Totale Toastlosigkeit

 

Ja, die herrscht in diesem Haushalt üblicherweise. Toast gibt es hier eigentlich nie, aber wir kommen auch ganz gut toastlos durchs Leben. Das war nicht immer so. Während meiner Studienzeit lebte ich praktisch zeitweise von Toast. Ich hatte eine Kalbsleberwurst-auf-Toast-Phase. Und dann noch eine Blauschimmelkäse-auf-Toast-Phase. Man kann damit eine Weile überleben. Bißchen toastlos, aber es geht.

In den Neunzigern hatten wir dann einen Sandwichtoaster. Das Kind liebte Sandwichtoast. Vor allem mit Thunfisch. Ich kaufte Vollkorntoast, um mein schlechtes Gewissen niederzuringen. Als der Sandwichtoaster irgendwann in unserer damals in Mombach gelegenen Küche in Flammen aufging, kaufte ich keinen neuen. Es erschien mir insgesamt zu gefährlich. Es begann die Nutella-auf-Toast-Phase des Kindes. Ich hasse Süßes auf dem Brot. Für mich war die Toastnummer damit durch. Das Kind aß Nutellabrote, während es auf Kika Bernd, das Brot anschaute.

Das vergangene Wochenende brach an. Oh! Synchronbacken! Kurzer Check: Toastbrot. Mmmmhhh… Der Gatte brachte sich in die Entscheidungsfindung mit einem trockenen „Bist du noch bei Toast?!“ ein. Ich überlegte trotzdem weiter. Toastbrot… So als Notreserve… Eigentlich gibt es für brotlose Momente hier eher eine eiserne Knäckebrotreserve (Roggenvollkorn! Von W**A! Wieso schafft es eigentlich kein einziger anderer Hersteller ein essbares Knäcke zu backen?! Aber das nur mal am Rande…).

Und als mein Blick auf die Fensterbank und den darauf befindlichen letzten Weihnachtskuchen im Glas von der Schwester fiel – mittlerweile wurde er vernichtet -, reifte in meinem Inneren ein waghalsiger Plan heran. Er wuchs und wuchs. Toastbrot im Glas! Für Notzeiten! Auch ich habe manchmal meine Momente.

Außerdem brauchte ich ja einen genialen Plan, um des Gatten schiefe Seitenblicke in pure Bewunderung zu verwandeln. Ich sah mich praktisch bereits als Toastfee, die an einem kalten und verschneiten Samstag oder Sonntag dafür sorgt, dass niemand zum Bäcker muss. Die Toastfee! Schutzpatronin der Brotlosen! Retterin der Frierenden!

Um ehrlich zu sein, fand ich einfach die Sache mit dem Salz-Hefe-Verfahren total spannend. Und außerdem wollte ich synchronbacken. Also los. Hier meine Rezeptvariante. Das Originalrezept findet sich beim Brotingenieur – Direktlink: „Mein Toastbrotrezept – mit Salz-Hefe-Verfahren“.

Toast im Glas

Zutaten

Salz-Hefe-Stück

  • 100 g lauwarmes Wasser
  • 10 g Salz
  • 15 g Frischhefe
  • 500 g Weizenmehl, Type 550
  • 220 g Wasser
  • Salz-Hefe-Lösung
  • 7 g Backmalz
  • Roggensauerteigextrakt für 500 g Mehl (mein Sauerteig hat schon wieder den Abgang gemacht...) für den Geschmack
  • 25 g kalte Butter in Flöckchen

