Das Gute-Butter-Gesetz

Jubiläum beim Synchronbacken! Da musste ich trotz anderweitiger Verpflichtungen unbedingt noch dabei sein. Zumal Butterkuchen auf dem Backplan stand. Butterkuchen war bei uns zu Hause immer das hier. Mit Mandeln. Und das ist schon ziemlich köstlich. Aber das, was am Sonntag Nachmittag auf den Kuchentellern landete, war ein echter Kracher. Anders – fast noch simpler – aber ähnlich genial. Ich lege mich mal fest und behaupte, dass das der fluffigste Hefeteig war, der jemals meine Küche verließ. Ehrlich.

Selbst der Gatte, der dieser Nachts-noch-Vorteig-ansetzen-Aktion nach unserer Rückkehr vom wochenendlichen Schwestergeburtstag eher kritisch gegenüberstand, musste am Ende zugeben, dass die Idee super war. Wir hatten es kurz vor Toresschluss noch geschafft, die fehlenden Zutaten zu besorgen. Statt Frischhefe ging bei mir allerdings Trockenhefe an den Start. Es befinden sich noch größere Reserven in diesem Haushalt. Aus Gründen…

Der Teig am Morgen – nach der Vereinigung von Vorteig und Quellstück und etwas Kneterei – war der Kracher! Geschmeidig, formbar, unklebrig, fluffig. Kurz: Ein echter Traum!

Der Vorteig war zwar wie zu erwarten im Kühlschrank nicht explosionsartig aufgegangen, wirkte aber solide. Was man so von einem Vorteig erwartet. Passte.

Als ich schließlich die Butterflöckchen und den Zucker verteilte, kamen mir kurz Zweifel. War das nicht etwas übertrieben?! Ich beschloss, Zweifel zu ignorieren und mich strikt ans Rezept zu halten. Beim ersten Versuch mache ich das immer gerne. Für Variationen ist dann später noch Zeit. Und auch für Obsteinlagen.

Merke:Mit dem GuteButterGesetz unterstützt der Bund die Länder bei der Verbesserung der Butter-Qualität. 5,5 Milliarden Euro stellt der Bund bereit, um die Butterbetreuung in Deutschland weiterzuentwickeln. Die 16 Länder entscheiden selbst, welche konkreten Maßnahmen sie vor Ort ergreifen.Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Und für Butter. Gute Butter.

Und ich warte auch noch auf das Guter-Zucker-Gesetz. Das kann nicht mehr lange dauern. Von daher streute ich sorglos vermeintliche Unmengen von Zucker auf den Kuchen. Völlig entspannt. Bösen Raffineriezucker. Und am Ende stellte sich das definitiv nicht als Fehler heraus.

Hier das Originalrezept – allerdings mit Trockenhefe:

Butterkuchen

Gericht: Backblech
Land & Region: Heimatlich
Keyword: blechkuchen, kuchen

Zutaten

Vorteig:

  • 125 g Mehl Type 550
  • 80 g Wasser
  • 2 g Salz
  • 1/4 TL Trockenhefe

Brühstück:

  • 75 g Milch
  • 15 g Mehl Type 550

Hauptteig:

  • Vorteig
  • Brühstück
  • 260 g Mehl Type 550
  • 50 g Milch
  • 1/2 TL Trockenhefe
  • 60 g Ei ein XL-Ei, hier: 1 M-Ei plus ein Eigelb
  • 20 g Zucker
  • 50 g Butter

Belag:

  • 60 g Butter
  • 60 g Zucker

Anleitung

Vorteig:

  • Alle Zutaten verkneten und eine Stunde bei Zimmertemperatur gehen lassen. Anschließend für etwa zwölf Stunden im Kühlschrank parken.

