept aus der aktuellen „Landgenuss Weihnachtsbäckerei“ überzieht den Baumkuchen nur auf der Oberseite mit Kuvertüre. Das war mir zu wenig – hätte aber einen Bruchteil der Zeit in Anspruch genommen. Und wahrscheinlich hätte die Küche anschließend auch nur halb so schlimm ausgesehen…

Für eine komplette Umhüllung der Baumkuchenspitzen habe ich die Kuvertüremenge angepasst.

Baumkuchenspitzen

Zutaten

  • 6 Eier
  • 250 g weiche Butter
  • 225 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 EL Rum
  • 150 g Mehl
  • 100 g Stärke
  • 1 Prise Salz
  • 600 g Zartbitterkuvertüre

Zubereitung

  • Den Backofengrill auf 250°C vorheizen. Vier Eier trennen. Butter mit Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen. Zwei Eier, die Eigelbe und den Rum zugeben und unterschlagen.
  • Mehl mit Stärke mischen und unter den Teig heben. Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und ebenfalls unterheben.
  • Den Boden und die Ränder einer Springform fetten. Etwa zwei Esslöffel auf dem Boden der Form gleichmäßig verstreichen. In der Ofenmitte unter dem heißen Grill in eineinhalb bis zwei Minuten hellbraun garen.
  • Die Garzeit kann je nach Ofen variieren. Erneut zwei Esslöffel Teig auf die Schicht geben und verstreichen, unter dem Grill hellbraun garen. Diesen Vorgang wiederholen, bis der Teig komplett verbraucht ist. Den Kuchen auskühlen lassen und aus der Form nehmen.
  • Kuvertüre hacken und über dem heißen Wasserbad schmelzen. Den Kuchen in passende Stücke schneiden (Dreiecke) und diese mit der Kuvertüre überziehen. Die Kuvertüre fest werden lassen und die Baumkuchenstücke am besten vor dem Verzehr ein bis zwei Tage durchziehen lassen.

Nach einer etwa zweistündigen Strickpause – schließlich sollten Weihnachtsgeschenke ja auch an Weihnachten fertig sein – ging es dann in die traditionelle Vanillekipferlrunde. Zweifache Menge. Man will ja auch noch welche fürs Vanillekipferlparfait übrig haben.

Das Rezept war das altbewährte – bereits hier erwähnt. Und dann war auch bereits Abend. Ich sank ermattet aufs Sofa und strickte noch ein wenig, bis mir in der zweiten Schalke-Halbzeit die Augen zufielen. Puh!

Der heutige Tag begann mit der Herstellung dreier schokoladiger Teige. Zum einen für die altbekannten  Schokoecken, zum anderen für Schokonüsse und Schoko-Kirsch-Taler. Nachdem die Teige fertig waren, fuhr ich erstmal zum Optiker. Meine Arme sind einfach nicht mehr lang genug.

Da sich die Länge meiner Arme allerdings in den letzten Jahren nicht nennenswert verändert hat, muss es wohl an etwas anderem liegen, dass ich keinen Faden mehr beim ersten Versuch einfädeln und kaum noch ein Buch lesen kann. Altersweitsichtigkeit – meinte der Gatte. Hätte er den ersten Teil des Wortes weggelassen, wäre ich vielleicht sogar seiner Meinung gewesen.

Jedenfalls steht es jetzt fest: Ab nächster Woche bin ich eine Brillenschlange. Eine Lesebrillenschlange um genau zu sein. Mit dem Alter hat das natürlich trotzdem nichts zu tun. Pah!

Heute Abend bin ich dann übrigens nicht nur blind, sondern mir ist auch total übel. Zuviel Schokolade. Viel zuviel Schokolade. Ich glaube, ich habe gerade einen Körperschokianteil von mindestens 60 Prozent. Mindestens!

Ich brate jetzt Wurst. Und schwitze Spitzkohl an. Irgendwas Würziges muss her! Und zwar sofort! Dessert gibt es jedenfalls heute mit Sicherheit keins mehr.

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