„Whoops, there goes another year…

… Whoops, there goes another pint of beer…“ – Billy Bragg

Fast vorbei ist 2018 – das Jahr, das in meine persönliche Leidensgeschichte als das Jahr, das mit einer defekten Spülmaschine begann und mit einer defekten Spülmaschine endete, eingehen wird. Besser geht’s kaum, oder?!

Fest steht: 2019 wird mit einer neuen Spülmaschine beginnen. Hoffen wir, dass es nicht auch mit einer neuen Spülmaschine endet. Kleiner Scherz! @Schicksal: Bitte nicht als self-fulfilling prophecy auffassen! So war’s nicht gemeint!

Schauen wir aber erstmal zurück statt nach vorne. In 2018 war ich ganz schön oft unterwegs. Es begann im März bereits mit einer Woche Zypern, die nach der endlosen Urlaubspause seit dem Herbst 2017 – sehen wir einmal vom Plätzchenurlaub im Dezember ab – äußerst willkommen war.

Wir wohnten in Larnaca. Der Gatte tauchte, ich verlief mich dehydriert in der Stadt und erbeutete Keramik. Wir aßen Meze wie Zyprioten – also bis zum Gehtnichtmehr. Es gab Palmen, Sonne und Kolokasi. Wir kochten und schwatzten mit Marina. Insgesamt eine herrliche Woche mit sagenhaften zwei Windows auf der nach oben offenen Window-Skala.

Im Juli verließ ich zum ersten Mal in meinem Leben Europa. Guuut… Norwegen hatte ich schon mal abgehakt… Gehört zwar nicht zur EU und zum EWR, aber ich sehe es schon als Teil des Kontinents an. Diesmal ging es jedoch weiter. Mein erster echter Langstreckenflug stand an. Nach Indonesien.

Mir graute vor dem Flug, aber ich freute mich auf die drei Wochen „Ganzwoanders“. Und sie waren herrlich – bis auf meine Vulkanpanik. Bali und Nusa Penida. Und ich sah einige der atemberaubendsten Strände meines bisherigen Lebens. Am Atuh und Kelingking Beach stand ich staunend und konnte kaum den Blick wenden von so viel atemberaubender Schönheit.

Unvergessen auch die Boots-Vorbeifahrt am hübschesten Window aller Zeiten (untere Reihe, 2. Foto von links). Und das Essen… Das Essen war während des kompletten Urlaubs absolut genial. Und wurde anschließend vielfach nachgekocht. Und wir reden hier wohlgemerkt vom Essen in einfachsten Warungs – und nicht vom Essen in Flugzeugen von Singapore Airlines…

Kurz nach dem Urlaub verbrachte ich eine Woche in Heidelberg bzw. in Leimen bei einem Seminar. Das war trotz harter Wissensaufrüstung eine sehr schöne Woche. Die Kontakte zu einigen Teilnehmern halten noch immer an.

Das war mit Abstand das heißeste Hotelzimmer meines Lebens. Aber das Schwitzen lohnte sich. Neue Erkenntnisse, neue Menschen – und eine echt hübsche Stadt.

Im Herbst ging es dann mal wieder nach Gozo. Und wenn man denkt, man kennt eine Insel, die ja an sich recht überschaubar ist, kann man sich auch täuschen. Wir entdeckten einen neuen und wunderhübschen Küstenabschnitt, wir vertrödelten einen kompletten Nachmittag in der San Blas Bay und ich sah mich den brutalsten Stechmücken meines Lebens ausgesetzt.

Wir knackten schwierige Malti-Grammatik-Probleme, wir aßen den besten Lampuki unseres Lebens und wir entdeckten gar köstliche Mandelplätzchen bei Grech’s Bakery in Nadur, die anschließend Einzug in die heimatliche Weihnachtsbäckerei hielten.

