Ein süßer Tag!

Naja… Die ersten acht Stunden waren zugegebenermaßen so süß wie ein eingeschworener Christdemokrat auf seinem Klassenfoto im Berchtesgadener Salzbergwerk (btw.: Haben wir solch ein Foto nicht alle?), aber ich hatte ja einen zuckrigen Plan für die Stunden nach Feierabend: Holunderblüten- und Waldmeistersirup.

Unmittelbar nach meiner Ankunft zu Hause sprang ich in Laufklamotten und -schuhe, schnappte mir eine Plastiktüte und eine Schere und machte mich auf den Weg zu den Holunderblütengründen in der Nähe des Hochsitzes. Zuvor hatte ich natürlich sämtlichen Waldmeister geerntet, gewaschen und zum Trocknen ausgebreitet.

Mit reicher Holunderblütenbeute kehrte ich heim, Das sollte für zwei Liter Wasser rund zwei Kilo Zucker ausreichen. Hier das Rezept:

Holunderblütensirup

Gericht: Einmachglas
Keyword: holunderblüten, sirup
Autor: MrsFlax

Zutaten

  • 1 Schüssel Holunderblüten (nachgezählt etwa 40 bis 50 große Exemplare)
  • 2 l Wasser
  • 2 kg Zucker
  • 2 Bio-Zitronen
  • 1 Bio-Orange
  • 50 g Zitronensäure (optional - verlängert die Haltbarkeit, geht aber auch ohne, wenn eh keine Feinde gemacht werden)

Anleitung

  • Wasser und Zucker aufkochen und „läutern“. Zitronensäure zugeben. Umrühren.
  • Zitronen und Orange unter heißem Wasser abspülen und in Scheiben schneiden. Zu den Holunderblüten geben und mit dem Läuterzucker übergießen. Schüssel verschließen und zwei Tage durchziehen lassen.
  • Flaschen sterilisieren. Schüsselinhalt durch ein Tuch passieren, in einen Topf geben und nochmals aufkochen. Heiß in die Flaschen füllen, sofort verschließen.

Anmerkungen: Zum Thema „Waldmeister“ möchte ich feststellen, dass ich eigentlich immer der Meinung war, dass man ihn nur bis zur Blüte nutzen kann. Das liegt offensichtlich am Cumarin. Man möge mich bitte dringend verbessern, wenn ich nach längeren Recherchen einem Irrtum aufgesessen bin, aber ich verstehe das jetzt mal so: Für Maibowle sollte man die Maikräuter vor der Blüte verwenden. Kocht man allerdings einen Sirup daraus, erledigt sich das mit dem Cumarin von selbst durch das Aufkochen. Stimmt das? Oder hassen mit zukünftige Gäste, weil sie wegen mir tagelang unter Kopfschmerzen leiden müssen?

Weiterhin: „Zitronensäure“… Sauteuer von Dr. Oetker, saubillig von Heitmann. Während der Herr Doktor das feine Pülverchen in 5g-Tütchen (wie Backpulver) enorm gewinnbringend verscherbelt (vier Tütchen, d.h. 20 Gramm zu -,68 €), gibt es vom nicht promovierten Fleckenmann ganze 375 Gramm im Beutel (in Lebensmittelqualität!) zu 2,59 €. Drin scheint das gleiche zu sein.

Und: „Flaschen“ – ich sammele für diesen und ähnliche Zwecke seit geraumer Zeit Fläschchen, Flaschen und Bügelverschlussbehältnisse. Die lasse ich dann, was die Haltbarkeit angeht, gegeneinander antreten. Ziemlich perfekt erscheinen mir diese Smoothies-Fläschchen, die ich dann und wann von einer Kollegin mitgebracht bekomme. Schöne Größe und Plopp!-Verschluss. Mal sehen, ob sie sich bewähren werden.

Jetzt muss das alles ja erstmal drei Tage durchziehen, bevor ich es abkochen und abfüllen darf. Die Etiketten liegen schon bereit. Testpersonen haben sich auch bereits zur Verfügung gestellt – trotz Cumarin.

6 Kommentare

  1. Wenn Cumarin als der hauptsächliche Aromastoff durch Kochen zerstört würde, wäre das doch eher nicht im Sinne der Erfinder. Wohl bekomm’s! :tuet: ^^

    1. du meinst, wir werden also auf alle fälle kopfschmerzen bekommen? das kann und will ich nicht glauben! hier hilft dann wohl nur ein mutiger selbstversuch. oder einer mit lieben gästen… du hast
      nicht zufällig am kommenden wochenende zeit und lust, an einem kleinen cumarin-umtrunk teilzunehmen? :whistle: 😀

  2. Hmm. Beim Hund soll das Hauptstoffwechselprodukt von Cumarin ein Fluoreszenzfarbstoff sein. Ich komm auf die Einladung zurück, wenn die Tage wieder kürzer werden. 😀

    1. klingt nach einer netten stimmungsbeleuchtung für schummrige terrassenabende. ich hebe mal ein bißchen auf. möglicherweise könnte man so auch timmy noch das ein oder andere mal illuminieren 😀

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