Die Rückkehr der Pflanzen

Nach längerer Zeit konnte ich heute nach Bürofeierabend ohne Wartezeit am Baseballplatz direkt nach Hause fahren. Eine kurze Unterbrechung gab es dadurch, dass vorher das Fiatlein aus der Werkstatt abgeholt werden musste, wo es heute in aller Frühe zur Inspektion abgeliefert worden war. Mit 400,- Euro weniger auf dem Konto machte ich mich anschließend auf den Heimweg.

Den Heimweg, den ich heute endlich einmal noch bei Tageslicht erleben durfte. Nach einem kurzen Zwischenstopp inklusive Zuladen der Wahlbenachrichtigung und des Max‘, machten wir uns auf den Weg zur Briefwahl. Wenn ich – wie kurzfristig entschieden – am Sonntag nun doch noch zu den Deutschen Junioren-Meisterschaften nach Regensburg fahren würde, sollte das ja nun zwingend vorher erledigt werden. Gesagt, getan. Ich konnte im Wahlzettel gleich vor Ort meine Kreuzchen machen und ihn wieder abgeben.

Am Haus stand dann die Überführung unserer Pflanzen, Terrassenmöbel und diversen Kleinkrams vom brach liegenden Nachbargrundstück, auf dem der Bauherr vor den Tiefbauarbeiten alles zwischengelagert hatte, zurück auf unser eigenes Gelände an. Während der Umräumarbeiten hielt ein neugierig wirkender Golf-Fahrer unterhalb des Grundstücks und beobachtete uns. Dann fuhr er im Schritttempo das Gelände ab. Vermutlich war das der Eigentümer, der sich Tag für Tag seit der Belagerung von zwei Quadratmetern seines wertvollen Bauplatzes täglich davon überzeugen musste, dass wir ihn wieder räumen.

Alle ins Exil verbannten Pflanzen – die Tujas, die Buchskugeln und die Janett-Kiefer – wurden neben die Terrasse befördert. Desgleichen verstauten wir die Gartenmöbel geordnet hinter dem Haus. Dort werden sie warten müssen, bis wir die Terrasse angestrichen haben. Das sollte aber in nächster Zukunft erledigt sein, sodass wir die neu gewonnene Fläche auch nutzen können.

Ich habe auch etwas Hoffnung, dass wir sie dann für längere Zeit nutzen können. Schließlich kandidiere ich nicht für den Bundestag. Und der Bauherr auch nicht. Ansonsten hätten auch wir wahrscheinlich auch einen Jörg-Hähnel-Brief bekommen mit der Betreffzeile „Bekanntmachung über die geordnete Durchführung der Heimreise von Personen mit Migrationshintergrund in ihre Herkunftsländer“. Die Rückkehr nach Rheinland-Pfalz wäre im Prinzip ja nicht so schlimm gewesen – wenn wir dadurch nicht die Terrasse verlieren würden… Im Ernst: Manchmal fehlen einem die Worte. Da führt das ungläubige Kopfschütteln fast zum Verlust der Muttersprache.

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