Direkt nach dem Gozo-Urlaub ging es abermals aus Fortbildungsgründen für eine Woche nach Düsseldorf. Meine natürliche Aversion gegen die „schepp‘ Seit'“ wurde ein wenig ins Wanken gebracht. Erstaunlich: Düsseldorf ist echt schön. Guuut… Wiesbaden ist auch echt schön, aber…

Von den Urlauben geht’s jetzt zum Garten. Das Gartenjahr 2018 hätte genial sein können, aber für wirkliche Genialität waren drei Wochen Sommerurlaub einfach zu lang. Trotz Bewässerungsanlage. Dafür dauerte der Sommer dann wahnsinnig lange. Die letzten nachgereiften Tomaten haben wir eine Woche vor Weihnachten gegessen. Unfassbar! Lag aber nicht nur am späten Gartenende, sondern auch an der genialen, lagerfähigen Sorte: die Ramallet aus Mallorca. Sensationell.

Weitere Gartenmomente des Jahres waren die Entdeckung von Habaneros und der Anbau von Gurken. Die Habaneros machten mir zwischenzeitlich wirklich Angst. Eine einzige Pflanze lieferte derart viele Früchte, dass ich kurz vor der Ohnmacht stand. Die Lösung: Habaneropaste – eine der genialsten Entdeckungen des Jahres. Mittlerweise vielfach getestet steht die für 2019 definitiv wieder auf dem Proramm.

Die Gurken wurden sauer eingelegt und haben bereits etliche Käse- und Leberwurstbrote veredelt. Auch die Brote von Kolleginnen. Uuund: Das geht auch mit Zucchiniüberschuss! Und mit Jalapeños. Perfekt!

Neuentdeckung des Jahres: Weinbergpfirsichketchup. Hammer! Ebenso die Salsa Base di Pomodore nach Antonio Carlucci. Memo to myself: Die Tomatencrème nach Stephan Hentschel ist fast aufgebraucht. Unbedingt nachlegen!

Vom Garten zum Essen – der Schritt ist nicht weit. In 2018 waren wir tatsächlich – außerhalb der Urlaube – nur zweimal aushäusig essen. Einmal im Mai bei einem Chef’s Table in der Villa Merton bei André Großfeld. Und einmal kurz vor Toresschluss – nämlich vorgestern – in Limburg im Restaurant 360° bei Alexander Hohlwein.

Die Erlebnisse hätten unterschiedlicher nicht sein können. Beide Abende waren essenstechnisch ausgezeichnet. Das ist unbestritten. Den Unterschied machte am Ende das Ambiente. So entspannt und nett die Stimmung mitten in der Küche bei Großfeld war, so angespannt und teilweise gar unangenehm war der Abend bei Hohlwein. Und bei Großfeld war das emotional ein im Küchenteam nicht ganz stressfreier Abend. Und wir saßen als praktisch „Fremde“ mittendrin. Aber die „Krise“ wurde vom Chef in absolut souveräner Manier und mit unglaublicher Lockerheit eingefangen. Das Essen nochmal im Überblick:

Im Service des 360° gärte dann allerdings etwas definitiv Ungutes. Und das konnte man als aufmerksamer Gast auch nicht übersehen. Und nicht überhören. Ich saß auf dem einzigen Platz im Restaurant, der einen Blick in den Raum vor der Küche gewährte. Und ich wurde Zeuge des Zusammenfaltens eines Servicemitarbeiters, der uns zuvor und auch hinterher absolut nett und angenehm entgegentrat.

Am Ende des Abends hatte das dann gar etwas von Mobbing. Und das war sehr unschön. Leider. Denn das Essen an sich war ausgezeichnet. Wirklich ausgezeichnet. Hier ein Überblick:

Zu Hause gegessen haben wir natürlich im vergangenen Jahr auch. Und das recht häufig und nicht mal schlecht. Es gab allerlei Neues und allerlei Improvisiertes. Einige Abendessen, die keine Gnade vor des Gatten sensiblem Gaumen fanden, waren auch dabei. Aber alles in allem war er wohl eher zufrieden mit dem, was in 2018 auf dem heimischen Esstisch landete.

Ich fasse mal kurz in wenigen, nicht repräsentativen Bildern zusammen:

Was noch bleibt von 2018? Etwa 30 Stunden. Und einige gute Vorsätze für 2019.

