IMG_3931

Keine Ahnung, was da bei mir schief gelaufen ist, aber ich kann einfach nicht krank und gleichzeitig entspannt sein. Ich fühle mich dann immer wie eine nutzlose, faule Lusche. Wie ein Drückeberger. Vermutlich sind das die eifelanisch-moselanischen Bauerngene, die mich selbst mit Fieber auf den Acker oder in den Kuhstall treiben wollen – obwohl beides – zumindest in diesem Leben(sabschnitt) – nicht auf mich wartet.

Gut… Wem als Kind bei Erkältungen Orangensaft mit Eigelb aus dem Schüttelbecher eingeflößt wurde, der ist wahrscheinlich ohnehin versaut fürs Leben…

Jedenfalls habe ich mich heute ins Büro geschleppt. Mehr als zwei Tage halte ich das auf dem Sofa nicht aus. Ich fürchte, meine Kolleginnen berechneten exakt DAS nach all der Zeit mit ein. Jedenfalls hatten sie mir alle wirklich fiesen Sachen offensichtlich aufgehoben. Grrr…

IMG_3940

Im Prinzip ist meine Einstellung natürlich super, wenn man selbständig ist, eine gute Risikolebensversicherung hat und vor dem fünfzigsten Lebensjahr sozialverträglich abzunippeln gedenkt. In einem ausbeuterischen Arbeitsverhältnis jedoch, das zunehmend auf neoliberale Ideen setzt, ist man damit nur der Depp vom Dienst. Congrats!

Ich musste heute jedenfalls zu meinem eigenen Entsetzen feststellen, dass ich in den vergangenen zehn Jahren exakt sieben Tage krank war. Wenn es wenigstens in sieben Jahren zehn Tage gewesen wären… Aber auch das hätte mein Selbstwertgefühl nicht retten können. Ich bin doof.

Wie auch immer… Orangensaft mit Ei hin, Dummheit her… Bereits nach einer halben Stunde sehnte ich den Feierabend herbei. Und er kam! Freitag. Schluss. Aus. Ende.

IMG_3859

Themenwechsel. Was in den letzten Tagen wahnsinnig Wichtiges geschah:

Ich erwischte am vergangenen Sonntag als „Catch of the Day“ einen Grünspecht auf dem Golfrasen nebenan. Keine Ahnung, ob das ein normales Verhalten für Grünspechte ist, aber dieser verhielt sich wie eine Amsel. Mmmmhhh….

In der vorvergangenen Woche produzierte ich Rote-Bete-Gnocchi mit Rosenkohl, Tomaten und Stilton Sauce. Sehr lecker. War eigentlich als Testlauf für den am letzten Wochenende geplanten Besuch vorgesehen. Den mussten wir dann aber leider wegen meiner dämlichen Erkältung absagen. Ich hasse mich schon wieder. Und ich hatte mich echt darauf gefreut…

IMG_3822

Stattdessen gab es Linseneintopf und Hühnersuppe. Hühnersuppe! Klar. Am Dienstag rief mich nämlich der Hofladen meines Eierhofs an, dass es Suppenhühner gäbe und man mir eins reserviert habe. Ich holte es trotz – oder wegen? – meines geschwächten Zustands natürlich noch ab. Huhn. Klar. Her mit dem Huhn!

Logische Konsequenz war eine Hühnersuppe. Und damit sind wir jetzt auch beim Thema. Wie bereits avisiert hier jetzt das tausendfach überarbeitete Hühnersuppenrezept:

IMG_3904

_________________________________________

HÜHNERSUPPE
Zutaten:
2 große Zwiebeln, halbiert
Oel
4 Möhren, in Scheiben
1 Knolle Sellerie, in groben Würfeln
1 Stange Lauch, in Ringen
1 Staudensellerie, in Stücken
4 l Wasser
1 Suppenhuhn
3 Knoblauchzehen
1 größeres Stück Ingwer, in dünnen Scheiben
Nelken
Safran
Lorbeerblätter
Chiliflocken
Salz, Pfeffer
Kurkuma
Petersilie
dünne Scheibchen aus zwei kleinen Möhren
1 Bund Frühlingszwiebeln, in Scheibchen
Suppennudeln
Zubereitung:
Gemüse zerkleinern. Halbierte Zwiebeln mit der Schnittseite nach unten in etwas Oel bei hoher Temperatur anbraten. Gewürfeltes Gemüse zugeben. Kurz mit anschwitzen. Wasser angießen.
Suppenhuhn einlegen, Deckel drauf, warten.
Gewürze, Ingwer und Knoblauch zugeben. Wieder Deckel drauf und etwa drei Stunden kochen lassen.
Huhn herausnehmen und auskühlen lassen. Suppe derweile offen weiterköcheln lassen. Huhn auslösen. Knochen, Haut und Rest zurück in die kochende Suppe geben. Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden und beiseite stellen.
Suppe abseihen. Erst durch ein Sieb, dann durch ein Handtuch. Brühe zurück in den Topf geben. Zerkleinertes Fleisch zugeben, weiter offen einkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Kurkuma abschmecken.
Möhrenscheibchen zugeben und mitköcheln lassen. Derweil Suppennudeln gar kochen. Beiseite stellen. Kurz vor Ende der Garzeit gehackte Petersilie und Frühlingszwiebeln zugeben.
Gekochte Suppennudeln auf die Teller verteilen. Mit der Suppe angießen. Essen und gesund werden!
__________________________________________

IMG_20151206_134011

So. Und damit habe ich mein Versprechen eingelöst. Zusatz: Immer wieder abschmecken gegen Ende. Wischtisch!

Auch wichtig: Nachdem ich mich jetzt im Rückwärtsgang durch das Jahr 2015 gepflügt habe, bin ich am Anfang des Azorenurlaubs angelangt. Den Rest zu bebildern schaffe ich hoffentlich am Wochenende. Und dann geht es ans Feintuning des Blogs. Und an die Reparatur unzähliger Links. Die funktionieren nämlich größtenteils auch nicht mehr. Schwitz…

IMG_0271

Das Wetter war zum ersten Mal nicht absolut perfekt, aber egal. Eine Küstenwanderung (!) lag vor uns. Juhuuuu! Ich sage es lieber gleich: Diesen Küstenabschnitt MUSS ich mir bei besserem Wetter im kommenden Jahr unbedingt nochmal genauer vornehmen. Da ist man wirklich alle zehn Meter fasziniert. Und wenn man sich umdreht gleich wieder. Toll!

Kein Wunder, dass es die Adoptionsweltmeister Brangelina hier für ihren letzten Film hingezogen hatte: „By the Sea“ (<- Youtube-Link! Zum Aktivieren des Videos musst du den Link anklicken. Ich weise dich hiermit darauf hin, dass nach der Aktivierung Daten an den jeweiligen Anbieter übermittelt werden.). Erst war das ja irgendwie für alle Seiten noch aufregend, dann kam der Flitterwochenschnickschnack mit den verzogenen und gelangweilten Gören hinzu, und anschließend waren alle genervt – die Tauchbasen, die Umweltschützer, das abgefundene Ehepaar in der Mġarr Ix-Xini Bay, das uns den Kaffee servierte. Und ein Flop wird es am Ende auch noch, oder?

IMG_0326

Zurück zur Küstenwanderung. Wir parkten nach einer – üblicherweise – katastrophalen Anfahrt über etwas, das den Namen „Straße“ nicht wirklich verdient hatte, am Xatt l-Ahmar. Die Beschreibung trifft übrigens auf nahezu alle Straßen auf Gozo zu, was aber den sich im Linksverkehr aufopfernden Gatten nicht wirklich störte. Mir trieb es bisweilen den Angstschweiß auf die Stirn.

