Quarantänestation? Fastenklinik? Man weiß es nicht so genau…

Am Freitag gab’s Muscheln. Der Gatte war zum erstenmal seit Tagen wieder willens und in der Verfassung, etwas zu essen. Irgendein schreckliches Virus hatte von ihm Besitz ergriffen. Für mich war es als „letztes Abendmahl“ gedacht. Ich faste seitdem mal wieder. Das ist auch bitter nötig, muss ich doch endlich mal wieder den Kopf so richtig frei kriegen und mich nach dem Stress der vergangenen Monate etwas runterfahren.

Besonders praktisch an dieser Essensauswahl ist, dass ich so an den ersten beiden Fastentagen nicht kochen muss, da der Gatte die Saucenreste der Muscheln mit Pasta und Lachs essen kann. Wobei mir das auch nicht so viel ausmacht, wie man denken würde. Einzig nervig ist, dass ich nicht abschmecken kann. So gibt es also in der nächsten Zeit vorwiegend erprobte und bewährte Gerichte, die ich mehr oder weniger im Schlaf beherrsche.

Etwas schwierig wurde es nur heute beim Synchronbacken. Das Brot ist schon ein echter Knaller geworden – mehr dazu wie immer am Mittwoch. Vor allem kann es offensichtlich auch sprechen. Ich höre es aus der Küche permanent rufen: „Schneid‘ mich in Scheiben! Streich‘ Butter auf mich! Streu‘ gozitanisches Salz drüber!“ Böses Brot! Sehr, sehr böses Brot!

Für heute git es jetzt nur noch das Rezept des Ingwer-Zitronen-Sirups, den ich für den Gatten hergestellt habe. Er schwört mittlerweile drauf. Und offensichtlich schmeckt er ihm auch. Von löffelweiser Einnahme ist längst keine Rede mehr. Er zieht mit den Fläschchen am Mann zwischen Sofa und Lesesessel hin und her und rekonvaleszenst so vor sich hin.

Ingwer-Zitronen-Sirup

Hustensaft für große "Kinder"
Gericht: Einmachglas
Keyword: ingwer, sirup, zitrone
Autor: MrsFlax

Zutaten

  • 6 unbehandelte Zitronen
  • 400 g Ingwer
  • 800 ml Wasser
  • 200 g Löwenzahnhonig selbstgemacht - alternativ jeder andere Honig

Anleitung

  • Wasser aufsetzen. Ingwer abwaschen und mit Schale in dünne Scheibchen schneiden. Zitronen waschen.
  • Wasser und Ingwerscheiben zum Kochen bringen. Zitronenschale hineinreiben. Bei mittlerer Hitze etwa eine halbe Stunde offen köcheln lassen.
  • Derweil die Zitronen auspressen und den Honig mit dem Zitronensaft verquirlen. Abgedeckt stehen lassen.
  • Ingwerwasser durch ein Sieb geben und Flüssigkeit auffangen. Abkühlen lassen.
  • Zuletzt mit dem Zitronensaft vermischen und abfüllen. Hält sich im Kühlschrank einige Wochen.

Als Glasmessy, der ich bin, hatte ich vom vorletzten Flug diese netten, kleinen Milchfläschchen angeschleppt, die es im Flieger zum Müsli gab. Kann man bestimmt gut gebrauchen. Irgendwann. Irgendwie. Die kamen dann jetzt endlich mal zum Einsatz, was mich wirklich zutiefst befriedigt hat. Wie klug von mir, Altglas zu horten!

Vielleicht liegt das Glücksgefühl aber auch am Fasten. Man weiß auch das nicht so genau.

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