Hier eine Liste von Vorsätzen, die ich allesamt in 2019 Innerhalb kürzester Zeit brechen werde:

  1. Ich werde innerhalb kürzster Zeit alle in 2018 aus dem Blog verschwundenen Fotos neu hochladen. Die Urlaube und die Weihnachtsbäckerei (1a. Weihnachtsbäckerei deeskalieren) der letzten Jahre sind bereits wieder bebildert. Aber das war es dann auch. Ich gelobe Konsequenz und Durchhaltevermögen.
  2. Ich werde zukünftig regelmäßig Backups durchführen und Plugins sofort updaten. Dass ich das nicht getan habe, hat im fast vergangenen Jahr zu einem absoluten Horrormoment geführt, als das Blog gehacked wurde.
  3. Ich werde weniger Tomatenpflanzen auf dem begrenzten Platz in den Tomatenbeeten unterbringen. Und alle zwei Tage ausgeizen. Und überhaupt…
  4. Ich werde den Wunsch des Gatten berücksichtigen und häufiger Dadar Gulung, Hühnersuppe und Linseneintopf zubereiten.
  5. Ich werde wieder regelmäßig laufen.
  6. Ich werde die momentan hohe Frequenz von Küchenunfällen senken. Keine Verbrennungen dritten Grades. Keine Amputationen nützlicher Körperteile.
  7. Ich werde mir ein Spiel des FC Bayern als „neutraler Beobachter“ anschauen.
  8. Ich werde nach zehnstündigen Arbeitstagen das Essen filigraner anrichten. Und anschließend noch hochformatige Bilder für Pinterest zusammenbasteln.
  9. Ich werde keine Teller mehr kaufen.
  10. Ich werde – wie in diesem Blogpost angekündigt – nienieniemals Kretins Macht über mich gewinnen lassen. Auch nicht aus Höflichkeit oder anerzogener Freundlichkeit.
  11. Ich werde sämtliche Küchenschränke und -schubladen ausräumen, auswischen, neu sortieren und anschließend für immer in perfekter Ordnung halten.
  12. Ich werde niemals mehr in Urlaub fahren ohne mindestens zwei Tuben einer Hydrocortisoncrème im Gepäck.
  13. Ich werde Amnesty International beitreten und mit Kalle und Uli endlich dem Artikel 1 des Grundgesetztes die ihm zustehende Geltung verschaffen.
  14. Ich werde mir ein Gummihuhn kaufen. Nur für den Fall.
  15. Ich werde nicht kotzen, wenn das Merkel gegen das Mini-Merkel ausgetauscht werden wird.
  16. Ich werde mindestens dreimal in 2019 zum Mainzer Marktfrühstück gehen.
  17. Ich werde ganz schrecklich viel von Hand spülen, um die neue Spülmaschine zu schonen.
  18. Ich werde wieder häufiger meine C4F-PNs lesen und beantworten.
  19. Ich werde eine Verhaltenstherapie beginnen, um meine Vulkanpanik in den Griff zu bekommen.
  20. Ich werde nie wieder ein maltesisches Rezept so lange überarbeiten, bis ich wahnsinnig werde.

Das sind alles Dinge, die ich wahrscheinlich niemals schaffen werde. Aber man muss ja Ziele haben. Auch und vor allem unerreichbare Ziele. Wenn auch nur, um jedesmal in ein diabolisches Lachen auszubrechen, wenn eins davon „die Bachgass'“ runtergeht. Egal. Ich weiß momentan zumindest eins: 2019 wird hart. Arbeitstechnisch. Vielleicht auch unerträglich. Außer ich setze Punkt 21 in die Tat um:

21. Ich werde im Lotto gewinnen.

Da das mal mindestens noch eine Woche dauern wird, gehe ich jetzt erstmal in die Küche und kümmere mich ums Abendessen für heute.

Allen einen guten Start in 2019! Und nur die besten Wünsche fürs Neue Jahr.

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