Oh nein! Das nicht! Nicht ich!

Gerade heute – an meinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub – wurde ich von meiner jüngeren (!) Schwester darauf aufmerksam gemacht, wie lange ich noch arbeiten muss. Knappe 24 Jahre! Das kann doch nicht wahr sein, oder? Das muss doch ein Rechenfehler sein. Nein? Wirklich nicht? Das wären dann noch über 5.700 reine Arbeitstage! Absolut unmöglich. Ein Rechenfehler. Definitiv.

Da es falsch sein muss, ignoriere ich es fortan. Und darüber hören oder lesen möchte ich auch nichts mehr. Lalalala…

Zurück zum Beginn des Tages: Ich fand natürlich keinen Parkplatz vor dem Büro. Egal. Ein kurzer Fußweg würde mich für die zu erwartenden Strapazen stählen. Also stellte ich das Auto in sicherer Entfernung zur „Kammer des Schreckens“ ab und machte mich auf den Weg.

Der erste geschriebene Satz, der mir dann an meinem Schreibtisch begegnete, lautete: „Ihr Passwort wird in 16 Tagen ablaufen. Wollen Sie es bereits heute ändern?“. Nein, das wollte ich heute erst mal noch nicht ändern. Dauert bei mir meistens bis zwei oder drei Tage vor Ablauf. Dann verliere ich nämlich die Nerven, weil ich die Meldung nicht mehr jeden Morgen lesen mag.

Im zweiten Satz wurde ich darauf hingewiesen, dass mein Virenscanner upgedated wurde und ich den Rechner neu starten solle. Nun denn. Alle bereits geöffneten Anwendungen, zu denen mir spontan die Passwörter eingefallen waren, wurden wieder geschlossen. Der Rechner wurde neu gestartet. Anschließend fand ich dann drei Mails, in denen mir mitgeteilt wurde, dass ich freundlicherweise meinen Abwesenheitsagenten deaktivieren möge. Und das, wo ich vor drei Wochen so froh gewesen war, dass er aktiviert wurde. Nervig. Sehr nervig.

Allerdings immer noch deutlich weniger nervig als die ungefähr hundert Zettel an diversen Vorgängen, die meine grammatikschändende Kollegin hinterlassen hatte. Als ob die Arbeit nicht schon schlimm genug wäre, wenn sie ohne angehefteten verbalen Brechdurchfall auf dem Tisch liegt.

Der Arbeitstag schleppte sich dahin. Zwischendurch mussten die Meisen, deren Anzahl sich aufgrund unserer liebevollen Pflege ungefähr verzehnfacht hat, und die sich während meines Urlaubs angewöhnt hatten, in größeren Rudeln einzufallen (Foto gibt es morgen), abgefüttert werden. In den letzten drei Wochen hatte sich zweimal eine Kollegin bereit erklärt, den Job mit dem Aus-dem-Fenster-springen-und-sich-wieder-hineinzerren-lassen zu übernehmen.

Letzten Freitag kam es dann zu einer größeren Krise, als eine kleine und offensichtlich nicht gerade wahnsinnig intelligente, aber dafür umso hungrigere Blaumeise sich durch die Öffnung in den „Futterboy“ gequetscht hatte. Das dumme Tier konnte sich natürlich nicht mehr allein befreien und musste schließlich gerettet werden. Übers Wochenende wollte man es dann doch nicht in seinem Gefängnis lassen. Meine völlig verzweifelte Lieblingskollegin war kurz davor, die Herstellerfirma zu verklagen. Wir haben dann heute erstmal neues Futter geordert und gleich einen Futterbehälter für Streufutter mitbestellt, der aussieht, als ob es durch ihn nicht zu weiteren Zwischenfällen ähnlicher Art kommen könnte.

