Spundekäs – weil man die Wahl hat

Was ist das nur für ein ausgezeichnetes Wochenende?! Im Prinzip war das letzte ähnlich traumhaft. Vermutlich komme ich deshalb gerade auch nicht so zum Schreiben, wie ich das gerne hätte. Das schlechte Blog-Gewissen hat mir bereits mehrfach mahnend auf die Schulter getippt. Aber mal ernsthaft: War mir irgendwie egal. Pah!

Beginnen wir mal am vergangenen Samstag. Nach einer Woche mit mehr als bescheidenem Wetter waren wir alle etwas skeptisch, was unseren seit ein paar Wochen geplanten Marktfrühstückstermin anging. Aber es kam, wie es immer kommt, wenn wir in dieser Konstellation unterwegs sind: Sonne! Sonne!! Sonne!!! Wir ziehen zur Zeit in Erwägung, zu allen Marktfrühstücken der Stadt Mainz zu erscheinen, wenn man uns dafür aus dem Rathaus eine kleine „Aufwandsentschädigung“ anbieten würde.

Bei Interesse: Wir sind auch für Johannisfest und Open Ohr buchbar. Oder für „de Woimarkt“.

Jedenfalls wurde dieser Samstag deutlich länger als geplant. Ich traf erst um etwa 21:30 Uhr – also nach elf Stunden! – zu Hause ein, der ESC war bereits in vollem Gange und ich hatte den ganzen Tag lang einige Kräutertöpfchen, eine Tüte Morcheln und ein nicht zurückgegebenes Pfandglas von der Altstadt bis in die Neustadt geschleift. Und zwischendurch noch an den Rhein. Und dann wieder zurück zum Auto.

Der – diesmal wirklich besonders abscheuliche – deutsche Beitrag ging wie gewohnt sang- und klanglos unter, und aus den Morcheln wurde mit hausgemachten Grie-Soß-Tagliatelle und Spargelspitzen unser Sonntagsessen. Und so gestärkt wurde auch das Auberginen-Chili-Hochbeet hergerichtet und bepflanzt. Und dann ließ das Wetter wieder etwas nach. Aber das Wochenende war ja eh vorbei.

Unter der Woche ist das worscht. Weil Arbeit. Fünfmal nach Mainz. Fünfmal zurück. Und wieder Wochenende!

Bereits Freitag schleppte der Gatte eine Ladung Kompost an. Der nächste Kompost, das nächste Beet. Die restlichen Chili- und ein paar Paprikapflanzen fanden eine Heimat.

Samstag ging es weiter. Große Runde. Am Ende schleiften wir weiteren Kompost, Eier, Fleisch (inklusive zweier Ochsenschwänze!), Blumenerde und Spargel nach Hause. Die Tomatenbeete wurden befüllt und bepflanzt.

Und dann wurde der Teig fürs Synchronbacken angesetzt. Baby, es gibt Burger Buns! Und das, wo wir ja so wahnsinnig besessene Griller und Burgerfans sind… Aber ich wollte ja schon immer mal… Und dann kam noch ein Zufall hinzu… Dazu dann mehr am Mittwoch im Burgerposting.

Abends gab es – man glaubt es kaum – Spargel! Und wieder mit den selbstgewursteten Bärlauchwürstchen (die Gefrierung muss nämlich dringend leer werden, bevor der Aartalhof am 30.06. schließt!) und diesmal einer wirklich ausgezeichneten Sauce. Ich fasse mal kurz zusammen:

Senf-Ras el Hanout-Sauce zu Spargel

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Zutaten

  • 1 Stich Butter
  • 1 Zwiebel
  • 1 Schuss trockener Weißwein
  • 200 ml Spargelfond
  • 200 ml Sahne
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL Senf
  • Ras el Hanout jaune & rouge nach Geschmack

Zubereitung

  • Zwiebel würfeln, Butter auslassen. Zwiebelwürfel glasig anschwitzen. Mit dem Wein ablöschen. Einköcheln lassen.
  • Spargelfond angießen und wieder einkochen lassen, bis nur noch wenig Flüssigkeit im Topf ist. Alles durch ein Sieb passieren, Flüssigkeit auffangen und mit Sahne auffüllen. Wieder sanft einköcheln lassen.
  • Senf unterrühren, salzen, pfeffern und mit dem Ras el Hanout abschmecken. Bis zur gewünschten Konsistenz auf dem Herd lassen.

