Wenn auch das Huhn und der Bergdoktor ratlos sind

Und so ein Huhn und der Bergdoktor sind für mich schon die absoluten Kapazitäten auf medizinischem Gebiet. Gestern um 20:15 Uhr hatte ich nämlich einen Arzttermin. Auf dem ZDF. Gebracht hat er nix. Und auch mein Suppenhuhn schüttelte nur ratlos den Kopf. Gut… Um ehrlich zu sein, hatte es keinen Kopf mehr, aber ich bin sicher, es hätte ihn geschüttelt, wenn er noch da gewesen wäre, wo er hingehört.

Jedenfalls war ich heute morgen beim Aufwachen – ich bin ja so der Typ, der jederzeit mit einer Spontanheilung rechnet – exakt genauso platt wie am Vortag. Und nicht nur das! Ich konstatierte eine fetten Lippenherpes. Weil schlecht fühlen einfach nicht genug ist. Nein. Man muss dabei auch noch beschissen aussehen. Danke! Verdammt!

Ich vereinbarte für mittags einen neuen Arzttermin. Den Arzt hatte ich mittlerweile auch angesteckt, obwohl er mir einreden wollte, es könne auch sein Sohn gewesen sein. Quatsch! MEIN Virus ist der brutale. Der hat sogar mich geschafft!

Wiso ich in diesem bescheidenen Allgemeinzustand am Rechner sitze?! Ganz einfach. Ich hab’s versprochen. Und ich muss es verbloggen, weil ich es sonst bis nach meiner Genesung nicht mehr zusammenbekomme: das Brot.

Dienstag oder Mittwoch – keine Ahnung mehr… – ging mir hier das Brot aus. Und ich fand den Gedanken, selbst eins zu backen, deutlich weniger schlimm als den Gedanken, mich in Schale zu werfen und zum Bäcker zu marschieren. Und da wir hier ja gerade dabei sind, überschüssige Vorräte zu verbraten bzw. zu verbacken, schnappte ich mir alle angebrochenen Mehlpackungen aus dem HWR und setzte den Teig an.

Trockenhefe war da. Brotgewürz war da. Backmalz war da. Und könnte prinzipiell auch mal gleich mit verbraucht werden. Da ich zum Kneten zu schwach war, kam nur ein No-knead-Brot in Frage. Während der Teigruhe konnte ich mich ja herrlich auf dem Sofa langmachen.

Und so legte ich los. Und als meine fiebrigen Augen Stunden später das fertige Brot erblickten, kam ein Schimmer Leben in sie zurück. Das war ein perfektes Weißbrot. Mit herrlich knuspriger Kruste und herrlich großporiger Krume. Genauso mag ich das!

Knuspriges No-knead-Weizenbrot aus dem Topf

Zutaten

  • 550 g Weizenmehl (hier: etwa halb und halb 405er und 550er)
  • 4 g Trockenhefe
  • 2 TL Backmalz
  • 2 TL Meersalz
  • 9 g Brotgewürz
  • 500 ml lauwarmes Wasser

Zubereitung

  • Alle Zutaten zusammen in eine Schüssel geben und mit einem Holzlöffel (oder was auch immer...) verrühren. Schüssel mit einem feucht-warmen Küchenhandtuch abdecken und warm stellen. Ich nutze hier meist das Auftauprogramm meines Ofens (30°C).
  • Alles etwa vier Stunden gehen lassen, bis sich die Teigmenge deutlich vergrößert hat.
  • Arbeitsplatte kräftig mehlen und Teig daraufgießen. Er ist sehr flüssig. Keine Panik. Das muss so! Teig von allen Seiten zur Mitte falten, mit dem Handtuch wieder abdecken und erneut eine halbe Stunde gehen lassen.
  • Handtuch in die Schüssel (oder ein Gärkörbchen, wenn man denn eins hat) geben und ordentlich bemehlen. Teig mit dem Schluss nach unten hineingeben. Von oben ebenfalls bemehlen und mit einem weiteren Tuch abdecken. Nochmals etwa eine Stunde gehen lassen, bis sich die Teigmenge etwa verdoppelt hat.
  • Ofen mit Gussbräter (mit Deckel!) darin auf 230°C Umluft vorheizen. Wenn die "Betriebstemperatur" erreicht ist, Topf herausnehmen, auf ein Kuchengitter stellen und Teig mit dem Schluss nach unten hineinkippen. Ofentemperatur auf 210°C reduzieren und Topf mit Deckel hineingeben. Dreißig Minuten abbacken.
  • Deckel abnehmen und weitere dreißig Minuten backen, bis das Brot die gewünschte Knusprigkeit erreicht hat. Auf einem Kuchenrost auskühlen lassen.

Das Rezept habe ich jetzt mal so aus der Erinnerung nachgebaut. Und ich habe genau danach gerade nochmal ein Brot angesetzt. Ein Brot, das jetzt hoffentlich ähnlich gut wird. Notfalls wird das Rezept nachgebessert.

Nachträgliche Anmerkung: Das Kontrollbrot war ähnlich köstlich. Die Porung war etwas weniger grob, da ich die Gehzeiten verkürzt hatte.

Das Brotgewürz ist natürlich fakultativ. Das kann man auch einfach weglassen. Allerdings mögen wir den Kümmelgeschmack sehr. Aber Kümmel ist ja auch ziemlich polarisierend.

Ws ich sonst so in den letzten Tagen gemacht habe, außer mich im Delirium auf dem Sofa zu wälzen? Ich habe nach und nach das komplette Blogjahr 2014 in Form gebracht. Es hat jetzt wieder alle Fotos (und sogar mehr als vorher!) und die Rezepte wurden ins Rezepte-Plugin übertragen. Alle. Ich Bestie! Das hier ist das Foto vom 01.01.2014:

Jetzt fehlen nur noch 2013, 2012, 2011, 2010 und etwa drei Viertel von 2009. Wobei die Urlaube ja irgendwann mal komplett bebildert wurden. Viereinhalb Jahre… Für ein Jahr habe ich jetzt eine Woche gebraucht… Was soll’s…?! Irgendwann kriege ich das schon fertig. Irgendwie… Grmpf!

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