Nuts

Nachdem ich sie in der Adler-Wirtschaft am Neujahrstag als Bestandteil von „Fourme d’Ambert-Käsetarte mit Williamsbirne & eingelegten schwarzen Nüssen“ bereits probiert hatte, wollte ich mich selbst daran versuchen: schwarze Nüsse.

Internetrecherchen ergaben, dass die Herstellung sowohl schmutzig, als auch aufwändig ist. Das schreckt mich nicht. Die Dinger waren einfach zu lecker. Dachte ich, bevor ich Krämpfe in den Händen bekam.

Von Anfang an: So langsam wurde ich nervös, weil ich in der näheren Umgebung keinen Nussbaum fand, den ich hätte plündern können. Die elterlichen Bäume befinden sich an der Mosel – etwas weit für ein paar unreife Walnüsse.

Gestern erwähnte eine Kollegin dann etwas von einem Nussbaum auf ihrem Hundespazierweg. Nussbaum?! Ich erklärte ihr, wonach mir der Sinn stand. Unreife Walnüsse?! Das muss sie dann so stark interessiert haben, dass sie bereits heute mit einer riesigen Tüte voll im Büro einlief. Frei nach dem Motto: „Wie krank muss man sein, um die doofen, grünen Dinger haben zu wollen – und wozu?!“

Ich erklärte es ihr dann genau. Ihr und dem Großteil der anderen Kolleginnen anschließend auch noch. Da war man doch sehr erstaunt. Vor allem angesichts der Arbeit, die diese Sache macht. Und seit heute weiß ich auch, dass das kein Spass ist. Wer schon mal reife Walnüsse aus den Schalen gepokelt hat, weiß, wovon ich rede. Eklig! Da sind Gummihandschuhe erste Bürgerpflicht.

Auf alle Fälle befinden sich nun ganze fünf Kilo in den monströsen Gurkengläsern, die ich unserer Kantinenkraft abgeschwatzt habe. Die sind perfekt dazu geeignet. Hübscher Anblick – so zu viert.

Natürlich ist das Tagwerk jetzt nicht getan. Fünf Kilo eklige, spritzende, unreife Nüsse einer Akupunkturbehandlung zu unterziehen ist nicht mal die halbe Miete. Hier meine Anleitung – aus mehreren Fremdanleitungen zusammengebastelt:

Schwarze Nüsse

Gericht: Einmachglas
Keyword: einkochen, schwarze nüsse
Autor: MrsFlax

Zutaten

  • 2500 g grüne Walnüsse, geerntet bevor sich die Schale im Inneren auszubilden beginnt
  • 4 l Salzwasser
  • 4 l Wasser
  • 2 kg Zucker
  • Nelken, Vanille, Sternanis, Zimtstangen, Zitronenabrieb

Anleitung

  • Nüsse grün pflücken, kurz abwaschen und anschließend in Schutzkleidung und mit Handschuhen rundherum einstechen. Ich benutze einen Cocktailspießer aus Edelstahl. Mit dem komme ich am besten klar. Rouladennadeln o.ä. gehen auch.
  • Alle durchlöcherten Nüsse in ein großes Gefäß (hier Rieseneinmachglas) geben und mit Wasser auffüllen. Die Nüsse sollten bedeckt sein. Ich fülle immer bis Oberkante auf und schraube dann den Deckel drauf. Das funktioniert.
  • Ab jetzt wird's doof. Mindestens morgens und abends (am Wochenende meist dreimal pro Tag) wird das Wasser gewechselt. Bis die Gerbsäure ausgewaschen ist, dauert es etwa zehn bis 14 Tage. Immer schön abgießen und wieder auffüllen. Wenn die Nüsse nicht mehr bitter sind - man merkt das auch am deutlich abnehmenden Geruch des Wassers -, wandern sie ins Salzbad.
  • Dazu vier Liter Wasser mit einer ordentlichen Portion Salz aufkochen, Nüsse zugeben und ca. eine halbe Stunde lang köcheln lassen. Die Nüsse wechseln jetzt die Farbe zu schwarz und werden leicht schrumplig. Anschließend in ein Sieb gießen und gründlich abspülen.
  • Derweil aus vier Litern Wasser und zwei Kilo Zucker einen Sirup kochen. Gewürze und Zitronenschale zugeben. Eine Viertelstunde einkochen lassen. Vom Herd ziehen und Nüsse zugeben. Über Nacht im Sirup ziehen lassen.
  • Die Sirupprozedur wiederholt sich in den nächsten Tagen. Nüsse abgießen, Sirup auffangen und wieder eine Viertelstunde einkochen, Nüsse wieder zugeben. Nach vier Tagen werden die Nüsse schließlich im Sirup (der inzwischen deutlich eingedickt sein sollte) wallend aufgekocht und sofort in heiß sterilisierte Gläser abgefüllt (Nüsse rein, mit Sirup aufgießen, verschließen).
  • Mindestens bis Weihnachten durchziehen lassen. Je länger desto besser. Wir essen momentan noch welche, die schon sechs Jahre auf dem Buckel haben. Und sie werden immer köstlicher.
  • Passt perfekt zu Wild, Käseplatten, Desserts - ach, eigentlich zu fast allem.

Ab morgen wird dann also regelmäßig „gespült“. Ich werde berichten.

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