Das fängt ja rot an!

Wir haben den Silvesterabend in Frankfurt verbracht. In einem afrikanischen Restaurant. Genauer gesagt in einem Restaurant mit eritreischer und äthiopischer Küche. Wir aßen mit den Fingern und fanden erstmal alles sehr spannend. Also ich. Der Gatte war eher entspannt. Nach dem Essen verging die Rückfahrt im Zug mit einer Google-Recherche zu den Zutaten. Und das, obwohl uns der nette Restaurant-Mann von der Herstellung des Injera abgeraten hatte. Das Wasser sei hier nicht geeignet. Aber egal. So etwas schreckt mich nicht. Pah! Dazu dann aber ganz bald mehr. Die Zutaten sind bereits im Haus.

Im Anschluss ans Essen blieb noch ein wenig Zeit. Wir stromerten durchs teils sehr aggressiv gentrifizierte Gutleutviertel. Zurück zu Hause schauten wir uns erstmal in der Mediathek die Neujahrsansprache des Bundesolafs an. Herrje! So schlimm war das gar nicht. Fast schon erfrischend nach Jahren der Infantilisierung durch Mutti. Der Mann sprach wie zu Erwachsenen mit uns. Unglaublich!

Und – ich erwähne das, weil es seit Jahren nicht passiert ist – wir waren um Mitternacht noch wach. War es am Ende doch die Ansprache des Merkels, die uns alljährlich in einen Schutzschlaf getrieben hatte?! Ich werde das beobachten.

Am Neujahrstag gab es dann die vom Gatten an Silvester besorgten Forellen. Beziehungsweise eine davon als Ben Riach Smoked Trout Pâtée – angelehnt ans Rezept der Schotten mit Makrele. Dazu eingelegten Fenchel und Twice Baked Kale and Goat’s Cheese Soufflés.

Das ist ja nun alles aber inzwischen auch schon wieder eine Woche her. Umgenau zu sein eine Rote-Bete-Woche. Ich hatte beim Einkauf aus Gier etwas übertrieben und drei riesige Knollen angeschleppt. Da ich sie auch gleich alle drei im Ofen gegart hatte, mussten sie jetzt irgendwie auch verbraucht werden.

Nachdem ich das hier gesehen hatte, fiel die Entscheidung was damit anzustellen sei, leicht: Gebratene Gnocchi mit Grünkohl, Chili, Rosinen und Pinienkernen. Das sollte doch auch mit Rote-Bete-Gnocchi gehen! Und wegen der erdigen Süße der Bete ließ ich kurzerhand die Rosinen weg. Wir wollen ja nicht übertreiben.

Rote-Bete-Gnocchi mit Grünkohl & Halloumi

Gericht: Hauptgericht, Vegetariernapf
Keyword: grünkohl, rote bete
Portionen: 2 Portionen

Zutaten

für die Gnocchi:

  • 250 g Rote Bete im Ofen gegart
  • 250 g Kartoffeln mehlig kochend – mit Schale gekocht, gründlich abgedampft, geschält und durchgedrückt
  • 1 Eigelb
  • 100 g Hartweizenmehl Smolina rimacinata
  • 100 g Weizenmehl Type 550
  • Salz, Pfeffer, etwas Muskat

für den Grünkohl:

  • 200 g Grünkohl geputzt gewogen
  • 1 EL Pinienkerne
  • Salz, Pfeffer
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 rote Chilischote
  • Rapsöl zum Anschwitzen
  • 1 EL Butter ebenfalls zum Anschwitzen
  • Salz, Pfeffer

für die Halloumi-Würfel:

  • 125 g Halloumi das ist ein halbes handelsübliches Päckchen

Anleitung

Erst die Gnocchi, …

  • Gegarte Rote Bete schälen und würfeln. Anschließend pürieren. Gekochte Kartoffeln durch die Kartoffelpresse drücken. Alles etwas auskühlen lassen.
  • Restliche Gnocchi-Zutaten zugeben und mit den Händen einkneten.
  • Teig portionsweise zu Rollen formen und passende Stücke abstechen. In siedendem Wasser gar ziehen lassen.
  • Tipp: Die Teigmenge reicht etwa für vier Hauptmahlzeit-Portionen. Er lässt sich roh am nächsten Tag nicht mehr verarbeiten. Ich habe die komplette Menge zu Gnocchi geformt, alle abgekocht und die Hälfte im Kühlschrank für den nächsten Tag aufgewahrt. Dann läuft die Zubereitung genauso schnell wie bei gekauften Gnocchi.

