Von Bunaken auf die Togean Islands

Unsere Zeit auf Bunaken war irgendwann zu Ende. Aber es wartete auf dieser Reise noch eine weitere Station im Norden Sulawesis auf uns. Und obwohl die Entfernungen auf dem Papier nicht unüberwindbar scheinen, dauert es doch recht lange, in diesem Teil der Welt von einem Ort zum anderen zu kommen.

An unserem letzten Tag blieb uns noch ein sehr frühes Frühstück, bevor die Koffer im Boot landeten. Der Gatte hatte bei einer Gelegenheit erwähnt, dass er total verrückt nach Dadar Gulung sei. Vielleicht war es ein Zufall, vielleicht landete diese Info in der Küche – zum letzten Frühstück gab es jedenfalls Dadar Gulung. Guess, who was really happy!

Das Rezept gibt es hier bereits:

Vom Frühstückstisch ging’s gleich aufs Boot. Für die Reise auf die Togeans hatten wir als Unterstützung Mimin gefunden. Sie ist eine Art Super-Organisatorin, für die kein Problem unlösbar ist. Unsere Reiseprobleme zumindest löste sie alle. Bravourös. Aber dazu kommen wir noch.

Von Manado nach Gorontalo

Wir wurden mit dem Boot also wieder an der Stelle abgeladen, an der wir vor gut einer Woche in Empfang genommen worden waren. Der von Mimin organisierte Fahrer wartete bereits auf uns.

Wir bestiegen ein klimatisiertes und sehr bequemes Auto, das uns von Manado nach Gorontalo bringen würde. Der Fahrer war außerordentlich nett. Und: Die Musik im Auto war für alle Insassen erträglich. Ich erwähne das nur, weil es später eine Autofahrt geben würde, auf der das nicht der Fall war. Aber zu später dann später.

Von Manado nach Gorontalo sind es etwa 400 Kilometer. Mein deutsches Hirn würde jetzt sagen, dass das etwas vier Stunden dauern sollte. Tut es aber nicht. Wir trafen um etwa 8:30 Uhr auf unseren Fahrer und verabschiedeten uns etwa um 18:30 Uhr wieder von ihm. Wir hatten zwischendurch kurze Pausen. Die Fahrt an sich sollte etwa neuneinhalb Stunden gedauert haben.

Es regnete, die Sonne schien. Wir schliefen kurz zwischendurch. Und irgendwann erreichten wir abends Gorontalo. Dort hat Mimin mit ihrer Schwester zusammen ein Homestay, in dem wir übernachten würden. Die Fähre von Gorontalo zu den Togeans fährt nur zweimal pro Woche. Um das Risiko, sie zu verpassen, zu minimieren, waren wir bereits einen Tag vorher da.

Übernachtung und Walhaie in Gorontalo

Als wir eintrafen, wurden wir sehr herzlich begrüßt und zu „unserem“ Haus für eine Nacht geführt. Es war alles, was wir uns nach Stunden im Auto erhofft hatten. Beine ausstrecken, entspannen. Kurz nach unserer Ankunft stand bereits Mimins Schwester mit Corn Fritters als Snack vor der Tür. Und später gab es einen wirklich köstlichen Gado Gado.

Wir aßen mit einem jungen österreichischen Paar zu Abend. Und wir frühstückten mit ihnen. Am Ende boten wir ihnen an, unser bestelltes Auto zum Hafen am Abend mitzubenutzen. Ein Fehler. Der männliche Teil des Paars war wirklich sehr nett. Der weibliche Teil machte mich irgendwann wütend. Aber da sich unsere Wege an der Fähre wieder trennen würden, konnte man das relativ entspannt ignorieren.

Da wir am Vormittag nichts vor hatten, beschlossen wir, uns in Gorontalo noch die Walhaie anzuschauen. Auch das organisierte dann Mimin. Wir hatten vorher Zweifel, ob das alles so ethisch einwandfrei sein würde, wischten sie aber am Ende beiseite. Die Österreicherin mahnte, aber uns hielt das dann nicht zurück. Schließlich hatten wir noch nie welche gesehen, und insgesamt klang das alles nicht so unmenschlich.

Wir fuhren hin, unser Fahrer wartete auf uns und wir bestiegen ein extrem schmales und – wie der Meenzer in mir sagen würde – gaakseliges Boot. Man fuhr uns ein paar Meter raus in die Bucht bis zu einer Absperrung. Und dann kamen sie: die Walhaie.

Sie waren wie riesige Staubsauger. Die Bucht von Gorontalo lockte sie wohl seit ewigen Zeiten an, da es dort mal eine Shrimp Factory gegeben hatte und die Abfälle im Meer verklappt worden waren. Sie waren jedenfalls nicht eingesperrt, wurden aber angefüttert. Laut Aussage eines Mitarbeiters waren sie gechipt und ich bekam einen QR-Code, dank dem ich ihre Wege durch die Togeans verfolgen konnte. Vom Boot nebenan drang gruselige Musik herüber.

Die wirklich großen Exemplare schaffen es aufgrund der geologischen Gegebenheiten nicht mehr in die Bucht. Kleine und mittlere Exemplare schon. Man kann auch mit ihnen schnorcheln. Wir haben darauf verzichtet – auch wenn der Gatte beim Aussteigen aus dem Boot nicht weit davon entfernt war.

