Herr, der Sommer war lang… Nicht.

Es ist Mitte September und die Tomatensaison kommt gerade richtig in Schwung. Um diese Zeit war ich in anderen Jahren bereits total entnervt vom täglichen Einkochen. Heute wurden es zwei große Schüsseln. Ich habe die schönsten Exemplare mal fürs Foto drapiert. Wenigstens das.

Und gestern gab es auch schon reichlich, aus denen ich endlich Buzara gekocht habe. Und zwar für Dagnije na buzaru – Miesmuscheln mit Buzara Sauce. Bei der Sauce war ich großzügig, da ich die für heute Abend nochmal für Škampi na buzaru recyclen werde. Damit sie ausreichend Geschmack hat, gab’s halt erst die Muscheln.

Sorry für das Geklecker an der Schüssel und für die nicht optimale Ausleuchtung, aber es waren die ersten Muscheln der Saison. Da blieb keine Zeit für lange Experimente. Da siegte die pure Gier. Muschelfotos sind eh doof. Erstens sehen alle gleich aus – egal wie gegart. Zweitens werden sie flott kalt – und das wollen wir ja nicht. Oder?!

Wegen des Rezepts machen wir das mal folgendermaßen: Ich verrezepte erstmal die Sauce und spendiere anschließend eine Anleitung für die Muscheln. Zum Brot kommen wir dann ungefähr Mitte Oktober. Aus Gründen. Zumindest ist das der Plan.

Buzara

kroatische Allzweckwaffe
Gericht: Sauciere
Keyword: garnelen, miesmuscheln, muscheln, pasta, sauce
Portionen: 4 Portionen
Autor: MrsFlax

Zutaten

  • 400 g Tomaten
  • 2 rote Zwiebeln
  • Olivenöl zum Anschwitzen
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 250 ml trockener Weißwein
  • 150 ml Paprika-Tomaten-Sauce war halt übrig – ersatzweise: Tomatensauce oder etwas Tomatenmark
  • 250 ml Muschelsud falls es sie nicht zu Muscheln gibt: Fischfond oder Gemüsefond
  • reichlich frische Petersilie
  • schwarzer Pfeffer
  • Salz falls nötig

Anleitung

  • Tomaten in kleine Würfelchen schneiden. Zwiebeln ebenfalls würfeln. Knoblauch reiben oder sehr fein hacken. Petersilie grob hacken.
  • Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen. Groß genug, um auch noch die Muscheln aufzunehmen.
  • Zwiebelwürfel sanft anschwitzen. Wenn sie glasig sind, Knoblauch zugeben und auch mit anschwitzen.
  • Tomatenwürfelchen zugeben und weiter bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
  • Wenn die Tomaten etwas eingekocht sind, Wein, Brühe (Muschelsud oder Fond) und Tomatensauce zugeben. Pfeffern.
  • Weiter bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Zuletzt Petersilie unterrühren.

Sollen Muscheln an die Buzara, diese einfach während des Einkochens der Sauce putzen, entbarten und in eine heiße Pfanne (evtl. mit etwas Öl oder einem Schluck Wein) mit hohem Rand geben. Deckel drauf und dämpfen, bis sich die Muscheln geöffnet haben. Geschlossene Exemplare aussortieren. Klar, oder? Die Flüssigkeit aus den Muscheln kann dann zur Sauce gegeben werden. Nach dem Einkochen Muscheln zugeben, einmal ordentlich umrühren und sofort servieren.

Übrige Sauce – falls Gefangene gemacht werden, weil z.B. nicht genug Brot zum Tunken da ist, oder weil die Saucenmenge gleich so berechnet wurde, dass welche übrig bleiben MUSS – im Kühlschrank lagern und am nächsten Tag mit z.B. Garnelen oder Pasta servieren. Die schmeckt dann gleich nochmal so gut. Ich schwöre!

So. Nun noch ein paar Punkte, die absolut nichts mit Kochen zu tun haben. Oder nur am Rande. Der Pfeiler der Mombacher Brücke, an dem ich zur Zeit jedesmal vorbei fahre, wenn ich in Mainz bin, passt dazu ganz nett als Überschrift. Apropos „vorbeifahren“…

Finde nur ich die Reihenfolge, in der diese Wahlplakate aufgehängt wurden, seltsam? Anderherum wäre das CDU-Plakat die perfekte Antwort auf das FDP-Plakat. Ich finde das irgendwie schade.

Abgesehen davon, dass ich beide Plakate gleich doof finde. Okeeehhh… Vielleicht gefällt mir das Lindner-Ding noch weniger, genau wie mir überhaupt diese ganze One-Man-Show auf die Nerven geht.

Wer mag, dem verlinke ich mal das hier:

Zum zweiten: Verstehe nur ich das nicht? Was macht Makulma Gunalki Mahatma Ghandi da auf dem Wahlplakat der Grünen?! Mit einem Smartphone?!

Nebenbei – ich habe dieses Wort gestern in folgender Schreibweise gesehen: SMATFOHN. Es dauerte einen Augenblick, bis ich wusste, was gemeint war.

Zurück zu Ghandi: Sieht er gerade in völliger innerer Ruhe dabei zu, wie sein Handy seit zwei Stunden versucht, eine Seite aufzubauen?

„Man soll weder annehmen, noch besitzen, was man nicht wirklich zum Leben braucht.“ Und das gilt vermutlich auch für iPhones und 5G?

Mit diesem Einkaufswagen war ich gestern bei EDEKA unterwegs. Zufall?! Ich glaube nicht. Okeeeh… Es standen drei zur Auswahl und ich entschied mich spontan für diesen. Eine Chance von 2:1 also. Aber trotzdem witzig.

Immerhin sprachen mich die CDUler am Stand vor dem Eingang nicht an. Sie wollten mir nicht mal einen ihrer billigen Kugelschreiber, die eine halbe Stunde funktionieren und dann Jahrtausende den Planeten verseuchen, aufschwatzen. Danke dafür!

Und zum Schluss noch das hier. Direkt aus der Dichter- und Denker-Partei. Ist aber auch zu blöd… Da versucht man seine Blut-und-Boden-Gesinnung mit kulturellem Interesse zu legitimieren – und dann sowas!

Danke an das Kind für das ehrlich erstaunte „Nich‘?!“ am Ende.

Ganz großes Kino!

Ich gehe dann jetzt allerdings mal zurück zu meinen Tomaten. Und vielleicht sage ich dann leise in der Küche alle Balladen auf, die ich in der Schule auswendig lernen musste, und die ich teilweise immer noch zitieren kann.

Oder vielleicht summe ich auch die Internationale vor mich hin…

Oder aber ich schaue mir noch ein paar Capybara-Memes an. Mit Hugo zusammen. Wir amüsieren uns seit Tagen.

Schönen Sonntag allerseits!

6 Kommentare

  1. Die Freude über den Reinfall des Rechten wäre noch größer gewesen, hätte ich nicht selbst zwei bis drei Minuten grübeln müssen, was denn eigentlich mein Lieblingsgedicht ist. Und dann reimt es sich nicht mal! :ludewig:

    Natürlich will ich jetzt wissen, was deins ist. Gerne irgendwann als ausführlicher Blogpost. 😀

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