Das Foto werde ich mit Sicherheit nicht größer posten. Erstens ist das mein Teller. Und das ist der, der immer hässlicher ist als der Gattenteller. Und zweitens ist mir ein Würstchen und etwa die Hälfte der Kartoffeln „etwas“ dunkel geworden. Und auf dem Foto sieht es noch schlimmer aus als es war. Und ich habe keine Ahnung, wieso ich nicht den Gattenteller mit dem helleren Würstchen und den deutlich hübscheren Kartoffeln im funzeligen Licht des Esstischs ins Visier genommen habe. Musste halt schnell gehen. Gehirn weggesperrt.

So. Durchsichtiges Ablenkungsmanöver mit ein paar Gartenfotos. Unter anderem mit einem von meinem Bohnenkraut-Bodendecker für Nessa. Und die Pfirsichbäumchen sind trotz des in diesem Jahr extremen Kräuselpest-Anschlags recht tapfer. Fotos vom Blattwerk will allerdings momentan wirklich niemand sehen…

Nachdem heute das Synchronbacken trotz derheblicher Zweifel im Vorfeld einem halbwegs würdigen Ende zugeführt worden war, ging es an die Wahlurne. Erst Burger Buns, dann Burger-Recht. Ich möchte kurz vor Schließung der Wahllokale noch einmal daran erinnern, dass es sich hier nicht um eine „Bürgerpflicht“, sondern um das „WahlRECHT“ handelt. Wir müssen nicht wählen. Wir DÜRFEN! Also hopp-hopp, wer noch nicht gewählt hat!

 

Im Anschluss an die Wahl bereitete ich noch etwas vor, das ich auch im Rahmen der Burgerproduktion benötigen werde: Spundekäs. Meenzer Spundekäs. Wurde seltsamerweise hier noch nie verbloggt. Also dringend fällig.

Eine eingehende Erläuterung gibt es bei Astrid: „Spundekäs…“. Im Prinzip ist dem nicht viel hinzuzufügen. Auch ich als Zugezogene weiß ihn inzwischen durchaus zu schätzen. Und wie bei Astrid gibt es keine Butter in meinem Spundekäs. Aber etwas Schmand. Und – aber das bleibt unter uns… – eine kleine Zwiebel, die püriert gar nicht mehr auffällt… *whistle*

Und!!! Man bemerke!!! Ich habe dem Foto gar ein Dekoelement hinzugefügt, obwohl das sonst so gar nicht meine Art ist: den Dom. Den letzten Spundekäs vor dem auf dem Foto hatte ich übrigens am vergangenen Freitag bei einem Zwischenstopp in der Vinotheka Moguntia in der Fischtorstraße – also praktisch „im Schatten des Doms“. Die Bedienung im Außenbereich war wie gewohnt ultrawortkarg. Eigentlich sogar schnippisch, wenn man das ohne Reden überhaupt sein kann. Sie kann es mühelos.

Aber egal. Man muss nicht Schlange stehen, man wartet nicht lange – und einen Grauburgunder weiter ist man schon am Rhein. Passt! Und man lernt jedesmal nette Meenzer Rentner kennen, die sich einfach nur ihres Lebens freuen und in der Sonne nach dem Marktgang „en Schoppe trinke“.

Meenzer Spundekäs

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Zutaten

  • 1 Zwiebel
  • 250 g Quark, 40%
  • 375 g Frischkäse
  • 100 g Schmand
  • eventuell etwas Milch zum Glattrühren
  • wenig Salz, etwas Pfeffer
  • reichlich Paprika - hier unrhoihessischerweise: Tap de Cortí (weil es nicht nur "süß" ist - ansonsten viel edelsüß, etwas scharf)

Zubereitung

  • Zwiebel hacken. Mit den restlichen Zutaten in einen Pürierbecher geben und kurz mit dem Pürierstab bearbeiten. Frevel! Egal!
  • Ab in die Schüssel, nochmals abschmecken und kalt stellen. Am besten über Nacht. Es muss schon ordentlich durchziehen. Vor dem Servieren rechtzeitig aus der Kühlung nehmen. Auf Zimmertemperatur schmeckt es deutlich besser als kalt.
  • Mit Zwiebelringen und Paprikapulver anrichten. Brezeln und Woi dazu - fertisch! Die trockenen Salzbrezeln sind normalerweise so gar nicht mein Ding. Ich esse sie im Prinzip nur mal mit Spundekäs, finde aber frische Laugenbrezeln dazu deutlich besser.

Und genau in so einer Situation ist der Spundekäs die erste Wahl: in der Sonne sitzen, ein kühles Glas Weißwein in der Hand, angenehme Menschen um sich. Ausprobieren! Unbedingt!

Oopsi! Fast vergessen. Zum Mitnehmen:

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