Immer druff!

Und das nicht nur bei den gestrigen Kartoffeln. Diese „Quetschkartoffeln“ wollte ich längst mal ausprobiert haben. Und an einem Tag, der einen hart an die Grenze des Erträglichen gebracht hat, machte das  Quetschen sogar richtig Spaß. Zu jeder Kartoffel hätte ich ein quetschwürdiges Pendant gefunden. Locker.

Quetscher Nr.1 Ist fürs Wetter. Unglaublich, was da gerade abgeht. Gestern um 12:30 Uhr strahlender Sonnenschein. Kollegin und ich beschließen, uns ordentlich die Beine zu vertreten und marschieren Richtung Neubrunnenplatz. An der Mainzelampel war die Welt noch in Ordnung. Zehn Minuten später brach ein extremer Wolkenbruch über uns hernieder. Wir kauften uns im nahegelegenen DM kurzentschlossen zwei Schirme und versuchten, zurück ins Büro zu kommen. Kamen wir auch, waren allerdings komplett durchnässt. Dank der überfluteten Straßen hatten sich meine Hosen bis übers Knie vollgesogen. Na, danke! Der Kollegin Synthetikschuhe schmatzten den ganzen Nachmittag bei jedem Schritt. Sie lief dann irgendwann barfuß. Dass anschließend die Sonne schien, muss nicht erwähnt werden…

Heute das gleiche. In der Mittagspause flott zum Bahnhof gelaufen. Am Ausgang erneut vom Regen überrascht worden. Aber jetzt hatten wir ja gleich Schirme dabei. Wir sind ja lernfähig.

Quetscher Nr. 2 trifft meinen Busenfreund Kalle Rummenigge. Oder vielleicht doch eher den Arzt, der ihn in den letzten Wochen überaus generös mit männlichen Hormonen versorgt hat. Zum Thema Thomas Müller – den ich auch nicht leiden kann – meinte er, ‚es gebe auch für einen Parade-Bayer keine Stammplatzgarantie. Unzufriedenheit auf der Bank ist okay, aber keine öffentliche Kritik am Trainer‘.

Außerdem gibt er neuerdings vor, zu wissen, ‚wie man Spieler zur Räson bringen kann. Wer öffentlich den Trainer, den Verein oder die Mitspieler kritisiert, kriegt ab sofort Stress mit mir persönlich.‘

Da lobe ich mir seinen Bruder Michael. Der eröffnet derweil Mini-Soccer-Felder.

Quetscher Nr. 3 ist für blöde, übergroße Wahlplakate reserviert. Diesmal bin ich bereits deutlich vor der Wahl genervt. An jeder Ecke diese sorgfaältigst retuschierten Pappnasen, die allesamt beim Abiball nicht zum Tanzen aufgefordert wurden, und sich deshalb jetzt an uns rächen. Jaaa… Ich weiß… Der „Gute Mensch von Würselen“ hat dieses Problem nicht.

Quetscher Nr. 4 kriegen die empfindlichen Tomaten ab. Und die Zucchini. Den einen isses zu kalt, die anderen haben sich vom Mehltau unterkriegen lassen. Memmen! Alles Memmen!

Da lobe ich mir den Mangold. Der liefert in herrlichster neoliberaler Manier unbeirrt vor sich hin. Und sieht auch noch gut aus dabei.

Quetscher Nr. 5 trifft alle, die ich hier leider – aus Gründen… – nicht namentlich benennen kann. Leider kann ich nicht mal gepflegt andeuten, was mich an ihnen in den Wahnsinn getrieben hat. Dafür verpasse ich mir jetzt selbst Quetscher Nr. 6. Aber ich kann das ab. Ich zähle nämlich gerade die Arbeitstage bis zum nächsten Urlaub. Sechzehn sind es. Klingt doch schon mal überschaubar.

Außerdem kann ich mir auch sehr viel leichter verzeihen, nachdem ich entdeckt habe, dass sich aus dem genialen Pizzateigrezept der Schwester ganz hervorragend Pizzabrötchen herstellen lassen, die denen aus dem „La Mamma“ in Koblenz vor etwa dreißig Jahren ebenbürtig sind. Gibt’s das eigentlich noch?

Die Brötchen gab es diese Woche zu Muscheln. Und das war ausgezeichnet.

Und jetzt verpasse ich gleich der Spülmaschine Quetscher Nr. 7. Die zickt nämlich seit Tagen. Und es kann nicht ausschließlich an meiner notorischen Beladeschwäche liegen. Früher hat sie auch alles geschluckt, das ich reingestopft habe.

Aber egal. Ich bin der Kalle Rummenigge der Küche. Ich weiß wie man Spülmaschinen „zur ‚Raison‘ bringt.“

8 Kommentare

  1. Interessante Theorie mit den Wahlplakaten. 😀 Abiball… tanzen? Gab’s bei uns nicht, jedenfalls erinnere ich mich nicht. :think: Mit einem Triple-Bitchfight um Piti war die Abifeier trotzdem der schönste Tag in meinem Leben… :seufz: Danke für die Erinnerung, hat für eine akute Depression gerade noch gefehlt. Quetscher Nr. 8. ^^

    1. abiball war eh doof. fand ich. aber im vorfeld gab es etwa 127 abifêten in den etwa 127 dörfern, aus denen wir damals kamen. die waren lustig. aber ohne tanz. mehr so mit bier. viel bier 😀
      bitchfight ist natürlich toll. um mich gab es nur einmal einen zwei-mann-fight. das war allerdings in der zweiten klasse. meine attraktivität scheint irgendwann während meiner schullaufbahn deutlich abgenommen zu haben ^^

      1. Mehr so mit Bier… oh ja. Erinner mich nicht. 😀

        Zweite Klasse… ich weiß ja aus der Verwandschaft, dass man an der Mosel früh anfängt, aber SO früh… In der zweiten Klasse habe ich mich noch MIT statt um Mädchen geschlagen. 8o (Was allerdings auch kein Spaß war, von der dicken Katharina die Schultreppe runtergeprügelt zu werden… :hurt: )

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