„Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit…

… eine Zeit zum Gebären / und eine Zeit zum Sterben, / eine Zeit zum Pflanzen / und eine Zeit zum Ausreißen der Pflanzen, eine Zeit zum Töten / und eine Zeit zum Heilen, / eine Zeit zum Niederreißen / und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen / und eine Zeit zum Lachen, / eine Zeit für die Klage / und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen / und eine Zeit zum Steinesammeln, / eine Zeit zum Umarmen / und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen / und eine Zeit zum Verlieren, / eine Zeit zum Behalten/ und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen/ und eine Zeit zum Zusammennähen, / eine Zeit zum Schweigen / und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben / und eine Zeit zum Hassen, / eine Zeit für den Krieg / und eine Zeit für den Frieden.“ – Prediger 3, 1-8

Meine immerwährende Lieblingsbibelstelle passte nie besser als gerade jetzt. In den vergangenen zwei Wochen habe ich gepflanzt, geerntet, gelacht, geklagt, umarmt, gesucht, verloren, getanzt, zusammengenäht, geschwiegen, geredet, geliebt und gehasst. Aber eins habe ich nicht getan: gebloggt. Sorry dafür.

Mein Leben abseits des heimischen Herds ist gerade kein Spaß, aber zwischendurch absurderweise auch ein echter Spaß. Es ist mit Sicherheit eins: arbeitsintensiv. Und ich habe den Eindruck – jedenfalls die meiste Zeit über – etwas voranzubringen. Klingt blöd jetzt, aber befeuert mich streckenweise. Und nach etwa eineinhalb Jahren ist es dann auch bald tatsächlich vorüber. Und ich frage mich, ob ich dann froh sein werde, mein „altes Leben zurück“ zu haben, oder ob ich mich fürchterlich langweilen werde. Ich kann es noch nicht abschätzen. Wir werden sehen.

Viele Dinge haben sich geändert. Einige Dinge sind komplett neu einsortiert worden. Andere Dinge sind ein Segen. Es ist, wie es immer ist: mal so, mal so.

Vorletzte Woche gab es eine „rauschende Ballnacht“ mit anschließender Übernachtung. In das „Hotel“-Schild war ich gleich verliebt. Und in die Glasbausteine. Ich sage nur „garni“ – herrlich! Wir hatten wirklich Spaß. Und ich hatte die perfekte Zimmernummer:

Lieblingszahlenkombination! Und die Gummibärchen auf dem Bett brachte ich dem Gatten mit, als ich freitags komplett „exhausted“ zu Hause eintraf. Für exzessives Feiern scheine ich mittlerweile zu alt zu sein. Immerhin habe ich mein Bestes gegeben.

Und ich habe in den letzten vierzehn Tagen auch gekocht. Nicht allabendlich, aber immer, wenn die Zeit noch irgendwie reichte, wenn ich zu Hause eintraf.

Und vorgestern gab es die ersten Muscheln der Saison. Und gestern gleich nochmal, weil noch reichlich White Wine Broth vom Vortag übrig geblieben war. Wie konnte ich nur jemals ein Problem mit Muscheln haben?!

Mein Standardrezept gibt es hier:

Steamed Mussels in White Wine Broth

Gericht: Fischteller
Autor: The Three Chimneys

Zutaten

  • 1 kg Miesmuscheln
  • 2 Schalotten
  • etwas Butter
  • etwas Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Handvoll frische Petersilie
  • 100 ml trockener Weißwein
  • 100 ml Geflügelbrühe
  • 50 ml Sahne
  • Salz, Pfeffer

Anleitung

  • Muscheln in einer Schüssel mit klarem, kaltem Wasser einlegen. Einzeln unter fließendem Wasser abspülen, „Bart“ entfernen, säubern und in eine zweite Schüssel mit Wasser legen. Eventuell offene Exemplare aussortieren.
  • Butter und Oel in einen großen Topf geben und auslassen. Schalotten fein würfeln und langsam anschwitzen. Ebenfalls fein gehackten Knoblauch zugeben und kurz mit anschwitzen. Petersilie zugeben und mit Geflügelfond und Weißwein ablöschen. Kurz aufkochen.
  • Muscheln zugeben. Bei geschlossenem Deckel etwa zehn Minuten dämpfen.
  • Sahne angießen, salzen, pfeffern, umrühren.
  • Muscheln in eine vorgewärmte Schüssel geben und mit der Soße übergießen. Exemplare, die sich jetzt noch nicht geöffnet haben, aussortieren. Frisch gebackenes Brot dazu servieren. Die Soße eignet sich hervorragend zum Tunken!

Und weil es flott gehen musste, kam nur ein flottes Brot als Beilage in Frage. Mit irgendwas muss man ja die Broth auftunken. Priorität Nummer eins beim Muschelessen!

Ich entschied mich für ein Pfannenbrot. Und es funktionierte auf Anhieb perfekt. Deshalb hier das Rezept:

Pfannenbrot

Gericht: Beilagenteller, Brotkörbchen, Rustikaler Teller
Autor: MrsFlax

Zutaten

  • 250 gram Weizenmehl, Type 405
  • 1 tsp Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 tbsp Olivenöl
  • 1 tsp Backpulver
  • etwas Natron
  • 75 gram griechischer Joghurt
  • 125 ml Vollmilch

Anleitung

  • Alle Zutaten verrühren und etwa eine Stunde stehen lassen.
  • Mit nassen Händen dünne Fladen formen und nacheinander in einer Pfanne mit etwas Olivenöl ausbacken.
  • Brotreste lassen sich auch am Folgetag nochmals kurz aufbacken und schmecken noch ausgezeichnet.

Und heute wird es gleich nochmals ein Lieblingsessen geben: gefüllte Paprika aus dem Garten. Das Hackfleisch habe ich heute zum erstenmal woanders als in meinem leider nicht mehr existenten Hofladen kaufen müssen, aber – gute Nachricht! – ich war bei dem Metzger, der für unseren Hofladen gemetzgert hat. Und ich war seit ungelogen drei Jahrzehnten nicht mehr in einer solchen Metzgerei. Fast rechnete ich damit, das mich jemand fragen würde, ob die junge Dame denn ein Stückchen Fleischwurst wolle. Herrlich!

Und jetzt ist eindeutig „die Zeit zu Kochen“. Ich bin dann mal in der Küche.

2 Kommentare

    1. Gelbwurst ist aber sowas ähnliches wie Fleischwurst, oder? Ich muss gestehen, dass ich die noch nie gegessen habe… Vielleicht habe ich ein Problem mit Farben. Ich mag auch die hier so beliebte weiße Fleischwurst nicht 😀
      Stimmt… Die Byrds… Jetzt habe ich einen Ohrwurm… ^^

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