Bei unserer Ankunft regnete es sehr kurz und sehr wenig. Wir warteten kurz im Auto und machten uns dann auf den Weg. 

IMG_0101

Im Xatt l-Ahmar wurden drei Schiffe versenkt, damit die Taucher etwas Spannendes zum Tauchen haben. Der Gatte war zu diesem Zeitpunkt auch bereits in einem davon herumgetaucht. Der Weg führte an der Küste entlang zum Mġarr ix-Xini, einer Bucht mit einem kleinen Kiesstrand, die allerdings sehr malerisch gelegen ist.

Am Ausgang der Schlucht befindet sich ein Watchtower, wie es sie überall auf Malta und Gozo gibt, die aber irgendwie an der tragischen Geschichte der Inseln nicht wirklich viel verändert haben. Immerhin sind sie heute hübsche Fotomotive.

IMG_0374

Wir tranken Kaffee in der Bucht und stiegen anschließend wieder auf, um den gleichen Rückweg zu nehmen, den wir auch hin gegangen waren. Nachricht an die Brangelina-Blagen: Null langweilig. Das Licht ist immer anders. Die Landschaft spektakulär – auch ohne Sushi. Schämt euch!

IMG_0364

Den Abend – und das war dann auch der einzige der Woche – speisten wir im Apartment und testeten die Ta‘ Mena-Einkäufe und ein paar Sachen aus dem marsalfornischen Lighthouse-Supermarket. Es ist schwer zu beschreiben – und ich war vorher eher abgeneigt als neugierig – aber der Moment, in dem man zum ersten Mal „Kunserva“ probiert, haut einen echt um.

Kunserva ist eine Tomatenpaste mit der Konsistenz von Tomatenmark, die aber süß ist. Und megatomatig. Wir saßen da und kauten Brote mit Kunserva, gozitanischem Schafskäse, Oliven, Artischockenaufstrich und von mir gebratenen Champignons und waren total begeistert. Dazu Rotwein. Und anschließend ein Gläschen Limuncell. Was kann man vom Leben mehr erwarten?! Seufz…

IMG_0450

Auf dem unbebauten Nachbargrundstück hatte sich eine rote Katze niedergelassen und dort ihre fünf Kinderlein – drei rot, zwei grau – geboren. Die Kleinen waren bei unserer Ankunft in exakt dem „Waaaaaah! Süüüüüüüß!!!“-Stadium, in dem nahezu jeder Mensch in völliges Entzücken bei ihrem Anblick verfällt. Den ganzen Tag über kamen Nachbarn vorbei, streichelten, fütterten, kuschelten und stießen spitze Entzückensschreie aus.

Ich war immer wieder begeistert über die gelungene Mimikri auf den roten Fliesen vor dem Haus und machte etliche Fotos. Ehrlich? Ich hätte eine mitgenommen, wenn ich den Platz im Koffer nicht für Kunserva gebraucht hätte.

IMG_0431

Den Vormittag des fünften Tages – mittlerweile war meine Erkältung nicht mehr so wahnsinnig hinderlich – nutze ich für einen Rundgang durch Marsalforn mit der Kamera. Als der Gatte heimkehrte, machten wir uns auf nach Victoria / Ir-Rabat Għawdex, um uns die Festung anzuschauen. Wetter? Immer noch nicht wirklich so der Kracher für Fotos, aber es ging.

Die Festung wird gerade aufwendig restauriert, ist aber trotz der vielen Baustellen wirklich sehenswert. Fast bizarr streckenweise. Und riesig. Wie eine Stadt über der Stadt.

IMG_0672

Wir tranken Kaffee, trotzten dem wirklich starken Wind, marschierten alles ab, was abzumarschieren war und schlenderten anschließend noch durch die Stadt. Vorbei an den beiden völlig überdimensionierten Opernhäusern, die in ständigem, erbittertem Kampf miteinander stehen.

