Rotbarschtee in Heidelberg. Runter damit!

Ich bin dann mal wieder zurück. Eine Woche Heidelberg liegt hinter mir. Eine wirklich tolle Woche. Wenn erwachsene Menschen aufeinandertreffen, die sich nicht kennen, gestaltet sich das ja desöfteren etwas schwierig.  Und das ist auch schon der bessere Fall. In Heidelberg hzw. Leimen trafen allerdings letzte Woche 18 erwachsene Menschen aufeinander, die allesamt liebenswert, interessant und sympathisch waren. Okeeehhh… Eine klitzekleine Ausnahme gab es. Aber die gibt es ja immer.

Die Ausnahme sorgte dafür, dass ich tagelang einen Ohrwurm hatte. Sozusagen den Soundtrack der Woche, den „Ich hätte da mal eine Frage…“-Soundtrack.

BAP – Jupp 1982

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Alles schon erlebt. Alles schon mal dagewesen. Sozusagen #metoo – #mejedesmalbeiallemtoo.

Trotzdem war es eine herrliche Woche. Wir wurden bei 40°C in unklimatisierten Zimmern ordentlich gegrillt und dehydriert. Wir lernten, dass Kupfermünzen auf dem Tisch Wespen vertreiben. Sehr viele Wespen. Wir tranken auf dem Neckar den „Stolz des Kraichgaus“, im Hotel bevorzugt Grauburgunder und nach der Schlossführung beinahe Rotbarschtee.

Wir lernten, dass Franzosen in Heidelberg nicht sehr beliebt sind. Wir saugten nahezu ununterbrochen unendliches Wissen aus staubigen Gesetzestexten. Wir erfrischten uns anschließend mit literweise Wasser. Wir stopften permanent Essen in uns hinein – einfach nur deshalb, weil es halt bereit stand. Wir jubilierten, als es regnete. Und wir warfen uns ständig verbale Bälle zu, die ankamen und zurück geworfen wurden. Hach. Ich habe es ganz einfach sehr genossen. Punkt.

 

Gestern auf der Rückfahrt stand ich dann im Stau – Raststätte Medenbach, 35 Grad, die Frisur sitzt! – und stellte fest, dass Jan Ullrich gerade zeitgleich in die Psychiatrie geschafft worden war, weil er im Morgengrauen in der Villa Kennedy eine Prostituierte gewürgt hatte, bis ihr „schwarz vor Augen wurde“. Es bricht mir das Herz. Verdammt! – der Ulle. Ich könnte höchstselbst würgen bis mir schwarz vor Augen wird, wenn ich das lese. Und wenn ich miterleben muss, wie sich die widerliche Boulevardpresse mitten in sein Elend wirft und  sich dann genüsslich darin suhlt.

Was aber das Ekligste an der ganzen Sache ist – abgesehen von den Kommentaren des Hundetreters Thurau… – ist der Lance-Einsatz. Ulle muss komplett den Verstand verloren haben: „Ich bin Menschen wie Lance Armstrong und auch Til Schweiger sehr dankbar“, sagte Ullrich gegenüber „Bild“ (Zitat von sport.de). Da hilft dann auch kein Rotbarschtee mehr. Da fällt einem das Essen einfach so ansatzlos aus dem Gesicht.

Zeitgleich berichtete ntv: „‚Lance Armstrong ist sehr an dem Schicksal von Jan interessiert, hat sich ständig informiert. Er sagt, dass die Rad-Community zusammenhalten muss‘, so Hoppe zur ‚Bild‘. ‚Aber das Wichtigste sei erst mal, dass Jan sich helfen lassen will. Und dann ist Armstrong sofort bereit, sich mit einem Arzt in ein Flugzeug zu setzen und nach Europa zu kommen.'“ DAS ist wirklich GANZ UNTEN. „Die Rad-Community muss zusammenhalten“… Ihn in seinem Elend nochmals an die Omertà zu erinnern, wäre wirklich nicht nötig gewesen. Und da merke ich, dass Ulle selbst in seinem desolaten Zustand noch meine Achtung zurückgewinnen könnte, wenn er Astlöchern (O-Ton Leimen :D) wie Lance einfach ansatzlos für Derartiges vor die Füße spucken würde. Themenwechsel!

Heute schaffte ich es endlich in den Garten. Gestern hielt mich noch ein Selbstschutz-Reflex zurück. Was ich so vorfand:

Was ich mit diesen drei Riesenkürbissen aus zypriotischem Saatgut herstelle, weiß ich noch nicht so genau. Auf die Gurken bin ich gespannt. Die Monsterzucchini wurden ihrer Bestimmung zugeführt, d.h. ich testete mit ihnen ein bereits seit längerem auf Halde liegendes Rezept von „La mia Cucina“: Wunderrezept: Gebackene Zucchinikeulen.

Und dazu wanderten ein paar Tomaten in den Topf. Und ein paar Aartalhof-Rindswürstchen in die Pfanne.

Das Zucchinirezept eignet sich hervorragend für die Verklappung einer kompletten Keule – wenn es denn mal aus dem Ruder gelaufen ist im Beet. Der Gatte war begeistert. Ernsthaft. Ich hatte noch Povolone-Reste, die ich gerieben darüber gegeben habe. Perfekt.

Habe diesmal getrocknete Wildkräuter aus dem Griechenlandurlaub dafür benutzt. Versuche es in den nächsten Tagen mal mit frischen aus dem Garten. Und dann gibt es irgendwann auch ein modifiziertes Rezept.

Das hier war jedenfalls schon einmal ausgezeichnet – auch wenn das Tellerfoto jetzt nicht so der Hammer ist. Andererseits immerhin besser als Ulles Klinikessen…

4 Kommentare

      1. Das hätte von mir sein können. Für solche Lese- und auch Höhrversteh-Fehler bin ich auch berüchtigt. Aktuelles Beispiel: bei uns hat eine Filiale einer Sushi-Bringdienst-Kette aufgemacht, die so heißt wie die die Witwe des bekanntesten Beatles-Mitgliedes mit Nachnamen. Im Radio machen die zur Zeit ganz massiv Werbung und richtig heißt der Text von dem Jingle wohl „Gib mir Geschmack, gib mir ….-Sushi“ oder so ähnlich. Was ich aber wirklich jedes Mal verstehe ist“Erdbeergeschmack! Gib mir Joghurt-Sushi!“. Verfehlt seine Wirkung aber trotzdem, ich esse kein Sushi.

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