Survival of the fittest

Charles Darwin würde heute 200 Jahre alt. Erwartungsgemäß hat er das allerdings nicht erlebt. Ein Problem mit dem Überleben haben seit gestern auch ein paar Angehörige der Bruderschaft St. Pius X., die im Schweizer Kanton Wallis bei einem Lawinenabgang verschüttet wurden.
Da würde mich doch mal stark interessieren, was der Herr Weihbischof Wagner aus Linz dazu zu sagen hat. Analog zu seinen legendären Theorien zum Tsunami in Thailand und Hurricane „Katrina“ in New Orleans, die demnach ja die moderne Version von Schwefel und Feuer auf Sodom und Gomorrha sind, sollte es ihm doch ein leichtes sein, den tieferen Sinn dieser Lawine für uns zu deuten.
Um am heutigen Tag keinen schwächlichen Eindruck zu hinterlassen und am Ende Opfer der natürlichen Selektion zu werden, landete eine geradezu vor Tatendrang strotzende Mail des Wolfitekten in meinem Posteingang. Er bietet Beratung für die Vorbauwände in den Bädern und einen gemeinsamen Termin mit Tom-yes-we-really-can und sich selbst für den 18. Februar an. Zu diesem Termin sollen wir dann auch das T-Com-Kabel mitbringen, das bereits seit Wochen in der Kühlschranknische liegt. Dass er das nicht gesehen hat, wirft natürlich im darwinschen Sinne kein gutes Licht auf den Fortbestand seines genetischen Materials. Wer so schlecht sieht, hat auf winterlich-düsteren Baustellen keine wirklich guten Karten.
Für das Überleben seiner Gene trotz erschwerter Bedingungen hat Lance Armstrong immerhin schon mehrfach gesorgt. Allein seine hochtrabenden Pläne von totaler Transparenz und Offenlegung all seiner Blutparameter via Internet haben heute das Zeitliche gesegnet: Die New York Times berichtet, dass die texanische Bio-Show wegen zu hoher Kosten und logistischer Schwierigkeiten abgesagt wurde. Stattdessen darf jetzt Rasmus Damsgaard Hand ans Blut des Lancinators legen. Erste Werte gibt es auch bereits auf www.livestrong.com. Honi soit qui mal y pense…
Im Büro versammelte sich heute auch wieder der übliche lustige Haufen an Mutantinnen und Mutanten bzw. Aspirantinnen und Aspriranten auf den „Darwin Award“. Da sollte der eine oder die andere dringend mal seinen / ihren Beitrag zur Bereinigung des Genpools leisten und sich versehentlich mit dem Tacker entmannen. Oder sich wahlweise mit dem Stöckelabsatz in der Aufzugstür verklemmen und dann völlig überraschend in handliche Scheibchen geschnitten im dritten Stock ankommen.
Richard Williamson zeigt sich – was die Tilgung seiner eigenen Person vom Angesicht der Erde angeht – ja geradezu erfreulich bereitwillig. In einem Brief an Kurienkardinal Dario Castrillón Hoyos macht er einen hübschen, alttestamentarischen Vorschlag:
„Jonas sagte: ‚Werft mich ins Meer, dann wird es sich beruhigen. Ich weiß, dass dieser Sturm nur meinetwegen über euch gekommen ist‘.“ (Jonas, 1,12)
Ja, hopp dann, Euer Penetranz! Why wait?

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