Brühstück:

  • Milch und Mehl verrühren. Unter Rühren auf 65°C erhitzen. Es entsteht die Konsistenz eines festen Puddings. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Hauptteig:

  • Für den Hauptteig alle o.g. Zutaten bis auf die Butter und den Zucker verkneten. Etwa eine halbe Stunde ruhen lassen. Den ziemlich kompakten Teig mit der Küchenmaschine durchkneten. Den Zucker portionsweise unterkneten lassen. An dieser Stelle wird der Teig deutlich weicher. Schließlich die Butter unterkneten.
  • Teig in der Schüssel etwa eine Stunde unter einem Küchenhandtuch gehen lassen.
  • Teig auf Backpapier ausrollen (oder in Form drücken) und in eine passende Form geben (Vorgabe: 30 x 30 Zentimeter). Die kalte Butter in kleinen Flocken in den Teig drücken. Zucker darüber streuen und nochmals etwa eine Stunde gehen lassen.
  • Bei 200°C Ober-/Unterhitze etwa 30 Minuten abbacken.

Das Rezept war ein Volltreffer! Und ein perfektes Jubiläumsrezept. Und ich habe auf Instagram kein einziges Foto gesehen, auf dem das Ergebnis nicht köstlich aussah. Den nächsten Versuch starte ich dann tatsächlich mit Obst. Und einen nächsten Versuch wird es definitiv geben. Das ist jetzt erstmal mein Lieblingshefeteig. Definitiv!

Zum Thema Synchronbacken noch eine kleine Warnung – die Fußnote des §1 des Gute-Butter-Gesetzes (GBG): Wer Synchronbacken nachmacht oder verfälscht, oder nachgemachtes oder verfälschtes Synchronbacken sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft.

War mal wieder ganz großartig, den Sonntag backend zu verbringen. Vor allem mit euch allen! Ein Dank an Zorra und Sandra für die unermüdliche Arbeit und Mühe. Wirklich. Echt. Danke. Tiefempfunden.

Mit dabei waren diesmal:
zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf
Caroline von Linal’s Backhimmel
Britta von Backmaedchen 1967
Sandra von From Snuggs Kitchen
Désirée von Momentgenuss
Jenny von Jenny is baking
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum
Tina von Küchenmomente
Petra von Obers trifft Sahne
Tanja von Tanja’s „Süß & Herzhaft“
Simone von zimtkringel
Geri von Lecker mit Geri
Eva von evchenkocht
Katrin von Summsis Hobbyküche
Dagmar von Dagmar brotecke
Birgit M. von Backen mit Leidenschaft
Tamara von Cakes, Cookies and more
Katja von Kaffeebohne
Martha von Bunte Küchenabenteuer
Britta von Brittas Kochbuch
Conny von Mein wunderbares Chaos

30 Kommentare

  1. Einfach mal wieder herrlich, der Kuchen und dein Text. Ich kann nicht mehr vor Lachen, vor allem die Fussnote zum §1 des Gute-Butter-Gesetzes. Danke liebe Manuela, du und deine Texte sind einfach jedesmal eine Bereicherung bei unseren #synchronbacken – und auch sonst!!!!

  2. Na, da haben wir ja bei in einer Nacht-und-Nebel-Aktion den Vorteig angesetzt 😉 . Aber was tut man nicht alles, für einen unfassbar guten Butterkuchen wie diesen? Der Aufwand hat sich ja auf jeden Fall gelohnt wie man unschwer erkennen kann….
    Liebe Grüße
    Tina

  3. Es gibt tatsächlich ein „Gute-Butter-Gesetz“? Okay, so langsam glaube ich echt, es gibt nichts was es hier nicht gibt 😉
    Deine Nacht-und-Nebel-Aktion hat sich auf jeden Fall gelohnt!
    Liebe Grüße
    Caroline

  4. Hihi, da musste ich jetzt schmunzeln beim Lesen – zu viel Zucker und gute Butter kann es ja kaum geben :-). Und dass daraus nur ein wunderbarer Kuchen werden kann, war irgendwie klar. Ich konnte der Versuchung den Kuchen schon gleich im ersten Durchgang zu pimpen nicht widerstehen, aber ganz plain finde ich ihn auch ganz sicher grandios.

  5. Hallo Manuela,
    bei der Butter- und Zuckermenge habe ich auch erst gezuckt….
    Bei mir wird es definitiv eine Obstvariante geben, aber bei den vielen verschiedenen Obstsorten der anderen Teilnehmerinnen weiß ich noch gar nicht, womit ich anfangen soll.
    Liebe Grüße
    Katja

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