Hauptteig

    Zubereitung

    • Am Vorabend die Salz-Hefe-Lösung vorbereiten, die alles Lügen straft, was man bisher über Salz und Hefe ("Die können einfach nicht miteinander...") dachte. Salz und Wasser verrühren, bis sich das Salz gelöst hat. Hefe darin aufrühren. Mischung über Nacht im Kühlschrank deponieren.
    • Am nächsten Morgen alle Zutaten bis auf die Butter in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Mit den Knethaken bearbeiten, bis sich ein konsistenter Teig bildet, der sich vom Rand der Schüssel löst. Butter zugeben und weiterrühren lassen, bis die Butter komplett eingearbeitet ist.
    • Etwa zehn Minuten in der Rührschüssel parken und gehen lassen.
    • Derweil Gläser fetten. Ich nahm Trennfett aus der Sprühdose, was zwar einerseits auf Fotos nicht sehr attraktiv wirkt, aber andererseits für ein perfektes Ablösen des fertigen Brots von der Form sorgt. Tipp: Gläser in der Spülmaschine einsprühen. Dann ist anschließend nicht die halbe Küche fettig.
    • Anschließend den Teig achteln und jeweils zwei Stücke ineinander verdrehen und in die Gläser geben. Gläser offen im Auftauprogramm des Ofens (30°C) oder bei ähnlicher Temperatur etwa eine Stunde gehen lassen.
    • Ofen vorheizen auf 190°C. Auflaufförmchen mit Wasser mit in den Ofen geben. Gläser schließlich hineinstellen und für etwa 30 bis 45 Minuten abbacken. Ich habe nicht gewagt, die Temperatur zu erhöhen, weil ich die Gläser nicht über 200°C erhitzen wollte.
    • Gläse schließlich aus dem Ofen nehmen und sofort heiß verschrauben bzw. Weck-Gläser mit Gummis und Klammern verschließen.

    Das sah insgesamt echt super aus. Natürlich habe ich nach dem Abkühlen ein Glas öffnen müssen. Natürlich habe ich es nicht aus Neugierde geöffnet, sondern um jetzt hier ein Foto des Inhalts posten zu können. Und vielleicht auch ein bißchen, um es mit Butter und Salz zu probieren. Aber das war selbstverständlich völlig nebensächlich.

    Kurz und knackig: Es schmeckte super. Wenn die Haltbarkeitsdauer jetzt noch halbwegs meinen Erwartungen entspricht, könnte das hier ein deutlich weniger toastloser Ort werden.

    Ich denke, in der runden Form eignet es sich wahrscheinlich auch perfekt für Häppchen. Ich sehe es praktisch bereits mit Lachsauflage vor mir. Ein Spiegelei – sunny side up – mit knusprigem Schinken könnte auch eine perfekte Ergänzung sein. Oder Leberwurst. Oder Blauschimmelkäse. Oder meinethalben auch Nutella – wenn ich es nicht selbst essen muss.

    Nur in den Sandwichtoaster passt es nicht. Aber das macht nix. Wir haben ja ohnehin keinen.

    Dafür habe ich mittlerweile als Alternative zum Toaster auch einen Gusseisenpfannentest vorgenommen, der hervorragend funktionierte. Pfanne mit etwas Öl ausgepinselt – Brotscheiben von beiden Seiten angeröstet – perfekt.

    Für Langzeittests habe ich in einem kleinen Glas eine kleine Teigmenge abgebacken. Ich werde berichten, wann es anfängt, nicht mehr vertrauenswürdig auszusehen.

    Wer noch dabei war?! Wo man man vorbeischauen könnte / sollte / darf?! Bitte sehr! Dabei waren diesmal mit einem Blogpost:

    Zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf

    Sandra von From-Snuggs-Kitchen

    Birgit von Birgit D – Kreativität in Küche, Haus & Garten

    Britta von Backmaedchen1967

    Caroline von LinalsBackhimmel

    Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum

    Dominik von Salamico

    Tina von Küchenmomente

    Simone  von Zimtkringel

    Sonja von Soni – Cooking with love

    Tamara von Cakes, Cookies and more

    Ingrid von auchwas

    Sylvia von Brotwein

    Katrin von Summsis Hobbyküche

    Steffi von dulcipessa

    Rebekka von pfanntastisch

    Britta von Brittas Kochbuch

    Volker von volkermampft

    Birgit von Backen mit Leidenschaft

    23 Kommentare

    1. Hallo Manuela,
      ich bin ja immer noch total begeistert von deiner Toast im Glas-Idee und freue mich, dass ich an einem deiner „Momente“ quasi dabei sein durfte. Also irgendwie jedenfalls.
      Bei uns gibt es ständig Toast, mein Jüngster ist ein echtes Brotmonster und liebt herzhaften Belag. Tja und wer mit dem Nutella-Toast mümmelnd vor Fernseher sitzt ist mein Göttergatte. Ob er allerdings Bernd das Brot dabei guckt, muss ich nochmal genauer beobachten….vielleicht sollte ich dann doch anfangen, mir Sorgen zu machen.
      Schön, dass du wieder dabei warst.
      Liebe Grüße
      Tina

