Vielleicht wäre es besser, …

… es nicht öffentlich zu erwähnen, weil es möglicherweise wieder nur in einem Debakel endet, aber ich will die Hoffnung einfach nicht aufgeben. Kurz gesagt: Er war da. Er. Der Schreiner. Wegen des Carports. Offensichtlich hat er Jemanden aufgetrieben, der sich um unsere Fundamenterhöhung kümmern wird. Zu einem akzeptablen Preis und in der ersten Märzwoche.

Falls das alles ohne irgendwelche Verzögerungen wegen plötzlicher Starkschneefälle, eines Orkans und / oder sonstiger witterungsbedingter Unabwägbarkeiten über die Bühne gehen sollte, würde die Aufstellung selbst in der zweiten Märzwoche erfolgen. Wie gesagt: Sintfluten, Erdbeben und durch unerwartete Verschiebungen der tektonischen Platten ausgelöste Vulkanausbrüche einmal außer Acht gelassen.

Warten wir es also ab. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Als er die Termine vorgab, fragte ich sicherheitshalber noch einmal nach, ob wir gerade wirklich vom März 2011 reden. Er bejahte das. Nun… Irgendwann wird er den Kram ja auch aus seinem Lager haben wollen. Hoffen wir also, dass er dringend Platz braucht. Kommende Woche wird er dann auch das Wohnzimmerregal der Schrankwand montieren, das schon vor Monaten gekürzt wurde und seitdem wenigstens nicht mehr im HWR im Weg herum steht.

Von vorsichtig aufkeimenden Hoffnungen zu eifrig keimendem Saatgut. Meine beiden Gewächshäuser auf der Küchenfensterbank kommen so langsam in die Gänge. Die ersten vier Tomaten wachsen brav. Die nächsten vier scheinen sich ein Beispiel an ihren Vorgängern zu nehmen, während von den gleichzeitig gesäten zwei Sorten Knollensellerie bislang wenig zu sehen ist. Dafür erkennt man seit heute deutlich die Keimblätter einiger Mittagsblumen, die ich für die Kübel vorziehe. Neue Aussaaten stehen erst im März an, da ich Panik habe, am Ende mit meinen Pflänzchen nach draußen ziehen zu müssen, während es noch den ein oder anderen fiesen Nachtfrost geben könnte.

Als Abschluss jetzt noch das Rezept des gestrigen Gulaschs, dessen Reste heute noch leckerer schmeckten, und ein Blick auf den Teller von gestern: Rindergulasch mit Laugenbrezelknödeln.

Für wirklich schöne Fotos und aufwendige Dekorationen blieb keine Zeit. Da war der Hunger größer als das Interesse an Dokumentation.

Rindsgulasch

Gericht: Rustikaler Teller, Suppenteller
Keyword: gulasch
Autor: frei nach Franz Keller

Zutaten

  • 800 g Rindfleisch aus der Oberschale
  • 800 g Zwiebeln
  • Butterschmalz
  • 3 Knoblauchzehen
  • 130 g Tomatenmark
  • 1 EL Paprika, scharf (hier: Pimentón de la Vera)
  • 1 EL Paprika, edelsüß (hier: azoranisches Pimentão doce)
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL getrockneter Wildthymian
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL Salz
  • 400 g Tomaten (hier: ein Glas Ofentomaten aus dem eigenen Garten)
  • 250 g meiner selbst eingekochten scharfen Paprika (ersatzweise: zwei Paprikaschoten, eine rot und eine grün)
  • 400 ml trockener Rotwein
  • 1 große Karotte
  • 400 g Kartoffeln
  • 1 l Rinderfond
  • l Gemüsefond
  • 200 g Saure Sahne
  • Smoked Tabasco Chipotle nach Belieben
  • Salz, Pfeffer

Anleitung

  • Rindfleisch und Zwiebeln sehr fein würfeln. Zwiebelwürfel in Butterschmalz goldbraun anbraten. Fleisch zugeben und bei starker Hitze fünf Minuten scharf anbraten.
  • Tomatenmark zugeben und ebenfalls etwa eine Minute mit anrösten. Knoblauch, Gewürze, Paprika und Tomaten zugeben und unter Rühren eine weitere Minute anrösten. Mit Rotwein ablöschen und diesen fast vollständig einkochen lassen.
  • Möhre und Kartoffeln sehr fein würfeln. Zusammen mit dem Fond zugeben. Etwa drei Stunden bei offenem Deckel und mittlerer Hitze schmoren lassen. Ab und an umrühren.
  • Zuletzt zwei Suppenkellen Soße abschöpfen und mit der Sauren Sahne aufrühren. Wieder zugeben. Einrühren. Suppe mit dem Tabasco und evtl. Mit Salz und Pfeffer (eher unnötig) abschmecken.

Alles in allem braucht das Ganze seine Zeit (etwa vier Stunden inklusive Vorarbeiten und Kochzeit), lohnt sich aber. Und ich finde, ein wirklich gutes Stück Rindfleisch hat es auch verdient, ohne Blick auf die Uhr liebevoll zubereitet zu werden. Merke: In Essenszubereitung investierte Zeit ist niemals verlorene Zeit. Was schnell geht, schmeckt auch „schnell“…

Womit wir beim Rechtschreibschocker des Tages wären: Instanthaltung. Wäääh!

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