IMG_6262

„I’ll graft it with you, and then I shall graft it with a medlar.
Then it will be the earliest fruit i‘ th‘ country,
for you’ll be rotten ere you be half ripe,
and that’s the right virtue of the medlar.“ – William Shakespeare, ‚As you like it‘

Mispeln. Wie das oft so ist – irgendein ehernes Naturgesetz vielleicht?! -, stolpert man ja meist mehrfach hintereinander über eine Sache, die einem gerade aufgefallen ist. Mir sind die Mispeln gerade erst hier („Zwei Rezepte mit Mispeln“) begegnet. Schwupp! Schon stolpere ich gestern beim Einkaufen über sie.

Habe ich noch nie gegessen. Jedenfalls nicht bewusst. Glaube ich. Natürlich musste ich sie mitnehmen. Irgendwas geht schon damit. Irgendwas geht immer.

IMG_6271

Ansonsten herrscht hier wegen der allgegenwärtigen Nachtfrostgefahr gerade ein wenig Tomatenchaos vor den bodentiefen Fenstern im Esszimmer. Es drängeln sich sämtliche Tomaten-, Paprika-, Chilipflanzen und ihre Freunde vor den Scheiben. Böse Blicke des Gatten gibt’s gratis dazu.

Ich hoffe sehr, dass es wenigstens nicht zum Äußersten, sprich: zum für nächste Woche prognostizierten Schneefall kommen wird. Die Zucchini und Kartoffeln mussten leider draußen bleiben, da sie in einem Anfall gnadenlosen Optimismus‘ von mir bereits ausgepflanzt wurden. Anscheinend kommen sie aber mit ihrem Mäntelchen aus Wintervlies ganz gut klar.

IMG_6268

Zum Angeben hier nochmal meine größte Artischocke. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob das was wird. Das ist ein erster Versuch. Momentan sieht sie ja mal ganz gut aus.

„If love be blind, love cannot hit the mark.
Now will he sit under a medlar tree
And wish his mistress were that kind of fruit
As maids call medlars when they laugh alone.“ – William Shakespeare, ‚Romeo and Juliet‘

IMG_1826

Und ich habe es vergangene Woche in Angriff genommen: Artischocken zubereiten. Im Prinzip hat am Ende die Artischocke mehr mich zerlegt als ich sie. Und zwar in eine Mischung aus YouTube-Videos, Foto-Anleitungen und Ratlosigkeit.

Schließlich nahm ich beherzt das Messer in die Hand un schnippelte und zupfte drauflos. War gar nicht soooo schlimm – wenn man mal weiß, was da alles weg muss. Blöd nur, dass am Ende von meinen vier Artischocken nur ein kleines Häuflein übrig blieb. Der Großteil landete im Komposter.

IMG_1873

Aus dem Rest wurde ein Risotto. Eine Artischocke pro Person, d.h. wir aßen zwei Tage davon. Es war köstlich. Deshalb war das auch nicht weiter schlimm. Mittwoch und Donnerstag. So musste ich am langen Arbeitstag nur das Regenerationsprogramm des Dampfgarers anwerfen. Perfekt!

Das Risotto wurde hergestellt, wie man halt ein Risotto herstellt. Ich habe eben gesucht und dabei festgestellt, dass ich niemals ein Risotto-Grundrezept verbloggt habe. Das werde ich beim nächsten Mal nachholen. Versprochen.

IMG_1919

Was allerdings so einfach wie lecker ist und sofort hierher gehört, ist folgendes:

_________________________________________

Heidelbeer-Pastetchen mit Blätterteig
Zutaten (für zwei Törtchen):
Blätterteig aus dem Kühlschrank
2 Handvoll Heidelbeeren aus dem Garten
Zucker
1 Eigelb
Zubereitung:
Förmchen auswählen. Ich nahm Tarteletteförmchen aus Porzellan. Aus dem Blätterteig viermal den Grundriss eines Förmchens ausstechen. Förmchen fetten. Je eine Lage Teig hineindrücken. Rand hochziehen.
Heidelbeeren waschen und auf die Förmchen verteilen. Zuckern – Menge nach Geschmack. Aus den beiden restlichen Teigkreisen mit einem kleinen Ausstechförmchen (oder auch Apfelausstecher o.ä.) nach Belieben Löcher ausstechen. Teig auf die Förmchen geben. Ausgestochene Teigreste evtl. ebenfalls darauf verteilen. Mit dem Eigelb einpinseln und zuckern.
Bei 170°C Umluft in den Ofen geben und backen, bis die Kruste schön knusprig braun ist. Eis oder Schlagsahne dazu. Viel leckerer geht es nicht.
_________________________________________

IMG_1966

Meine Heidelbeeren von heute reichten für eine erneute Herstellung nicht ganz aus. Ich gab noch die am Strauch hängengebliebenen schwarzen Johannisbeeren dazu. Noch leckerer als nur mit Heidelbeeren. Dazu gab es Holunderblüten- und Erdbeereis. Zum Reinlegen!

Und das geht wirklich flott, wenn man Blätterteig im Haus hat. Auch für überraschenden Besuch zum Beispiel. Könnte ja jemand vorbeikommen, mit dem man gerade mal nicht rechnet. Ist mir vor einer Woche passiert – aber da war ich zu matschig, um der lieben Tine irgendwas zu kredenzen. Ich gelobe Besserung!

IMG_1948