Tag 2: Na also. Geht doch.

Augen auf – Blick aus dem Fenster – Menno! Immer noch doofes Wetter. Das Gute daran: Rein aus Langeweile heraus und jeder Möglichkeit zu sinvollen Outdoor-Tätigkeiten beraubt, unternimmt man die wahnwitzigsten Dinge. Zum Beispiel Autoreinigungsaktionen. Nicht, dass es das Puntili nicht bitter nötig gehabt hätte – und das nicht erst seit gestern -, aber ich hatte bisher doch immer gute Gründe gefunden, warum das gerade jetzt nicht möglich sei. Nun… Heute war es möglich. Die Kiste muss ohnehin diese Woche zum TÜV – und da möchte man doch ungern einen möglicherweise oberpeniblen Prüfer in schlechte Laune versetzen, weil sich auf der Rückbank eine fiese Mischung aus Tuja-Resten, Hundehaaren und Einkaufszetteln befindet.

Und jetzt sollte es sogar möglich sein, auf Anhieb das Warndreieck und den Verbandskasten im Kofferraum zu finden. Als ich gerade hochmotiviert begann, die Polster mit Teppichschaum zu bearbeiten, begann es zu nieseln. Prinzipiell kein Problem, da ich ja im Auto saß. Wie blöd das war, fiel mir erst auf, als ich fertig war. Nasse Sitze – und keine Chance ordentlich zu lüften, ohne dass sie noch nasser würden. Grmpf!

Naja. Jetzt riecht es im Auto zwar super, aber für heute und morgen eventuell anstehende Fahrten werde ich wohl Handtücher ausbreiten müssen. Für die Einkaufsrunde nahmen wir kurzerhand des Bauherren Auto, das zwar trocken, aber ebenfalls reinigungsbedürftig war. Das kommt dann dran, sobald meins wieder abgetrocknet ist. Bei diesen Wetterprognosen könnte das allerdings bis Ende meines Urlaubs dauern…

Beim Einkaufen wanderte endlich mal wieder etwas zum Zusammenbauen in den Wagen: das Schuhregal aus dem gestrigen Aldi-Angebot. Eine Lösung des Schuhproblems in der Garderobe stand bereits seit längerem an. Das Ding ist zwar sicher nicht das schönste Schuhregal, das je eines Menschen Auge erblickt hat, aber es erlaubt zumindest, die Schuhe in zwei Reihen übereinander unterzubringen, was den dringend benötigten Stauraum schafft. Und ich war glücklich, endlich mal wieder etwas zusammenschrauben zu dürfen.

Bis zum Mittag war der Tag also ziemlich erfolgreich verlaufen. Um diese Zeit erhob sich dann auch der Sohn des Hauses vom Nachtlager. Er „genießt“ gerade seine letzte Ferienwoche. Offensichtlich bedeutet „genießen“ für ihn, einen möglichst gleichmäßigen Rhythmus aus zwanghaftem Bis-tief-in-die-Nacht-wach-bleiben und anschließendem Solange-wie-möglich-schlafen hinzubekommen, ohne dabei – bis aufs Frühstück selbstverständlich – eine Mahlzeit zu verpassen. Wenn er gut drauf ist (also möglichst nicht gerade erst erwacht und halbwegs gesättigt) kann man ihn mit viel Glück sogar irgendwann zwischendurch zu einer Runde TrivialPursuit oder Scrabble überreden. Aber wie gesagt: Das Timing ist nicht leicht.

Um 15 Uhr wurde ich dann tatsächlich Zeuge eines geradezu unglaublichen Ereignisses: Die Sonne brach durch die bis dahin dichte Wolkendecke. Im Wissen, dass dies möglicherweise der einzige sonnige Moment meiner drei Urlaubswochen sein könnte, schnappte ich mir Hugo, ein Gästehandtuch und ein Buch. Hugo genoss das Sonnenbad sehr. Er ist ja eigentlich schöneres Wetter gewohnt. Die schlechte Laune der vergangenen Tage ließ dann auch deutlich nach. Er war fast ausgelassen und riss ein paar alberne, uralte, antikapitalistische Witzchen während er sich auf seinem „Badetuch“ aalte.

Leider soll es ja morgen und übermorgen wieder Dauerregen geben. Der Bauherr nutzte den Abend zu einer Radrunde, während ich mich mit dem Chili con Carne beschäftigte, das es heute geben wird. Hatten wir lange nicht. Blöderweise ist meine Variante etwas auswendiger als die Fleisch-anbraten-Beutel-und-Chilibohnen-rein-Lösung. Andererseits wäre ich in meiner momentan unterirdischen Form und mit einem platten Rad ohnehin keine gute Begleiterin gewesen. Die Radsache ist übrigens auch ein wichtiger Punkt auf der Urlaubs-To-Do-Liste. Einer von vielen…

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