Spanische Kreppel anyone?!

Also prinzipiell war das jetzt die besch***enste JO6.9 G, die ich je hatte. Es wurde irgendwie auch überhaupt nicht besser. Ich durchlief zwar unterschiedliche Arten von „Ich bin total fertig“, aber halbwegs erträglich wurde es eigentlich erst am Donnerstag. Da war ich dann wieder in der Lage, einigermaßen zu funktionieren.

Freitags kam Tine zur letzten Ölung. Seitdem fühle ich mich wieder etwas menschlich. Ich meine: Ich war krankgeschrieben! Ich!!! Zwei Wochen lang! Das übertrifft meine AU-Zeiten der gesamten letzten 23 Jahre!

Und es folgt gleich noch ein neuer Rekord: Nachdem ich seit meiner Kindheit – mit kurzen Unterbrechungen – immer wieder die Mainzer Fernsehsitzung anschaue und traditionell während des ersten oder zweiten Lieds der Hofsänger ins Koma falle, ist das diesmal nicht passiert. Im Gegenteil. Wir haben die gesamte Sitzung verquatscht, beim Messdiener erst eingeschaltet, die Hofsänger überlebt, das Ende (!!!) der Sitzung gesehen – und sind dann erst ins Bett gegangen. Unfassbar!

Ich kann mir das nur durch eins erklären: Gofio!

Für unser gemütliches Beisammensein hatte ich nämlich zum einen ein bißchen Blätterteigschnickschnack und zum anderen – um der Fassenacht halbwegs gerecht zu werden – eine Art kanarischer Kreppel hergestellt: Buñuelos de Gofio. Und die waren echt super. Das fand auch die Testperson meines Vertrauens.

Gut… Ich hatte erst im spanischen Rezept die „Huevos“ überlesen und mich gewundert, dass die Dinger zwar super aussahen, aber beim Ausbacken kaum aufgegangen waren. Da ich mich aber gleichzeitig in Tines avisierter Ankunftszeit um eine Stunde vertan hatte, setzte ich einfach – nachdem mir beide Irrtümer klar wurden – nochmals einen neuen Teig an. Nämlich diesen:

Buñuelos de Gofio

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Zutaten

  • 125 g Gofio
  • 1 Stich Butter
  • 250 ml Wasser, lauwarm
  • 1 TL Trockenhefe
  • 1 EL Orangenblütenwasser (hier: Rosenwasser wegen Nichtauffindens des Orangenwassers nach der HWR-Aufräumaktion...)
  • 50 g Zucker
  • 2 Eier
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • 1 EL Zucker
  • Fett zum Ausbacken

Zubereitung

  • Wasser, Butter und Zucker in einem Topf vermischen und erwärmen. Hefe zugeben. Orangenblütenwasser zugeben.
  • Kurz gehen lassen, dann Gofio unterrühren.
  • Zuletzt Topf vom Herd nehmen und Eier unterkneten.
  • Teig esslöffelweise in heißem Fett knusprig ausbacken und in der Zucker-Zimt-Mischung wälzen.

Und der funktionierte.

Da ja aber nun heute – und morgen und übermorgen – immer noch Fassenacht ist, auch wenn ich davon hier absolut nichts mitbekomme, lege ich noch einen drauf. Es gibt nicht nur kanarische Kreppel, sondern auch malloquinische. Nach Mallorca wird uns nämlich die nächste Reise führen. Man kann sich ja schon mal gezielt vorbereiten.

Die Malloquiner fritieren nicht. Sie backen im Ofen. Und – was mich besonders fasziniert hat – sie geben Kartoffeln in den Teig. Auf die Coca de patatas de Valldemossa bin ich im Fieberwahn gestoßen als ich mittags völlig platt und entmenscht irgendeine Kochsendung auf dem ZDF angeschaut habe. Die Dinger musste ich ausprobieren! Ich machte mir eine Notiz. Und! Achtung! Ich fand diese Notiz sogar wieder, als ich irgendwann halbwegs bei Sinnen war. Perfekt!

Coca de patata de Valldemossa

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Zutaten

  • 250 g Weizenmehl Tipo 00
  • 175 g mehligkochende Kartoffeln
  • 75 g Zucker
  • 50 g Schweineschmalz
  • 20 g Frischhefe
  • wenig lauwarme Milch - gerade genug zum Auflösen der Hefe
  • 2 kleine Eier
  • 1 Prise Salz
  • Olivenöl
  • Puderzucker

Zubereitung

  • Kartoffeln in Schale kochen, dann pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken.
  • Milch leicht erwärmen. Hefe darin auflösen.
  • Schmalz und Zucker kurz aufschlagen. Kartoffeln zugeben und mit unterrühren.
  • Eier trennen und Eiweiß zu Schnee schlagen. Etwa die Hälfte des Mehl zum Teig geben und unterkneten. Eigelbe unterkneten. Restliches Mehl unterkneten. Hefemilch zugeben und einarbeiten. Ebenso den Eischnee. Der Teig ist jetzt sehr feucht. Falls er zu feucht sein sollte, nochmals etwas Mehl einarbeiten.
  • Hände ölen und Teig mit geölten Händen zu einer Kugel formen, in eine ebenfalls geölte Schüssel geben und mit Klarsichtfolie abdecken. Etwa eine Stunde bei 30 - 50°C gehen lassen, bis sich das Teigvolumen etwa verdoppelt hat.
  • Wieder Hände ölen und Teig zu kleinen Kugeln formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und mit der geölten Frischhaltefolie abdecken. Nochmals etwa eine Stunde gehen lassen.
  • Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen und die Coca de patatas abbacken bis sie goldbraun sind.
  • Etwas abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben. Noch warm servieren.

Blöderweise sind sie nicht so aufgegangen, wie ich das erwartet hatte. Ein Déjà-vu?! vermutlich. Und auch hier habe ich nochmals einen neuen Teig angesetzt. Sobald er ein zufriedenstellendes Ergebnis erbracht hat, ändere ich das Rezept nochmals ab.

NACHTRAG: Jetzt sind sie aufgegangen wie verrückt. Innen total fluffig, außen leicht knsuprig. Köstlich! Mich stört nur ein wenig die Fladenform. Etwas runder fände ich hübscher. Vielleicht etwas mehr Mehl? Ich werde experimentieren. Die Dinger sind es wert.

2 Kommentare

    1. warte mit den cocas mal noch eine sekunde. ich habe ein zweites rezept auf dem plan. die waren mir nicht fluffig genug. passe es dann an 🙂
      bin die blöde boeing747g jetzt wohl los. morgen geht#s wieder ins büro – dank der fassenacht nur bis mittags. praktisch wiedereingliederung 😀

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