Bereits bei unserer Anreise auf der Fähre waren uns auffällig viele sehr extravagant gekleidete Mitreisende ins Auge gefallen. Wir dachten erst an eine Hochzeit o.ä. und erkannten dann bei der Durchfahrt durch Victoria, dass es sich um Opernbesucher handeln musste – wahlweise „Barbier von Sevilla“ oder „La Bohème„.

Je nach Vorliebe und / oder Kirchenzugehörigkeit. Die Opernhäuser gehören nämlich zu zwei verschiedenen Gemeinden, was den Kampf noch etwas erbitterter macht.

IMG_0512

Lustig, dass einer der extrem knapp bemessenen Parkplätze immerhin für den Bischof reserviert war. Besser ein Parkplatz vor der Oper als eine extrem luxuriöse Badewanne. Aber egal…

Zu Abend aßen wir – nach einem ausgiebigen Ta‘ Mena-Shopping – zum zweiten Mal im Menqa. Puh! DER Abend gab uns den Rest!

IMG_20151021_195340

 

Ich sage nur: Grilled Gozo Cheese Skewers, Aljotta, Rabbit Ravioli, Gozo Cheese Ravioli. Da waren wir eigentlich platt. Aber dann kam die Frage nach dem Dessert…

Mmmhhh… Wir dachten kurz nach und beschlossen, es zu riskieren – nicht ahnend, dass das der Todesstoß war. Death by chocolate!

IMG_20151021_205510 IMG_20151021_205500

Auf den – sehr bescheidenen Handyfotos – ist links die „Valrhona Chocolate Mousse“ des Gatten und rechts mein „Chocolate Fondant with Fig Ice Cream“ zu sehen. Ich gestehe es ungern, aber es endete im Desaster. Die Mousse war nicht zu bewältigen. Wirklich nicht. Wir kapitulierten vor „Chef Gordon“, dem Inhaber des Menqa. Und vemuteten, dass es sich um eine Art Armdrücken gegen Gäste handelte.

Davon brachte uns auch der Limuncell aufs Haus nicht ab. Verdammt! Wir schleppten unsere überfüllten Mägen bergan zum Apartment.

IMG_1713

Und um diesem Blogpost einen produktiven Schubs zu geben, hier das Rezept der gozitanischen Tomatensuppe aus „The Gozo Table“ – nebenbei bemerkt war das für uns die beste Tomatensuppe aller Zeiten. Ein erstaunliches Ergebnis für die simple Zubereitung:

_________________________________________

Tomato Soup / Soppa tat-Tadam
Zutaten (für vier Personen):
2 kg reife Tomaten
6 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 Zwiebel, fein gehackt
2 Kartoffeln, geschält und in kleinen Würfeln
1 Bund Basilikum, halb gehackt und halb in Blättern
1 Bund Petersilie, fein gehackt
Meersalz und gemahlener Pfeffer
1 Scheibe Brot mit Kruste, in kleinen Würfeln
200 ml gutes Olivenoel
Zubereitung:
Topf erhitzen, Hälfte des Oels zugeben und den Knoblauch für eine Minute anschwitzen.
Zwiebelwürfel zugeben und glasig werden lassen. Tomaten zugeben und fünf Minuten köcheln. Dann Kartoffelwürfel zugeben.
Etwas Wasser zugeben, um die Kartoffeln zu garen und zwanzig Minuten abgedeckt köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
Suppe fein pürieren. Gewürze zugeben.
Restliches Oel in eine Pfanne geben und die Brotwürfel und Basilikumblätter zugeben. Immer wieder umrühren, bis das Brot schön braun ist.
Suppe wieder erhitzen, geschnippelten Basilikum und gehackte Petersilie zugeben. Mit den Brotwürfeln servieren.
_________________________________________

IMG_9438

Aber das war jetzt schon ein wenig zu „unverhofft“ für meinen Geschmack. Nachdem ich gestern erst um kurz vor neun vom vorerst letzten, gruseligen Zahnarzttermin nach Hause zurückkehrte, war – bis auf den Biss – die Welt noch in Ordnung.

