„Böööhhh!“

Der erste Teil des Tages verging mit Nahrungsmittelbeschaffung. Der mittlerweile an Karfreitag obligatorische Besuch beim Hof Berbalk in Waldems brachte mich in den Besitz von vier Lammlachsen und einer entbeinten Keule. Dazu Eier und Sahne. Auf dem Heimweg gab es einen Zwischenstopp am Beuerbacher See, der mir drei geräucherte Forellen einbrachte. Verhungern werden wir über Ostern jedenfalls nicht.

Ganz schlimm: Die gestrige Pastaorgie hat sich auf mein Kontrollwiegen heute morgen eher positiv ausgewirkt. Seltsam… Und da der Gatte derartig begeistert von der abendlichen Extraportion böser Kohlenhydrate war, beschloss ich kurzerhand, heute ultradreist noch einmal nachzulegen.

Apropos „legen“: Auf dem Heimweg von Waldems stießen wir auf dieses Straßenschild. Mmmmhhh… Immerhin darf man links vom Wasserbett nicht parken und mit nicht mehr als 30 km/h dran vorbei heizen. Wenigstens das!

Spargel ist übrigens auch noch da. Und in den Nudelteig wanderte eine für schlechte Zeiten eingefrorene Ladung Bärlauch. Schmeckt einfach zu gut gerade – auch ohne „schlechte Zeiten“. Dazu wird es Lachs geben. Keinen Lammlachs, der eben noch lustig durch ein Rhönschaf schwamm, sondern das Schwein der Meere. Ist ja Karfreitag heute.

Btw: Mich erreichten WhatsApp-Nachrichten eines „Einen fröhlichen Karfreitag!“-Inhalts. Man staunt. Wir „feiern“ heute schließlich eine Kreuzigung. Aber am Ende muss man froh sein, dass da nicht „Osterfreitag“ stand. Das ist übrigens für mich mit das Schlimmste an Feiertagen und Jahreswechseln: die lustigen Videos und Bildchen, die mich dann von allen Seiten erreichen. Beziehungsfallen allerorten. Und man kann / will / darf / möchte sich nicht wehren. Man ist ja gut erzogen. Vor allem an hohen christlichen Feiertagen…

Auch entspannend an hohen christlichen Feiertagen: Eierlikör. Hatte ich letztes Jahr an Ostern schon mit in die alte Heimat geschleppt. War ziemlich flott vernichtet. Das schrie nach Nachschlag. Und dann waren da diese frischen Eier von „Woudemser Hinkeln“.

Und was wäre schon besser geeignet gewesen als ein Rezept von Oma Greta?! Eben. Nix. Ich fand eins in ihrem Backbuch:

Den Vanillezucker habe ich durch das Mark einer Vanilleschote ersetzt. Die Dosenmilch durch Sahne. Und die Alkoholmenge verdoppelt. Passte so gut zum Doppelkorn, das mir dem „verdoppeln“, und war vorher etwas zu „läpsch“. Schmeckt jetzt allerdings hervorragend. Mit Probieren war nicht viel, da die Menge exakt in die drei Fläschchen passte. Blöd. Egal. Übermäßiges Trinken ist an Karfreitag ja ohnehin nicht angesagt. Am Ende tanzt man noch und verstößt ungewollt gegen das Tanzverbot. Und das wollen wir ja nicht.

Was wir dagegen wollen: die Nachbarn töten. Also ich will das. Der Gatte versuchte mich anfangs kurz davon abzubringen, verließ dann aber wenig später auf dem Rad das Haus. Wahrscheinlich dachte er, es sähe juristisch besser für ihn aus, wenn er während des Massakers nicht zugegen wäre. So auf die „Wie hätte ich das denn ahnen können?!“-Tour. Dazu allerdings bei Gelegenheit mehr…

Am Ende des Tges lebten die Nachbarn noch, der Gatte kehrte von seiner Radrunde zurück, und ich hatte das Essen fertig. Karfreitag ist Fischtag. Klar.

Und ab jetzt auch Sofatag.

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