Wechselhaft – mit Schokokuchen aus Südwest

Was da aussieht wie ein sehr köstlicher Schokoladenkuchen ist genau das: ein sehr köstlicher Schokoladenkuchen. Der war eigentlich schon für letztes Wochenende bestellt, aber da habe ich backmäßig leider total versagt. Heute war er dann fällig. Und er ist ausgezeichnet. Und sorgt auch für die nötige Energie bei der Gartenarbeit. Vermutlich für deutlich mehr Energie, als wir in Gartenarbeit investiert haben – aber wer will das schon so genau wissen…?

Bevor wir aber zum Kuchen kommen, muss ich erstmal noch verkünden, dass ich es nach – wie lange ist das jetzt her? – etwa einem Jahr geschafft habe, die kleine Europalette, die durch die Lieferung der Backöfen ihren Weg auf unser Grundstück gefunden hat, endlich zu DIYisieren. Kennt eh schon jeder, ich zeig’s aber trotzdem. Pah!

Der Standort hat sich witzigerweise zum Foto vom letzten Sommer kaum verändert. Ich habe sie allerdings nach dem Umbau mit Resten der Lasur der Gartenmöbel gestrichen, nachdem sie ziemlich vergraut war. Dass die Terrasse nass ist, liegt am Gießen. Dass die Kräuter noch etwas desolat wirken, liegt daran, dass es sich um die Bewohner der Küchenfensterbank handelte. Und man weiß ja, was mit Küchenkräutern auf Fensterbänken in kürzester Zeit passiert.

Egal. Jetzt haben sie frische Erde und frische Luft – da sollte sich ihr Zustand in den nächsten Tagen deutlich verbessern. Und ich muss wegen zwei beim Kochen dringend benötigter Zweige Thymian nicht immer das halbe Haus umrunden. Eine klassische Win-Win-Situation.

Den Estragon, der mittlerweile fast ein komplettes Hochbeet vereinnahmt hat (Foto unten rechts) konnte ich leider nicht transplantieren. Aber der wird demnächst halbiert und ein Teil der Schwester überreicht. Auf diesem Foto sieht man ganz links übrigens auch schon wieder die ersten Blätter der Meerrettich-Pest, die ich aus diesem Beet wohl niemals mehr herausbekommen werde. Bis zum Herbst darf er wachsen. Anschließend wird er wieder mit Taucherbrille („Looks like shit…“) gehäckselt, fermentiert und in Gläschen gesperrt. Das hindert ihn allerdings nicht daran, im kommenden Jahr einen neuen Versuch zu starten, die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Desweiteren sind mittlerweile auch das große Tomatenbeet und das Paprika-Chili-Beet bepflanzt. Ich weiß… Es könnte ruhig etwas wärmer sein… Aber der Platz neben dem Schreibtisch wuchs sich gerade zu einem mittleren Dschungel aus. Das musste dringend beendet werden. Zumal die Dinger teilweise schon Blüten angesetzt haben. Raus damit! Nur die Harten kommen in den Garten!

Bevor wir jetzt aber zum Kuchen kommen, noch kurz die Abendessen der vergangenen Tage. Es gab Onglet, Baby! Message to Astrid: Es war ein Traum. Ehrlich! Ich hab’s in der Pfanne gegart – sehr heiß, von allen Seiten – und noch ein wenig im Teller-Wärm-Ofen durchziehen lassen. Das letzte Stück gibt es heute Abend. Wir haben festgestellt: Für zwei Personen langt ein Onglet drei Tage lang.

Am ersten Tag gab es dazu – Überraschung! – Spargel und eine Art Kartoffelkrapfen, die mich allerdings etwas enttäuschten. Nachdem ich den Rest des Teigs nachgewürzt und über Nacht im Kühlschrank entspannen lassen hatte, waren sie deutlich besser. Das ist ausbaufähig. daran arbeite ich bei Gelegenheit nochmal. Und dann gibt es auch ein Rezept.

Ich finde, die sehen am zweiten Tag auch schon deutlich besser aus. War eigentlich klar. Es ist etwas Hefe drin. Die Nacht im Kühlschrank hat es dann gebracht. Zumindest für die Optik. Dazu gab es diesmal keinen Spargel, sondern Shiitake. Die liegen unter dem Fleisch, sind ja aber auch nicht sonderlich fotogen. Sie schmeckten allerdings ausgezeichnet.