Heute morgen sah das dann völlig anders aus. Beim ersten Blick aus dem Fenster war das noch irgendwie witzig: „Haha… Schnee… Mitte Oktober…“ usw. Nach über einer Stunde Frieren an der Bushaltestelle ließ der Spaß schlagartig nach. Da kam kein Bus. Nicht mal in Gegenrichtung. Gemeinsam mit meiner Lieblingsbusgenossin kapitulierte ich irgendwann und machte mich auf den Weg nach Hause.

 

Überflüssig zu erwähnen, dass ich noch die Sommerreifen auf den Fiatfelgen habe. Beherzt – und saublöd – startete ich einen verzweifelten Versuch, mich mit dem Auto zum Büro durchzuschlagen. An der ersten Abzweigung der Bundesstraße war Feierabend. Querstehende Fahrzeuge, Blinklicht, Vollsperrung.

Also vorsichtig wieder umgedreht, zurückgeschlichen und Verkehrsnachrichten gegooglet. Okeeehhh… Die Bundesstraße war inzwischen noch an zwei anderen Stellen vollgesperrt worden. Was natürlich erklärte, warum der blöde Bus nicht gekommen war. Und es schneite und schneite und schneite…

Ich kloppte schließlich telefonisch acht Überstunden in die Tonne. Das würde heute nix mehr werden. Verdammt!  

IMG_9450

So etwa vor einer Stunde verabschiedete ich mich dann auch innerlich von den wertvollen Überstunden. Manchmal muss man eben einfach einsehen, dass man keine Chance hat. Nicht gegen Naturgewalten und nicht gegen den Winterdienst im Rheingau-Taunus-Kreis.

Und während draußen weiterhin lustig der „leise Schnee“ rieselt, warf ich in einem verzweifelten Versuch, dem Tag noch einen Sinn zu geben, alle nachgereiften Tomaten – rot und gelb zusammen – in den Topf. Irgend etwas Produktives möchte man zur Erhaltung des eigenen, schönen Bildes ja schon abends getan haben.

Und dann habe ich gerade noch den letzten Kürbis aus einer Schneewehe gegraben. Die drei Muskatkürbisse, die jetzt hier rumliegen, werden heute auch noch dran glauben müssen…

IMG_9440

Bei der Gelegenheit gibt es jetzt mal flott das Rezept der Kürbis-Ingwer-Suppe, die ich vorgestern Abend kredenzt habe. Und die war richtig lecker.

_________________________________________

Muskatkürbis-Ingwer-Suppe mit Kokosschaum
Zutaten:
600 g Muskatkürbis
4 Schalotten
1 Knoblauchzehe
10 g Ingwer
150 g mehlig kochende Kartoffeln
Olivenöl
600 ml Hühnerbrühe
100 ml Orangensaft
Salz, Pfeffer
etwas frischer Koriander
Piment d’Espelette
100 ml Kokosmilch
Zubereitung:
Erst die Schnippelarbeit: Kürbis schälen, Kerne entfernen, würfeln. Schalotten und Knoblauch fein würfeln. Ingwer schälen und reiben. Kartoffeln schälen, abwaschen und würfeln.
Öl erhitzen, Schalotten und Knoblauch anschwitzen, Kartoffel- und Kürbiswürfel zugeben und ebenfalls anschwitzen. Ingwer zugeben. Mit Brühe und Saft ablöschen, Deckel drauf und etwa 20 Minuten einköcheln lassen.
Salzen, pfeffern und pürieren. Offen weiter einkochen bis zur gewünschten Konsistenz.
Zuletzt Koriander und Piment d’Espelette zugeben, weiterköcheln lassen. Nach einer Weile Korianderblätter wieder herausfischen.
Kokosmilch in einem kleinen Topf erhitzen. Kurz vor dem Servieren mit dem Pürierstab aufschäumen. Schaum auf die angerichtete Suppe geben.
__________________________________________

IMG_9426

Bei mir stand bis gestern Abend die Kapuzinerkresse in voller Blüte. Deshalb die hübsche Dekoration. Heute habe ich noch nicht gewagt, nachzuschauen, was sie so macht. Falls sie nicht ganz erfroren sein sollte, plane ich ein Pesto und ein Süppchen.