    2. Hallo Manuela,

      jetzt musste ich echt lachen bei deinem Beitrag du tolle Toastfee, also ab und an gibt es mal ein Toastbrot bei uns, der Sandwitchmaker steht bei uns seit Jahren schon im Keller ich finde diese Dinger kann man echt schlecht sauber machen und einen Toaster gibt es bei uns auch nicht den habe ich meinem Sohn beim Auszug mit eingepackt, weil er diesen auch am meisten benutzt hat, zur Not schmeiße ich die Scheiben in den Airfryer. Ich finde die Idee Toastbrot im Glas einfach klasse und eins muss ich noch gestehen ich esse Toastbrot nur mit süßem Aufstrich.

      Liebe Grüße
      Britta

      1. hallo britta,
        ich benutze den toaster eigentlich recht häufig – z.b. am wochenende, um meine brotunterlage fürs rührei zu toasten, aber das ist dann meistens graubrot und kein toast.
        mein sohn hat sich ein paar jahre nach seinem auszug einen sandwichtoaster zum geburtstag gewünscht. muss mal nachfragen, ob es den noch gibt 😀
        bin echt mal gespannt, ob die toast-im-glas-idee sich tatsächlich als haltbar erweist. falls ja, gibt es das sicher häufiger. heute abend werde ich noch ein glas öffnen. bei der aufräumaktion wurden allerhand konserven in den status „muss dringend weg!“ erhoben. koche gerade ein chili. das passt der toast hervorragend =)
        liebe grüße
        manuela

    3. Hi Manuela,
      die Variante im Glas ist super! Ich war am Sonntag schon hin und weg!
      Übrigens: Kalbsleberwurst auf Toast geht immer. Immer. IMMER! Huch, meine Leberwurstmanie geht mit mir durch!
      Jedenfalls lese ich unheimlich gerne bei dir.
      Liebe Grüße
      Simone

    4. Hallo Manuela,
      so traurig, dass die Toastbrotliebesgeschichte vorbei ist, aber es kommt immer wieder vor, dass man zu einer alten Liebe zurückkehrt oder „alte Liebe rostet nicht“.
      Mein Mann reagierte erst auch mit Unverständnis: „Du willst wirklich Toastbrot backen???!!!“ um dann später mit großem Appetit, frisch geröstete Toastbrotscheiben zu verspeisen. Mir hat das Brot auch gefallen und ich werde es bestimmt wieder backen. – Ich bin gespannt, wie lange sich das Toastbrot im Glas hält.
      Liebe Grüße und – bis zum nächsten Mal ♥

      1. Ja, Toast. Gerade newährt es sich extrem. Heute Abend zum Restevernichtungschili war es auch perfekt. Ich glaube, wir nähern uns wieder an – Toast und ich 😀
        Ganz bestimmt wieder beim nächsten Mal. Bis dahin! 🙂

    5. Liebe Manuela,

      der Toast im Glas ist echt ein Knaller! Vor allem für Menschen wie mich, deren Gefrierschrank immer aus allen Nähten platzt… Das muss ich auch unbedingt mal machen und die runden Scheiben haben es mir auch ganz schön angetan.

      Liebe Grüße, Steffi

      1. das zwingt dann z.b. auch die beschenkten bei brot-und-salz-einzugs-geschenken nicht so unter druck, wochenlang nur brot essen zu müssen, damit nichts schlecht wird 😀
        nächstes mal backe ich die doppelte menge

    6. Tolle Idee! Und was die Toastphase betrifft, so eine hatte ich auch mal. Bei mir darf aber alles aufs Brot auch Süsses. 😉 Ich bin gespannt, wie lange sich die Toastgläser halten. Du berichtest, oder?

      1. werde das auch nochmal mit vollkorntoast testen, falls die haltbarkeit entsprechend ist. total praktisch bisher.
        mittlerweile sind alle gläser leer. gut, dass ich das eine probeglas beiseite gestellt habe 😀

    7. Hallo Manuela,
      ich liebe deine Idee mit den Gläsern. Ich habe in Einmachgläser schon Kuchen gebacken, aber die Idee mit dem Toast ist wunderbar.
      Du musst mal berichten wie lange der Toast sich so hält 😉
      Liebe Grüße
      Soni

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