Skandal! Fenkata in der Fastenzeit!

Das war der Osterhase diesmal recht früh unterwegs. Ich habe per Zufall ein wunderbares Kaninchen bekommen. Und ich hatte ein weiteres Rezept auf Halde, überlegte allerdings lange, ob ich es nicht doch nach bewährtem gozitanischem Rezept zubereiten sollte. Am Ende siegte die Experimentierfreude.

Es wurde mallorquinisch in der Küche. Und so extrem unterschied sich die Zubereitung denn auch nicht. Erfolgsmoment des vergangenen Wochenendes: Es schmeckte selbst dem Kaninchenverächter!

Kaninchen – glasiert mit Balsamico in einer Sauce mit Tomaten & Basilikum

Gericht: Fleischteller
Land & Region: Mediterran
Keyword: kaninchen, oliven, tomaten
Portionen: 4 Portionen
Autor: frei nach Marc Fosh

Zutaten

  • 1 Kaninchen
  • 1 Karotte in feinen Würfeln
  • 1 Zwiebel gewürfelt
  • 1 Stange Sellerie gewürfelt
  • 6 EL Olivenöl
  • 6 EL Balsamico
  • 2 EL Zucker
  • 150 ml trockener Weißwein
  • 400 ml Hühnerbrühe
  • 120 g sonnengetrocknete Tomaten fein geheckt
  • 1 Handvoll schwarze Oliven entsteint
  • 1 Bund Basilikum in Streifen
  • Salz
  • Pfeffer

Anleitung

  • Die Kaninchenteile mit Salz und Pfeffer würzen.
  • In einer Pfanne in Olivenöl rundum anbraten. Essig und Zucker zugeben und schwenken, bis das Fleisch gleichmäßig bedeckt ist.
  • Gemüse zugeben und ebenfalls leicht anbräunen. Weißwein angießen. Einkochen, bis die Flüssigkeit fast vollständig verdampft ist.
  • Hühnerbrühe zugeben, Hitze reduzieren und etwa fünfzehn Minuten sanft köcheln lassen. Getrocknete Tomaten, Oliven und Basilikum unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken, noch ein wenig durchziehen lassen und servieren.

Am Ende wurde es doch eine Fenkata. Ich zupfte das restliche Fleisch von den Knochen, kochte am Folgetag die Sauce nochmals ein und stellte dazu Pasta her.

Das Kannchen ist toll. Die Pasta ebenfalls. Kulinarisch ein gelungenes Wochenende mit wenig Aufwand. So gefällt mir das. Danke, liebes Kaninchen!

Unter der Woche lief es mit Essen deutlich weniger gut. Trotz Homeoffice blieb kaum Zeit zum Kochen. Vom Einkaufen gar nicht zu reden. Donnerstags hatten wir nicht mal mehr mehr Knäckebrot im Haus. Es gab entweder nix oder Reste.

Für gestern hatte ich ein Stück Inside Skirt aus der Gefrierung genommen. Dachte ich. Als es aufgetaut war, stellte sich heraus, dass es zwei Stücke waren. Na dann… Halt zweimal hintereinander. Wir machen da keine Gefangenen.

Das Foto gefällt mir nicht. Das sage ich gleich. Meine Entschuldigung? Es musste schnell gehen. Wir hatten Hunger. Wie gesagt: Am Vortag hab es nicht mal mehr Knäckebrot.

Das Fleisch war völlig unspekatakulär, aber sehr heiß und mit „Franz-Keller-Gewürz“ (Koriandersaat, schwarze Pfefferkörner und Kümmel im Verhältnis 1:1:1 gemischt, in der Pfanne angeröstet und anschließend gemörsert) in der Gusspfanne angebraten. Dazu gab es die mittlerweile häufig nachgefragten Chaat-Masala-Kartoffeln. Und Borani. Kannte ich bis vor zwei Wochen nicht. Begegnete mir auf Instagram. Löste einen „Haben-will!“-Effekt aus. Meine Gier trog mich nicht. Das schmeckte so gut wie es klang. Und passt zu allem möglichen.

Borani

Gericht: Beilagenteller, Dipschälchen
Land & Region: persisch
Keyword: joghurt, spinat
Autor: MrsFlax

Zutaten

  • 150 g Blattspinat TK
  • 200 g griechischer Joghurt
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz, schwarzer Pfeffer

Anleitung

  • Aufgetauten – oder frischen – Spinat mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer in einer Pfanne anschwitzen. Abkühlen lassen.
  • Knoblauchzehe fein reiben. Alles zusammen unter den Joghurt rühren.

Und das passte alles perfekt zum von Natur aus schon würzigen Skirt-Steak. Wir schlemmten.

Gestern dann habe ich mich an die Ostergeschenke für die Abteilung gemacht. Da hier keiner liest, kann ich es ja erwähnen: Es wird Bärlauchsalz und Möhren-Mango-Marmelade geben. Ich wollte etwas Frühlingshaftes. Und für jemanden, der nicht gerne Marmelade isst, habe ich ganz schön häufig den Löffel abgeleckt…

Als ich fertig war, hatte ich exakt zwanzig Gläschen Salz und zwanzig Gläschen Marmelade. Und da wir drei Langzeitkranke haben, die vor Ostern nicht mehr auftauchen werden, passt das ganz genau. Augenmaß war das nicht. Eher ein genialer Zufall. Manchmal passt es halt.

Abends fiel mir dann auf den letzten Drücker noch ein, dass ich noch den Teig fürs Synchronbacken anwerfen musste. Da rief das Sofa aber schon laut und deutlich. Von der heroischen Selbstüberwindung, die ich da an den Tag legte, reden wir jetzt mal nicht.

Es gab Wool Roll Bread. Genau! Der heiße Scheiss aus dem Netz! Ich sage das lieber vorher, weil man es bei meinen Exemplaren nicht ohne Bildunterzeile erkennt. Ein Foto spendiere ich. Das Innenleben, das Rezept und meinen Bericht gibt’s dann wie immer am Mittwoch um neun Uhr. Bis dahin habe ich vielleicht auch das Knäuel entwirrt.

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