Na, endlich!

Es gibt welche – und: Sie schmecken! Die Bio-Mandarinen bei tegut sind die ersten Genießbaren des Jahres. Normalerweise wäre ich das Risiko des Kaufs um diese Zeit noch nicht eingegangen, aber man konnte sie probieren. Und sie waren köstlich. So fies Mandarinchen aus der Dose sind, so köstlich sind frische.

Abgesehen davon erinnern sie mich immer an Oberstufen-DeutschLK-Doppelstunden donnerstags morgens, wenn wir uns eine Stunde lang durch die ZEIT unseres Lehrers Dr. Theo M. arbeiten durften, während parallel Kaffee mit der kurseigenen Kaffeemaschine gekocht, Pullover gestrickt und Wettbewerbe im Mandarinchen-in-einem-Stück-schälen veranstaltet wurden.

An dieser Stelle einen Gruß ans ZEIT-Magazin. Als es 1999 eingestellt wurde, habe ich aus Enttäuschung mein Abo gekündigt, weil der einzige Teil, für den gemütlich zu lesen man nicht einen Küchentisch in Übergröße benötigte, damit verschwunden war. Aber das war viel später, als ich Mandarinchen schon einfach so und nicht mehr kunstgeschält habe. By the way: Ich suche seit geraumer Zeit nach einer Ausgabe des Magazins, die zur Fußball-WM 1998 erschien. Die muss irgendwann mal bei einem Umzug oder einer brutalen Entrümpelungsaktion untergegangen sein. Sollte die also zufällig Jemand besitzen, der das hier liest: Für Scans würde ich mich zu ewiger Dankbarkeit verpflichten. Freiwillig und ohne Zögern.

Um vom Zeitunglesen und den Mandarinchen geschickt wieder wegzukommen, vielleicht ein kurzes Update zu den neuen Socken: Die werden heute abend noch fertig. Und vielleicht kann ich sogar den vom Wollrest geplanten Winterpullover für Hugo noch anfangen. Der Ärmste friert sonst sicher bis mindestens Mai – und das wollen wir ja nicht, oder?!

Was ICH heute nicht wollte, war, völlig durchnässt und vom Winde verweht zu Hause einzutreffen. Also brach ich meinen geplanten Streckenvermessungs-Laufversuch von heute morgen nach einer knappen halben Stunde frustriert ab. Bergauf im Gegenwind und dann im einsetzenden Regen – das machte keinen Sinn. Die Zeit wäre ohnehin nicht verwertbar gewesen. Ein armseliger Punkt blieb dabei hängen. Immerhin besser als gar nichts.

Konzentrieren wir uns also auf den einzigen halbwegs rühmlichen Zeitpunkt des Tages: die Herstellung ds Abendessens. Da auf der Terrasse immer noch ein Muskatkürbis auf seinen Einsatz wartet, und da es in dieser Woche bei der „Küchenschlacht“ vielgerühmte Kürbis-Ravioli in Walnusssoße gab, dachte ich, dass man das doch mal ausprobieren könne, zumal auch alle restlichen Zutaten dafür im HWR lagerten.

Ich nahm allerdings nicht – wie im Originalrezept – TK-Wan-Tan-Blätter, sondern einen regulären Nudelteig (300 g Nudelmehl, d.h. 2/3 Mehl & 1/3 Hartweizengrieß, 1/2 TL Salz, 3 große Eier, 2 EL Olivenoel – der nicht benötigte Rest wurde zu Bandnudeln geschnippelt und dem Dörrprogramm des Dampfgarers ausgesetzt).

Da ich nun den Kürbis also anschneiden musste (witzigerweise verlangte das Rezept nach ganzen 50 (!) Gramm davon), beschloss ich, den gerade nicht benötigten Rest (ca. 9/10) zu würfeln, zu blanchieren und einzufrieren. Laut Internetrecherche scheint das gut zu funktionieren und so kann man ihn jederzeit für Suppen o.ä. verwenden. Der Muskatkürbis sah am Ende aus wie Karottenwürfel und roch auch so. Die Kerne habe ich teilweise getrocknet (Dörrprogramm, s.o.), um daraus im kommenden Jahr den ein oder anderen Nachfolger ziehen zu können. Der Bauherr wird begeistert sein, wenn endlich wieder riesige Kürbispflanzen sein Erdbeerbeet überwuchern…

Zum Rezept selbst: Ich habe auf Zwiebeln verzichtet und diese komplett durch Schalotten ersetzt. Die Zuckermenge der Füllung (bei mir: Rohrohrzucker) habe ich auf ca. die Hälfte reduziert. Thymian und glatte Petersilie waren frisch aus dem Garten, den Thymian habe ich fein gehackt (dazu gibt es im Rezept keine Angaben). Auf den Deko-Majoran habe ich verzichtet und stattdessen etwas Petersilie zu diesem Behülfe aufgehoben. Der Nudelteig selbst passte perfekt zu den restlichen Zutaten (Singular-Raviolo -> Plural-Ravioli).

Am Ende kam das hier dabei heraus: Mjam! Sehr lecker, aber wenn man frischen Kürbis und Nudelteig nimmt, nicht gerade mal eben so herzustellen. Das braucht dann seine Zeit. Aber die sollte man ihm bzw. sich auch gönnen. Das Ergebnis ist es definitiv wert. Das war ein sehr köstliches Abendessen.

3 Kommentare

  1. Klingt ja sehr sehr lecker – auch wenn ich diesem Ravioli-Gerät misstraue. Daafdattdatt?
    Und wo war noch gleich mein Rezept für Kürbis-Gnotschi? hmmm. die waren soooo gut! muss ich mal suchen – im Endeffekt wie normale Gnocchi, nur Kartoffeln durch Hokkaido ersetzen…mjam.

    1. das ding ist echt prima. sehr empfehlenswert für größere ravioli. die rückseite dient als ausstechförmchen für die passenden kreise. das kürbis-gnotschi-rezept täte mich interessieren. werden die
      kompletten kartoffeln durch kürbis ersetzt?

  2. Das klingt wirklich nicht nur lecker, sondern sieht „sogar“ annehmbar aus. 😉
    Jedenfalls unter Ausschluss sonstiger ungeistiger Fantasien und Archivdateigedankenbilder. So.
    Mit den MAndarinen gebe ich dir absolut Recht. Letzte Woche eröffnete Aldi hier den Mandarinenpreiskampf. Im Augenblick kostet das Kilo „nur“ 1,99 Franken. Für schweizer Verhältnisse mehr wie nur
    eine Provokation, für den MAndarin versessenen Verbraucher ein absolutes „Mus“. 🙂 Die Schale ist zwar seher dünn, aber die Frucht selber unwahrscheinlich lecker. Und das Aroma welches sich dabei
    gleichmässig und sofort hier verbreitet…. Wahnsinn.
    Letztes Jahr hatten wir auch noch ca. 1.200!! Kiwis aus dem eigenen landwirtschaftlichen Gartenbioanbau zur Verfügung. Dieses JAhr sind es nur 43 Stück geworden. Lag wahrscheinlich daran, dass wir
    diesmal einen „Fachgärtner“ die beiden Stöcke beschneiten liesen. Passiert mir nicht wieder. Werde im Januar wieder lieber selber da HAnd anlegen. Aber die Früchte waren aber sowas von süss und
    geschmacklich ausgereift….. Sind auch nur zu Dekozwecken 4 Stück bei mir in unsicherer Obhut. 😉
    Dann wünsche ich dir erst einmal einen erfolgreichen ersten Malochetag heute.

    LG rolf

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