Tragisch! Wirklich tragisch!

Da habe ich doch eben einen echt tragischen Artikel über die Google-News-Suche entdeckt: „Warum Gottschalk jetzt aufhören sollte“ auf web.de. Ein Scherz?! Jetzt?! Hätte der Mann nicht schon vor Jahren „aufhören“ sollen? Mit dem Dummgegrabsche, den blöden Goldlöckchen und den peinlichen Witzchen? „Spätestens seit Samstag, 20.39 Uhr, hat „Wetten, dass…?“ seine Unschuld verloren“ –  ich lach‘ mich schlapp!

Wie dumm muss man sein, um jetzt den Abschied von Gottschalk zu fordern? Wegen eines Unfalls und der damit verbundenen Pseudo-Betroffenheit. Sorry, aber das ist doch nur noch peinlich. Für alle Beteiligten. Wie wäre es, wenn man dieser „Notärztin aus dem Publikum“ erstmal die Approbation entziehen würde? Und das nicht wegen Behandlungsfehlern, sondern wegen Kooperation mit der BILD, in der man Sätze wie „Jetzt bin ich mit meinen Gedanken auch bei Samuels Eltern und setze alle Hoffnungen in die Reha-Maßnahmen.“ von ihr lesen kann.

Ach, Gottchen… Wenn sie mit Kachelmann geschlafen hätte, wäre sie halt ein halbes Jahr früher in die Schlagzeilen gekommen und hätte ein Paar Kröten von Deutschlands Versalien-Blättchen Nr. 1 dafür kassiert, dass sie Sachen wie „Er hat mir die Ehe versprochen. Ich bin am Boden zerstört.“ von sich gegeben hätte. Gibt es eigentlich in diesem Land irgendwo noch Menschen mit Anstand und Selbstachtung?! Wohl eher nicht.

Wer sich richtig gepflegt übergeben will, liest am besten die heutige „Post von Wagner“. Da bleiben keine Wünsche offen. Wahrscheinlich wird es an diesem Tag seinem Deutschlehrer besonders schlecht gehen, wenn er einen Satz wie „Ich bin am Weinen bei diesem Trostbrief.“ lesen muss. Auch ihm bleibt nichts erspart – so er denn noch unter uns weilt und ihm kein gnädiges Schicksal diese Worte erspart hat.

And now to something completely different: Das Wetter. In Mainz regnete es den ganzen Tag bei milden Temperaturen. Ich war hocherfreut, den Heimweg antreten zu dürfen. Was sollte mich da schon Schlimmes erwarten? Selbst an der Platte war die Stimmung noch gut. Nieselregen, Plusgrade. In Taunusstein setzte dann ein fieser Eisregen ein. Zu Hause schneite es wie nix Gutes. Das war vor vier Stunden. Und es wurde seitdem eher noch schlimmer. Wer hat da nur die Klimazonengrenze zehn Kilometer gen Norden verschoben? „Ich bin in meinen Gedanken bei Wiesbaden und setze alle Hoffnungen in leichten Nieselregen“ oder anders formuliert: „Ich bin am Weinen bei diesem Scheißwetter“.

Was dagegen tun? Ganz einfach: kochen! Und da bereits nach zwei Tagen Abstinenz die Gier nach Rosenkohl übermachtig wurde, beschloss ich bereits mittags, etwas Neues zu probieren. Es wurde ein experimenteller Auflauf. Nix für Kalorienfetischisten und Freunde der gehobenen Kochkunst – das nur zur Warnung.

Rosenkohl-Kartoffel-Fleischkäse-Auflauf

Gericht: Auflaufform
Keyword: auflauf, fleischkäse, rosenkohl
Autor: MrsFlax

Zutaten

  • 1000 g Rosenkohl
  • 700 g Kartoffeln
  • Oel
  • 400 g Fleischkäse
  • 250 g Mascarpone
  • 200 g Crème fraîche
  • 200 ml Weißwein
  • 200 ml Milch
  • 200 g Parmesan (frisch und grob gehobelt)
  • Muskat, Kräutersalz, grüner Pfeffer
  • 100 g Walnüsse

Anleitung

  • Kartoffeln schälen, in Scheiben schneiden und kurz abkochen, damit sie nicht mehr roh sind. Rosenkohl waschen, putzen und ebenfalls blanchieren. Fleischkäse würfeln und in Oel anbraten. Wie folgt in Auflaufform schichten: Kartoffeln fächerförmig als erste Schicht auslegen. Rosenkohl und Fleischkäse in Reihen darüber verteilen (s.o.).
  • Mascarpone in einem beschichteten Topf langsam zerlassen, Crème fraîche zugeben und unterrühren. Weißwein und Milch angießen. Parmesan zugeben und alles bei niedriger Temperatur einkochen lassen. mit den Gewürzen abschmecken. Gleichmäßig in der Auflaufform verteilen.
  • Walnüsse zerkleinern (ich bin brutal, denke an Gottschalk und haue mit dem Fleischklopfer auf die Tüte) und auf den Auflauf geben. Im Backofen bei 180° C ungefähr 45 Minuten abbacken.

Im Prinzip hätten wir das Ding bereits probiert, aber da der Bauherr am Ortsausgang von Idstein (seit nunmehr zwei Stunden) festhängt, wird sich die Angelegenheit wohl noch etwas verzögern. Ein Foto vom fertigen Essen hätte ich schon mal, aber zum Geschmack kann ich leider erst morgen eine detaillierte Aussage treffen. Natürlich nur, falls ich ins Büro und zurück komme. „Ich habe keine Ahnung, wie es ist, eingeschneit zu sein, ohne Schneeketten, ohne Spikes  zu leben. Ich weiß nicht, ob dieses Blogpost Sie tröstet. Ich habe es versucht. Ich will, dass Sie sich wieder an Blumen erfreuen und nicht verzweifeln.“ Oder so…

2 Kommentare

  1. Gleich vorweg. Das Bildchen mit den „Röschen“ sieht echt lecker aus. Diese wunderschöne schmackhafte grüne Farbe…. Leeeckerrrr. Aber ich bin nicht neidisch, weil ich diese Woche „mir“ auch
    zweimal Rosenkohl zubereiten durfte. Nur für mich ganz alleine. 🙂 und nächste Woche werde ich noch einmal zum Wiederholungstäter. 😉 Nur das Ptuzen nervt unwahrscheinlich. 🙁 Und zweitens hatt
    mich folgende Bemerkung von dir aufgerüttelt.

    Zitat:“…Gibt es eigentlich in diesem Land irgendwo noch Menschen mit Anstand und Selbstachtung?!…“

    Doch. Aber ich bin ja vor 5 Jahren „ausgewandert. 🙂 Nur deswegen komme ich aber auch nicht mehr zurück. Und wenn, dann nur, wenn mir irgend ein „Schleimpreis“ verliehen werden sollte. Da dies aber
    nie eitretten wird, müsst ihr nun alleine und mit „Selbstverachtung“ weiter da oben leben. 🙂

    Ach bin ich heute wieder drauf…. 😉

    Wünsche euch „viern“ da oben noch einen wunderschönen 3. Advent, mit wirklich viel Schnee. Wir haben ja nur Regen im Augenblick und Temperaturen bis 10 Grad plus. Echt. 😉

    LG robe

    1. bei dieser gelegenheit: rosenkohl ist deutlich leichter verdaulich, wenn er einen frost abbekommen hat. falls er frisch ist, erstmal einfrieren. hilft auch etwas =)

      heute abend gibt es gleich nochmal welchen 😀

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