Den Rest des Onglets gibt’s heute Abend mit – Trommelwirbel! – Spargel. Bisher bin ich allerdings nicht dazu gekommen, mir über die Details Gedanken zu machen. Sagen wir also „mit improvisiertem Spargel“.

Als Belohnung fürs Bis-hierhin-Lesen gibt’s jetzt Ottolenghis bzw. Helen Gohs „World’s Best Chocolate Cake“ aus „Sweet“. Ich sag’s lieber gleich: Er ist sehr – wie nannte es der Gatte doch noch? – „gehaltvoll“. Ein Stück Kuchen zieht unmittelbar eine zweistündige Radrunde nach sich. Oder eben Gartenarbeit. Erwähnte ich bereits, dass ich von gestern Muskelkater habe?! Ich habe ihn heute verstärkt. Nach DEM Kuchen muss das. Aber er schmeckt wirklich toll. Ob er der „weltbeste“ ist, weiß ich nicht. Ich habe ja schließlich nicht alle probiert. Aber er ist schon Top-Ten-würdig.

World’s Best Chocolate Cake

Möglicherweise der weltbeste Schokoladenkuchen
Gericht: Backblech, Dessertteller
Keyword: kuchen, schokolade
Autor: nach Yotam Ottolenghi & Helen Goh

Zutaten

für den Kuchen:

  • 250 g Butter auf Zimmertemperatur und in Würfeln
  • 200 g dunkle Scholoade hier: 70% Kakaoanteil
  • 1,5 TL löslicher Kaffee hier: Espresso
  • 250 g Zucker hier: Muscovado
  • 350 ml Wasser kochend heiß
  • 2 Eier verquirlt
  • 2 TL Vanilleextrakt
  • 240 g Mehl hier. Type 550
  • 1 TL Backpulver
  • 30 g Kakao
  • 0,5 TL Salz

für die Ganache:

  • 200 g dunkle Schokolade hier: 70% Kakaoanteil
  • 180 ml Crème Double ersatzweise: Sahne
  • 1 TL Maissirup hier: Honig
  • 1 EL Butter auf Zimmertemperatur

Anleitung

Erstmal den Kuchen klarmachen…

  • Ofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen. 23-Zentimeter Springform fetten und mit Backpapier auslegen. Anmerkung: Ich habe die halbe Rezeptmenge hergestellt und wollte eigentlich meine kleine Springform nutzen, die ich aber nicht finden konnte. Ich hasse mich deshalb. Ich musste also auf eine andere, kleinere Form ausweichen und habe die Panettoneform des Gatten missbraucht. Trennfett reichte vollkommen. Backpapier war überflüssig.
  • Butter, Schokolade (in Stückchen gebrochen) und Espressopulver in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Das heiße Wasser angießen und rühren lassen. Wenn alles eine konsistente Crème ergibt, Zucker unterrühren, dann Eier und Vanilleextrakt. Schließlich Kakao, Mehl und Salz zugeben und weiter rühren lassen. Der Teig ist sehr flüssig. Das muss so.
  • Teig in die vorbereitete Form geben um im vorgeheizten Ofen etwa eine Stunde abbacken. Stäbchentest!

… und dann die Ganache.

  • Schokolade fein reiben und in eine Schüssel geben. Sahne und Honig auf dem Herd kurz erhitzen – nicht aufkochen lassen! – und über die Schokolade gießen. Mit einem Löffel unterrühren, bis sich die Schokolade komplett aufgelöst hat. Butter zugeben und ebenfalls einrühren. Bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis der Kuchen ausgekühlt ist.

Endmontage

  • Kuchen aus dem Ofen nehmen und in der Form etwa zwanzig Minuten auskühlen lassen. Dann auf ein Kuchengitter geben.
  • Sobald er abgekühlt ist, Ganache darüber streichen.

Na, Mahlzeit! Vor mir liegt eine reine Homeoffice-Woche, was mir einerseits nicht ganz unrecht, andererseits aber darauf zurückzuführen ist, dass der Mann einer Kollegin positiv auf Ihrwisstschonwas getestet wurde. Deshalb musste ich am Freitag zum Schnelltest ins nahegelegene Testzentrum. Wie erwartet war das Ergebnis negativ. Alles andere wäre eine Katastrophe gewesen. Ich hatte nämlich am Samstag einen dringend erforderlichen Friseurtermin. Puh!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.