Als er gerade hinaushüpfen wollte, ließen nämlich die Jungs kurz das Boot los. Das führte dazu, dass er im Wasser landete. Und während er an Land vor sich hin tropfte, ließ ich mir die Sache mit den Walhaien in ihrem natürlichen Habitat erklären. Am Ende musste er im Auto auf einer Plastiktüte sitzen, aber das ging schon. Sein Handy hat es allerdings leider nicht überlebt.

Von Gorontalo auf die Togeans

Zurück in der Unterkunft hatten wir noch Zeit, bis unser Auto, das mittlerweile von der Österreicherin in „UNSER Auto“ umgetauft worden war, zur Fähre vorfahren würde. Wir beschlossen, zu Fuß loszuziehen und uns noch Bargeld und etwas zu essen für die Fährüberfahrt zu besorgen.

Wir marschierten los. Es war heiß. Sehr heiß. Und die Hauptstraße mit den Läden war irgendwie auch deutlich weiter entfernt als gedacht. Als wir – besonders ich! – gerade unseren Beschluss bereuten, begegnete uns Mimin im Sitz eines Tuktuks. Sie hielt an, wir besprachen uns kurz – und Minuten später saßen wir ebenfalls in diesem Tuktuk und wurden zu einem ATM und einem Indomaret transportiert. Und schließlich zurück zur Unterkunft. Im Prinzip hatte sie unser Leben gerettet. Zumindest meins.

Wir packten, Mimins Schwester stopfte noch Reis, Bohnen und den besten und knusprigsten Tempeh aller Zeiten in uns rein – und dann stand auch schon unser Auto vor der Tür. Es war dank der Österreicher völlig überfüllt, schaffte es aber trotzdem zur Anlagestelle. Mimin kümmerte sich um unsere Tickets und sorgte dafür, dass unsere Koffer verstaut wurden. Sie brachte uns noch zu unserer Kabine, wo der Gatte sich auf dem Bett ausstreckte. Ich sah mir noch vom Deck aus das Auslaufen der Fähre an und legte mich dann ebenfalls hin. In die sensationell maritime Bettwäsche.

Wir schliefen während der zwölfstündigen Überfahrt wie die Babies. Ich jedenfalls habe in diesem Leben niemals zuvor so tief und erholsam geschlafen. Danke, Tuna Tomini!

Von Wakai nach Una-Una

Wir wachten beim Anlegen der Fähre auf, packten zusammen und gingen von Bord. In Wakai musste noch allerlei Papierkram erledigt werden. Das Office war ein paar Meter vom Fähranleger entfernt, aber unser Boot nach Una-Una stand bereits bereit, um das Gepäck aufzunehmen. Wir konnten also entspannt zum Office traben, alles erledigen und dann aufs Boot steigen. Hier sahen wir die Österreicher zum letzten Mal. Wir weinten nicht.

Die Überfahrt nach Una-Una gestaltete sich etwas länger als erwartet, da zwischenzeitlich ein Unwetter mit rauer See aufgezogen war. Wir warteten eine Weile im Windschatten einer Insel, wurden dann aber wohlbehalten übergesetzt. Die Bootsjungs waren Künstler. Wirklich.

Und dann waren wir auf Una-Una. Wir bekamen im Resort alles erklärt und rollten unsere Koffer zum Haus. Und wir stellten fest, dass wir es hier locker zehn Tage aushalten würden. Locker.

Es gab Abendessen. Es gab Bintang. Es wurde dunkel. Die Dive Guides spielten Gitarre. Ein Kuskus saß im Baum. Ein perfektes Leben!

Und damit das hier nicht rezeptlos zu Ende geht, gibt es noch etwas, das wir auf Bunaken bereits probiert hatten – allerdings in weiß und deutlich größer. Auf den Togeans gibt’s Klepon allerdings in grün. Dank Pandan. Und genau diese Klepons habe ich inzwischen erfolgreich nachgebastelt. Bitte sehr!

Pandan Klepon

indonesische Klebreisbällchen mit Kokos
Gericht: Dessertteller, Snackschälchen
Küche: Indonesien
Keyword: kokos, pandan
Servings: 0
Calories:

Zutaten

  • 75 g Kokosraspeln
  • 180 g Klebreismehl "glutinous rice flour"
  • 240 ml Kokosmilch
  • 1 TL Pandan-Paste
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Palmzucker "gula melaka" / "gula java" – in kleinen Würfeln

Anleitung

  • Kokosraspeln für etwa fünf bis zehn Minuten dämpfen. Anschließend abgedeckt aufbewahren, damit es nicht austrocknet.
  • Kokosmilch, Pandanpaste und Salz in einem Topf erwärmen.
  • Reismehl und warme Kokosmilch in einer Schüssel mit dem Mixer verquirlen. Von Hand weiter bearbeiten, bis der Teig weich und gut formbar ist.
  • Bällchen von etwa zwei Zentimetern Durchmesser aus dem Teig formen. An dieser Stelle zügig arbeiten, damit der Teig nicht zu trocken wird.
  • In jedes Bällchen nun einen Würfel Palmzucker drücken, verschließen und wieder zu einer Kugel formen.
  • Mit allen Teigbällchen so verfahren.
  • In einem größeren Topf Wasser zum Kochen bringen.
  • Klepons portionsweise bei mittlerer Hitze garen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben.
  • Kokosflocken auf einen Teller geben und die noch heißen Bällchen darin wälzen, bis sie von allen Seiten mit Kokos ummantelt sind.
  • Noch warm servieren.

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