Was ist denn nur los?

Irgendwie tobt ja überall das Chaos. Da musste ich doch gestern über Baustellenradio erfahren, dass sich die Biathleten bei der WM in Südkorea verlaufen haben. Unter ihnen der wie üblich heftig speichelnde Ole Einar Björndalen, der erst dachte, er habe den WM-Titel gewonnen, dann doch nicht und dann doch wieder.
Fast zeitgleich verfuhr sich beim Giro della Provincia di Grosseto das gesamte Peloton, weil ein Streckenposten völlig desorientiert in der Gegend herum stand und sich schließlich total überrascht vor dem nahenden Feld mit einem beherzten Sprung in Sicherheit bringen musste. Das Rennen gewann dann wohl Daniele Pietropolli, der eigentlich am Ende des Feldes fuhr, aber relativ schnell gerafft hatte, dass das die falsche Richtung war.

„Fassungslos über soviel Dreistigkeit“ sind laut der Süddeutschen heute die deutschen und schwedischen Biathleten. Es geht um die aufgeflogenen russischen Läufer und die an diese absolut skandalösen Geschehnisse anknüpfenden „Morddrohungen“ gegen sogenannte „Dopingkritiker“. Diese „Kritiker“ stammen witzigerweise alle aus den Reihen der Biathlon-Aktiven.
Zitat Süddeutsche:
„Kati Wilhelm sagt: ‚Das ist schon starker Tobak, wie die Saitsewa hier auftritt.‘ Und Magdalena Neuner erzählt über die Kollegen aus Russland: ‚Die haben Superstimmung, sie sagten, sie hätten den dreien ’schönen Heimflug und viel Spaß‘ gewünscht. Wir sind manchmal fassungslos über so viel Dreistigkeit.‘ Gleichzeitig wachse die Ungewissheit über die eigene Glaubwürdigkeit. ‚Ich habe oft Angst, dass sich viele Zuschauer abwenden, von den Radfahrern sind sie ja auch schon verarscht worden‘, sagt Wilhelm.“
Eine berechtigte Angst – würde ich mal sagen. Aber auch irgendwie witzig. Als (Ex-)Radsportfan hat man das ja alles schon hinter sich. Die Entwicklung jetzt im Biathlon zu beobachten, entbehrt nicht eines gewissen morbiden Charmes. Erst kommen die Schwüre und Beteuerungen. Dann positive Proben. Und dann entweder die Flucht in ein Paralleluniversum („Ich habe nie jemanden betrogen – und das ist ganz groß!“) oder öffentliche Reue und der Versuch eines Neustarts wie z.B. in den Fällen Jaksche und Sinkewitz. Aus dem Neustart wird dann leider nichts, solange das System noch besteht und funktioniert. Und es funktioniert immer noch. „Lancer the Cancer“ macht es schließlich vor.
Dafür haben sie ihm bei der Amgen Tour of California (schon allein die Tatsache, dass ein Pharma-Unternehmen ein Radrennen sponsort, schlägt ja irgendwie dem Fass den Boden aus…) die Zeitfahrräder geklaut. Zumindest berichtet er das beim launigen Twittern. Konnte er gerade noch so einschieben zwischen einer Meldung über Dopingkontrolle #19 und einer Kurzinfo über Burger in Sausalito. Nun denn…
Weitere lustige News gibt es aus Österreich. Harry-Potter-Hasser und Schwulen-Heiler Wagner bricht unter massivem Druck von allen Seiten offenbar ein. Oops!
(Nebenbei muss ich feststellen, dass ich heute ein Faible für „Süddeutsche“-Verlinkungen habe. Und weiterhin nebenbei muss ich feststellen, dass mein Frankfurter-Skyline-Foto viel schöner ist als die in deren Artikel verwendeten.)
Zudem „droht“ die Regierung neuerdings den „Großverdienern“. Auch sehr witzig irgendwie. Wer hat die „Großverdiener“ nochmal in die komfortable Lage gebracht, „Großverdiener“ zu sein? Aber gut. Jetzt schwimmt man halt mit dem von Bild (die uns mit der genialen Wortschöpfung „Gier-Banker“ beglückt!) und Konsorten angestachelten Volkszorn. Bis zur Wahl dauert es ja nicht mehr sehr lange. Da volkstümelt es sich auch gerne mal so superbillig dahin. Angie hat ja alles im Griff: den Papst, den Klimaschutz, die Rettung von Arbeitsplätzen und die „Gier-Banker“. Wie hieß das noch damals in „Hart aber herzlich“? „Das ist Mrs. Merkel – eine Traumfrau. Einfach toll!“
Ach! Stimmt ja! Das ist ja ein BAUblog!!! Verdammt! O.k. – es gibt nichts Neues zu berichten. Ein Anruf des Bauherrn bei der Baubehörde verlief ergebnislos, da der betreffende Sachbearbeiter sein Telefon erst gar nicht abnahm. Ich würde jetzt wirklich zu gerne dessen Nachnamen hier zum Besten geben, weil der ist einfach… Hammer! Liegt irgendwo zwischen den Bildschen „Gier-Bankern“ und Ede Zimmermanns „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“. Nein! Ich sag’s lieber nicht. Am Ende wird deshalb das Zwangsgeld fällig. Und dann bin ich schuld daran. Und das will ja sicher niemand *hihi*

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