Katzen und Spinnen, aber kein Wolf weit und breit

Am heutigen Tag beschlossen wir, erstmal auszuschlafen und uns dann ausgeruht und hochmotiviert an die Arbeit zu machen. Gesagt, getan. „Gegen Mittag“ konnten wir laut seiner Aussage mit unserem Trockenbau-Wolf und seinem Subunternehmer-Geißlein rechnen. Wer nicht erschien, waren die beiden Herren. Ein Anruf auf dem Mobiltelefon wurde nicht angenommen, auf eine Nachricht auf der Mobilbox bislang nicht reagiert. Mmmmhhh…

Zurück zum Anfang: Nachdem wir mal wieder fast dem Tod durch Austrocknung entkommen waren und alle verfügbaren Fenster und Türen aufgerissen hatten, platzierten wir spaßeshalber des Bauherrn Radcomputer zur Temperaturmessung im oberen Bad. Nach dem Lüften erreichten wir immer noch 38 Grad Celsius. Wohlgemerkt NACH dem Lüften. Die Bautür hat sich mittlerweile derartig verzogen, dass man – wenn sie verschlossen ist – an der Ober- und Unterkante jeweils locker einen Unterarm durchstrecken kann.

Zuschneidearbeiten wurden aus Selbstschutzgründen ins Erdgeschoss verlegt. Erst vervollständigten wir die GK-Beplankung im kleinen Bad inklusive Fensterkanten. Anschließend korrigierten wir die zweite Luftraumseite. Sieht gleich viel besser aus. Als uns die GK-Ränder ausgingen, fuhren wir zu OBI, um für Nachschub zu sorgen. Die Montage verschoben wir allerdings auf morgen.

Am Montag erwartet der Bauherr eine Kalkputzlieferung am Haus. Wenn bis dahin Herr Wolf wieder aufgetaucht ist, sollte es dann auch zügig weitergehen. Was verspachtelt ist, kann gleich im Anschluss von uns verputzt werden. Morgen stehe dann noch ein paar Fensterkanten auf dem Plan. Das wäre eigentlich alles, was vorher noch getan werden kann.

Sehr gespannt bin ich darauf, welche Temperatur der Kasten alkoholfreies Bier morgen früh haben wird, den der Bauherr heute besorgt hat. Welchen Siedepunkt hat Bier? Bei welcher Temperatur verdampft es?

Besuch hatten wir heute auch. Die Nachbarskatze hatte sich unbeobachtet Zutritt zum Technikraum verschafft. Und dann trafen wir noch auf unser erstes eigenes Haustier: eine Spinne. Ich konnte sie fotografieren, bevor sie zwischen Gipskartons im kleinen Bad verschwand, wo sie vermutlich beim Spachteln einen unnötig frühen Tod finden wird. Der Hausherr fand sie toll. Ich eher nicht so. Alles, was lebt und weniger als zwei oder mehr als vier Beine hat, ist nichts für mich.

Die gestern entdeckte spärliche Vegetation habe ich wie versprochen gegossen. Das war ca. zwei Minuten bevor es anfing zu regnen. Ein klassischer Fall von vergeblicher Liebesmüh‘ also. Aber Pflanzen spüren das ja, wenn sich jemand liebevoll um sie kümmert. Ich bin sicher, dass dieser Grashalm prächtig gedeihen wird – falls der Bauherr ihn nicht aus Versehen platt tritt. Das wird dann allerdings seine doofe Spinne büßen müssen.

2 Kommentare

  1. Ich finde deine zum Teil immer noch ironischen Umschreibung eures „baualltages“ sehr gut und für mich treffend formuliert. Es ist jedenfalls ein Genuss diese „Ergüsse“ 😉 hier lesen zu dürfen.
    Schönes Restwochenende noch und viel Spass nächste Woche bei den anstehenden Arbeiten.

    LG rolf

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