Über Weihnachten geschlossen.


Kaum zu glauiben: Wir waren diesmal an Weihnachten einfach nicht da. Das gab’s noch nie. An Heiligabend setzten wir uns ins Auto und führen in die schöne Rhön. Nachdem anfänglich für die ganze Zeit unseres Aufenthalts Regen gemeldet war, wurden wir positiv überrascht. Es war neblig, aber es regnete nicht. Oder nur dann, wenn wir nicht draußen waren.

An Heiligabend gab es genau drei Geschenke: einen Rhön-Kalender von unseren Vermietern, eine Flasche Champagner, die wir kurzerhand in die Reisetasche gesteckt hatten, und eine Biber-Ausstechform von Obi, die der Gatte noch vom Einkauf des Vortags in seiner Jackentasche fand. Bevor es an die Würstchen ging, marschierten wir allerdings zur Wasserkuppe. Im Nebel. Sehr entschleunigend. Kann ich nur empfehlen.

Zwei Tage frische Luft, Ruhe und Bewegung haben mich deutlich entspannt. Und nicht wie verrückt zu kochen, war auch weniger schlimm als erwartet. An Heiligabend habe ich zum erstenmal Würstchen gegessen. Zwar nicht mit Kartoffelsalat, sondern mit Patatas Bravas und Rosenkohl in Senfsauce – aber immerhin. Das war das, wofür wir uns nach einem schnellen Einkauf im Edeka von Gersfeld und nach einem kurzen Check der Gegebenheiten in unserer FeWo-Küche entschieden.

Am ersten Feiertag zogen wir nach dem Frühstück los auf eine Zwölf-Kilometer-Runde durchs Rote Moor. Kaum jemand unterwegs, wieder neblig und wieder herrlich entspannt.

Nach der Wanderung zogen wir uns um und begaben uns zum Kaufmann’s, einem Restaurant, das nur wenige Meter von unser Wohnung entfernt war. Wir gönnten uns das Weihnachtsmenue. Und stilecht eine Flasche Rhön-Sprudel. Ohne Sprudel. Den Abwasch überließen wir anderen. Ungewohnt, aber nicht unangenehm.

Das Essen war ausgezeichnet, das Personal ausgesprochen nett. Und am Ende waren wir leider völlig überfressen und mussten uns bergauf zu unserer Wohnung zurück schleppen.

Und das war dann auch schon fast unser komplettes Weihnachtsfest. Kein Glitzer, kein Lametta (Ja, ich weiß… Früher war mehr…), keine Kochorgien, kein Baum. In diesem Jahr passte das irgendwie so perfekt für uns.

Und heute Abend gibt’s noch etwas Besonderes. Wir haben nämlich ein Kaninchen mitgebracht aus der Rhön. Nein, keins zum Kuscheln, sondern eins für eine Weihnachts-Fenkata. Es wurde nach unserer Rückkehr zerlegt und schwimmt jetzt gerade in gozitanischen Kräutern und Weißwein.

Weihnachten ist fast vorbei, aber nicht die Weihnachtszeit. Die fängt erst richtig an, selbst wenn die ersten Bäume heute von Frevlern bereits wieder abgebaut werden. Ich wünsche allen – wenn auch etwas verspätet – ein tolles Rest-Fest und eine ähnlich entspannte Zeit wie wir sie hatten. Und wer „zwischen den Jahren“ auch noch das unverschämte Glück hat, nicht arbeiten zu müssen, kann es sich ja auch noch ein wenig gutgehen lassen.

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