Die klügsten Bäuerinnen…

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… machen den besten Döbbekoche. Sage ich jetzt mal so. Ohne Beweise bieten zu können.

Zum Thema „Döbbekoche“ habe ich mich bereits vor geraumer Zeit einmal ausgiebig geäußert: „Döbbekoche“. Heute – in meiner Strohwitweneinsamkeit und nach einem erneuten Zahnarztbesuch – brauchte ich einfach etwas Kuscheliges. Und was ist schon kuscheliger als ein Traditionsgericht aus der Kindheit?!

Döbbekooche

Gericht: Rustikaler Teller
Keyword: kartoffeln
Autor: Herta

Zutaten

  • 3 kg Kartoffeln
  • 5 dicke Zwiebeln
  • 300 g Schinken, Schinkenspeck o. Rauchfleisch
  • 3 altbackene Brötchen
  • 1 l Milch
  • Salz, Pfeffer
  • neutrales Öl
  • Paniermehl

Anleitung

  • Kartoffeln schälen und zusammen mit den Zwiebeln durch das Schnitzelwerk der Küchenmaschine jagen. Oder von Hand reiben - dann die Zwiebeln fein würfeln.
  • Schinken würfeln und je nach Fettgehalt in wenig bis gar keinem Öl anbraten.
  • Brötchen in Stücke zerteilen und in der erwärmten Milch einweichen lassen. Zerdrücken.
  • Kartoffelmasse, Schinkenwürfel und Brötchen verkneten. Salzen und pfeffern.
  • Bräter oder große Auflaufform ölen und mit dem Paniermehl ausstreuen. Reichlich Öl und anschließend Kartoffelmasse hineingeben.
  • Bei 200°C anbraten, bis die ganze Sache rundherum brutzelt. Dann auf 160°C mit der Temperatur heruntergehen und noch etwa zweieinhalb Stunden braten lassen. Der Döbbekooche muss rundherum eine wirklich dunkle, dicke Kruste haben.

Der „Döbbekoche“ an sich ist wahrscheinlich eher nur einem regional begrenzten Personenkreis ein Begriff. Andererseits ist er ein ausgezeichnetes Argument für die Anschaffung einer Küchenmaschine mit verschiedenen Raspel-, Schneid- und Häckselaufsätzen. Kartoffeln in größerer Menge per Hand reiben?! Hatte ich schon – macht aber den jeweiligen Tag nicht wirklich lebenswerter…

Roh – wie oben – sieht das ganze natürlich jetzt nicht so wahnsinnig lecker aus. Nach ordentlich Zeit im Ofen ändert sich die Optik deutlich. Und zwar Richtung „Her damit! Mjam!“

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Zum Thema „Zucchini zu früh gesät“: Mein Mondbasis-Alpha-Plan scheint aufzugehen. Ehrlich gesagt, glaubte ich anfangs nicht so recht daran. Heute – in einem leicht sonnigen Moment bei einer Temperatur von sagenhaften fünf Grad Celsius – habe ich es gewagt, die Glocken mal kurz zu entfernen.

Natürlich habe ich sie täglich mal kurz gelupft, weil ich Schiss hatte, dass die Photosynthese so ganz ohne Sauerstoff denn doch nicht funktionieren würde. Die Inspektion heute hat mir jedenfalls Mut gemacht. Den Pflanzen geht es unter den Major-Tom-Hauben eigentlich ganz gut:

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Ein gesundes Grün, keinerlei Frostschäden – und sie haben sich deutlich vergrößert seit dem Wochenende. Ich hatte Schwierigkeiten, das Ding wieder in die Glasglocke zu stopfen. Ein Dauerzustand ist das nicht, aber es sollte ja irgendwann wieder nettere Temperaturen geben. Sagt man. Sagen „die Alten“.

Derweil sprießen die Möhren. Erstaunlicherweise. Frostkeimer? Frustkeimer?! Oder einfach nur hoffnungslose Optimisten?!

Was auch gut läuft, ist die Abfallzucht des zweiten Staudenselleries. Das kann ich echt jedem nur empfehlen. Funktioniert ausgezeichnet. Im letzten Jahr kamen wir mit zwei Sellerierestnachzuchten über die gesamte Saison.

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Erfahrungsgemäß ist es eine Frage des „Vorbesitzers“. Wenn weniger abgeschnitten wird bei der Ernte, klappt es besser. Prinzipiell klappt es aber immer. Die momentan im Wasserbad befindliche Pflanze war perfekt. Sie wurzelt wie verrückt ohne Ende. Sobald es etwas angenehmer ist, darf sie raus. Ihre Vorgängerin hat mittlerweile bewiesen, dass sie auch mit Nachfrösten klar kommt. Im Hochbeet. Damit hätten wir zwei Exemplare. Und das langt.

Bei Fenchel gestaltet sich das alles etwas schwieriger. Jetzt habe ich immerhin einen soweit, dass Hoffnung besteht. Vielleicht kommt man an dieser Stelle doch mit Neuaussaat schneller zum Ziel?

Zurück zum Döbbekoche: Irgendwann war er dann fertig. Mein Döbbekoche! Ganz für mich allein! Kurz vor Ende der Garzeit stellte ich dann fest, dass das definitiv zuviel für mich ganz allein war. Trotz aller Gier. Eine Nachricht an den Sohn („Döbbekoche anyone?!“) sorgte für sozial gerechte Verteilung. Inklusive selbstgemachtem Apfelmus. Aber nicht auf meinem Teller.

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