Nicht ganz dicht?

Wir werden es später erleben.

Heute Mittag kamen Lubor und Anhang, um die Abdichtung der Dusche zu prüfen. Nach mehrmaligem Küche fluten und Getüftele, ist er zu der Überzeugung gelangt, dass in der Vorbauwandecke die Silikonnaht nicht ganz dicht ist.

Er verstärkte sie mit einer dickeren, durchsichtigen Naht. Nach einer halben Stunde Trockenzeit hieß es dann wieder „Wasser marsch!“. Die Küchearbeitsplatte blieb diesmal unbetropft. Das Silikon soll nun noch bis heute Abend aushärten und dann erneut einem Test unterzogen werden.

Sollte es wieder tropfen, wird er alles entfernen – auch an der Duschabtrennung – und komplett neu silikonieren. Letzte Möglichkeit wäre dann noch ein teilweises Entfernen der Mosaikfliesen und erneutes Abdichten der Wedi-Platte, was er aber erstmal für unnötig hält. Wir werden sehen…

Reste unserer Mosaikfliesen hat er laut eigener Aussage in seinem Keller gebunkert, sodass das kein Problem werden dürfte. Zu den Kollateralschäden am Haus meinte er, dass unser Holzhaus eigentlich nach den jeweiligen Flutungen recht schnell wieder abgetrocknet sei, und es zu keinen größeren Verwüstungen der Wände gekommen sein sollte. Hoffen wir, dass er Recht behält.

Während der ganzen nervenzermürbenden Geschehnisse rund um die tropfende Küchendecke dachten zumindest zwei „Personen“ nur ans Essen. Norbert haut mittlerweile Tag für Tag bzw. Nacht für Nacht ca. zehn von den „Grünen Ringies“ weg, die ich allabendlich in seinem Napf auf der Terrasse verstaue. Ich bezweifle stark, dass er sie alle gefressen hat. Er hat sich wahrscheinlich irgendwo ein riesiges Lager angelegt und sie erstmal verschleppt.

Max steht ihm an Hunger in nichts nach. Allerdings gelüstet es ihn nicht nach Grünfutter mit Luzerne, sondern eher nach Fleisch. Und auf vielfachen Wunsch dieses einzelnen Herren befindet sich in unserem Backofen genau in diesem Augenblick Kasseler mit Hüftgold-Auflage. Ein Rezept, dass der gute Max bei Oma (sein Gewichtszunahmerekord bei Oma liegt derzeit bei sechs Kilo die Woche!) probiert hat, die es wiederum von einer Feier mitbrachte, auf der es gereicht wurde.

Allein die Aufzählung der „Zutaten“ (falls man das, was da reinkommt, so nennen kann…) lässt Hüftspeck hemmungslos wuchern. Und „Kochen“ kann man das auch nicht nennen. Schrecklicherweise schmeckt es aber recht gut. Zu gut. Ich bin noch nicht sicher, ob ich wirklich heute abend davon essen soll. Ich glaube nicht, dass dann der für Freitag geplante Lauf mit der endlich wiedergenesenen Heike irgendwie im Bereich des möglichen liegt.

Ich setze trotz allem, was dagegen spricht – inklusive der berechtigten Sorge um meinen hauswirtschaftlichen Ruf und meine Speckpolster – das Rezept hier jetzt rein. Sagen wir es einmal so: Wenn man eine größere Menge Gäste erwartet, bei denen es sich nicht unbedingt um Gourmets handelt, und wenn auch kein hoher Feiertag ist, ist es perfekt. Abends vorher schon vorbereiten – und dann einfach eine Stunde vor dem Essen ab damit in den Ofen! Es geht schnell, einfach, schmeckt und sättigt. Letzteres sogar extrem.

Möchte man Gäste hingegen mit Köstlichkeiten der Hohen Kochschule verwöhnen und arbeitet daran, den eigenen Ruf als perfekte Köchin auszubauen, eignet es sich nicht. Besonders nicht, wenn hinterher jemand nach dem Rezept fragen sollte.
Egal! Hier isses:

Kasseler mit Röstikruste

Gericht: Auflaufform
Keyword: gäste, party

Zutaten

  • 1000 g Kasseler
  • 1 Tüte TK-Röstiecken
  • 1 Becher Sahne
  • 1 Becher Schmand
  • 1 Becher Schmelzkäse (*harhar*)

Anleitung

  • Kasseler in nicht zu dicke Scheiben schneiden (mein Kilo von eben ergab 18 Scheiben) und auf einem gefetteten Backblech (besser: Fettpfanne) nebeneinander auslegen.
  • Aufgetaute Röstiecken in einer Schüssel zerkleinern, zerquetschen, zerdrücken (hervorragend zum Frustrationsabbau geeignet, wenn man einen Wasserschaden in der Küche hat!) und mit den restlichen Zutaten vermengen. Masse auf die Kasselerscheiben geben und glatt streichen.
  • Bei 180° C Umluft für eine Stunde in den Backofen schieben. Die Zeit nutzen, um einen Rosenkranz gegen Hüftspeck zu beten.

Prinzipiell könnte man natürlich eine Art verfeinerte Version mit geriebenen Kartoffeln, allerlei Kräutern und edlen Zutaten herstellen. Könnte man. Sicher. Ob es dann aber so herrlich matschig-fettig-krustig wird, weiß ich nicht. Ich jedenfalls hab’s noch nicht ausprobiert.
Was nehme ich denn nun bloß als „Foto des Tages“? Etwa den Backofeninhalt oder einen fertigen Teller?! Oder doch lieber Norberts Luzernen-Dinger? Ach nee! Ich nehme einfach eine Nilgans. Gute Tarnung!

4 Kommentare

  1. Ist Norbert vielleicht ein Eichhörnchen? Würde auch zur sprunghaften Spur passen (Abdrücke eine Fingerspanne auseinander?). Eichhörnchen sind allerdings tagaktiv. Am Samstag habe ich hier in der
    Stadt fast eins überfahren. 8o

    1. mist! jetzt war ich bei meiner ankunft schon ganz aufgeregt, weil ich die chance für einen erneuten spurenabgleich auf der hübsch frischverschneiten terrasse gewittert habe – und dann das: nobert,
      die kleine ratte, speiste aushäusig!!! frechheit!
      aber den krieg‘ ich noch. warte nur, norbert! *grrr*
      vielleicht ein walnusstest? damit kann eine maus eigentlich nix anfangen, oder?
      ich könnte auch diesen fichtenzapfentest machen: https://www.waldwissen.net/themen/waldoekologie/tieroekologie/wsl_eichhoernchen_DE
      auf alle fälle würde das erklären, warum er heute nicht da war. wenn er nur am späten vormittag unterwegs ist, war er heute ausnahmsweise um diese zeit nicht ungestört, weil jemand zu hause war.
      ich werde morgen in aller frühe nachsehen statt nach der arbeit. dann weiß ich zumindest, falls der napf leer ist, dass er kein eichhörnchen sein kann.

  2. Hurra. Das ist doch noch einmal gut gegangen. Vielleicht. Hoffentlich.
    Und das Rezept – wie sagte Herr Schubeck immer in der Werbung? „den ganzen Tag die herrlichsten Schmankerln,und abends Fleischwurst von H…a? – ja eben. Drum!“ und das Obst balanciert das alles
    wieder aus…

    1. immerhin tropft es seither nicht mehr. ich warte aber lieber noch mit der entwarnung, da ich vermute, dass exakt in dem augenblick, in dem ich schreibe, dass es ausgestanden ist, der erste tropfen
      auf die arbeitsplatte platscht… *grmpf*

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