Jetzt geht es aber erstmal an die Kürbisse.

IMG_9222

Bereits in aller Frühe stand ich an Hochbeet Nummer 2 und entfernte den alles überwuchernden Topinambur. Der musste jetzt weg. Und der wird sicher nie wieder in einem Hochbeet landen. Als Heckenpflanze wäre er perfekt. Blöderweise haben wir schon eine Hecke.

Das Zeugs wucherte jedenfalls über den Sommer alles zu. Es begrub sogar meine Pfefferminze unter sich. Und das will schon etwas heißen. Allerdings durfte ich bei der Ernte feststellen, dass wider Erwarten der Knoblauch überlebt hatte. Der darf jetzt im Beet überwintern.

IMG_8393

Ich will mal nicht zu böse sein. Herrlich geblüht hat der Topinambur nämlich auch. Und das über Wochen. Und als ich heute morgen grub und grub kam immer mehr davon zum Vorschein. Der Gatte ist erkältet und ich bin nicht beißfreudig wegen der andauernden Zahnbehandlung. Was liegt also näher als eine wärmende und auch für Schwachbezahnte geeignete Suppe?! Eben. Nix!

Immer wieder verlässlich und lecker: ein Vincent-Klink-Rezept. Dieses hier ist aus „Meine Küche“. Und da klebt schon seit dem letzten Jahr ein Zettel auf der Seite, der mich daran erinnern soll, das mal zu testen. Heute war es dann soweit. 

IMG_9247

_________________________________________

Topinambursuppe mit panierten Käsewürfeln
Zutaten (für zwei Portionen):
250 g Topinambur
1 Zwiebel
1 EL Butter
1/2 l Milch
1/4 l Gemüsebrühe
100 g Bergkäse
1-2 EL Mehl
1 Ei (Größe M)
2-3 EL Semmelbrösel
Salz, Pfeffer
frisch geriebene Mukatnuss
4-6 Stengel glatte Petersilie
Olivenöl zum Frittieren
Zubereitung:
Den Topinambur schälen und in feine Scheiben schneiden. Die Zwiebel schälen, in Würfel schneiden und in einem kleinen Topf mit der Butter anschwitzen. Den Topinambur kurz mitdünsten. Milch und Brühe angießen, aufkochen lasen und alles ca. 20 Minuten zugedeckt kochen lassen.
In der Zwischenzeit den Käse in 2 cm große Würfel schneiden. Die Würfel in Mehl wenden, durch das verquirlte Ei ziehen und in den Semmelbröseln wenden.
Wenn der Topinambur weich ist, die Suppe pürieren und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Petersilie waschen und trocken schütteln. Die Blätter hacken und untermischen.
Das Olivenöl zum Fritieren in einer hohen Pfanne sehr stark erhitzen. Die panierten Käsewürfel darin in drei bis fünf Minuten goldbraun fritieren. Die Suppe in Tellern anrichten und die Käsewürfel darauf geben.
__________________________________________

Die Suppe war köstlich. Keine Ahnung, was das ist, aber immer wenn ich ein Klink-Rezept ausprobiere, das unspektakulär oder seltsam oder beides klingt, bin ich hinterher hin und weg. Sensationell!

Ich habe ein wenig Weißwein und ganz wenig Zucker dazugegeben, den Muskat durch Muskatblüte ersetzt und mich ansonsten exakt ans Rezept gehalten.