… dann der Halloumi…

  • Halloumi in Würfel schneiden und langsam bei mittlerer Hitze in etwas Olivenöl in der Pfanne von allen Seiten anbraten. Jedes Stück zwischendurch wenden, damit er von allen Seiten goldbraun wird. Das kann man während des Weiterkochens erledigen.

… und zuletzt der Grünkohl!

  • Grünkohl waschen und dicke Blattrippen entfernen. Blätter ganz kurz in kochendem Wasser mit etwas Salz und Natron blanchieren. Eiskalt abschrecken. Es geht auch ohne, aber ich mag das wegen der Farbe. Anschließend kräftig auspressen und in Streifen schneiden. Beiseite stellen.
  • Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett rundherum goldbraun rösten. Herausnehmen und beiseite stellen.
  • Zwiebel schälen, halbieren und in Ringe schneiden. Chilischote waschen und ebenfalls in dünne Ringe schneiden. Je nach Schärfegrad eventuell Kerne und Trennwänder entfernen.
  • Öl und Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Zwiebelringe und Chili darin bei mittlerer Hitze etwa vier bis fünf Minuten braten. Grünkohl zuegeben und kurz mit erhitzen. Dann Gnocchi zugeben und weitere drei bis vier Minuten braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Portionsweise auf Teller geben. Mit den Halloumiwürfeln und den gerösteten Pinienkernen bestreuen und sofort servieren.

Am nächsten Tag gab es – wir hatten ja noch Gnocchi! – das gleiche nochmals, allerdings diesmal mit Rosenkohl. Auch eine sensationelle Idee. Ich halbierte die Röschen, blanchierte sie ebenfalls vorab und briet sie dann einfach wie beim Grünkohl mit an.

Gut… Nun waren immer noch zwei Knollen Rote Bete übrig. Tags darauf gab es welche mit Glasnudeln und Garnelen. Eher asiatisch abgeschmeckt. Das koche ich bei Gelegenheit nochmal und schreibe dann mal mit. Es war nämlich äußerst köstlich.

Der Rest der Knollen landete dann gestern in einem Pastateig. Das Rezept hatte ich 2015 schon mal hier verbloggt: Buntes aus dem Lazarett. Diesmal nahm ich allerdings keinen Rote-Bete-Saft sondern etwa eine halbe sehr fein pürierte Knolle. Mit dem Olivenöl und etwas Wasser ließ sich das sehr gut aufmixen.

Die Füllung bestand aus Ricotta und Pecorino. Dazu ein Eigelb, etwas Paniermehl (seeehr wenig – nur zum Nachjustieren der Konsistenz!) und Andaliman Pfeffer. Ein helles Orangensößchen dazu, etwas Orangenabrieb oben drauf. Und Pinienkerne waren auch noch von den Gnocchi übrig. Und Rosenkohl befindet sich zu dieser Jahreszeit ohnehin permanent im Haus. Als Einstieg ins Wochenende war das sehr schön.

So. Und jetzt räume ich mal den seit längerer Zeit spontan an verschiedenen Stellen Eis ansetzenden Kühlschrank aus. Der Gatte überraschte mich diese Woche mit einem deutlich höheren, brandneuen Modell. Mit größerem Eisschrankteil! Das ist natürlich ganz toll, wenn da nicht die Ausräum- und Aussortiertätigkeit im Vorfeld wäre… Vermutlich stoße ich im hinteren Teil wieder auf „Sünden der Vergangenheit“. Schweigen wir darüber einfach. Ich lege dann mal los.

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