Zum Thema Südamerika…

… fällt mir ja prinzipiell eher Hugo Chavez als „Ritmo de la Noche“ mit Verona Feldbusch ein, aber am Ende bin ich doch in Brasilien gelandet. Und nicht in Venezuela. Und das nur wegen zweier Azorenurlaube mit anschließender Rezeptsuche. Seitdem habe ich nämlich permanent das Pão de Queijo im Hinterkopf. In Brasilien spricht man halt Portugiesisch.  So kam das irgendwie.

Und nachdem ich die Pão-de-Queijo-Dinger zum erstenmal gesehen hatte, wollte ich sie. Das Problem ist: Man benötigt dazu Tapiokastärke. Irgendwann hatte ich mal so eine asiatische Mehlmischung aus Reis und Tapioka, die eigentlich für Wan Tan bestimmt war, angeschleppt. Mit der zog ich den ersten Versuch durch.

Innen waren sie allerdings deutlich kompakter als geplant. Den Käse hatte ich aus Parmesan und Maasdamer gemischt. Ich war sehr kritisch. Leider schmeckten die Dinger super. Sogar der Gatte war ihnen extrem zugetan. Sehr knusprige Kruste, sehr weiches Innenleben.

Am Samstag habe ich dann Tapiokastärke im Netz bestellt, da ich es definitiv nicht vor dem Ende des Blogevents in meinen Lieblings-Asia-Laden an der Mainzer Boppstraße schaffen würde. Montag sollte das Tapiokamehl ankommen. Allerdings entschloss ich mich kurzfristig, am Sonntag noch einen Versuch mit Kartoffelstärke durchzuziehen. Erschien mir irgendwie als sehr nah dran an der Tapiokastärke.

Das Ergebnis: Außen etwas weniger knusprig, innen dafür fluffiger. Diesmal mit ausschließlich Parmesan. Das schmeckte, war aber etwas eindimensional. Also irgendwie nur parmesanig. Damit klärte sich die Käsefrage. Die perfekte Mischung musste her. Begeistert war ich immer noch nicht.

Bei meiner Rezeptsuche stieß ich übrigens auch auf eine ecuadorianische Variante mit einer Art Frischkäse. Verdammt! So viele Käsebällchen, so wenig Zeit! Diesen neuen Ansatz habe ich dann erstmal auf die Zeit nach dem perfekten Versuch aufgeschoben. So er denn folgen würde.

Zurück zum zweiten Versuch: Wieso waren die außen immer noch so „unglatt“?! Deutlich unglatter als geplant. Grrr…

Ich wollte sie glatt. Und ich bekam sie glatt. Pah! Und zwar beim dritten Versuch. Mit Tapiokastärke.

Als ich aus dem Büro nach Hause kam, lag sie „am vereinbarten Ablageort“. Ich legte sofort mit einem dritten Rezept los. Und ich hatte mich entschlossen – entgegen der Anleitung – Parmesan und Gouda zu gleichen Teilen zu verwenden. Und nachdem ich endlich „cups“ und „ounzes“ in Gramm und Milliliter und in eine für einen Zwei-Personen-Haushalt erträgliche Menge umgerechnet hatte, startete ich einen ersten Test mit Küchenmaschine statt mit Handkneten. Und heraus kam dann das hier:

Pão de Queijo

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Zutaten

  • 240 ml Milch
  • 120 ml neutrales Öl (hier: Rapsöl)
  • 1 TL Meersalz
  • 280 g Tapiokastärke
  • 2 Eier, Größe L
  • 70 g Parmesan, gerieben
  • 70 g Gouda, gerieben

Zubereitung

  • Milch, Öl und Salz in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze kurz aufkochen lassen.
  • Gesamte Menge Tapiokastärke zugeben und mit einem Holzlöffel einrühren.
  • Das wirkt jetzt echt eklig. Als ich Derartiges zuletzt gesehen habe, habe ich die Garderobe tapeziert und es stand im Eimer neben mir auf dem Boden. Ignorieren! Weiter machen!
  • Den fiesen Geleeklumpen in die Schüssel der Küchenmaschine geben und (hier KA, Stufe 1, Flachrührer) kneten lassen bis der Teig soweit abgekühlt ist, dass man die Hand an die Schüssel legen kann ohne sich Verbrennungen zuzuziehen.
  • Die Eier nacheinander zugeben und einkneten lassen. Zuletzt den Käse auf einmal in die Schüssel geben und ebenfalls unterkneten. Falls jetzt beim Rühren ein Geräusch entsteht, das einen an die letzte Wattwanderung in Gummistiefeln erinnert: Perfekt!
  • Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier belegen.
  • Hände befeuchten und kleine Bällchen formen. Bleche nacheinander jeweils etwa 30 Minuten abbacken. Die Oberfläche sollte etwas gebräunt sein. Meine zweite Ladung war dunkler. Ich fand sie insgesamt leckerer. Also keine Panik!

Genauso hatte ich sie gewollt! Und sie waren exakt kurz vor Ablauf der Deadline fertig. Urs von Coconut & Cucumber ist Gastgeberin beim gerade noch so aktuellen Blogevent „Südamerika“ bei Zorra.

Nehmt dies! Aber macht mich anschließend bloß nicht für die Folgen verantwortlich. Zwei oder drei Kilo sind da schnell mal drauf. Andererseits: Wer wird bei sowas schon so kleinlich sein?!

Zum Mitnehmen:

Blog-Event CLII - Südamerika (Einsendeschluss 15. Mai 2019)

2 Kommentare

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