I now declare this bazar open!

Und zwar den Rosenkohl-Bazar. Den für diese Saison jedenfalls. Nach mehreren Anläufen, die jeweils an Niederschlägen und / oder zu früh hereingebrochener Dunkelheit scheiterten, war es heute soweit: Das Rosenkohlfeld konnte gerodet werden.

Frost sollte er jetzt ausreichend gehabt haben, zumal ich ihn tiefgekühlt ernten durfte. Und es war auch gar nicht so einfach, ihn im tiefverschneiten Garten zu orten.

Im Hintergrund explodierte dabei eine Kunststoffflasche Mineralwasser auf der Terrasse. Prost! Wäre er zwei oder drei Wochen früher in die Erde gekommen, wäre die Ernte deutlich üppiger ausgefallen. Immerhin sieht er super – im Sinne von „sehr lecker“ – aus. Und im nächsten Frühjahr ist der Boden ja bereits bereit, wenn es die ersten Pflanzen zu kaufen geben wird.

Von allen Dingen, die im Garten wuchsen, habe ich mich am meisten auf meinen Lieblingskohl gefreut. Und ich habe es auch geschafft, keinen zu kaufen und zuzubereiten, bevor der eigene auf dem Tisch war. Man hat ja auch seinen Stolz. Schön, dass es heute endlich soweit war. Ich plante statt eines Auflaufs, für den Rosenkohl meiner Meinung nach eigentlich entworfen wurde, eine Rosenkohlbeilage zum Schweinefilet. Und da ich mich sehr auf diesen Tag gefreut hatte, plante ich gleich noch eine Vorspeise und einen Nachtisch mit ein. Der Festtag musste ja würdig begangen werden.

Ein weiterer Grund für den Festtag ergab sich daraus, dass heute vor zwei Jahren unser Richtfest war. Das bedeutet, dass ich genau heute vor zwei Jahren ungefähr so durchgefroren war wie der Rosenkohl auf dem Foto oben. Nach zwei Tagen mit eiskalter Kamera in der Hand und der Angst im Nacken, irgend etwas total Wichtiges zu verpassen, durfte ich gegen Abend mit Glühwein anstoßen. Wie schnell doch die Zeit vergeht!

Das Menue für heute bestand aus herbstlichen und winterlichen Zutaten: Die Vorspeise bildete eine Steinpilzsuppe mit Filoteig-Frischkäse-Röllchen. Dieser folgten Medaillons mit Rosenkohl. Der Rosenkohl war übrigens köstlich. Ich hatte ihn nur mit etwas Schinken scharf angebraten und mit Gewürzsalz, Pfeffer und Muskat abgeschmeckt. Den Abschluss bildete ein Apfeltörtchen mit Calvados-Vanille-Quark. Ich mag Tage, an denen man Zeit hat, sich über Essen Gedanken zu machen, es dann zuzubereiten und anschließend in einem warmen Haus bei Kerzenlicht zu verspeisen. Irgendwie ist das netter als im Sommer.

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