La dolce vita?

Da ist von „italienischem Lebensgefühl“ die Rede. So, so… Bißchen vergesslich offensichtlich – der Italiener so im allgemeinen. Heute morgen machte ich mich an das zweite Rezept aus der aktuellen Ausgabe von „So isst Italien“, für das ich immerhin satte € 4,90 auf die Ladentheke geblättert hatte. Der „Cappuccino-Mascarpone-Pudding“ (Seite 119) war das Objekt der Begierde. Und wieder musste ich feststellen, dass in der Zutatenliste etwas unterschlagen worden war. Und zwar – wie auch beim gestrigen „Tagliatelle mit Ricotta und Pfifferlingen“-Rezept (Seite 15) – eine Hauptzutat. Nachdem dort der Ricotta fehlte, fand sich diesmal kein Mascarpone in der Auflistung.

Da sich in unserem Kühlschrank eigentlich immer Mascarpone befindet, war das – zumindest für mich – zu verschmerzen. Jemand, der den Einkaufszettel ohne weiteren Blick ins Rezept erstellt hat, kann dann wahrscheinlich nochmal losziehen. Blöd, wenn da gerade Gäste auf ihren Nachtisch warten. Der Mascarpone wird nämlich erst „vor dem Servieren“ erwähnt. Grrrr… Danke auch! Ääähhh… Tante grazie!

Da nun ohnehin Improvisieren im Hinblick auf die Mascarpone-Menge angesagt war, habe ich gleich das Rezept ein wenig abgewandelt. Wahrscheinlich ist das mit den fehlenden Zutaten Absicht. Damit italienisches Lebensgefühl bei der Köchin aufkommt. Da fühlt man sich doch so richtig lebendig, wenn man sich schreiend vor Wut am Herd die Haare rauft und schließlich – unter den „Stronza!“– und „Idiota!“-Rufen der Gäste – heulend auf dem Küchenboden zusammenbricht. Hier meine in typisch deutscher Gründlichkeit modifizierte, dafür aber mit etwas Alkohol aufgepeppte Version des Desserts:

Cappuccino-Mascarpone-Pudding

Gericht: Dessertteller
Keyword: cappuccino, dessert, kaffee, pudding
Autor: "So isst Italien"

Zutaten

  • 8 Löffelbiskuit
  • 100 ml kalter Espresso
  • ein guter Schuss Mokka-Likör
  • 500 ml Milch
  • 100 ml kalter Espresso
  • 150 g Zucker
  • 4 Eigelb
  • 45 g Speisestärke
  • und nochmal ein Schuss Mokka-Likör
  • 250 g Mascarpone
  • 50 ml flüssige Schlagsahne
  • 50 g Puderzucker
  • Kakao

Anleitung

  • Löffelbiskuits zerbröseln (meine bevorzugte Variante: Gefrierbeutel und Fleischklopfer) und auf die Gläschen verteilen. Espresso und Likör mischen und löffelweise darauf träufeln, bis die Biskuits getränkt sind.
  • Für die Puddingschicht die Milch mit dem Zucker und dem kalten Espresso in einen Topf geben und unter Rühren aufkochen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen (sollte schon ziemlich kühl sein, damit im folgenden Arbeitsschritt kein Spiegelei entsteht). Eigelbe und Speisestärke in einer Schüssel verrühren, dann langsam die abgekühlte Milchmischung unter ständigem Rühren hinzugeben. Alles zurück in den Topf geben und erhitzen, bis es blubbt und andickt. Dabei brav weiterrühren und den Mokka-Likör (Menge nach Geschmack und gewünschter Fortsetzung des Tages bzw. Abends) mit einarbeiten. Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen. Schließlich löffelweise auf die Gläschen verteilen und eine Weile zum Durchkühlen im Kühlschrank deponieren.
  • Schließlich Mascarpone mit Sahne und Puderzucker aufschlagen, in einen Spritzbeutel füllen und auf der Puddingmasse verteilen. Bitteren Kakao und jeweils eine Mokkabohne drauf – fertisch!