IMG_9226

Der Rest des Topinamburs ist für weitere solche Suppen reserviert. Den Rest des Tages verbrachte ich übrigens mit dem Einkochen einer weiteren Ladung Passata und dem Konservieren von Knoblauch. Der Knoblauch sollte erstmal bis ins neue Jahr hinein ausreichen. Nervig herzustellen, aber dann super praktisch und bequem für eine längere Zeit.

IMG_8543

Ohne langes Vorgeplänkel: Das gestern war die leckerste Kürbissuppe meines bisherigen Lebens. Das Rezept aus der aktuellen „Lecker“ wurde etwas abgewandelt, aber die darin enthaltene Kombination aus Hokkaido und Koriander ist echt eine gute.

Das Beste daran ist, dass der Rest heute noch für ein Vorspeisensüppchen reicht, und sensationell auch die Einlagenidee aus Croutons, die am Ende des Bratens mit einer Art Kräuterpesto verrührt werden. Das war toll.

IMG_8558

Hier meine Variante des Rezepts:

_________________________________________

Kürbissuppe mit Koriander und Kräuter-Croutons
Zutaten (für 6 Vorspeisen- oder drei Abendessensportionen):
1 Hokkaido (meiner wog gut 800 Gramm)
2 Schalotten
Butter zum Anschwitzen
1 TL Koriandersamen
Paprikapulver (edelsüß – oder bei mir doce aus portugiesischen Beständen)
Salz, Pfeffer
800 ml Gemüsefond
200 ml Weißwein, trocken
200 ml Sahne
reichlich Kräuter: Petersilie, Minze, Koriander, Schnittlauch
2 Knoblauchzehen (oder 2 TL confierter Knoblauch)
Olivenoel
1 Brötchen oder drei Scheiben Graubrot (was auch immer gerade weg muss)
Zubereitung:
Kürbis waschen, vierteln, Kerne entfernen. Kürbis in grobe Stücke schneiden. Schalotten fein würfeln.
Butter erhitzen. Zwiebelwürfel und Koriandersaat darin bei mittlerer Hitze andünsten. Kürbiswürfel kurz mitdünsten lassen. 1 TL Paprika darüber geben, noch etwas weiter ziehen lassen, mit dem Wein ablöschen.
Gemüsefond angießen. Zugedeckt etwa anderthalb Stunden einköcheln lassen. Dann Pürierstab rein und fein pürieren. Sahne bis auf einen Rest zum Dekorieren zugeben und nochmals etwa eine halbe Stunde ganz leicht simmern lassen.
Kräuter waschen, trocken schütteln und Blätter abzupfen, Schnittlauch in längere Röllchen schneiden. Alle anderen Kräuter – bis auf einen Rest für die Deko – grob hacken.
Aus den Kräutern, dem ebenfalls grob gehackten Knoblauch und Öl nach Gefühl mit dem Pürierstab eine Art Pesto herstellen. Kurz beiseite stellen.
Brot / Brötchen in mundgerechte Stücke schneiden und in Olivenoel in einer Pfanne knusprig braten. Kurz vor dem Anrichten das Kräuteröl zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen.
Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken, in Teller geben und mit wenig Sahne, den Croutons und den restlichen Kräutern anrichten.
__________________________________________

IMG_8595

In meiner Ökokiste waren in dieser Woche ausschließlich Tomaten – davon aber reichlich! Unsere eigenen reichen gerade mal so für den täglichen Bedarf, sodass ich zur Konservierung ein paar kaufen musste. Und die hier – Sorte „Temptation“ aus vertrauenswürdigem Anbau – schmecken hervorragend.

Aus drei Kilo davon koche ich gerade Sugo für den tomatenlosen Winter ein. Und morgen gibt’s noch eine Tomatensuppe. Das Beste am Herbst ist echt, dass man richtig Lust auf Suppen bekommt. Und Eintöpfe. Trotzdem wäre ein bißchen Sonne jetzt noch gut, damit unsere letzten Tomaten noch reif werden.