Leben, Tod & Vorruhestand

Gestern hatten wir den Verlust eines Rotweinglases zu beklagen. Immerhin hatte ich damit bei draußen bereits einsetzender Dämmerung ein brauchbares Motiv für mein Foto des Tages. Besser als nichts.

Der gestrige etwas zu lange und etwas zu anstrengende Arbeitstag – Wieso gibt es eigentlich nach zehn Tagen Freiheit noch keine Wiedereingliederungsmaßnahmen? – hatte mich am Ende geschafft. Zu mehr als der Herstellung eines Linseneintopfs reichte es da nicht mehr.

Ein Linseneintopfrezept hatte ich schon mal irgendwann gebloggt. Mittlerweile habe ich aber meine Rezeptur deutlich verbessert.

Ich lege mal nach. Sollte ich beispielsweise wegen eines Nervenzusammenbruchs (man weiß ja nie, was morgen ist…) eine längere Zeit aus dem Verkehr gezogen oder morgen vom Partybus überfahren werden, hat der Bauherr damit dann wenigstens eine brauchbare Anleitung, um sein über alles geliebtes Soulfood herzustellen.

Linseneintopf

Zutaten

  • 2 Zwiebeln oder 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • etwas geräucherter, roher Schinken
  • reichlich Suppengemüse (Möhren, Petersilienwurzel, Sellerieknolle, Lauch, Pastinaken, Staudensellerie)
  • etwas Rapsoel
  • 3 EL Tomatenmark
  • 100 ml trockener Weißwein
  • 400 ml Gemüsefond (oder Rinderfond oder…)
  • 800 ml Wasser
  • 250 g Berglinsen
  • Petersilie
  • Weißweinessig zum Abschmecken
  • Würstchen
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  • Zwiebeln, Schinken und Suppengemüse würfeln. Petersilie hacken. Zwiebeln und Schinken in neutralem Oel (z. B. Rapsoel) anbraten.
  • Gewürfeltes Suppengemüse zugeben, kurz mit anbraten. Tomatenmark zugeben, einrühren und leicht bräunen lassen. Mit dem Wein ablöschen, Brühe und Wasser zugeben.
  • Linsen zugeben, Bouquet garni rein und Deckel drauf – und etwa eine Stunde einkochen lassen. Kräutersträußchen entfernen.
  • Würstchen in Scheiben schneiden und ebenfalls zugeben. Bei niedriger Hitze nochmals eine Stunde sanft weiter köcheln lassen. Je nach Flüssigkeitsanteil mit offenem oder geschlossenem Deckel.
  • Schließlich mit Essig, Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie unterrühren.

Schmeckt natürlich stets am zweiten Tag noch besser als am ersten. Muss möglicherweise noch etwas nachgewürzt werden.

Im Büro ist es übrigens seit dem Abschied der Verbalakrobatin in den vorgezogenen Ruhestand deutlich weniger witzig. Zum Abschied sorgte sie noch für etwas Verwirrung, weil sie sich irgendwie beim Termin ihres letzten Arbeitstags verrechnet und dann noch etwas wirklich Wichtiges nicht unterschrieben hatte, aber das ist mittlerweile auch geklärt. Sie wird deshalb nicht wieder zurück kommen müssen.

Den Großteil der Arbeit, die sie zuletzt erledigte, hat sie mir vererbt. Das scheint jetzt dann „zufälligerweise“ an mir hängen geblieben zu sein. Als ich aus dem Urlaub kam, lag es auf meinem Tisch. Und da landet es seither an jedem Tag. So geht es natürlich auch…

Sollte es übrigens die firmeninterne Vorruhestandsregelung für meinen Jahrgang nicht mehr geben, wird mein letzter Arbeitstag der 30.06.2034 sein. Damit muss man auch erstmal klarkommen. Aua! Verdammt!

Als kleines Trostpflaster durfte ich mir heute Abend den prächtig sprotzenden Kerbel in den beiden Fensterbanktöpfchen ansehen. Ich hoffe, der kann bald raus, damit er zur Spargelsaison noch etwas üppiger wuchert.

Immer wieder toll zu beobachten, wie sich aus ein paar unscheinbaren Samenkörnchen innerhalb kürzester Zeit etwas Grünes entwickelt. Trotz des grausamen Wetters draußen sprießt übrigens der Zierlauch wie verrückt. Ein wenig Regen wäre allerdings jetzt nicht schlecht. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Regen! NICHT Schnee!!!

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