Das Ergebnis ist wirklich ausgesprochen lecker und auch nicht allzu kompliziert in der Zubereitung, zumal man es für Gäste auch am Vortag herstellen und dann über Nacht in der Kühlung lassen kann. Das ist definitiv vorgemerkt für den nächsten zu bewirtenden Besuch. Allerdings werde ich dann versuchen, den Pudding etwas fluffiger zu bekommen. So ist es halt „richtiger“ Pudding und natürlich vollkommen in Ordnung. Eine etwas cremigere Konsistenz würde ihm aber sicher auch nicht schaden.

Den Mokka-Likör, der sich als perfekt für diverse Desserts erwiesen hat, fand ich übrigens im italienischen Supermarkt „pronto“ in Wiesbaden, der bereits desöfteren gute Dienste bei der Zutatenbeschaffung geleistet hat. Und wenn ich allein an die mit Gorgonzola gefüllen Riesen-Gnocchi denke… Mjam!

So. Zuletzt noch zwei Tipps: „Weck“-Gläschen kauft man am besten da, wo sie herkommen – im „Weck-Shop“. Sicher gibt es aufwendiger gestaltete und benutzerfreundlichere Online-Shops, aber dafür sind die Preise beim Hersteller deutlich günstiger als im Handel. Die von mir am häufigsten benutzten 160-ml-Sturzgläschen kosten im 12er-Karton mit Deckeln € 9,45 (abzgl. 5 % Skonto). Da lassen sich die Versandkosten von € 5,80 locker verschmerzen, wenn man „Angebote“ wie dieses sieht: sechs (!) Gläschen auf Amazon-Marketplace. Da käme man bei 12 Stück auf € 26,38 (plus Versandkosten von € 4,50))!!! Erschütternd.

Ein echter Flop dagegen ist dieses Produkt: die Sahne-Rührschüssel von Tchibo. Das Ding ist hübsch, die Innenskala praktisch, das Material schön schwer und durch den Gummiring verrutscht die Schüssel auch nicht – aaaaber: Die Rührbesen meines Handrührgeräts reichen leider nicht bis zum Boden! Kleine Fehlkonstruktion, sage ich mal. Es sei denn, man schlägt gerne Sahne mit dem Schneebesen von Hand. Dann ist das natürlich irrelevant. Die hat garantiert kein Italiener konstruiert. Ich tippe auf einen Bewohner von Schilda.

9 Kommentare

  1. Nja,. immerhin wird der Mascarpone im Titel erwähnt… da kann man ja schon mal misstrauisch werden… Mein tipp: Buch fertig kochen, alle Fehler finden und markieren, an den Verlag schicken und
    hoffen, dass sie einen Präsentkorb zurücksenden. Also, bei Dr. Oetker klappt das immer (Pizzakarton-Reklamations-Zettel)… :.-)
    Und die Rührschüssel ist wahrscheinlich für TCM-Rührgeräte (separat zu erwerben) genormt. Fernsehköche habe ich schon mit dem Zauberstab Sahne schlagen sehen, aber nie versucht das nachzuahmen.
    Vielleicht klappt das ja? Oder eben für Nachspeisen verwenden, hier: Fruchtsorbet. TK-Obst mit Zucker und Sahne aufgießen und mit dem Zauberstab traktieren bis es schmeckt. Fertig! (obwohl: wir
    haben ja schon Winter… also: Lebkuchengewürz dazu!)

    1. tk-obst habe ich auch schon mit 0,2%iger milch per zauberstab aufgeschlagen. klappt z.b. mit himbeeren perfekt und schmeckt irgendwie tatsächlich wie eis 😀

      an den zauberstab hatte ich gar nicht gedacht. dann ist das jetzt eben mein zauberstab-becher. mein original-becher hat eh einen macken. danke für den tipp! =)

    1. doofer carport… habe ich eigentlich in den letten tagen versucht zu verdrängen…

      eigentlich sollte am mittwoch die stützen angebracht werden, aber der schreiner stellt sich z.zt. tot. wir hoffen, dass er dann in der kommenden woche endlich loslegt.

  2. Gerade heute dachte ich beim Lesen des oberen Teils des Eintrags, dass ich endlich mal fragen muss, woher du die Weckgläser beziehst. 😀 Das nenne ich mal leserorientiert! :daumen:

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