Überflüssig zu erwähnen, dass bei meiner Heimkehr kein, aber auch wirklich kein winziges bißchen Grün auf unserer zukünftigen Rasenfläche schimmerte. Wieso ging das bei den Nachbarn viel schneller? Das kann nicht allein am Rotschwänzchen liegen. Niemals! Jetzt bin ich wirklich zu allem entschlossen. Wenn es nicht in den kommenden drei Tagen frühlingshaft grünt, gehe ich mit dem Staubsauger drüber. Dann hatte der Rasensamen seine Chance. Wenn er nicht will… Bitte sehr! Pech gehabt!

Um in bessere Stimmung zu kommen – wie auch immer das nach einem derart deprimierenden Tag gelingen sollte – machte ich mich nach meiner Heimkehr an die Zubereitung sechs weiterer (die von Samstag waren bereits vernichtet) Portionen Latte-Macchiato-Nachtisch. Einfach so. Wenigstens der Bauherr soll etwas Erfreuliches vorfinden, wenn er an den häuslichen Herd zu seinem braven Weib zurückkehrt. Wenigstens das!

1 Kommentar

  1. Also ich habe nun einmal den Mister Taschenrechner sehr stark bemüht, um einige „Nettigkeiten“ hier auch beweiskräftig zu interpretieren. Ach übrigens in diesem Zusammenhang Mal einen „netten“
    Gruss an deine jünger Schwester. Die Frau ist echt gut und scheint es auch drauf zu haben im Umgang mit ihrer Schwester. Könnte in der Hinsicht sicherlich noch einiges von ihr lernen. Egal und
    zurück zu meinen Rechenoperationen. 😉

    Bei noch anstehenden ca. 5.700 entsprechenden Bürotagen entferne ich eine unbekannte Grösse X, die sagen wir mal – Mutterschaftsurlaub dürfte ja defakto ausfallen – durch Urlaub, Krankheitsfall
    oder sonstige nichtbestimmbare Fehltage sich summieren. Also sind wir grosszügig und legen diese Unbekannte mit 30% an, was ja schon mal 1.710 Tage weniger bedeuten. Weiter.

    Das macht aber immerhin noch 3.990 „ins Büro Latschtage“ an dennen du – ich „rezitiere“ dich mal hier wörtlich, weil du das viel schöner kannst als ich 😉 – “ Ich fand natürlich keinen Parkplatz
    vor dem Büro…“ Tage noch vor dir hast. Um dir aber nicht ganz den Mut zu nehmen und die Hoffnungslosigkeit der Sache etwas schmackhafter zu machen zerlegen wir die Sache noch ein wenig durch die
    Wochentage, also durch die bekannte Grösse 5.
    Und siehe da und brauchst dich also „nur“ noch ca. 798 Montage in deinem Leben vor, oder an deinem Arbeitsplatz rum ärgern. Immer vorausgesetzt du verlierst durch andere Umstände nicht schon vorher
    die Nerven, deine Arbeit, oder gar das Leben. Aber das ist jetzt kein schwarzer Humor mehr, sondern gemein. Deswegen streiche das bitte mit dem Leben und so aus deiner Gedächtniswalhalla.

    Als kleines Leckerli vielleicht noch der kleine Hinweis. Auf diese Art und Weise wären es zwar immer noch gefühlte 24 Jahre – man bist du noch jung 😉 – aber rein rechnerisch nur noch 15,34 Jahre,
    also immerhin 8,65 Jahre die durch irgend eine Abwesendheit zum erstrahlen bringst. 😉

    Na jetzt mal ganz ehrlich liebe Manu. Sind das nicht super Neuigkeiten, die dich wieder aufrichten, die ganzen Sorgen gleich vergessend machen? Wie unbedeudent wird dabei der Rasen oder
    irgendwelche Schnecken die vielleeicht auch den Samen fressen? 😉

    Also sehe immer alles irgendwie positiv, oder von der rein mathematisch/ statistischen Seite. 😉

    Wünsche euch noch einen schönen Abend.

    LG rolf, welcher jetzt bei diesem miesen Regenwetter fürne Stunde mit dem Hund noch an den See muss. 🙁

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